Sichtungsfischen des Champion Teams 2007

  • von ct Redaktion
  • 04. Mai 2007 um 08:35
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Internes Sichtungsangeln des champions-teams 2007

Erstmalig fand dieses Jahr das Sichtungsangeln komplett mit allen Teilnehmern statt. Durch die Absage (wegen Hochwassers) des im letzten Herbst geplanten Angelns des B-Teams an der Mosel mit den „Neuen“, wurden alle 25 Teilnehmer nach Henningsdorf nahe Berlin eingeladen, um sich vom 26.-29.4. in 6 Durchgängen den Trainern zu präsentieren. Diese Regelung wird auch in Zukunft weiter praktiziert werden, da es organisatorisch für alle Beteiligten einfacher wird. Gerade für die nach dem Anglertreff neu eingeladenen Teilnehmer ist die Terminverschiebung in das nächste Frühjahr von Vorteil, da diese sich dann in Ruhe auf das Angeln vorbereiten können. Leider mussten mit Andy Maier und Jörg Huhnhäuser zwei Teilnehmer im Vorfeld absagen, so dass insgesamt 23 Angler zum Sichtungsangeln kamen.



Schifffahrt erschwerte das Angeln mit der Rollenrute

Nun aber zu diesem Jahr: Durch das sensationelle Frühlingswetter und die schnelle Wassererwärmung war die Natur deutlich früher dran als sonst. Die Fische waren schon voll im Laichgeschäft, es wurden sowohl „volle“ Fische, die noch nicht gelaicht hatten, gefangen, als auch abgemagerte „Hungerlappen“, die völlig verausgabt nach den ersten Nahrungsbrocken  suchten. Die Strecke veränderte sich fast täglich und waren am Anfang der Woche kaum Rotaugen zu fangen, wurden es zum Ende Tag für Tag mehr Rotaugen, die wieder auf der Strecke auftauchten. Im Vorfeld des Angelns wurde naturgemäß die Strecke regelmäßig besucht und die Fische gewöhnten sich schnell an die Mückenlarve, so dass diese zum Köder Nr. 1 avancierte. Für die Trainer war die Strecke dieses Jahr ein „Zuckerschlecken“, da sie durch die äußeren Bedingungen sehr schwierig wurde, die Bedingungen sich beinahe täglich änderten und dadurch dem taktischen Können der Angler alles abverlangte.



Lutz Schenke in Aktion

Auch dieses Jahr wurde wieder mit einem Lossystem gearbeitet, welches weitestgehende Chancengleichheit herstellt. Dazu wurde die Strecke in 6 Sektoren eingeteilt und jeder Angler erhielt aus jedem Sektor einen Platz.

Das Erfolgsrezept für diese Strecke lässt sich nicht eindeutig benennen, zu unterschiedlich waren die Methoden der erfolgreichen Angler. Im Wesentlichen kam es darauf an, die Brassen zu fangen, die natürlich das beste Gewicht brachten, aber Henric Plass oder Peter Schührer haben von vermeintlich schlechteren Plätzen durch konstante Fänge von Rotaugen oder Kleinfischen auf der kurzen Spur ebenfalls sehr gute Platzierungen erzielt. Wir werden auf einige erfolgreiche Taktiken eingehen:


 
Marco Beck hat seine dominierende Leistung der perfekten Angelei mit der Kopfrute zu verdanken. Er hat wie kein anderer verstanden, den Fischen den richtigen Mix aus Futter, Erde und Ködern zu servieren und diese damit auf den Platz zu holen. Dazu erarbeitete er sich noch den Weg zur perfekten Köderpräsentation, denn diese war extrem wichtig, um die auf dem Platz stehenden Fische auch zu fangen! Die Mückenlarve musste den Brassen teilweise regelrecht ins Maul gelegt werden, wobei die Brassen die Larven teilweise sogar über dem Grund aufnahmen (möglicherweise haben die Heerscharen an Kaulis am Boden zu sehr am Bauch der Brassen gepiekst?). Wie kein anderer hatte Marco den Instinkt, wann und womit nachgefüttert werden musste.

Zwei Posenformen waren bei diesem Angeln bestens geeignet, um den Brassen die Mückenlarven ins Maul zu führen. Marco Beck und Peter Schührer kamen z. B. mit der "Sensas Laetitia", einem eiförmigen Schwimmer sehr gut zurecht, für das anheben des Hakenköders, um diesen immer wieder verführerisch absinken zu lassen, bewährte sich auch die Ernie 2B Kanal- und Stillwasserpose hervorragend. Je nach Strömung, Wind und Sonneneinstrahlung galt es das richtige Posenmodell für die entsprechende Situation zu fischen.



Ernie 2B mit Hohlantenne

Insbesondere auf die Rotaugen konnte am leichten Geschirr (0,4 - 0,6 Gramm Pose, Stahl- oder feine Glasfaserantenne, Kettenbebleiung mit 12er Schroten und ein 24er Haken mit einer großen Mückenlarve) erfolgreich geangelt werden. Allerdings war insbesondere im Vormittagsdurchgang die Pose wegen der sich auf dem Wasser spiegelnden Sonne nur sehr schwer oder auch nicht mehr zu sehen. Nun waren Hohlantennen und sauberes Anbieten für die Brassen gefragt.



Variables Angeln auf 3 Distanzen: Bis auf die letzten Durchgänge, wo die Wurfruten nur noch auf den schlechteren Plätzen ernsthaft zum Einsatz kamen, wurden von fast allen Teilnehmern 3 Distanzen gefüttert, die Kopfrute auf 13 Meter, eine Bolo-Distanz von 22-25 m und die Matchrute auf 30-35 m. Wer das richtige Händchen beim Griff zur nächsten Rute hatte, konnte so auch gute Ergebnisse erzielen. So hat z.B. Stefan Posselt sein Tageshöchstgewicht im 1. Durchgang durch den Fang von Brassen auf allen 3 Distanzen erzielt, Claus Müller konnte im 2. Durchgang vom eher schlechten Platz 15 noch etliche Brassen mit der Matchrute fangen und ein gutes Ergebnis erreichen und Thomas Pruchnowski hat im 6. Durchgang seine „Bonus“-Fische alle mit der Matchrute gefangen. Wer allerdings zuviel auf eine Karte gepokert hatte, wurde gnadenlos bestraft. So hat Claus Müller im 1. Durchgang komplett auf die Matchrute gesetzt und wurde damit bis nach ganz hinten „durchgereicht“.



Claus Müller mit der Matchrute

Eine Option war zudem die kurze Rute. Von den meisten Teilnehmern erst gar nicht aufgebaut, brachte die kurze Bahn von 3 bis 5 Metern besonders im 1. Durchgang einigen Teilnehmern das nötige Gewicht für ein gutes Ergebnis. Durch die Unsicherheit aus den Trainingstagen und die guten Fänge der champions-team Open, wussten die Teilnehmer nicht so recht, was an Fischen zu erwarten war und während viele Teilnehmer auf der Rollen- oder Kopfrutenbahn verharrten, sammelte z. B. Marco Beck mit der 3 Meter Rute Barsche und kleine Rotaugen ein und fing zusammen mit einigen Bonusfischen auf der Kopfrute auch sein 3,5 Kilogramm, während 10 Teilnehmer nicht einmal die 1 Kilogramm-Marke knackten.



Harald Windel mit seinem ersten Brassen in Durchgang 1

Lutz Weißig, der nach Startschwierigkeiten noch einen starken Lauf auf Platz 2 hinlegte, hat trotz „Mücken-Manie“ und seine Abneigung gegen den Pole-Cup weiterhin massiv Caster eingesetzt und alle Bälle geworfen! Von Durchgang zu Durchgang reagierten die Fische (bei ihm) besser auf das Geräusch des Futter-/Erde Gemischs, mit dem er Caster und Mücken fütterte. Als Hakenköder wurde ebenfalls ein Caster-Mücke-Cocktail präsentiert und er konnte ab Durchgang 3 selbst vom schlechten Platz 16 Top-Ergebnisse einfahren.

