Landes-Anglertreff Sachsen-Anhalt 2009

  • von Stefan Posselt
  • 03. Juni 2009 um 08:33
  • 0
Am 16. und 17. Mai 2009 fand der diesjährige Anglertreff der sachsen-anhaltinischen Angler statt, 15 Männer-, 3 Frauen- und 6 Jugend-Mannschaften sowie einige Einzelstarter im Frauen- und Jugendbereich folgten der Einladung nach Parey/Elbe. Geangelt wurde am Elbe-Havel Kanal in der Ortslage Parey, eine Strecke, die bisher nicht Austragungsort größerer Veranstaltungen war. Die Strecke hat ein vielseitiges Charisma, von den Elbe-Havel-typischen 60m breiten Kanalstrecken bis zum seeähnlichen Bild im Bereich des Abzweigs des Elbe-Verbindungskanals ist alles vertreten.

Entgegen den Erwartungen, daß mit steigender Wassertemperatur die Fische immer besser in Beißlaune kommen, wurde es im Vorfeld im Training schon immer schwieriger. Die kleineren Güstern und Rotaugen wurden immer weniger, die Brassen von 300 – 1000g wurden auch nicht zahlreicher und die Barsche kamen nicht in die Wertung. Dazu kamen noch sehr unterschiedliche Strömungsbedingungen, der Wasserstand schwankte um bis zu 20 cm und ein eben noch ruhiger Kanal konnte im nächsten Moment so stark fließen, das 20gr zum Blockieren nötig gewesen wären. Es deutete sich ein schwieriges Angeln mit der Gefahr von Nullwertungen an.

Die Jugendstrecke
Die Jugendstrecke
Die Jugendlichen, leider waren es dieses Jahr 3 Teams weniger als im Vorjahr, hatten den elbseitigen Außenbereich. Das Favoriten-Team aus Magdeburg mit Johannes Böhm, Robert Grabowski und Andre Plumbaum hat nichts anbrennen lassen und hat mit 5 von 6 möglichen Sektoren-Siegen souverän den Sieg eingefahren. Die Einzelwertung hat dieses Team damit auch unter sich ausgemacht, wobei Robert Grabowski diesmal durch das höhere Fanggewicht Johannes Böhm hinter sich lassen konnte.

Einen schweren Stand hatten die Frauen, die Strecke gegenüber dem Verladehafen (nicht mehr in Betrieb) des Stahlwerkes erwies sich als extrem schwer, fast 50% Nullwertungen belegen dies. Zu beobachten war allerdings, das die Wurfruten fast gar nicht im Einsatz waren, obwohl mit der 11,5m Rute nur auf der Steinschüttung geangelt werden konnte.
Die Mannschaftswertung gewann das Team aus Magdeburg mit Angelika Schneider, Kirsten Liebegut und Gabriela Friese, die Einzelwertung ging mit Ideal-Platzziffer 2 an die für den RV Fuhnetal startende Christiane Schmidt.
Bei den Männern war jeder Sektor einzeln an die Gewässerbedingungen angepasst. Ausgesteckt durch ein Losschlüssel, wie international üblich, wurden die dadurch zahlreich vorhandenen Außenplätze gerecht auf alle Teams verteilt. Die Mannschaftswertung war diesmal so spannend, wie seit Jahren nicht mehr.

Einzelsieger Michael Dietrich
Einzelsieger Michael Dietrich
Titelverteidiger
Der Titelverteidiger
Die aus dem Zusammenschluss vom AV Greppin und den Fishing Tackle Max Jungs aus Nienburg entstandene Truppe (AV Nienburg) konnte die Teamwertung zwar für sich entscheiden, aber die Schönebecker und Gräfenhainicher Teams konnten das Ergebnis bis zum Schluss offen halten. Die Einzelwertung gewann Michael Dier aus Gräfenhainichen vor Peter Lahne aus Nienburg und Peter Gilsbach vom RV Fuhnetal.
Nun aber zum Technischen: Es gibt nur wenig allgemein zutreffende Aussagen. Ohne Mücke im Futter ging gar nichts, aber nur Mücke am Haken war auch nicht das Richtige. Das Futter sollte eher dunkel sein, und mit dem ständig präsenten Wind musste man auch zurecht kommen. Wenn es überhaupt eine Aussage zum erfolgreichen Fangen gab, dann am ehesten die: Es gibt keine 2 Fische, die genauso dumm sind! Soll heißen, das man äußerst selten mit einer Montage und einem Köder zwei Fische in Folge gefangen hat.
Die Strecke in Parey kann nicht einheitlich betrachtet werden, zu ungleich waren die Voraussetzungen in den einzelnen Sektoren. Die Sektoren A und B waren im "Kanal-Teil", also im schmalsten Bereich (60m Breite). Auf der Kopfruten-Bahn musste sehr genau gelotet werden, die Steinschüttung hörte im Durchschnitt bei 13m auf.

Aber nicht auf jedem Platz kam man über die Steine, eine 1,5-2m lange, freie Bahn auf der Pole war schon fast Gold wert. Wer eine solche Bahn nicht finden konnte, hatte die Möglichkeit, mit einer längeren Kopfschnur vor der Spitze zu angeln oder die Wurfrute zu nehmen. In diesen Sektoren war dies zumeist die Bolo-Rute mit 4-8gr Posen auf einer Länge von 20-25m. Einige Angler konnten so noch den einen oder anderen Fisch fangen. Wer keinen Außenplatz ergattern konnte, war gut beraten, sich auf ein Angeln „gegen die Null“ einzustellen, besonders im B-Sektor war der eine Wertungsfisch nicht selbstverständlich.
 Sektor A
Sektor A

 Option Bolo-Rute
Am Sonntag waren in der 1. Stunde ein paar Standfische zu fangen, da hieß es also, besonders aufmerksam zu sein. Geangelt wurde mit Montagen von 1-4gr, wenn es jeweils für ca. 10 min stark strömte wurden auch mal schwerere Montagen benutzt. Erstaunlich war, das keine „richtige“ Futtertaktik erkennbar war. Der eine kappte nur mit viel Erde, der nächste warf nur Futter pur und der nächste wiederum kombinierte beides und jeder hatte seine Bisse! Scheinbar war es wichtiger, die ein, zwei Bisse in den 3 Stunden zu erarbeiten und diese zu verwerten! Gute Nerven waren hier wahrlich verlangt!

Volle Konzentration und...Betreuung
Volle Konzentration war wichtig...

Die Sektoren C und D waren deutlich breiter, der D-Sektor war genau vor der Mündung des Abzweig-Kanals. Am ersten Tag wurde in diesen Sektoren fast nur mit der Matchrute, vorwiegend Slider mit 3-10gr Blei auf der Schnur gefangen. Vereinzelt sah man auch eine feststehende Matchrute, bei gut 4m Wassertiefe war dies aber eher die Ausnahme. Die Angler entschieden sich für zwei Längen, entweder im Bereich 25-30m oder jenseits der 45m, dazwischen war die Hauptfahrlinie der großen Pötte, die teilweise richtig Schlamm aufwirbelten. Auf der Kopfrute war es besonders im Sektor D zwar steinfrei, aber flacher als in den anderen Sektoren und nach draußen abfallend. Umso erstaunlicher war der Umstand, das am 2. Tag in beiden Sektoren nur noch auf der Kopfrute gefangen wurde! Offensichtlich fanden die Fische die durchgefütterte Spur am Rand der Steine dann doch interessanter. Die Montagen auf der Pole unterschieden sich nicht von den aus den Sektoren A und B, nur das insgesamt etwas leichter geangelt wurde. Futtertaktisch gab es das gleiche Bild zu beobachten, es schien fast egal zu sein, wie man fütterte!

Sektor C
Teilweise wurde viel Schlamm aufgewirbelt und der Sektor E

Der E-Sektor war der am höchst frequentierte Sektor im Training und meist wurde dort noch ganz gut gefangen, aber während der Veranstaltung war der E-Sektor einer der schwierigsten. Es gab zwar relativ wenige Nuller, aber meist bestand der Fang aus 1 Fisch! Im E-Sektor war der linke Teil (in Richtung des Nebenkanals) etwas bevorteilt, dort kamen meist die etwas größeren Brassen her. