Mit dem Team Niedersachsen am Havelkanal

  • von Frank Mahler
  • 07. Mai 2008 um 11:11
  • 0
Am 19. und 20.04.08 fand das Sichtungsfischen des Team Niedersachsen am Havelkanal in Alt Brieselang statt.
Das Team Niedersachsen besteht aus den 16 besten Anglern des niedersächsischen DAV Landesverbandes.


Der Havelkanal in Alt Brieselang

Das Sichtungsfischen des Team Niedersachsen gilt als Vorbereitung für den Einzelanglertreff des DAV.
Pro Saison werden jeweils 2 Durchgänge an 2 verschiedenen Gewässern gefischt, um ein möglichst breites Spektrum abzudecken. Die Durchgänge 1 und 2 fanden im Herbst 2007 am Gnevesdorfer Vorfluter in Abbendorf statt, wo eine „30 Gramm Strömung“ herrschte. Nun wurde für die letzten beiden Durchgänge ein völlig anderes Gewässer von der Teamleitung ausgewählt, der Havelkanal bei Alt Brieselang.
Am Havelkanal fand bereits der Anglertreff für Vereine 2007 statt, also eine gute Wahl für ein Sichtungsfischen, da der Kanal als recht fair aber auch schwierig zu befischen gilt.


Benjamin Hoffmann und im Hintergrund Frank Mahler

Der Havelkanal bei Alt Brieselang hat eine Breite von etwa 40 Metern und eine Tiefe von circa 3,00 Metern. Das Ufer ist mit Steinpackungen befestigt und die Strömung eher gering. Nur bei Schleusentätigkeit wird sie etwas schneller, aber trotzdem kann mit sehr leichten Posengewichten weitergefischt werden. Das Wasser ist recht klar und im Uferbereich konnte man noch in etwa 3m Entfernung den Grund sehen.


Sven Bäse mit Oliver Bürger

Hauptfisch am Havelkanal ist eindeutig das Rotauge bis zu einem Gewicht von etwa 200 Gramm, wobei das Durchschnittsgewicht bei etwa 30 bis 40 Gramm liegt. Brassen von etwa 200 Gramm kommen auch vor, sind aber schon als Bonusfische anzusehen.

Mittwoch waren bereits die ersten Teammitglieder zum Training angereist und fischten auf der zu beangelnden Strecke. Mittwoch wurden recht viele von den o.g. Bonusbrassen gefangen wobei dieses sicher noch an den recht wenigen Anglern an der Strecke lag. Donnerstag und Freitag war es mit nur 6 Grad und Wind sehr kalt, dazu kam auch noch Regen. Die Fangergebnisse wurden deutlich schlechter und die Bonusbrassen wurden weniger, so dass der Hauptfisch, das Rotauge, wieder deutlich in den Vordergrund rückte.


Stark gefischt und am Ènde zweiter: Jan Seipel

Bereits während der 3 Trainingstage wurde klar, dass in der Mitte der Strecke um die 1,5 kg Fanggewicht für eine gute Platzierung genügen müssten.

Am 19.04. fand dann das erste Fischen statt. Das Wetter hatte sich Gott sei Dank etwas beruhigt, es war zwar immer noch recht kalt aber zumindest trocken.
Wie erwartet, wurde es in der Mitte der Strecke schwierig und Fanggewichte um 1,5 kg bedeuteten eine gute Platzierung. Hauptfische waren Rotaugen um die 20 Gramm.


Jens Nietfeld mit einem der Hauptfische

Fing man einen oder 2 Bonusfische von etwa 200 Gramm bedeutete dieses sogleich eine Platzierung im ersten Drittel des Feldes.
Der erste Durchgang wurde von Frank Mahler auf dem Endplatz  Nr. 16 mit 3010 Gramm gewonnen. Zweiter wurde von Platz 3 Torsten Renner gefolgt von Dirk Glinka, der auf Platz 12 saß.


Carsten Röschl setzte auch auf die Matchrute

Am 20.04. fand dann das 2. Sichtungsfischen endlich auch bei Frühlingswetter und Sonnenschein statt. Der 2. Durchgang wurde klar von Dieter Oelstrom mit 2870 Gramm gewonnen. Dieter fischte auf der gegenüberliegenden Seite direkt an einem Busch und fing dort regelmäßig überdurchschnittlich große Rotaugen mit der Matchrute.
Platz 2 belegte Dennis Schilling vom Endplatz Nr. 16 mit 2290 Gramm. Dritter wurde Lukas Reichenbach mit 1470gr von Platz 4.


Lukas Reichenbach schaffte es diesmal nicht unter die ersten fünf

Dadurch ergab sich nach 4 Durchgängen folgendes Endergebnis:

1 . Dirk Glinka                    20 Punkte
2.  Jan Seipel                     23 Punkte
3.  Torsten Renner             24 Punkte
4 . Oliver Bürger                25,5 Punkte
5.  Benjamin Hoffmann       28 Punkte

6.  Carsten Röschl              30 Punkte
7.  Lukas Reichenbach        33 Punkte
8 . Benjamin Schröder         36,5 Punkte
9.  Jens Nietfeld                   37 Punkte
10. Dieter Oelstrom             37 Punkte
11. Dennis Schilling             39 Punkte

12. Frank Mahler                 39 Punkte
13. Sven Bäse                     40 Punkte
14. Stefan Merker                40 Punkte
15. Wilfried Wittger              43 Punkte
16. Michael Schlichtmann      49 Punkte

Platz eins bis fünf erhalten eine Einladung zum Anglertreff für Einzelangler 2008, die Plätze 12 bis 16 verlassen das Team Niedersachsen und könnne sich beim Anglertreff Niedersachsen wieder empfehlen.


Das Team Niedersachsen 2007/2008


Zum Abschluss noch ein Bericht vom Gewinner des Team Niedersachsen Dirk Glinka. Dirk erklärt uns seine Taktik, Technik, Futter und Gerät.

"Ich habe mir die Erfahrungen von vor zwei Jahren, als wir unsere LV Niedersachsen der Vereine am gleichen Gewässer durchgeführt haben, nochmals vor Augen geführt. Was nicht heißt, dass ich den Havelkanal gut kenne. Vielmehr habe ich probiert, diese Erfahrungen am Wasser umzusetzen bzw. einzusetzen. So leicht wie möglich, aber auch so schwer wie nötig angeln. Daher habe ich mich dafür entschieden, die Tragfähigkeit der Posen auf der Kopfrute zwischen 0,5g und 1g zu wählen. Bei mir kommt bei solch einer feinen Angelei generell die Pro 10 zum Einsatz, verfügt sie doch über eine
sensible Bissanzeige. An den Bebleiungen meiner Montagen gab es nichts ungewöhnliches.  Sie reichten von einer Punktbebleiung bis hin zur natürlich abfallenden englischen Art.
Da man die Matchrute hier nicht außer acht lassen sollte, habe ich mir eine Slidermontage (10g vorbebleit), wie sie jeder kennt und einen Kristallwaggler (3xSwan englisch ) an die Matchruten geknüpft. Wobei die Matchrute bei mir persönlich während der beiden Durchgänge keine Rolle spielte.
Eine 3,5m Speedrute mit 0,3g habe ich mir ebenfalls noch an die Seite gelegt. Konnte ich doch beim Training eine Woche zuvor, größere Rotaugen auf der kurzen Bahn fangen, sollte dies bei den beiden offiziellen Durchgängen aber ebenfalls keine Rolle spielen. 20-25cm lange 0,6er, 0,7er und 0,8er Fluorine Vorfächer mit 20iger und 22iger Haken der Serie 2 und T129 sollten für diese Angelei genau das Richtige sein.

Mein Futter hat sich wie folgt zusammengesetzt.

1 Beutel Kanaal Voorn   (Mondial)     
1 Beutel Etang Brun   (Mondial)       
1 Beutel Special Fond schwarz  (Mondial)  
darauf ca. 100g Karabrasem und 100g Rotauge (Mondial)

Nach dem Anfeuchten des Futters habe ich dann noch ca. 1,5 Liter gesiebte SUPERMIX Mondial schwere Flusserde dazu gegeben. Ich persönlich habe auf eine Mischung aus Maulwurfserde, leichter Erde und schwerer Erde im Futter verzichtet. Ich dachte mir, je unkomplizierter und einfacher, umso besser. Jeder wie er es mag, ist halt Ansichtssache.

Nach dem Trainingstag am Wochenende zuvor, reagierte der Fisch zwar gut auf das Einbringen des Futters aus der Hand, verteilte sich aber zunehmend immer mehr um den Futterplatz herum. Die Bisse kamen auch immer weiter vom eigentlichen Futterplatz entfernt. Nach diesen Eindrücken und denen vom Trainingsfreitag meiner Teamkollegen, wo es wohl eher mager aussah, entschied ich mich dafür, die gesamte Fütterung nur über den Pole-Cup zu schieben. Da die Menge des Futters für dieses Gewässer im Rahmen lag, wollte ich lieber in Ruhe und so genau wie möglich füttern. Meine Anfangsfütterung bestand aus 6 kleinen Futterballen mit Castern und Pinkies. Darauf noch 4 kleine Ballen schwere Flusserde mit kleinen Mücken. Auf der Matchrutenspur schoss ich 6 Ballen Futter mit Caster und kleinen Mücken. Auf die kurze Bahn legte ich ein paar Pinkies und Caster ab.

Der Fisch biss anfangs recht zögerlich auf der 13m Bahn, wurde aber durch das Nachfüttern von kleinen Bällen geklebter Pinkies und Erde/Mücken immer aktiver. Direkt nach dem Nachfüttern, wechselt ich für einige Minuten die Angelmethode, ließ den nachgefütterten Platz kurz in Ruhe und fischte mit der Matchrute oder auf der kurzen Bahn weiter. Rotaugen dominierten meinen Platz, daher Fischte ich ca. 85% der Zeit mit Pinkies.
Die Kombination Mücke/Pinkie oder nur Mücke am Haken, brachte mir zwar hin und wieder einen kleinen Brassen, dies konnte ich aber durch den regelmäßigen  Fang kleinerer Rotaugen kompensieren. Dies erschien mir auch die bessere Alternative und daher setzte ich weiter auf den Fang kleiner Rotaugen.

Hört man die Stimmen der Stipper-Szene, wird das Beißverhalten am zweiten Tag an diesem Kanal eher schlechter als besser, daher sollte meine Anfangsfütterung und Futtertaktik für den zweiten Tag  die gleiche sein, wie die am ersten Tag.
War ich doch der einzige Teilnehmer im Feld, der von Anfang an mit dem Pole-Cup fütterte. Ich kam heute aber schlechter an den Fisch, bekam diesen nicht richtig zum stehen. Anfangs hatte ich auch größere Probleme trotz geklebter Pinkies in den  Futterballen (irgendwo mal gelesen oder gehört), mir die Ukeleis vom Angelplatz zu halten. Über zwei Stunden sollte es dauern, bis sich die Fische halbwegs bei mir einstellten. Ich konnte zum Glück den Futterplatz nochmals neu aufbauen, als ein Schiff unsere Angelstrecke durchfuhr.
Die Rotaugen reagierten danach gut auf das Pudern von Mondial/Anijsbrasem und dem Zusatz eines Wolkenbilders im Futter und ich konnte ca. 50% der Fische in den letzten 45 Minuten fangen.
Die Rotaugen bissen am zweiten Tag auch besser auf die Mücke als auf den Pinkie, dieses erkannte ich leider nicht.
Im Gegensatz zum ersten Tag, wo ich einen Teil der Fische kurz über Grund, bündig oder kurz aufliegend fangen konnte, habe ich am zweiten Tag meine ganzen Fische Vorfach aufliegend gefangen. Ich glaube hier am Havelkanal ist es wichtig, passiv zu füttern aber aktiv zu angeln, wenn ich das so sagen darf.
Genaues Füttern scheint sehr wichtig und auch gut zu sein. Den Fisch immer wieder durch aktive Köderpräsentation und Führung zum Anbiss zu verleiten.

Mit dem 3. und 7. Platz an diesen beiden Tagen und der Platzziffer 10 von den ersten beiden Durchgängen am Gnevsdorfer Vorfluter und der dadurch resultierende Platzziffer 1 nach den vier Durchgängen und die damit verbundene Einladung zum DAV Angeltreff für Einzelangler, haben mich als Neuankömmling im Team Niedersachsen natürlich zu frieden gemacht. Man darf aber nicht außer acht lassen, dass ein gewisses Losglück und ein guter Angelplatz auch dazu gehören. Das erste Jahr im Team Niedersachsen hat mir persönlich sehr gut gefallen. Hat man hier doch nicht nur die Möglichkeit mit guten Anglern zu angeln, sondern auch eine Menge Spaß mit duften Typen am Wasser zu erleben. Locker sein und Spaß haben, die Fische kommen schon irgendwann! Leid tut es mir für die Jungs, die leider dieses Jahr ausgeschieden sind. Es wird schon wieder klappen!
Ein Dank auch an die Teamleitung für ihre Bemühungen uns ans Wasser zu bringen."

Gruß Dirk Glinka

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