Anglertreff Sachsen-Anhalt 2007

  • von Steffen Quinger
  • 23. Mai 2007 um 15:52
  • 0
Anglertreff 2007 des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt

Mit über 48.000 Mitgliedern und 10.000 ha Gewässerfläche ist der Anglerverband Sachsen-Anhalt mit einer der größten Anglerverbände in Deutschland.

Nicht nur aus diesem Grund ist der jährliche regionale Anglertreff von den Ausmaßen und dem Organisationsumfang durchaus mit dem eines DAV-Anglertreff vergleichbar.
Auch in diesem Jahr folgten 13 Herren-, 6 Damen- und 5 Jugendteams der Einladung des Präsidiums Sachsen-Anhalt.

Schwierig ist  bei dieser hohen Teilnehmerzahl immer die Gewässerwahl. Muss doch einerseits die Strecke fair und gut erreichbar sein und andererseits vor Ort die fleißigen Helfer alles gut organisieren können.

Mit dem Elbe-Havel-Kanal bei Niegripp wurde eine sehr schöne und zudem gleichmäßige Strecke gefunden, die allen Teilnehmern Fische versprach und durchaus vielfältige Angelmethoden zulässt. Als Hegeziel wurde in Abstimmung mit den zuständigen Behörden der Besatz von hochwassergeschädigten Gewässern im Umland festgelegt.



Elbe-Havel-Kanal bei Niegripp

Der Elbe-Havel-Kanal ist, wie der Name schon sagt, die Verbindung zwischen der Elbe und der Havel. Durch den Bau eines neuen Wasserstraßenkreuzes über die Elbe erfuhr auch der relativ alte Kanal in den letzten Jahren einen fast völligen Umbau.

Neue Wege, neue Brücken, neue Steinschüttungen und eine gleichmäßige Beschiffbarkeit nach EU-Norm sichern zwar für die Angler gewässerseitig sehr gute und gleichmäßige Bedingungen, machen aber oft durch die daraus resultierenden Restriktionen auch wiederum vieles schwerer.



Elbe-Havel-Kanal bei Niegripp

Wege, die z.B. vor Jahren noch gut per PKW befahrbar waren, sind jetzt ausgebaut nur noch als Radweg zugelassen. Ein Negativtrend, der sicher deutschlandeweit zu beobachten ist.
Als dominierende Fischart des Kanals ist der Brassen anzutreffen. Fische um die Kilomarke sind Standard, aber auch Brassen über 1,5 Kilo werden regelmäßig auf die Schuppen gelegt. Schöne Plötzen und ein hervorragender Güsterbestand runden das Bild des Kanals ab.
Die Steinschüttung geht teilweise über die 13 m Kante hinaus, die Durchschnittstiefe beträgt ca. 4 – 4,50 Meter. Durch die Schleusentätigkeit schwankt die Fließrichtung stark, häufig steht das Wasser oft stundenlang, um dann wieder flussmäßig dahinzuschießen. Rundum Vorrausetzungen, die Methoden von der Kopfrute, Bolorute, bis hin zur Matchrute alles ermöglichen.



Stefan Posselt mit „Trainingskarpfen“ von ca. 4 Kg

Als Favoriten galten im Vorfeld die Teams des Stadtvereins Magdeburg, die Titelverteidiger um „Diddi“ Schmiedecke von FTM aus Nienburg und die Jungs von MOsella Greppin.

Also die üblichen „Verdächtigen“!

Die Woche vor dem Treff wurde die Strecke wie gewohnt durch die unterschiedlichen Teams auf Herz und Nieren geprüft. Allerdings mit unterschiedlichem System. Während die Jungs vom Mosella Greppin die ganze Woche zur Vorbereitung nutzten, hielten sich die Magdeburger stark im Hintergrund und schienen ihre Taktik bereits gefunden zu haben.

Der neue Referent für Süßwasserangeln in Sachsen-Anhalt, Stefan Posselt, folgte dem internationalen Reglement und vergab die Plätze zentral über ein Lossystem der CIPS.
Am Samstag, den 19.05. ging es dann los. Die Mitglieder des Anglervereins Burg hatten die Strecke vorbildlich präpariert und vor Ort gab es ausreichend  Speis und Trank.
Als verantwortlicher Leiter hielt Volker Schulze vom Regionalverband Fuhnetahl das Zepter die 2 Tage sicher in der Hand.

Rechtzeitig zum Wochenende kam auch das schöne Wetter und versprach 2 schöne Angeltage. Sogar der Lokalteil der örtlichen Zeitung widmete dem Angeltreff eine halbe Seite mit einem sehr schönen und sachlichen Bericht!!!!

Gut, so etwas zu lesen, in Zeiten in denen Angler anderer Bundesländer gezwungen werden im Ausland ihre Anglertreffs durchzuführen! 

Aber zurück nach Sachsen-Anhalt.
Am ersten Angeltag, am Samstag, setze die Mehrzahl der Teilnehmer erwartungsgemäß auf Brassen und bewährte Techniken. Durch die Futterbeschränkung auf 10 Liter Futter und 7 Liter Erde verbunden mit 2,5 Litern Lebendköder wurden einheitliche Bedingungen geschaffen.



Morgens halb 10 in Deutschland!

Im Sektor A hatte der Regionalverband Fuhnetal mit der A1 das glückliche Händchen und schickte Jens Hühne auf diesen Erfolgsplatz. Erfahrungsgemäß ist der Außenplatz immer für ein hohes Fanggewicht gut, dichtgedrängt im „Verfolgerfeld“ auf A 4, A 5 und A 6 die Jungs von Greppin, Nienburg und Magdeburg.

In diesen Dreikampf konnte sich am Ende der Magdeburger Axel Trieloff auf A 6 mit 10.200 Gramm vor Steffen Quinger von den Greppinern mit 9.600 Gramm absetzen. Jens Hühne auf A 1 sicherte sich den 3. Platz mit 6.700 Gramm. 



Silvio Schranz, Team Köthen

Im Sektor B ging der Punkt an Magdeburg. Hier konnte sich Mirko Schmitz klar vor dem Nienburger Sebastian Wartmann durchsetzen und sich so den Sektorengewinn sichern.
Sektor C war sicher der Bereich mit dem geringsten Fanggewicht aber nicht minder spannend. Hier reichten Andre Witt von Mosella Greppin 4000 Gramm zum Sektorensieg vor dem Routinier Bernd Liehr vom Stadtverein Halle mit 3.430 Gramm.

Im Sektor D machte der Nationaltrainer Peter König für die Zuschauer eine Lehrvorführung im Umgang mit der Kopfrute und sicherte sich mit 8.7000 Gramm überlegen den Sieg im Sektor. Sein Kollege Stefan Posselt hatte es sicher nicht einfach auf Platz E 2, denn wie auch im A Block auf den kleinen Nummern gelten die Plätze 13, 12 und 11 als die Top-Plätze im E Sektor.

Aber fast einzigster gelang ihm der Fang von 2 Brassen mit der Matchrute und damit auf diesem vermeintlich schlechten Platz ein hervorragender 2. Platz.



Jens Hühne, Fuhnetal und Steffen Pfeiffer, Weißenfels


Das Fazit des Ersten Tages war die Erkenntnis, dass die bereits im Vorfeld hoch gehandelten Teams auch weit vorn lagen. Entgegen der Trainingserfahrung spielten Bolo- und Matchrute eine eher untergeordnete Rolle, der Schlüssel zum Erfolg bei allen 3 Teams lag eindeutig in der sehr sauberen Angeltechnik und dem Variantenreichtum bei der Köderpräsentation.
Der regelmäßige Einsatz des Polcups, die punktgenaue Fütterung verbunden mit teilweise sehr leichten Montagen um die 1 Gramm brachten deutliche Vorteile gegenüber den klassischen Brassenanglern.
Mit der Mannschaftsplatzziffer 9 lag das Team von Mosella Greppin seht gut im Rennen, allerdings dicht gefolgt von Magdeburg (17) und den Nienburgern (19). Schon etwas abgeschlagenen vor den Jungs von Fuhnetal (32).



Kreative Drilltechnik

Relativ erstaunlich war auch die Erkenntnis, dass auch die vermeintlich fast unschlagbaren Außenplätze durchaus kein Garant waren für Topfänge.
 
Der Sonntag versprach noch mehr Sonne und erfahrungsgemäß noch mehr Fische.

Das Losen ging aufgrund des neuen Systems schnell und brachte für die Teams so manche Überraschung. Während sich im E-Sektor auf den Außenplätzen 13 und 12 Magdeburg und Nienburg tummelten, schien der Greppiner Andre Witt scheinbar auf verlorenen Posten auf E 1 zu sitzen.
Aber nur scheinbar. Ein 3. Platz im Sektor für Andre unterstrich am Ende die Tatsache, dass auch scheinbar aussichtlose Plätze noch gut lösbar waren.

