IAM - Der Bericht vom Event Teil 2

  • von ct Redaktion
  • 11. November 2008 um 20:02
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Zu Beginn des Fischens sah man dann die unterschiedlichsten Angelmethoden. Ob nun die Kopfstange auf 13m, die long-long (9x9 oder 10x10) oder die Bolorute, alle Rutentypen waren im Einsatz, und alle Ruten fanden wie erwartet ihre Fische.


Alle Angelarten fingen anfangs ihre Fische

In den Sektoren Grebenstein und Angelshop Deutschland wurden meist kleine Rotaugen gefangen. Die größeren Fische waren um die 200 Gramm groß. Das Gros der Fische wog aber um die 60-80 Gramm. Nach ca. 30 Minuten nahm die Fangfrequenz dann deutlich ab und man musste anfangen, sich die Fische zu erarbeiten.


Eines der besseren Rotaugen aus den ersten Minuten

Am Silokanal heißt es, bei jeder Drift einen Futterball mit Castern zu setzen. Trotz des permanenten Nachfütterns wurden die Fische jedoch immer kleiner, so daß viele Teilnehmer zur Bolorute griffen. Hier galt es dann eine Bahn zu befischen die

a. möglichst nicht von den Nachbarn befischt/befüttert wurde
b. sich kontrolliert beangeln ließ
c. sauber befüttert werden konnte

Champions-Team Angler Thomas Pruchnowski beim Befüttern der Bolospur

Und wie so oft am Silokanal brachte das Fischen mit der Bolorute die größeren Fische. Relativ schnell sah man an Bolomontagen von 10 bis 18 Gramm größere Rotaugen und kleinere Brassen Richtung Unterfangkescher gleiten. Dies erkannten fast alle Teilnehmer und machten die Bolorute zur Hauptangelart in den Sektoren Grebenstein und Angelshop Deutschland.

Im Browning Sektor gab es auf den eher schlechten Plätzen C4 und C5 ein interessantes Fischen zwischen Jean Desque vom Team Frankreich und Wolfgang Lorenz vom Team Mosella. Auf der einen Seite Wolfgang Lorenz, ein national etablierter Angler, welcher den Silokanal gut kennt und auf der anderen Seite Jean Desque aus Frankreich. Jean Desque ist eine „der Größen“ im internationalen Angelsport. Gleich zu Beginn des Fischens konnte man bei Jean Desque eine Besonderheit beobachten, welche man in Deutschland sonst eher selten sieht. Jean stand bei der Anfangsfütterung neben der Sitzkiepe und hatte seinen Eimer mit den vorgeformten Futterbällen auf die Kiepe gestellt.


Jean Desque bei der Anfangsfütterung neben der Sitzkiepe

Auf die Frage hin, warum er nicht wie die meisten deutschen Angler beim Füttern auf dem Fußpodest der Kiepe steht, entgegnete Jean Desque, daß man neben der Sitzkiepe sauberer werfen kann und von keinen Anbauteilen in der Wurfbewegung behindert wird. Das Fischen selber begann Jean, wie es ein Franzose wahrscheinlich gar nicht anders kann, mit einer Mücke am Haken. Gespannt konnte man sein, wie die Fangresultate bei Jean Desque aussehen würden. Fast zeitgleich mit seinen Mitstreitern konnte Jean dann ein Rotauge fangen, aber es war kleiner als bei seinen Nachbarn! Zufall?


Wolfgang Lorenz bei der Anfangsfütterung von der Sitzkiepe

Die nächsten Minuten verdichteten das Bild weiter, denn Jeans Rotaugen waren kleiner als die seiner Konkurrenten. Er fing zwar Fische und vielleicht sogar etwas mehr als seine Nachbarn, aber die Fische waren einfach zu klein. Da Jean natürlich ein routinierter Angler ist, wechselte er den Hakenköder und fischte jetzt einige Triebe mit Castern, auch hier mit dem Resultat der kleinen Rotaugen. Bei Wolfgang Lorenz waren die Fische jedoch deutlich größer, wenn auch nicht ganz in der gleichen Stückzahl wie bei Jean Desque. Wolfgang erkannte dann rechtzeitig die Zeichen der Zeit und wechselte auf die Bolorute. Hier konnte er dann wie fast alle anderen Angler auch einige der größeren Rotaugen erbeuten. Jean Desque hatte die Bolorute nicht aufgebaut und musste zusehen wie die anderen Angler im Sektor die größeren Fische fingen. Sicherlich ein Fakt, der ihm im Silokanal im nächsten Jahr nicht passieren wird.


Nach dem Durchgang konnte man gemeinsam Lächeln

Zum Ende des Sektors hin ging es dagegen richtig rund. Hier saßen auf dem Endplatz der Browning Angler Mathias Weigand neben dem starken jungen Holländer Stefan Altena und auf einem nicht ganz so guten Platz unser Europameister Günter Horler.


Jung und sehr gut - Stefan Altena aus den Niederlanden

Mathias und Stefan hatten sofort die Brassen auf ihrem Futterplatz stehen. Für die mittlerweile bei bestem Sonnenschein erschienen Zuschauern war es schön zu sehen, wie die beiden Angler Fisch auf Fisch fingen. Besonders schön war hierbei ein fast 1000 Gramm schweres Rotauge von Mathias Weigand. Aber auch auf dem Platz C 19 fing Günter Horler viel Fisch, jedoch hatte Günter zu Beginn des Fischens keine Brassen auf seinem Futterplatz.


Günter Horler mit Rotauge


Matthias Weigang voll konzentriert


Günter mußte somit über die Stückzahl sein Gewicht sammeln und seinen Futterplatz so aufbauen, daß die Brassen auf seinem Futterplatz einlaufen würden, und dies tat Günter.

Am Ende des Durchgangs hatte sich Günter dann in Schlagweite an Stefan herangeangelt und belegte mit nur 400 Gramm Rückstand auf Stefan einen starken 3. Platz. Gewinnen konnte der Shimano Angler Ralf-Ingo Buchholz vom heimischen Team aus Brandenburg, der seine guten Gewässerkenntnisse perfekt umsetzte.

Im Angelshop Deutschland Sektor setzte sich ein sauber fischender Nico Matschulat durch. Nachdem Nico die erste Stunde fast komplett abgeschenkt hatte, konnte er in den folgenden 3 Stunden mit der Bologeneserute das komplette Feld in seine Schranken verweisen und sich mit 9.675 Gramm vor Uli Lehmann aus Brandenburg mit 8.652 Gramm an die Spitze des Sektors setzen. Platz 3 ging in diesem Sektor mit Lars Lamprecht vom Team Sensas an den nächsten Boloangler. Im Grebensteinsektor sind in den letzten 90 Minuten die Brassen in der Mitte des Sektors eingelaufen. Dies erkannten die beiden Angler Marco von Hoolten und Lutz Schenke und lieferten sich ein spannendes Duell um den Sektorensieg.


Marco von Hoolten - Sieger des Sektors Grebenstein

Lag Lutz Schenke zu Beginn noch vorne, so konnte Marco von Hoolten diesen Rückstand kontinuierlich verringern und sich am Ende vor Lutz setzen, Platz 3 ging an Rene Bredereck vom Champions-Team.

In den Sektoren Sensas und IAM war das Bild komplett anders. Hier war auf fast allen Plätzen jede Menge Fisch zu fangen und dieser war auch deutlich größer, als die Fische in den Sektoren Grebenstein, Angelshop Deutschland und Browning. Gleich zu Beginn des Fischens wurde deutlich, daß die kleinen Platzziffern im Sensas Sektor die besseren Platzziffern waren. Das man aber auch aus der Mitte des Sektors Paroli bieten konnte, zeigten der Italiener Andrea Boni, Andreas Pleuß (Kingdom of Sports), Jan Malecki (Shimano) und Harald Windel (Champions-Team).


Christophe Noualhier beim Fischen mit dem schweren Lutscher

Durch präzises Füttern im entsprechenden Rhythmus haben diese 4 Angler bewiesen, daß man auf fast jedem Platz im Silokanal ein gutes Ergebnis abliefern kann. Während in den Sektoren Grebenstein, Angelshop Deutschland und Browning das Fischen mit der Bolorute dominierte, so war im Sektor Sensas und auch im Sektor IAM die Kopfrute ganz klar Trumpf. Da durch den verringerten Querschnitt des Kanals das Wasser etwas tiefer und schnellfliessender ist, musste hier auf den Hauptfisch Brassen statischer und ruhiger gefischt werden. Aus diesem Grund kamen in diesen beiden Sektoren vor allem Posen vom Typ Lolly oder Cralusso Bubble zum Einsatz.


Ohne sie ging kaum in den Sektoren Sensas und IAM - Lutscherposen

Gefischt wurden dazu relativ kurze Vorfächer von 22cm bis maximal 40cm, dazu wurde eine Einpunkt- oder maximal Zweipunktbebleiung montiert um die vorsichtigen Bisse der Brassen zu erkennen. Oftmals machten sich diese Brassenbisse nur durch ein kurzes Stocken im Trieb der Pose bemerkbar, auf jedes untypische Verhalten der Pose musste ein Anhieb gesetzt werden. Sicherlich ist es schwer zu glauben, daß die Fische derart vorsichtig bissen, wenn man bedenkt, daß man über Minuten bei jedem Einsatz einen Biss bekommen hat. Es scheint aber so zu sein, daß die Brassen den Köder nur kurz einsaugen und sich dann mit der Strömung treiben lassen. Gewonnen wurde der Sektor dann vom Platz D1 vom Maver Angler Axel Heuser vor Ramon Willig auf D4 und einem stark fischenden Harald Windel von D30.

Im abschließenden Sektor IAM war der Fisch noch massiver auf der Strecke eingelaufen. Hier musste man feststellen, daß man sich an diesem Samstag auf den kleinen Nummern des Sektors IAM nicht wehren konnte. Zu massiv zog der Fisch von außen in die Strecke ein. So konnte dann auch Jerome Riffaut vom Platz E30 den Durchgang mit knapp 38.780 Gramm für sich entscheiden.


Jerrome Riffaut "stand" im ersten Durchgang in den Brassen - und er fing sie

Was bei Jerome auffiel, war der geringe Verlust in den Drills. Verloren viele Angler jeden 2. Fisch im Drill waren bei Jerome die Ausstiege wesentlich seltener. Ein Punkt der ihn letztendlich den Sektoren gewinnen ließ und das Team France einen Sektorensieg bescherte. Hinter Jerome ging es sehr eng zu. Um dies zu verdeutlichen, möchten wir Ihnen kurz das Fangergebnis des achtplatzierten im Sektor mitteilen. Dirk Glinka vom Team FTM konnte noch 31.590 Gramm Fisch in 4 Stunden fangen. Wenn man sich jetzt noch vor Augen führt, wie viel Fisch jeder Angler verloren hat, dann kann man erahnen, wie viel Fisch in diesem Sektor vorhanden war. Besonders erwähnen möchten wir den 4. Platz von Diana Ellmer aus dem deutschen Champions-Team der Damen, die ihren Nachbarn Ralf Herdlitschke ziemlich ins Schwitzen brachte. 


Diana Ellmer aus dem Champions-Team Damen machte es den Männern schwer

Diana bot dem neben ihr sitzenden deutschen Spitzenangler Ralf Herdlitschke einen spannenden Kampf und musste sich letztendlich nur knapp geschlagen geben. Eine starke Leistung Diana!

Wie sah das Fazit nach dem 1. Durchgang des IAM aus? Sicherlich aus Sicht der Veranstalter äußerst positiv. Neben sehr guten Fängen und äußerst gut gelaunten Anglern konnte man einige hundert Zuschauer an der Strecke begrüßen. Sicherlich ein Punkt mit dem man nicht so gerechnet hatte. Ein weiterer positiver Fakt ist, das harmonische Miteinader der nationalen und internationalen Angler. Man tauschte sehr zwanglos Informationen aus und sah viele Gesprächsrunden, in denen mit Händen und Füßen der Durchgang rekapituliert wurde. Einen würdigen Abschluss fand der 1. Tag des IAM dann in einem gemeinsamen Bankett im Hotel Axxon. Über 180 Angler und Betreuer nahmen an diesem Bankett teil. Leider waren die Räumlichkeiten in diesem ersten Jahr etwas beengt, so daß es teilweise Probleme gab, an den bei Angeln so beliebten Gerstensaft zu kommen. Für den nächsten IAM wurden jedoch schon Räumlichkeiten organisiert, die um einiges größer sind, so daß dieses Problem nicht mehr akut sein wird.

Das Klassement wurde ganz klar von den einheimischen Teams angeführt. Sicherlich ein Fakt der etwas überraschte, da gerade die Teams aus Frankreich, Holland, Italien und Ungarn als sehr stark eingestuft wurden. Lediglich die Teams aus Polen und Italien waren nach Tag 1 in Schlagweite. Während des Banketts hatten wir die Möglichkeit mit Jean Desque und Jan van Schendel das Abschneiden der Teams zu erörtern.

Der dritte Teil folgt in Kürze

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