• von CT Redaktion / Bilder Wilhelm Lichtenstein
  • 18. August 2008 um 10:32
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In den folgenden Passagen werden wir das Fischen aus der Sicht von drei unterschiedlichen Teams wiedergeben. Wir haben hierzu Uli Prehn vom überraschend starken Team Browning Schleswig Holstein, Lukas Reichenbach von enttäuschten Niedersachsen und Marco Lourenco vom siegreichen Team Mosella Germany befragt.

Uli Prehn zum Fischen aus Sicht des Browning Teams aus Schleswig Holstein



Das erfolgreiche Team von Browning Schleswig Holstein

1. Wie waren Eure Informationen vor dem Fischen?

Nach unseren Informationen sollte es ein Brassenangeln mit Gewichten um die 3 Kilo werden und wir bekamen Informationen über Trainingsgewichte von bis zu 8 kg. Es war klar, dass bei dem Fischen alle drei Distanzen gefischt werden mussten. Daher bereiteten wir uns auf die Match-, die kurze Rute sowie die Kopfrute vor.

2. Wie verliefen die Trainingsdurchgänge für Euch?

Sprachen unsere Informanten von Gewichten um die 3-8 Kilogramm, so waren wir von den mageren Trainingsergebnissen um die 1 Kg sehr überrascht und verunsichert. Doch unsere Helfer vor Ort versicherten uns, dass die anderen Teams nicht besser fingen. Daher testeten wir in den ersten beiden Tagen nochmals unterschiedliche Geruchsrichtungen, um uns dann ziemlich schnell auf unser Standardfutter von Browning festzulegen: jeweils 1 kg Etang, Canal und All Seasons mit einer Dose Koriander und einer Tüte Bream Blaster. Bei der Erde mischten wir mittelschwere Flusserde mit Terre de Sommes + einen speziellen Wolkenbilder, um durch Wolkenbildung die Fische für unseren Futterplatz zu interessieren. Im Training stellten wir dann auch fest, dass die kurze Bahn leider keine Option sein würde, da man die Ukels nicht konstant hingestellt bekam bzw. die Fische zu klein waren. Daher konzentrierten wir uns auf die 13 m Bahn und die Matchrute. Wobei im Training immer deutlicher wurde, dass die größeren Fische mit der Matchrute zu fangen waren. Dazu fischten wir nochmals speziell zwei Durchgänge am Donnerstag, wobei wir am Vormittag nur die 13 m Bahn, sowie die kurze Bahn fischten, um dann am Nachmittag auf denselben Plätzen mit der Matchrute zu fischen. Dabei wurde nochmals deutlich, dass die eindeutig größeren Fische auf der Matchrute zu fangen waren. Damit sind wir aber beim nächsten Problem: die Wassertiefe auf der normalen Entfernung von ca. 30 m betrug ca. 7 Meter. Es war daher sehr schwierig, dies mit der vorherrschenden Strömung zu kontrollieren. Als wir aber die Gewichte auf der Schnur verdoppelten, bekamen wir dies auch in den Griff. Die Pose stellte sich damit schnell genug in die gewünschte Position und blieb dort auch lange genug, um den Futterplatz abzusuchen. Weiterhin hatten wir festgestellt, dass die Fische auf Geräusch reagierten. Aus diesem Grund warfen wir unser Futter auf die 13 m Bahn bzw. versuchten auch im konstanten Rhythmus Hanf zu schiessen. Sobald es sich abzeichnete, dass die Fische auf den kurzen Bahnen (5m und 13m) nicht mehr zu fangen waren, sollte auf die Matchrute gewechselt werden, allerdings unter weiterem Hanfschiessen auf die kurzen Bahnen (5m und 13m). Als Zusammenfassung kann man sagen, dass wir ca. 1 Std. auf der kurzen Bahn, bzw. hauptsächlich auf der 13 m Bahn angelten, um dann den Rest der Zeit mit der Matchrute zu fischen.


Torsten Beier bei den Vorbereitungen

3. Wie waren dann Eure Eindrücke nach dem ersten Tag?

Wir waren nach dem ersten Durchgang sehr zufrieden. Auch bedingt durch die Platzziffer 1 von unserem Wagglergott Michael Peter lagen wir auf einem tollen dritten Platz. Über diesen Platz, den wir ja auch bis zum Ende verteidigen konnten, hatten wir uns gefreut. Denn uns war klar, dass dies das Maximum für uns war, denn die beiden Teams aus Köllerbach und dem Team Mosella waren einfach zu stark für uns.

4. Was war für Euch bei diesem Fischen wichtig?

Eigentlich passten unsere Trainingseindrücke zu fasst 100%. Die Wechsel der einzelnen Bahnen war wichtig. Genauso wichtig schien uns der Hakenköder. Hier setzen wir auf Maden und Pinkis und nicht auf die typischen Köder, Mücken und Würmer. Mit Mücken und Würmern hatte man keine Chance an den allgegenwärtigen Kaulbarschen vorbei zu fischen. Daher die ungewöhnliche Köderwahl Made und Pinki. Ein weiterer wichtiger Punkt war unser Betreuerstab. Die Browning Teams aus Sachsen und dem Saarland unterstützten uns tatkräftig und waren damit ein wichtiger Baustein unseres Erfolgs. Ein "Danke" an beide Teams.


Rüdiger Hansen mit noch skeptischen Blick

5. Das Team Ovens Browning hat sich in den letzten Jahren in der nationalen Spitze etabliert. Wohin wird der Weg des Teams noch gehen? Was sind Eure Ziele für die nächsten Jahre?

Wir gehen die Taktik der kleinen Schritte und haben jetzt unser, für uns großes Ziel, mit dem dritten Platz erreicht. Da wir im nächsten Jahr nicht dabei sind, haben wir etwas Zeit, das Team noch breiter aufzustellen und dann weiter anzugreifen. Wenn man aber realistisch bleibt, werden Teams wie wir nie Mosella oder ein neu formiertes Sensas Team angreifen können. Da fehlt ganz einfach die Manpower im Hintergrund. Gerade bei den Bankrunnern und der Steuerung des Teams setzt Mosella immer noch die Maßstäbe. Wir waren diesmal nur mit Hilfe des Browning Teams Sachsen, sowie der Hilfe des Browning Teams Saarland in der Lage, genügend Informationen zu sammeln und die Mannschaft dementsprechend zu steuern. Für diese Hilfe möchte ich mich in diesem Zusammenhang noch einmal recht herzlich bedanken und hoffe, dass wir dies auch mal gutmachen können. Als Ziel für die nächsten Jahre wollen wir weiter konstant bei den Anglertreffs mitfischen und versuchen den einen oder anderen in den Kader zu bringen. Und vielleicht gelingt uns eines Tages ja auch mal die große Überraschung :-)


Für das niedersächsische Team des AC Suletal stand uns Lukas Reichenbach, Mitglied des Team Niedersachsen Rede und Antwort.


Lukas Reichenbach vom AC Suletal

1. Wie habt Ihr Euch auf das Fischen vorbereitet, welche Informationen hattet ihr und von wem waren diese Informationen?

Die Informationen, die wir hatten, waren einigermaßen spärlich. Thomas Pruchnowski hat mit einem Kaderkollegen gesprochen und Benni Schröder mit Peter Schührer. Es hieß, dass auf 13 m etwas Futter gesetzt werden sollte, schwere Erde mit Ködern oben drauf und man sollte möglichst lange ohne zu füttern auf dem Platz angeln. Parallel dazu sollte ein Futterplatz für die Matchrute angelegt und dort später geangelt werden. An Fischen sollten kleinere Breesen sowie Rotaugen, Ukeleis und Barsche zu erwarten sein. Die besseren Fische auf der Matchrute.

2. Wie sah Eure Taktik vor dem ersten Durchgang aus (Futter-; Lebendköder; Haken und Futterzusatz; und welche Montagen wolltet Ihr füttern?

Futter war immer mit einem Anteil Erde und nicht zu dunkel (bare auch nicht zu hell). Dazu schwere Erde mit Ködern. Köder waren kleine und große Mücken und Pinkies. Der eine oder andere hat noch ein paar Caster rein getan oder auch einige wenige geschnittene Würmer. Leider hatten wir, weil sich keiner darum gekümmert hat, am zweiten Tag keine großen Mücken mehr zum Füttern. Das hat, glaube ich, auch einige Platzziffern gekostet. Montagen für die Stange waren bei mir zwischen 0,75 und 1,5g. Einige hatten noch schwerere Montagen aufgebaut für die Phasen mit stärkerer Strömung. An der Matchrute haben wir Slidermontagen mit 10g und mehr gefischt, wobei viel Blei auf der Schnur sein musste.

3. Nach dem ersten Durchgang sah es gut aus für das niedersächsische Team, dann der Absturz am zweiten Tag. Was ist schief gelaufen, welche Fehler habt ihr gemacht?

Am ersten Tag hatten wir etwas Losglück. Dirk Glinka hatte einen Endplatz und ich saß unterhalb eines Klärwerkauslaufs. Gerd hatte Pech, er ist ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Dabei hat er sich an der Hand verletzt. Das hatte sicher Auswirkungen auf seine Angelei. Was ist am zweiten Tag schief gelaufen? Alles. Schlecht gelost, schlecht geangelt, keine vernünftigen Köder mehr (große Mücken), Futter falsch zusammen gerührt (zu starke Wolkenbildung), fehlende Motivation Einzelner, keine richtige Taktik fürs das Fischen erstellt, nicht auf Ukeleis geangelt usw. Alles eine logische Folge der fehlenden bzw. viel zu geringen Vorbereitung.

4. Mit Eurem jetzigen Wissen, was würdest Du anders machen, wenn der Anglertreff in einem Monat noch mal stattfinden würde?

Ich würde mich wesentlich besser vorbereiten. Unsere Vorbereitungen für dieses Fischen waren sehr sparsam. Benni Hoffmann hat 2 Wochen vor dem Anglertreff 1 x an der Saar geangelt. Er konnte da noch gut Fisch fangen. Am Freitag vor dem Anglertreff haben vier von uns noch ein paar Stunden geangelt. Letzten Endes hat sich daraus keine wirkliche Mannschaftstaktik entwickelt. Es haben zwar alle etwas ähnliches gemacht (siehe oben) aber außer mir hat sich z. Bsp. keiner darauf vorbereitet, gezielt auf einer kürzeren Bahn zu angeln. Damit konnte man zwar nicht gewinnen, aber meiner Ansicht nach hätte das einige etwas niedrigere Platzziffern gebracht und zum gewinnen sind wir da eh nicht hingefahren. Ein weiterer Punkt ist das für uns fremde Angeln mit den Matchruten in tiefen Gewässern mit sehr viel Blei auf der Schnur. An diesem Punkt möchte ich sagen, dass wir ein Ziel hatten. Dieses Zihl sollte ein einstelliger Platz sein. Da uns aber klar war, dass wir keine Rolle in der Entscheidung spielen würden, war unsere oberste Devise der Spaß an der Veranstaltung, und den haben wir gehabt. Trotzdem waren wir über den katastrophalen letzten Tag natürlich enttäuscht.


Peter Lahne vom AV Greppin

5. Was ist Deine wichtigste Erfahrung des Anglertreffs in Schoden an der Saar?

Dass eine gute Vorbereitung und ein breiter Betreuerstab sehr wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Angeln sind. Dazu haben wir gelernt, dass die Saar an jedem Tag anders „funktioniert“ und man an diesem Gewässer sehr flexibel sein muss. Der wichtigste Punkt, und das war uns vorher bewusst, ist aber die möglichst perfekte Vorbereitung.


Marco Lourenco vom Team Mosella Germany berichtet von den Eindrücken des Teams Mosella Germany

1. Wie vertraut wart ihr mit der Strecke vor den Durchgängen und welche Informationen zur Strecke standen Euch zur Verfügung?


Marco Lourenco vom Team Mosella Germany

Wir kannten die Strecke bereits vom Landesanglertreff bei dem wir ebenfalls mit ähnlicher strategischen Ausrichtung und taktischem Feingefühl angeln mussten. Zu der Strecke bleibt zu sagen:
Der kleine Ort Biebelhausen liegt im Bundesland Rheinland Pfalz in ca. 5 km Entfernung von Saarburg. Es handelt sich um einen Saarabschnitt der ca. 100 m breit und auf der 13m Kopfrute ca. 5 m Tief ist. Auf der Match- bzw. Bolorute hatten wir bei einer Entfernung von ca. 30 Metern eine Gewässertiefe von ca. 7,5 - 8m, was selbstredend für den Einsatz von Slidermontagen bei den Rollenruten sprach. Die Strömungsgeschwindigkeit kann an diesem Gewässerabschnitt mit stehend bis leicht strömend eingestuft werden. Obwohl zum Teil durch das Schleusen (je nachdem wie viele Schiffe an einem Tag fahren), auch eine wesentlich höhere Drift temporär mit einzuplanen war. 
 
Das bedeutet konkret: Auf der 13m Kopfrute haben wir mit ca. 0,6 - 1,5g geangelt. Posenform hierbei: Langgezogener Tropfen- bzw. Posenmodelle in  Zigarettenform; Posenserie: MR7 und MR9 der Fa. Mosella, beide mit Fieberglasantenne und Metallkiel. Diese Posenformen, die überwiegend in Kanälen in
Nordfrankreich eingesetzt werden, überzeugen durch ihre Form und dem Metallkiel, da sie sehr stabil und sensibel bei Wellen und ungünstigen Windverhältnissen sind.

Auf der Matchrute sind Waggler in den Größen von ca. 8 - 16g zum Einsatz gekommen, die speziell zu diesem Event gebaut bzw. bestellt wurden. Zum Teil wurde eine erst kurz vor dem DAV Anglertreff
fertiggestellte neue Wagglerserie von Michael Schlögel (Genius III in blauer Farbe) eingesetzt. Diese hat aufgrund einer speziellen Vorbebleiung hervorragende Flugeigenschaften und gleichzeitig genug
Reserve für den Einsatz von viel Blei auf der Schnur.

Das Blei auf der Schnur der Matchruten diente dazu, für die nötige Stabilität (sauberer Trieb je nach Beißverhalten der Fische) bei leichter Strömung und starkem Wind (zum Teil in Flussrichtung) zu
sorgen. Dem Mosella Team war bereits vor dem Anglertreff bekannt, dass wir gegen Mittag einen immer stärkeren Wind bekommen würden, der entsprechend bei allen Montagen mitberücksichtigt werden musste.

2. Wie habt Ihr Eure Trainingswoche aufgebaut und welche Erkenntnisse habt Ihr in dieser gewonnen?
 
Die Mannschaft war ab Dienstag vollzählig vertreten, um mit dem Training zu beginnen. Zunächst haben alle mit dem gleichen Futter gefischt, um rein technische Hinweise zu bekommen und keine
Abweichungen wegen verschiedener Futtersorten oder ähnlichem zu erhalten. Täglich wurden in den verschiedenen Sektoren zum Teil 2 Trainingsdurchgänge durchgeführt und die Erkenntnisse abends offen diskutiert. Wir haben die positiven Ergebnisse des Vortages natürlich am Folgetag in den nächsten Durchgängen angewandt. Dies waren zum Beispiel: Bebleiungsarten bei der Match- und Kopfrute,
Köderzusammenstellung und Quantität, diverse Vorfachlängen und Hakengrößen, Wagglergrößen und Antennenauswahl (so kamen beispielsweise austauschbare Antennen mit langem Carbonkiel bei den
Wagglern zum Einsatz, um den Druck durch die Oberflächenströmung und den Wind zu reduzieren). So hatten wir beispielsweise beim letzten Trainingstag am Freitag eine Windstärke von 5 - 7, welche uns dazu bewogen hat, nochmals über die Größe der Waggler zu diskutieren, um am Samstag bei eventuellen weiter heftigen Windstärken entsprechend sofort handeln zu können.


Brachten das Team Mosella an den Rande einer Niederlage - die ASG Koellerbach


3. Wie sah Eure Strategie für die Durchgänge in Bezug auf Futter; Futterzusammensetzung; Köder (Haken und Futterzusatz) und den einzusetzenden Montagen aus?
 
Wir haben uns einstimmig aufgrund der Trainingsergebnisse dazu entschlossen, folgende Futterzusammenstellung zu angeln: 2 Teile Brassen Competition Classic und 1 Teil Match Mix Turbo Brassen. Das Futter wurde mit je 1 Pack Favourite Mystery Mix und 1 Pack Favourite Super Vanille geruchlich und geschmacklich abgerundet.
 
Zusätzlich kamen mit Mosella Terra Angellehm leicht (Terre de Somme) und Mosella Terra Angellehm schwarz (Terre de Riviere) weitere Beschwerungsmittel zum Einsatz, um entsprechende Köder ohne Futter ins Wasser zu befördern, bzw. Futter zu strecken um bei schlechtem Beissverhalten der Fische sofort reagieren zu können. Terre de Somme war des weiteren sehr wichtig, um im Gewässer eine Wolkensituation beim Füttern zu erzeugen und somit eine attraktive Lockwirkung auf Brassen
und Güstern zu erzeugen.
 
Futtertaktik:
 
Kopfrute:

Wir haben zu Beginn jeweils 3 apfelsinengroße Ballen Futter, Terre de Somme und Terre de Riviere auf der Kopfrute eingebracht. Bereits bei den Trainingsdurchgängen haben wir festgestellt, dass die ersten 15 Minuten häufig Standfische gebracht haben, die vor allem auf Geräusche beim Einwurf des Futters reagiert haben. Deswegen haben wir bewußt auf das Cuppen verzichtet. Im Futter hatten wir Pinkies, Fouillies und Caster. In den Erden hatten wir Fouillies und wenig Vers de Vase. Die Nachfütterung auf der Kopfrute erfolgte alle 15 Minuten mit jeweils 3 kleinen Bällen (jeweils 1 Ballen Futter, Erde und Terre de Somme).


Starke Konkurrenten - das Team Browning Ovens aus Schleswig-Holstein hier mit Mathias Weigang

Matchrute:

Auf der Matchrute haben wir zu Beginn ca. 15 Ballen (Mandarinengröße) auf die 28 - 30m Bahn geschossen. Die Zusammensetzung hierbei war ein Gemisch aus Futter, Erde und Terre de Somme (je 1/3). Diese Ballen hatten den Vorteil, dass aufgrund der Beimischung von schwerer Erde und Terre de Somme, diese eine leichte Wolke und durch die Konsistenz, ein lautes Geräusch beim Aufprall auf die Wasseroberfläche erzeugt hatte. Dieses "Ploppen" war uns bereits im Training sehr positiv im
Beissverhalten aufgefallen. In den Ballen befanden sich, im Unterschied zum Futter der Kopfrute, außerdem Maden und ein höherer Anteil Vers de Vase. Wir haben nach der Startfütterung alle 5 Minuten ca. 2 Ballen nachgeschleudert. Bei abflauendem Beissverhalten haben wir den Anteil an Vers de Vase sukzessive erhöht, um die Fische erneut zum Fressen zu animieren.
 
Montagen:
 
Auf der Kopfrute haben wir uns auf Montagen von 0,6g bis 1,5g konzentriert. Wobei wir selbstverständlich auch unsere Lutscher aufgebaut hatten, um entsprechend reagieren zu können. Die beste Bebleiung war die 1,5g Montage mit einer Kettenbebleiung (6-7 Punkte). Diese hat den Köder relativ zügig auf den Grund gebracht, aber durch die feinen 11er Schrote trotzdem sensibel die Bisse
angezeigt.
 
Weitere Punkte, die für die Wahl der Kettenbebleiung sprachen:
  
Erstens, die ständigen Wellen auf dem Wasser, die durch den Wind herbeigeführt wurden. Und zweitens
die Unterströmung am Gewässergrund.
Gerade mit dieser Montage war die Köderpräsentation wesentlich stabiler und sensibler möglich als bei einer 2 oder 3 Punktbebleiung.


champions-team Angler Harald Windel beim Befüttern der Matchrutenspur

Bei den Wagglernmontagen haben wir auf reine Slider gesetzt und zum Teil mit 2 oder 3 Punktmontagen geangelt. Wobei hier die Bißanzeigeschrote je nach Beißverhalten, Hakenköder und
Strömungsintensität immer wieder während des Verlaufes angepasst wurden. Es ist ein eklatanter Unterschied ob ich 4 Vers de Vase am Haken mit einem 8er Schrot anbiete, oder mit einem SSG Schrot als Bißanzeiger.

4. Welche Veränderungen zur Anfangstaktik musstet ihr vornehmen und warum seit ihr zum Entschluss gekommen, diese Änderungen vorzunehmen?
 
Wir hatten uns aufgrund des Landesanglertreffs, bei dem wir überwiegend mit dem 8 Gramm Zoomer geangelt hatten, auch beim DAV Treff darauf eingestellt, nach den ersten 15 Minuten von der Kopfrute auf die Matchrute überzugehen. Wir haben uns aber im Gegensatz zum Landesangeln dazu entschlossen, beim DAV Anglertreff die Wagglergrößen zu ändern, um auf die abweichenden Bedingungen hinsichtlich Fließgeschwindigkeit und Wind reagieren zu können. Wir haben von 8 Gramm bis zu 16 Gramm Wagglern alles entsprechend montiert.
 
Der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg unserer Mannschaft war meines Erachtens, die Variabilität in den Wagglern und der Hauptfokus unserer Mannschaft eher die "Großvolumigen Waggler" während der Veranstaltung zu benutzen um

a) im Wind präziser auf den Futterplatz werfen zu können und

b) den Köder mit einem entsprechend dickeren Bißanzeigeblei ruhiger anbieten zu können.

Außerdem konnten wir die Wagglerantennen entsprechend der Größe des Kontaktbleies (wir haben ständig das Gewicht verändert von 2 x 8er Schrote bis hin zu einem SSG Blei), der Oberflächendrift und der Tiefe in der wir den Köder angeboten haben, immer sehr schnell austauschen.


Ein wichtiger Bestandteil des Mosella Erfolges - der Betreuerstab

5. Das Team Mosella war erfolgreich, weil?
 
Der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg unserer Mannschaft war neben der sorgfältigen Mannschafts- und Ködervorbereitung und dem optimalen Coaching unserer Betreuer und Helfer, die Variabilität der Mannschaft sowohl auf der Match- als auch auf der Kopfrute flexibel und sicher angeln zu können. Wir haben alle Hand in Hand gearbeitet und offen alle Tips und Tricks ausgetauscht. Für mich der Schlüssel zum Erfolg in jedem Mannschaftssport. Vor allem bei unserem Hobby, welches von Feinheiten geprägt ist und eine minimale Veränderung in der Bebleiung oder in der Köderführung beispielsweise den Erfolg einer Mannschaft bedeuten kann.
 
6. Die wichtigste Person im Team Mosella ist?
 
Bei uns gibt es mit Sicherheit einige wichtige Personen. Besonders hervorheben möchten wir hierbei:

Zum einen Herrn Uwe Drees, den Kopf unseres Sponsors der Firma Mosella. Dieser hat uns bei diesem und vergangenen Events immer mit qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten sehr stark
unterstützt. Vielen Dank hierfür!!!
 
Des Weiteren möchte ich unseren Teamkoordinatoren, Herrn Michael Schulien erwähnen, der als Bindeglied zwischen dem Sponsoren Fa. Mosella und dem Team Mosella Germany Werksteam fungiert und bereits vor der Veranstaltung stark organisatorisch unterstützen konnte.
 
Selbstverständlich aber auch einen besonderen Dank an die Mannschaftscoaches Marc Altrovandi und Vincenzo Natale, die als "alte Hasen" in der Matchszene sehr bekannt sind und über Jahre hinweg eine
riesige Reputation bei diversen nationalen und internationalen Matches erlangt haben. Beide waren immer mitverantwortlich für das Gelingen des Teams Mosella bei allen wichtigen WM´s. Sie bestimmen mit den Anglern des Teams die Strategie, Mannschaftsaufstellung, Futtertaktik und Futterzusammenstellung.

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