Auffällig war noch das Nutzen der ersten 20 – 30 Minuten. In dieser Zeit musste man topfit sein, denn auf den meisten Plätzen hatten sich vor jedem Durchgang ein paar Brassen eingestellt, die als „Resteverwerter“ die Köder und das Futter vom letzten Durchgang absaugten. Dabei kam es darauf an, durch technisch sauberes Angeln, die Brassen schnell zu haken und zu landen. Ein verlorener Brassen auf dem Futterplatz bedeutete meistens das sofortige Aus des Brassenfangens und die nächsten Brassen mussten erst mühsam wieder rangefüttert werden. Um die Standbrassen nicht zu verschrecken, empfahl es sich eigentlich anfangs mit dem Pole-Cup zu füttern, doch gerade in den späteren Durchgängen schienen die Brassen auf das Geräusch von eingeworfenem Futter zu reagieren, was insbesondere bei Lutz Weißig hervorragend klappte.



Markus Thönes beim Cuppen

Im 5. Durchgang gab es dann noch ein kurioseres Ausbleiben der Bisse für mehr als eine halbe Stunde bei Claus Müller. Nach zähem Kampf landete er einen Aal der Kilogramm-Marke, der wohl erst alle weiteren Fische vertrieben und dann die Köder eingesammelt hatte.

Taktisch Angeln. Auf guten Plätzen (in diesem Fall kleine Nummern) einstellig angeln und auf vermeintlich schlechten Plätzen zusehen, nicht mehr als 15 Punkte einzufahren. Natürlich startet es sich mit einem Außenplatz am Anfang und einem guten Gewicht besser in die nächsten Durchgänge, doch das Lossystem setzt alle irgendwann in die guten Bereiche und es gilt, nicht die Geduld zu verlieren. So hatte Günter Horler seinen Platz im besten Sektor erst im letzten Durchgang und erst dort konnte er mit dem zweitbesten Tagesergebnis seinen Verbleib im champions-team A sichern.



Günter Horler

Alles in allem ein sehr spannendes Sichtungsangeln, denn zwischen Platz 4 und Platz 12 lagen nach 6 Durchgängen gerade mal 10 Punkte, welches zeigt, dass die deutsche Spitze weiter zusammengerückt ist und manchmal eben wirklich der eine verlorene oder gefangene Fisch letztendlich über Nominierung oder Nicht-Nominierung entschied. Am Ende erwischte es mit Andreas Dalcke und Claus Müller zwei Mitglieder aus dem champions-team A, die sich nun im B Team wieder für höhere Aufgaben empfehlen können. Andreas kam in den ersten 4 Durchgängen einfach nicht auf die Brassen, während Claus nach seinem letzten Platz im ersten Durchgang noch 18 Punkte im letzten Durchgang oben drauf packte und sicherlich am meisten über sein Gesamtergebnis überrascht war.

Bedanken möchten wir uns bei jeweils 5 Stoppern pro Durchgang, die bei tropischen Temperaturen alle 6 Durchgänge mitgefischt haben und somit die Strecke weitaus ausgewogener machten. Mit Hilfe unserer Sponsoren konnten wir einen Großteil der Futter- und Köderkosten für die Stopper übernehmen, wofür wir uns an dieser Stelle auch bei unseren Werbepartnern bedanken möchten.



Carsten Röschel mit einem schönen Brassen aus der Stopperzone

In den nächsten Tagen werden wir noch viele Bilder in die Galerie stellen und mitteilen, wer für welche internationale Veranstaltung nominiert wurde.

Teilgenommen haben:

Marco Beck (19)
Lutz Weißig (38)
Ralf Herdlitschke (45,5)
René Bredereck (54)
Thomas Pruchnowski (57)
Henric Plaß (57)
Peter Schührer (59)
Stefan Posselt (62)
Harald Windel (62)
Andreas Diehl (62)
Günter Horler (62,5)
Claus Müller (64)
Lutz Schenke (71)
Stefan Unger (79)
Markus Thönes (83,5)
Andreas Dalcke (84)
Uwe Henniger (91,5)
Dietmar Heil (93)
Rainer Wenzel (94)
Rüdiger Hansen (99)
Uli Prehn (100)
Sascha Leder (106)
Lutz Haarstrich (113)


Bilder: Frank Mahler und Michael Borchers
Text: Stefan Posselt und Henric Plaß
Montage: Jan Käbler



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