Stippermesse 2008 Teil 1

  • von Michael Borchers
  • 14. März 2008 um 20:53
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Am ersten Wochenende im März trafen sich die Deutschlands Friedfischangler zur mittlerweile 7. Stippermesse in Bremen. Im Vorfeld zogen wie jedes Jahr die Organisatoren Susanne Hübner und Heinz Hölbliger die Fäden, um den Besuchern ein hochwertiges Ausstellerfeld zu präsentieren. Dieses Jahr war man besonders gespannt, da es nur ein Wochenende nach der Stippermesse in Bremen die Carp´N Match Messe im hessischen Bürstadt gab und einige Besucher aus dem Süden daher vielleicht eher das Angebot in der Nähe wahrnehmen würden.


Beliebt wie eh und je, die Stippermesse in Bremen

Welche Neuigkeiten konnten die Besucher der Stippermesse 2008 erwarten? Nun, zunächst veränderte sich das Ausstellerfeld. Die Produkte der Firmen Milo und Trabucco und Triana waren dieses Mal nicht auf der Messe vertreten, dafür wollten Firmen wie Mivardi, Daiwa, Middy und auch Garbolino auf sich aufmerksam machen. Die Betonung liegt leider auf „wollten“, denn die beiden letztgenannten Firmen sagten sehr kurzfristig ab. Vor Ort waren dann zwei „Newcomer“ tatsächlich vertreten. Die Firma Mivardi vertreten vom Stipp-Profi stellte sich komplett neu vor und mit der Firma Daiwa war nach einigen Auszeiten auf der Stippermesse ein echter Bigplayer der europäischen Angelszene auf der Stippermesse mal wieder mit dabei. Das Aushängeschild der Matchsparte von Daiwa ist sicherlich der englische Nationalkaderangler Will Raison und genau diesen präsentierte die Firma Daiwa auf der Stippermesse 2008 dem deutschen Fachpublikum. Bereits beim vom „Winde verwehten“ Schaufischen am Samstag hatten die Besucher die Möglichkeit Will Raison mit ihren Fragen zu löchern, der sympathische Brite hatte auf alle Fragen eine Antwort.


Will Raison, Carsten Kramer, Heiner Dettweiler

Am Sonntagmorgen um kurz 9 Uhr war die Besucherreihe, vollkommen untypisch für die Stippermesse in Bremen, sehr kurz. Sollte der Besucherstrom durch die Messe in Bürstadt kleiner geworden sein? Tatsächlich füllte sich die Halle nur sehr langsam... aber dafür kontinuierlich.... Es schien in diesem Jahr so zu sein, dass sich der Besucherstrom von selbst regulierte. War es in den vergangen Jahren so, dass die Besucher bereits zu Begin der Veranstaltung vor Ort waren, so trafen die Besucher in diesem Jahr verteilt über den ganzen Tag auf der Messe ein. Vorteilhaft war es zudem, dass die Eintrittskarten schon vor dem Einlass geordert wurden und sich die Besucher die Zeit bis zur Öffnung der Messe auf der Tribüne vertreiben konnten.


stippforum Moderator Achim Tomasits mit den Statistiken, die nur eine Richtung kennen

Bedingt durch die Absagen von Middy und Garbolino war die Ausstellungsfläche nicht komplett ausgefüllt, doch das Team vom stippforum um Andreas Schwab und Achim Tomasits füllte diesen Raum mit viel Improvisationstalent zur Vorstellung des Forums kurzfristig auf.
Im Zentrum der Ausstellung stand jedoch wieder der einzigartige Kopfrutenstand und um diesen präsentierten sich in einem Rundgang die Hersteller. Gleich Eingang der Messe empfing, wie jedes Jahr Claus Müller mit CM Lockstoffen die Besucher. Claus stellte neben seinen bewährten Produkten zwei Neuerungen vor. Seit diesem Jahr vertreibt Claus eine eigene Dipp Serie, Gewürzmischungen und eine eigene Lockstoffserie in kleineren Verpackungseinheiten. Schnuppern nach den neuen Gerüchen lohnte sich wie immer.


