Anglertreff des LV Niedersachsen 2009

  • von Teamleitung
  • 06. Juli 2009 um 09:28
  • 0
Nach dem der LV Niedersachsen seine Angler  bereits Ende März zu einem Anglertreff an den Havelkanal nach Hennigsdorf eingeladen hatte, folgte am 13. und 14. Juni der 2. Part der niedersächsischen Anglertrage 2009 . Während beim Fischen in Hennigsdorf ein Team auserkoren wurde welches am Deutschen Anglertreff für Mannschaften 2009 teilnimmt, so diente das Fischen im Juni dazu einen Teilnehmer für den Anglertreff 2010 zu ermitteln. Der Deutsche Anglertreff für Mannschaften wird 2010 an der niedersächsischen Aue stattfinden, und genau an dieses Gewässer hat er DAV Landesverband seine Angler im Juni 2009  eingeladen. Da es beim Anglertreff 2008 an der Aue sehr viel positives Feedback gab entschloss man sich auch 2009 den Weg an dieses Gewässer zu suchen und hoffte auf ein ähnlich großes Teilnehmerfeld wie 2008, die 2008 teilnehmende Anzahl von 15 Mannschaften stellte einen neuen Teilnehmerrekord da und konnte in 2009 mit 10 teilnehmenden Mannschaften nicht erreicht werden.

Die Strecke
Die Aue 2009 war eine schwierige aber faire Strecke für den Anglertreff Niedersachsen

Bedingt durch die Kenntnisse aus dem Jahr 2008 verzichteten viele Mannschaften in diesem Jahr auf Trainingsdurchgänge an der Aue. Für die ab Mittwoch trainierenden Teams bedeutete dieser Umstand einiges an Problemen, zum einem waren da oft die fehlenden Nachbarn und die damit verbundene Kenntnis wie sich die Aue „in Reihe“ verhalten würde und zum Anderen kamen einfach wesentlich weniger Köder in den Trainingsdurchgängen ins Wasser. War das Angeln im Jahr 2008 noch ein fast reinrassiges Fischen mit Mückenlarven auf Kaulbarsche und Gründlinge, so stellte sich die Aue in diesem Jahr, wahrscheinlich auch aufgrund es fehlenden Trainingdrucks, anders da. Die trainierenden Teams konnte am Mittwoch noch sehr viele und vor allem überraschend große Weißfische fangen. Der beste Köder am Mittwoch war ganz klar das Pinki, die Rotaugen ließen sich mit kontinuierlichen Füttern und dem Einsatz von kleinen, roten Wolken sehr effektiv auf den Futterplatz locken und dort auch fangen. Die eingesetzten Posengewichte sollten niedrig angesetzt sein und es war wichtig zu erkennen das die vorhandene Strömung fast ausschließlich aus Oberflächenströmung bestand und das Wasser am Grund in 2m Tiefe fast stand, niedrige Gewichte bedeuteten Posengrössen zwischen 0,2 Gramm und 0,4 Gramm.

Rotaugen, die Bonusfische
Solche Rotaugen gehörten zu den Bonusfischen während des Anglertreffs Niedersachsen

Der Donnerstag brachte dann einen Wetterumschwung mit heftigen Winden der Stärke 5-6 und Böen bis 70km/h. Bedingt durch den Wetterumschwung mit fallenden Luftdruck und Temperaturen verschlechterte sich das Beissverhalten der Fische rapide. Jetzt muss man wissen, das schlechtes Beissverhalten in der Aue nach einem sehr sauberen Einsetzen und führen der Montage verlangt, dies war bei dem am Donnerstag herrschenden Wind jedoch nur an sehr wenigen, windgeschützten Stellen möglich. Schlussendlich konnten die nun zahlreicher an der Strecke vorhandenen Teams nur kleine bis sehr kleine Fische in niedrigen Stückzahlen fangen. Ein weiteres „Problem“ waren die Rotaugen, entgegen der Erwartungen waren die Rotaugen immer noch die dominante Spezies auf der Strecke, ab und zu wurde ein Gründling gefangen die vermuteten Kaulbarsche machten sich jedoch weiterhin rar.

Ja wo sind sie denn?
Ja wo sind sie denn? - Der LV Niedersachsen auf der Suche nach dem Fisch

Der Freitag begrüsste die Angler dann mit weiterhin starken Wind, zu allem Überfluss kamen noch vereinzelte Regenschauer dazu welche den Anglern von Vorne ins Gesicht peitschten. Dieses perfekte Bild wurde von schlecht beißenden Fischen abgerundet, selbst die starken Sulinger konnten in ihrem 3-stündigen Trainingsdurchgang selten mehr als 15-20 Fische fangen. Von Angler die im Windschatten einer Baureihe saßen hörte man jedoch von besseren Fängen, spätestens jetzt war vielen Anglern klar, das das Fischen am Samstag und Sonntag stark vom Wetter abhängig sein würde. Würde der Wind nachlassen, so war mit entscheidend besseren Fängen zu rechnen, würde da Wetter so bleiben, dann würde es sehr schwer werden. Der Grund für diese Prognose war die Notwendigkeit der sauberen Köderpräsentation, ein einfach durchschleifenden Köder brachte den Anglern keine Fische, ein Köder der sauber in der Spur angeboten wurde und in seiner Drift leicht verzögert, blockiert oder mit einen „Lupfer“ im Trieb angeboten wurde, fand oft einen Abnehmer in Form von Rotaugen, Gründlingen und ab dem späten Freitag Nachmittag auch Kaulbarschen. Die Kaulbarsche hatte im Vergleich zu den kleinen Rotaugen auch ein höheres Durchschnittsgewicht von 10 Gramm, die Rotaugen bleiben meist in Größenordnungen zwischen 3 und 5 Gramm. Das Fischen schien also in die Richtung zu gehen in die es viele Angler vermutet hatten.

heimischen Sulinger
Auch die heimischen Sulinger hatten im Training zu kämpfen

Am Samstag begrüßte die dezimierte Teamleitung um Wilfried Wittger und Benjamin Hoffmann die Teams. Frank Mahler, Leiter der Teamleitung, musste die Strecke am Donnerstag verlassen und wurde mit Verdacht auf Schweinegrippe in ein private Quarantäne geschickt. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Berichtes bestätigte sich dieser Verdacht jedoch nicht und Frank ist auf dem Weg der Genesung, Gute Besserung an Frank auf diesem Weg. Nach dem Zuteilen der Startplätze begann das Fischen am Samstag um 13 Uhr. Das Wetter hatte sich gebessert, der starke Wind hatte abgenommen und es war merklich wärmer geworden, diese Umstände liessen die Angler auf bessere Fänge hoffen. Die Angler bauten für das Fischen auf Posengewichte zwischen 0,3 Gramm und 1,2 Gramm, als Posenform dominierte die Zwiebelform, am besten mit Stahlantenne, aber auch die Tesseform (Pfeilform) konnte an einzelnen Montagen gesehen werden. Die Tesse war die ideale Form für das unverzögerte Anbieten des Köder in freier Drift und zeigte die vorsichtigen Rotaugenbisse zuverlässig an. Mit den „Zwiebeln“ konnte man „arbeiten“, die Köder konnte leicht verzögert oder mit dem entsprechenden Gewicht auch blockiert angeboten werden. Viele Angler fischten sehr erfolgreich auf die Rotaugen und Barsche in dem sie den Köder in der Drift einige Zentimeter aus dem Wasser lupten und den Köder dann wieder absinken ließen. Hierzu war es wichtig möglichste leichte Fall- und Bissbleie der Größe 13, maximal Größe 12 zu nehmen. Wurden diese Bleie zu schwer gewählt, so sank der Köder nicht natürlich ab und wurde von den Fischen nicht akzeptiert. Da Startfütterung der Teilnehmer wurde ausschließlich mit dem Pole Cup ausgebracht, die einzelnen Angler schoben zwischen 3 und 12 circa Hühnerei große Bälle aus Futter und Erde auf den Futterplatz. Das Gemisch bestand üblicherweise aus einem fifty-fifty mix aus Futter und Erde, einige Angler wählten jedoch einen noch höheren Erdenanteil um das Futter mager zu halten. Sehr individuell gestaltete sich die Auswahl der beangelten Bahnen, folgende Bahnen wurden befischt:

- 3m Bahn
- 8m Bahn
- 11,5m Bahn
- 13m Bahn
- Matchrutenbahn am gegenüberliegenden Ufer

Viele Angler wählten eine Strategie aus 2 Bahnen, dieses war oft die kurze Bahn vor den Füssen, dazu kam dann die 11,5 oder 13m Bahn. Einige erfolgreiche Angler fischten jedoch lediglich eine Bahn auf 11,5m oder 13m, andere ebenfalls erfolgreiche Angler fischten auf 3 Bahnen. Welches die richtige Strategie war konnte auch nach dem Fischen niemand sagen. Das Fischen selber lief dann wie erhofft etwas besser ab als die Trainingsdurchgänge, wer seinen Köder wie oben beschrieben sauber präsentierte, der konnte relativ regelmäßig Fische fangen.

Thomas Cohrs
Hatte am erste Tag Probleme im Sektor A - Benjamin Schröder vom Hunte Team

Diese Fische bestanden in vielen Sektoren aus Kaulbarschen, in einige Sektoren jedoch auch aus Rotaugen, wobei gerade zu Beginn auch größere Exemplare gefangen wurden. Wer 3-4 dieser 40 Gramm bis 70 Gramm Rotaugen sein Eigen nennen konnte, der durfte sehr beruhigt auf die kleineren Exemplare weiterfischen und sich eines guten Ergebnisses sicher sein. In den Sektoren B,C,D und E musste sich jedoch meist jeder Fisch erarbeitet werden. Dieses Arbeiten bestand aus sauberen Einsetzen des Köders, unterschiedliche Varianten der Köderpräsentation sowie ein ständiges Absuchen der unterschiedlichen Tiefen, das Ganze mit sauber ausgebleiten Posen. Ein weiterer Punkt war das Nachfüttern, hier herrschte bei vielen Anglern eine große Ungewissheit. WANN, WIE und vor allem WAS sollte nachgefüttert werden? Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, es schien aber richtig zu sein sehr kleine, nährstoffarme und nur mit wenigen Ködern (kleine Mückenlarven) versetzte Bälle nachzusetzen, dies jedoch im 15-30 Minuten Turnus.

Thomas Cohrs
Fischte im 1. Durchgang erfolgreich auf Oberflächenfische - Thomas Cohrs vom AC Bolognese

Die im Training noch sehr erfolgreiche rote Wolke schien im Durchgang eher negativ zu sein, und sollte wenn nur sehr dezent eingesetzt werden. Trotz allem schien es Plätze zu geben die keine guten Platzierungen hergaben, so landete CT Angler Thomas Pruchnowski nach dem Verlust eines der selten Bonusfische am ersten Tag nur auf Platz 9 in seinem Sektor. Der 1. Tag brachte dann auch einige Überraschungen im Klassement, denn zusammen mit dem heimischen AC Suletal führten die Teams vom Sensas Team 49 und dem AC Bolognese Hannover, sicherlich keine Teams die zum Favoritenkreis zählten sich aber am ersten Tag am Gewässer behaupten konnten. In Schlagweite lag das Team vom Sensas Cornau und mit Abstrichen auch das Hunte Team. Beim traditionellen gemeinschaftlichen Grillen der Teams am Abend der ersten Tages war man gespannt was der 2. Tag bringen würde. An dieser Stelle gilt es auch dem ASV Sulingen Dank zu zollen, wie auch schon im letzten Jahr organisierten die Sulinger ein Event welches man sich reibungsloser und perfekter kaum vorstellen kann. Wenn man bedenkt wie schwer sich einige Vereine tun nur einen Stoppangler zu stellen, dann ist der selbstlose Einsatz des Sulinger Teams umso bemerkenswerter. Vereine wie der ASV Sulingen hauchen dem Landesverband Niedersachsen sehr viel Leben ein und zeigen das nicht jeder Angler ein grenzenloser Egoist ist,  welcher sich nur um seine eigenen Belange kümmert.

Fachsimplen
Teamübergreifendes Fachsimplen vor dem 2. Durchgang

Der Sonntag sollte ursprünglich der heißeste Tag der Woche werden, begrüßte die Angler aber mit verstärkten Wind und die Wolken am Horizont ließen auf ein Unwetter/Gewitter vermuten. Der starke Wind und das vermutete schlechtere Beissverhalten ließen die Angler mit einem mulmigen Gefühl das Gerät aufbauen. Die Futtermischungen wurden noch etwas magerer angesetzt und der Köderanteil weiter reduziert, die Angler probierte leichter und präziser ihre Futterplätze zu beangeln. Nach dem Startschuss bestätigten sich dann relativ schnell die Vermutungen. Nach dem Fang der „Standfische“ vergrössten sich die Bisspausen immer mehr, dazu hatten die Teilnehmer teilweise massiv mit Fehlbissen zu kämpfen. Hier galt es jetzt die Ruhe zu bewahren und seine Montage soweit zu verfeinern oder zu tauschen bis man die Bisse verwerten konnte, das Resultat waren dann kleine Rotaugen zwischen 3 Gramm und 5 Gramm die man in annehmbarer Stückzahl fangen konnte.

Arbeiten mit der Montage
Ständiges Arbeiten mit der Montage war Pflicht an der Aue

Das ideale Posengewicht für diese Angelei gab es übrigens nicht, während der eine Angler mit den leichten Posengewichten besser an den Fisch kam, so konnte der andere Angler nur mit den schwereren Modellen erfolgreich den Schuppenträgern nachstellen. Noch schwieriger als im ersten Durchgang gestaltete sich das Nachfüttern und die Unsicherheit der Angler war förmlich spürbar, konnte man mit dem Nachfüttern Fische zum Fressen animieren oder verscheute man damit die letzten Fischen am Futterplatz? Schlussendlich brachte nur das Nachfüttern eine Antwort auf diese Frage, denn ohne das Nachfüttern ging nach 1 Stunde nichts mehr. Kleine, wallnussgrosse Kugeln aus purer Erde mit einige Mücken schienen die Fische noch einmal zum Fressen zu animieren und konnte alle 30 Minuten nachgesetzt werden. Einige Angler fischten am zweiten Tag auch sehr erfolgreich mit der kurzen Rute hinter den Seerosen, dies ging aber nicht an jedem Platz, hatte man aber einen solchen Platz erwischt, so konnte man sehr erfolgreich auf dieser Bahn angeln. An beiden Tagen präsentierte sich die Strecke als relativ fair und die Anzahl der gefangen Bonusfische hielt sich in Grenzen, Fische über 100 Gramm Gewicht waren sehr, sehr selten und konnten nicht nennenswert gefangen werden. Der 2. Tag veränderte das Klassement nachhaltig, die Teams vom AC Bolognese Hannover und dem Team Sensas 49 konnte die guten Ergebnisse des Vortages nicht bestätigen und fielen etwas ab, das Team vom AC Suletal konnte den 2. Tag etwas besser als Tag 1 abschließen, überragend war jedoch das Team vom Hunte Team die sich mit konstant vorderen Ergebnissen ganz weit nach vorne geangelt hatte. Ob es jedoch bis ganz noch oben reichen würde war nicht klar, es würde jedoch eng werden.

Matthias Marten
Matthias Marten vom AC Sensas Cornau

Die abschließende Auswertung brachte dann Klarheit, es hatte nicht ganz für das Hunte Team gereicht, mit nur 1 Platzziffer Differenz (Plz 40) musste man dem Team vom AC Suletal ( Plz 39) den Vortritt lassen. Platz 3 ging an das Team vom Sensas Cornau mit der Platzziffer 45, auch dieses Team lag also noch in Schlagweite zu den beiden Spitzenteams. Das Team vom AC Suletal wird den Landesverband Niedersachsen beim Anglertreff für Mannschaften an der heimischen Aue im Jahr 2010 vertreten. Ob man seinen Heimvorteil im nächsten Jahr ausspielen kann wird sich zeigen, sicherlich sollte es aber kein Nachteil sein das Austragungsgewässer vor der eigenen Haustür zu haben.

Team des AC Suletal
Das siegreiche Team des AC Suletalknapp geschlagenTeam Sensas Cornau

Eine weitere spannende Angelegenheit ist das Einzelklassement der beiden Anglertreffs in Hennigsdorf und Sulingen, die erbrachten Ergebnisse wurden aufsummiert um den erfolgreichsten niedersächsischen Angler für 2010 zu ermitteln. In diesem Jahr konnte Gerd Beich vom ASV Sulingen diese Wertung für sich entscheiden, Gerd konnte 3 der 4 Durchgänge für sich entscheiden und zusammen mit dem4. Platz vom 3. Durchgang eine Platzziffer 7 vorweisen, diesem Ergebnis konnte keiner der anderen Angler standhalten, auch wenn es  im nachfolgenden Feld sehr eng zuging.

Gerd Beich
Gerd Beich - erfolgreichster Angler des LV Niedersachsen in 2009Peter Englisch Andreas Gehlenborg

Platz 2 ging an Peter Englisch vom Sensas Team Cornau, Peter konnte die Platziffer 8 (3+2+2+1) vorweisen und sich damit knapp vor seinem Teamkollegen Andreas Gehlenborg mit der Platzziffer 9 durchsetzen. Dazu konnten sich noch die Angler Patrik Kleene (Hunte Team) und Martin Nordick (Team Sensas 49) durch starke Leistungen für das Team Niedersachsen empfehlen und erhalten eine Einladung für die folgenden Durchgänge.

Ergebnisse LV Niedersachsen Mannschaft

Ergebnisse LV Niedersachsen Einzel Aue

Ergebnisse LV Niedersachsen Einzel Aue+Havelkanal

Bildergalerie

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren