Bezirksangeln Hessen Nord 2008

  • von Achim Tomasits
  • 17. September 2008 um 06:29
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Es war wieder mal soweit, das Bezirksangeln für 2009 des LV Hessen / Hessen Nord stand vor der Tür und lockte zahlreiche Teams und Einzelangler an den Main nach Trennfeld. Insgesamt nahmen 8 Mannschaften und 4 Einzelangler an dieser Veranstaltung teil. Sie trafen sich am Sonntag, den 17. August am Vereinsheim des SFV Trennfeld. Ein starkes Teilnehmerfeld machte diesen Event zu einem besonderen Highlight und so trafen sich die nordhessischen Spitzenangler zum Bezirksangeln am Main.

Die Organisation dieses Angelns wurde von Peter Betz und seinen Mannen durchgeführt, wie immer eine spitzenmäßige Leistung. Am Sonntagmorgen musste noch ein Sektor kurzer Hand umgelegt werden, da über Nacht einige Schiffe sich in diesem Sektor niedergelassen hatten und somit ein Angeln dort unmöglich war. Auch diese kurzfristige Änderung konnten die Mannen von Peter ohne Probleme durchführen und so stand dem eigentlichen Angeln nichts mehr im Wege.

Schnell wurden die Sektoren, bzw. die Plätze zugelost und rasch machten sich die Teilnehmer auf den Weg zu ihren Angelplätzen. Die Angelzeit für die beiden Durchgänge wurde auf jeweils 2,5 Std. festgelegt. Die Aufbauzeit von knapp 2 Std. ließ den Anglern genügend Zeit, ihren Angelplatz und ihr Tackle für den 1. Durchgang aufzubauen. Das Futterlimit lag bei 10 Litern nass und zusätzlichen 2 Litern Lebendködern. Die Futtermischungen, welche man bei den Teilnehmern sah, differenzierten sich doch sehr stark. Manche setzten auf dunkle, manche auf helle Futtersorten und die verschiedensten Aromen dufteten entlang der Strecke. Die Zugabe von schwerer Erde war in den Gewässerabschnitten mit stärkerer Strömung sicherlich von Vorteil. Ein Gemisch von schwerer Erde und dem eigentlichen Futter im Verhältnis 3:1 diente z. Bsp. dem Team SFV Hausen/Sensas Jagsttal als Futterteppich auf den im Anschluss das Futter mit einem hohen Anteil an Castern gesetzt wurde. Da man gezielt die Barben beangeln musste, wurde von den meisten Teilnehmern ein Teil ihrer Maden mit Kies versehen und mit Hilfe von Madenkleber zu einem "Barbenschmankerl" verarbeitet.

Eine Woche vor dem Bezirksangeln fand an derselben Strecke der 1. Berkley-Cup statt. Somit konnte man sich auf die Zielfische - Barben, Brassen und Rotaugen - gut vorbereiten. Es hieß also seine Top-Sets auf die gewichtigen Fische einzustellen. Man sah in den Kits Hollows in den Stärken 1,8 - 2,5 mm oder auch Vollgummis in den Stärken 1,2 - 1,6  mm. Die Fluchten einer Barbe von 2 - 3 kg sind schon gigantisch. Der Angler muss enorm Druck auf den Fisch ausüben um nicht soviel Zeit zu verlieren und den Angelplatz nicht unnötig zu zerstören.

Die Montagen, welche von den Anglern verwendet wurden, passten sich den entsprechenden Verhältnissen der einzelnen Sektoren an. Selbst in den Sektoren oberhalb der Schleuse traf man unterschiedliche Strömungsverhältnisse an. Wurden in den oberen Bereichen der beiden Sektoren des Schleusenabschnittes noch mit Posen von 2 - 4 g und Lutscherposen von 6 - 12 g geangelt, kamen die Angler auf den Endplätzen mit Gewichten von 0,8 - 1,5 g aus. Lutscherposen waren hier fehl am Platz. In diesen strömungsarmen Bereichen war es sichtlich schwerer an den Fisch zu kommen, lediglich bei Schleusenbetrieb und aufkommender Strömung gaben sich die Fische ein kurzes Stelldichein. Wer in dieser kurzen Zeit nicht auf die geänderten Verhältnisse reagieren konnte, wurde am Ende des Durchgangs mit einer hohen Platzziffer bestraft.

Der 1. Durchgang:

Pünktlich um 8:55 Uhr ertönte das Signal zur Anfangsfütterung und die Futterbälle flogen auf die gewünschten Distanzen. 5 Minuten später begann dann der erste Durchgang und die meisten Angler begannen zuerst auf der 13m Bahn. Einige Teilnehmer konnten bereits im ersten Trieb eine der gewichtigen Barben an den Haken bringen. Somit war eine gute Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Veranstaltung gegeben. Gerade in den ruhigeren Gewässerabschnitten stellte sich das Schießen von Castern und Hanf als positiv heraus, so konnte man sich schöne Rotaugen an den Platz stellen und diese dann mit einer leichteren Montage beangeln. Wichtig bei dieser Rotaugenangelei war ebenso das kontinuierliche Einbringen kleineren Futterballen, welche sich bereits im Mittelwasser auflösten und eine verführerische Wolke produzierten.


Ein schöner Main-Brassen

Einige Teilnehmer ließen sich jedoch vom sofortigen Barbenfang der Nachbarn zu sehr beeinflussen und angelten statisch mit den Lutscherposen. Diese Technik ging im ersten Durchgang bei nur wenigen Anglern auf, und so kämpften einige zum Ende des ersten Durchgangs um das eine Fischlein für die Mannschaft. Der Einsatz von kurzen Speedruten brachte dann auch nicht den gewünschten Erfolg und so war es für manch Angler ein harter Kampf um den Fisch. Für den Fang der Barben bzw. der Brassen war es wichtig, kontinuierlich kleine Futtermengen mit einigen geklebten Maden den Fischen zu präsentieren, auch dann, wenn Beißpausen eintraten. Liefen die Barben am Angelplatz auf, wollten diese natürlich auch entsprechend Lebendköder vorfinden.


Peter Betz mit akrobatischer Einlage beim Barbenkeschern

Gerade zum Ende des 1. Durchganges stellten sich hier und da doch noch einige der gewichtigen Barben oder Brassen ein und so konnte manch Teilnehmer sich aus seiner prekären Lage heraus angeln. Am Ende des ersten Durchganges konnte das Team SFV Hausen/Sensas Jagsttal mit der Traumplatzziffer 9 den ersten Platz belegen. Eine beruhigende Platzziffer für den zweiten Durchgang.


Lutz Eiser versteht die Rotaugenangelei

Der 2. Durchgang:

Nach dem Umzug der Angler innerhalb ihrer Sektoren wurden bei hochsommerlichen Temperaturen die neuen Angelplätze aufgebaut, eine sehr schweißtreibende Angelegenheit bei dieser Hitze. Pünktlich um 13:25 Uhr ertönte das Signal zur schweren Fütterung und um 13:30 Uhr begann der 2. Durchgang. Dieser 2. Durchgang brachte gegenüber den Angeln in den Vorjahren an diesem Gewässer mehr Fisch, es musste aber trotzdem technisch sauber geangelt werden, um in die vorderen Ränge hinein zu gelangen.


Renato Pizzaleo beim vorsichtigen Einnetzen eines Brassens

Gerade in den Bereichen, welche sich unmittelbar im Schleusenbereich befanden, herrschte fast keine Strömung und so musste man schon tief in die Trickkiste greifen, um an den Fisch zu kommen. Andere Angelplätze hingegen wurden von den Teilnehmern des 1. Durchganges exzellent präpariert und brachten in diesem  Durchgang auch gute Fische.


Das Schießen von Castern und der Erfolg – ein kapitaler Döbel

In diesem 2. Durchgang war es vor allem wichtig, nicht mit der Anfangsfütterung zu übertreiben. 4 Apfelsinen große Futter- oder Futter/Erdeballen waren ausreichend. Es dauerte stellenweise 1 - 1,5 Std., bis sich die Fische dazu entschlossen haben den angebotenen Köder zu registrieren. Erst in diesen kurzen Beißphasen wurde dann spärlich nachgefüttert um die Fische am Platz zu halten. Nach 2,5 Std. war auch dieser Durchgang beendet und die Wiegeteams machten sich an ihre Arbeit.


Manche Teilnehmer setzten auf die Bolo-Rute – der Erfolg hielt sich in Grenzen

Die Teilnehmer trafen sich im Anschluss am Vereinsheim des SFV Trennfeld und stärkten sich nach diesem langen Angeltag. Peter und seine Crew machten sich schnell an die Auswertung und nach kurzer Zeit konnte dann das Ergebnis bekannt gegeben werden.


Die erfolgreichen Teilnehmer

Sämtliche gefangenen Fische wurden in den nahen, vereinseigenen See umgesetzt. Langsam erholt sich der See von dem massiven Kormoraneinfall und man konnte in diesem Jahr erstmals wieder einige Brutfische in den Uferbereichen sichten.

Und wieder einmal konnte durch das große Engagement von Peter, seinen Jungs und dem SFV Trennfeld eine tolle Veranstaltung durchgeführt werden. Herzlichen Dank für das Geleistete!

Zur Auswertung

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