Claus Müller (CM Lockstoffe) bietet nun auch Gewürzmischungen an

Folgte man im Uhrzeigersinn, so gelangte man zum Stand der Firma Shimano. Shimano hat sich innerhalb der letzten Jahre zu einem festen Bestandteil der deutschen Matchszene entwickelt. Auch in diesem Jahr überzeugt der Stand nicht nur mit hochwertigen Produkten der Marke Shimano sondern auch wieder mit einigen erstklassigen Messepreisen. Neben dem fast vollständigen Rollenprogramm gab es natürlich auch viele Ruten aus dem Shimano Programm vor Ort  zu sehen. Die Shimano Antares oder Speedmaster Matchrute legt zusammen mit einer Stradic Rolle keiner so schnell aus der Hand. Neben dem Shimano Stand präsentierte Fox Match seine Produkte. So prägnant, dass man fast über sie stolpern musste, war die neue Sitzkiepe aus dem Hause Fox. Die neue Kiepe mit dem Namen MSB zeichnet sich vor allem durch hochwertige Materialien und modulare Bauweise aus, ebenfalls positiv aufgefallen ist das Beinformat in D25. Für viele Kiepenbesitzer wird das einen Kiepentausch erleichtern, da das alte Zubehör weitere genutzt werden kann.


Carsten Röschl präsentierete die neue Fox MSB Kiepe

Zusätzliche Spielereien für den Detailfetischisten sind die eingebaute Wasserwaagen zum ausrichten der Kiepe am Angelplatz und positiv ist auch zu bewerten, dass es eine „Lösung“ für das Unterbringen der Montagen gibt. Die von Fox vertrieben Aufwickler passen in die seitlichen Schubladen, ein 15cm tiefes Staufach im unteren Segment der Kiepe ermöglicht auch sperriges Gut unterzubringen. Bei Fox wusste wieder einmal das Zubehörprogramm zu überzeugen. Neben einer wasserdichten Hakenbox hat Fox in diesem Jahr den Baitdropper wieder entdeckt. Ein weiteres Highlight auf dem Fox Stand war die neue Rollenserie, welche auf den Namen Stratos hört. Diese ultraleichte, aus einer Magnesiumlegierung, gefertigte Rolle ist ursprünglich für die Karpfenangelei konzipiert worden und setzt sich aber immer mehr bei den Feederanglern durch.

Auf dem FTM Stand wurden die Produkte von Tubertini, Mondial und auch FTM ausgestellt. Einige Futtersorten von Mondial wurden angerührt und die sehr beliebten Tubertinischnüre gab es im Gesamtüberblick.
Andreas Risse stellte am ersten Eckstand zusammen mit seinem Team die Produkte aus dem Haus Rive, Faps und Geers vor. Hier war eine der großen Neuerungen der Messe zu sehen. Als erster Hersteller überhaupt ist Rive vom Beindurchmesser D25 auf ein D36 Format umgeschwenkt. Rive verspricht sich durch diesen verstärkten Beindurchmesser eine erhöhte Stabilität für den Angler und sicherlich auch ein Alleinstellungsmerkmal zu den vielen Konkurrenten im Markt. Man darf gespannt sein, ob der 36mm Durchmesser seine Freunde finden wird.


Andreas Risse stellte das neue D36 Format von Rive vor

Wie in jedem Jahr hatte der belgische Futterspezialist Geers um Udo Friedrich seinen eigenen kleinen Mikrokosmos auf dem Risse Stand. Zusammen mit dem Champions-Team Angler Thomas Pruchnowski wurden dort die neuen Produkte aus dem Hause Geers angelfertig präsentiert. Erstmalig waren neue Futterfarben und Wolkenbilder dabei.


Thomas Pruchnowski und Geers-Urgestein Udo Friedrich

Auf dem nächsten Stand im Messerundgang präsentierte unser Top Shop Angeldepot Remmert zusammen mit der Firma Grebenstein die Colmic Produktpalette. Auf diesem gewohnt großen Stand, konnten große Teile aus den Portfolios der Firmen Colmic und Stonfo betracht und erworben werden. Die Wand mit Stonfo Zubehör ist sicherlich seit Jahren ein Magnet für die Besucher der Stippermesse und auch in diesem Jahr sollte dies nicht anders sein. Obwohl in diesem Jahr Innovationen aus dem Hause Stonfo ausblieben, überzeugten die Produkte viele Besucher und es wurde eifrig eingekauft. Ähnlich ging es mit dem Zubehör und Ruten von Colmic und waren die Besucher im Vorjahr doch insgesamt zurückhaltender, so gingen nicht nur bei Uwe Remmert einige Ruten über den Ladentisch.


Die größte Auswahl an Boloruten gab es bei Colmic

Ganz neu und erstmals zu sehen und zu riechen war die Grebenstein Shock-Hardcore Lockstoffserie an der natürlich eifrig geschnuppert wurde. Zu guter letzt gab es da noch die Sitzkiepenserie aus dem Haus Colmic, die für fast jedes Spektrum die passende Kiepe biete und eine interessante Alternative auf dem Sitzkiepenmarkt darstellt.
Danach folgte der Stand vom Feederspezialisten Michael Zammataro. Auf diesem Stand konnte alles erworben werden, was das Herz des Feederanglers begehrt. Eines der seltenen Schnäppchen auf der Messe waren die angebotenen Feederkörbe, hier konnte man seinen Jahresbedarf kostengünstig decken. Wer Fragen zum Feederangeln hatte, der konnte sich entweder bei den vorgeführten Feeder DVDs fortbilden, oder das Team um Michael Zammataro befragen.
Auf dem nächsten Stand wurden von Fritz Edmonds Produkte aus dem Hause Fly und Teile des Prestonprogramms vorgestellt. Gerade Preston hat sich in letzten Jahren einen guten Ruf im Zubehörmarkt gemacht und auch in diesem Jahr wussten die Feederablage oder auch der ultraleichte, aber trotzdem große und stabile Abroller zu überzeugen.

     
  Ein echter Fan der Stippermesse, Lars Hendrik Reinhard mit den Autogrammen der letzten Jahre

Der zweite große Eckstand gehört Sensas und der französische Ausrüstungs- und Futtergigant war auch in diesem Jahr wieder ein Magnet auf der Messe. Vertreten durch eine Menge Top Angler um Marco Beck, Achim Tomatsis, Harald Seifert zeigte das Team um Thomas Engert, was die Firma Sensas in diesem Jahr zu bieten hat. Halt STOP, bei der Aufzählung der Top Angler fehlt jemand... Auch Wolf Rüdiger Kremkus war wieder auf dem Sensas Stand vertreten und die Wertschätzung, die dieser Angler weltweit immer noch genießt wurde bewusst, als Will Raison mit leuchtenden Kinderaugen erzählte, dass er endlich Wolf Rüdiger Kremkus kennenlernen durfte. Wolf Rüdiger genießt also immer noch einen exzellenten Ruf unter den europäischen Top Anglern. Was war nun aber neu bei Sensas? Auf dem Stand fiel uns hier vor allem eine neue Futterserie auf. Die bestehende 3000er Serie wurde um die Tochter Attraction erweitert. Diese Serie zeichnet sich durch eine besonders hohe Aktivität am Futterplatz aus und folgendes gilt es zu beachten. Die Serie ist für das Stillwasser konzipiert und bedingt durch die große Aktivität nur eingeschränkt für das Fliesswasser geeignet, da die Gefahr besteht, dass die aufsteigenden Partikel die Fische vom Futterplatz wegziehen. Diese besondere Aktivität des Futters wird durch einen erhöhten Zusatz von ölhaltigen Bestandteilen sowie Sämereien erreicht. Es sind insgesamt 4 Futtersorten erhältlich welche unter dem Namen Karpfen, Gardon, Etang und Brassen vertrieben werden.


Sehr aktiv am Grund -  die Neue Attractive Futterserie von Sensas

Eine Komplettrenovierung hat das Rutenprogramm bei Sensas erlebt. Neben der erfolgreichen Matchrutenserie Coruche wurde eine weitere Serie Matchruten installiert. Die neue Serie trägt den Namen Power Match und soll neben der hochpreisigen Corouche den Consumersektor für Matchrutenangler ansprechen. Die Power Match Matchruten gibt es in drei Längen (3,90m, 4,20m und 4,50m) jede dieser Längen ist dann in den Härtegraden Light - Medium und Strong erhältlich. Bei den Boloruten wurde das Model Rhone in den Markt gebracht. Die Rhone liegt preislich ebenfalls im Consumerbereich und hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Rute ist für das Angeln in Strom auf Brassen und Barben ausgerichtet und hat eine dementsprechend kräftige Aktion. Bei den Teleruten wurde ebenfalls ein Modell für die deutschen Gegebenheiten auf den Markt gebracht. Die Serie trägt den Namen Scandinavia und ist in den Längen 5 -11 Meter erhältlich.
Weiter geht’s im Rondell und wir landen beim deutlich vergrößerten Stand von Browning. Die Firma Browning hat traditionell sehr schöne Feederruten im Programm und auch in diesem Jahr ist eine weitere schöne Serie hinzugekommen. Die Syntec Force Feeder wird sicherlich in Deutschland viele Freunde finden, denn neben einem ansprechenden Design verfügt die Rute über ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Auf der Messe war die Rute in den handlichen Längen 3,60m, 3,90m und 4,20m ausgestellt und nur wenigen Meter weiter lag dazu die perfekte Feederrolle. Das Modell Force Feeder Extrem ist eine echte Schönheit unter den Rollen. Neben den feedertypischen großen und flachen Spulen überzeugt die Rolle durch einen samtweichen Lauf und eine exakte Bremseinstellung.


Browning begeisterete auch mit der Force Feeder Extrem Rolle

Zu nennen sind des Weiteren die Kescherstäbe von ECI. Das Modell Carboxy C-Spec Power ist eine Art Mercedes Benz unter der Kescherstäben, denn neben durchdachten Materialverstärkungen in den einzelnen Teilen besticht dieser Kescherstab durch ein hervorragendes Handling. Diese Attribute haben allerdings ihren Preis, so dass dieser Kescherstab als Liebhaberstück einzuordnen ist. In einer anderen Preisklasse liegt der Kescherstab Power Slim400, der sich auch in der Maximallänge von 4m noch angenehm handeln lässt. Viel Interesse hat auch die neue von Mathias Weigang präsentierte King Futterserie aus dem Haus Browning gefunden.


Mathias Weigang präsentierte die neue King Futterserie von Browning

Neben dem Browning Stand reihte sich Mosella in die Riege der Aussteller ein. Wie schon seit Jahren präsentiert Mosella zusammen mit seinem Aushängeschild Michael Schlögl seine Produkte. Besonders ins Auge fiel dabei die neue Sitzkiepe aus dem Haus Mosella, die X500.... An dieser Sitzkiepe kann man sehen, das Mosella die Qualität der eigenen Sitzkiepe von Modell zu Modell steigert. Auf der Messe war eine voll ausgestattete Kiepe ausgestellt und Mosella biete mittlerweile ein komplettes Produkt an. Es fehlt an nichts, neben einen neuen Feederarm gibt es eine Front Bar sowie ein Transportsystem und diverse Anbauteile für die verschiedene Angelmethoden. Komplett überarbeitet wurde das Taschenprogramm von Mosella. Zwei hochwertige Serien wurden den Besuchern vorgestellt und beide wussten zu überzeugen. Zu einem ist dort die MIP Serie zu nennen, die ideal für den Einsteiger ist und die Prestige Serie, die sich an die alte Favourite Serie anlehnt und qualitativ entsprechend noch hochwertiger als die MIP Serie ist. Die alte Favourite Serie ist ein Klassiker und die neue Prestige Serie könnte nahtlos an diesen Erfolg anknüpfen.


Michael Schlögl hatte wieder viel zu tun

Michael Schlögl präsentierte sein innovatives Programm auch wenn es immer schwieriger wird, jedes Jahr mit neuen Produkten aufzuwarten. Letztes Jahr noch belächelt, fand der Feedersitz mit Rückenlehne viele Interessenten. Ein Interesse, das sicher nicht viele vorausgesagt hätten und Michael bewies wieder mal sein Näschen für die Bedürfnisse der Angler.


Heinrich Dettweiler am Daiwa Stand

Die nächste Ecke wurde durch den Daiwa Stand ausgefüllt.  Auf diesen Stand richteten sich viele Augen und sie wurden nicht enttäuscht. Auf dem Daiwa Stand wurden die aktuellen Ruten und Rollenserien zur Schau gestellt. Traditionell schön für ein britisches Unternehmen sind die Matchruten aus dem Daiwa Programm. Besonders guten Anklang fand hier das Model „Match Winner“. Diese von Will Raison konzipierte Rute gibt es in mehreren Version zu erwerben. Sowohl eine Rute für das leichte Wagglerfischen als auch ein Model für das schwere Fischen mit dem Slider sind erhältlich. Interessant für den europäischen Markt dürfte auch die Long Range Feeder aus dem Hause Daiwa sein. Diese Rute ist für den Kontinent konzipiert worden und länger als die typisch britischen Feederruten für die Commercials. Im Bereich der Matchrollen wusste die Tournament Airity zu gefallen.

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