Allerdings bekamen die Magdeburger im Sektor A mit der 13 für „Tommi“auch einen schlechten Platz.

Im Sektor C und D saßen fast im Pulk 2 Greppiner und 2 Nienburger zusammen, was dafür sorgte, dass die 3 Angelstunden mehr mit Rumalbern als mit Angeln verbracht wurden.

Nach dem Wiegen im Sektor E und D stand zweimal der Sektorensieg für Magdeburg fest.
Aber die Greppiner ließen nichts anbrennen und belegten in diesen beiden Blöcken Platz 3 und 2.
Im Sektor C konnte sich der Greppiner Steffen Quinger vor Jens Marek aus Nienburg Platz 1 sichern.



Steffen Quinger

Peter König konnte zwar in Block B nach einen etwas misslungenen Start gut auf Peter Lahne aus Schönebeck aufschließen, ihn aber nicht mehr überholen. Sektorsieg in B für Schönebeck mit Peter Lahne, Platz 2 für Greppin



Peter Lahne, Team Schönebeck

Im Sektor A machte Stefan Posselt mit 24 Kilo auf A 10 alles klar, 10 Kilo Vorsprung zu Platz 2 sagt alles!!  

Neben dem anglerischen Ergebnis war sicher eine der wichtigsten Erkenntnisse des Wochenendes, dass die Hegeangler, zumindest in Sachsen-Anhalt, viel näher zusammengerückt sind. Auch wenn nicht alle Teams verständlicherweise im Vorfeld oder während des Fischens alles offen legten, herrscht eine unglaubliche Hilfsbereitschaft und Kameradschaft. Als z.B. einem Nienburger am 2. Tag nach den ersten 10 Minuten das Polcupkit zerbrach, wurde ihm sofort durch einen Greppiner Angler mit einem Ersatzkit geholfen! So soll es sein.  

Übrigens wurde die Ehrung der besten Damen, Jugendlichen und Männer durch den Präsidenten des Landesverbandes, Peter Weineck eigenhändig durchgeführt! 

Um hier nicht nur die Männer in den Vordergrund zu stellen, noch einige Worte zu den Damen und Jugendlichen.
Überragend lösten die Jugendlichen vom Stadtverein Magdeburg an diesem Wochenende ihre Aufgabe. Nach 2 Durchgängen Platzziffer 7 ist Klasse. Logischerweise kommt auch der Beste Einzelangler aus Magdeburg, „Hannes“ Böhm siegte souverän. Glückwunsch!
Schön zu sehen, das wir „Hegefischer“ irgendwann mal nicht an Überalterung aussterben werden. Nachwuchs ist da. Ein kleiner Tipp an Händler und Firmen, nicht nur die „alten Hasen“ zu unterstützen.

Bei den Damen konnten die Fuhnetaler ihre Ausnahmestellung weiter festigen und mit einer unschlagbaren Platzziffer 6!!! alles klar machen. Besser geht nicht! 


Die Ergebnisse im Einzelnen:

Mannschaft Männer:

1.    Mosella Greppin  PZ 18
2.    Stadtverein Magdeburg PZ 32
3.    Team Tubertini FTM Nienburg PZ 43



Herren Mosella Greppin



Herren Stadtverein Magdeburg



Herren FTM Nienburg

Einzel Männer:

1.    Axel Trieloff PZ 2
2.    Stefan Posselt PZ 3
3.    Steffen Quinger PZ 3



Herren Einzel

Mannschaft Damen:

1.    Regionalverband Fuhnetahl PZ 6
2.    KAV Schönebeck PZ 12
3.    Bördekreis PZ 21



Damen RV Fuhnetal

Damen Einzel:

1.    Gisela Wenzel PZ 2
2.    Christiane Schmidt PZ 2
3.    Astrid Schulze PZ 2

Mannschaft Jugend:

1.    Stadtverein Magdeburg PZ 7
2.    KAV Schönebeck PZ 19
3.    Ohrekreis    PZ 21



Jugend Stadtverein Magdeburg

Einzel Jugend:

1.    Johannes Böhm PZ 2
2.    Robert Grabowski PZ 2
3.    Florian Fiebig PZ 3






Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren