Internationaler Muldepokal am Stausee Pouch 12.- 13. Mai 2007

  • von Steffen Quinger
  • 30. Mai 2007 um 18:29
  • 0


Muldestausee bei Pouch

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aber zurück zum Anfang.

Der DAV e.V. richtet einmal im Jahr einen Internationalen Pokal aus, regelmäßiger Treffpunkt für das komplette Champions-Team und internationale Gäste. Dabei sind besonders die ungarischen Angler hervorzuheben um den Weltmeister Tibor Ambros, die den See bestimmt schon besser kennen als manch Einheimischer.

Während der 90ziger Jahre wurde dieser Pokal noch regelmäßig im Einlauf der Vereinigten Mulde durchgeführt, hier fing auch Klaus Fix aus England 1999 seine legendären 48 Kilo.

Später, mit dem Rückgang der Brassenbestände in der Mulde, wurde der Pokal in den See verlegt, wo dann regelmäßig mit der Matchrute der Pokal ausgefochten wurde.

Doch bereits in den letzten Jahren zeichnete sich ab, dass gerade diese legendären Fänge mit der Matchrute an sehr spezielle Bedingungen gebunden waren.

Stauhöhe des Sees, Wetter und der Stand des Laichgeschäftes der Zielfische waren dabei maßgebend. Während es 2006 noch optimal lief, zeichnete sich schon 2007 durch das sehr zeitige Frühjahr ab, dass es sehr schwer wird.

Da bekanntlich das ungarische Team schon immer frühzeitig an den See anreist, sind auch sie  immer im Vorfeld der Gradmesser für das Beißverhalten der Fische. Nach den ersten Tagen war klar, es wird so schwer wie nie zu vor!!

Nicht nur das Wetter machte mit teilweisen Orkanböhen ein kontrolliertes Angeln fast unmöglich. Es war allen Anglern auch unbegreiflich, wo die sonst im See massenhaft vorkommenden Fische verblieben sind.

Auch die regelmäßig über den See kreisenden ca. 50 Kormorane werden sicher ihren Beitrag zur Dezimierung leisten, aber selbst diese dürften mit 2 kg schweren Aländern oder 4 kg Brassen so ihre Zubereitungsprobleme haben. Oder?

Trotz aller Unkenrufe fanden sich alle 9 Teams am Samstag ein. Das komplette A und B Champions - Team, die deutschen Damen, eine polnische und ungarische Mannschaft, die Landesauswahl aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und 2 örtliche Teams.

Pünktlich 13.00 Uhr wurde das Büffet für die Fische eröffnet, allerdings ohne Gäste!


das Buffet ist eröffnet


In der Regel wird am Muldestausee mit relativen schweren Geschützen geangelt. Matchrutenmontagen mit 12 er Vorfach und Waggler um die 20 Gramm sind auf Grund der sehr großen Fische und der häufig starken Windböen fast Standart. Die zu beangelte Tiefe beträgt zwischen 4 und 5 m. Werden Brassen erwartet und man möchte sehr viel Ruhe hineinbringen, wird gern die Vorbebleiung der schweren Waggler fast völlig entfernt und so mit bis zu 10 Gramm schweren Torpillos unten der Köder relativ ruhig gehalten. Das wird unterstützt durch die großen Schrote, die so auch überdeutlich typische Brassenbisse anzeigen.
Ist dagegen der Aland mehr im Vordergrund, wird die Bebleiung gern leichter gehalten, um so auch Bisse im Absinken zu fördern und den Fisch durch mehr Bewegung zum Anbiss zu provozieren 



Nach 4 Stunden angeln in Regen, Sturm, Regen, Sturm, Regen, Sturm (man hatte irgendwann aufgehört sich an sein Schirm zu klammern)  .......... hatten 2 (in Worten zwei) Angler mit der Matchrute einen Fisch gefangen!!!

Im Sektor A und B konnten 8 Glückliche einige kleine Fische ca. in 5 – 6 m Uferentfernung erbeuten. Ca. 75 % aller Angler, unter ihnen Günter Horler, Ralf Hertlitzschke, Marco Beck, Stefan Posselt fuhren eine Null ein! Block E einen Fisch, Block D null Fische, Block C einen Fisch!!!!!
 


wo sind hier die Fische?

Es war zum verzweifeln.
Das tat zwar der Laune beim abendlichen Büffet keinen Abbruch (noch mal Dank an den Campingplatz Schlaitz) aber einige Angler hatten schon etwas aufgesteckt. 

Am Sonntag dann trotzdem die vage Hoffnung auf Besserung, genug Futter lag ja nun im See, um die Fische auf die Plätze zu locken.
Aber analog Samstag, waren entweder alle Fische in der Kirche oder lagen mit runden Bäuchen auf dem Seegrund.
Einige Angler nutzen die jetzt entstehende sehr entspannte Angelei zur Erledigung lästiger Aufgaben, wie z.B. Grundreinigung der Sitzkiepe und ähnliches, man kann es ihnen am Ende nicht verdenken.


keine Fische - keine Angler



Für die Mehrzahl der Teilnehmer war das Fazit des Wochenendes: 8 Stunden bzw. 480 Minuten ohne einen einzigen erkennbaren Biss!! Das lässt wirklich den härtesten Stippfischer  resignieren.



der hohe Wasserstand zwang zum kreativen Platzaufbau


22 Angler schafften das unglaubliche und fingen tatsächliche einen oder mehrere Fische, 23 Angler gingen leer aus.
Ein Wunder muss auch Tibor Ambus geholfen haben, der am 2. Tag nur innerhalb von 15 Minuten 2 kapitale Aländer mit einem Gewicht von 3.150 kg auf die Matchrute fing und so sich den Gesamtsieg sicherte.


so sehen Siegerfische aus......


 


Platz 2 im Einzel für Rene Bredereck, der fleißig kleine Fische am Ufer fing und Platz 3 für Harald Windel aus Bremen.


Einzelwertung: Tibor Ambrus, Rene Bredereck und Harald Windel


Mannschaftsmäßig machten die Ungarn wieder das Rennen (PZ 37) vor dem Team aus Brandenburg (PZ 46,5) und dem Champions-Team B (47,5)


3. Platz Champions Team B


 


2. Platz Team Brandenburg


 


Seriensieger aus Ungarn


Als Endergebnis wird der Muldepokal wohl in diesem Rahmen und Zeitraum so langsam der Geschichte angehören. Es ist einfach nicht zu verantworten weitgereiste Teams einzuladen und letztendlich ohne Fang wieder abreisen zu lassen.

Erste Überlegungen über Zeit- und Ortswechsel liegen vor, so ist z.B. der Silokanal im Herbst 2008 im Gespräch. Schaun wir mal!

Steffen Quinger

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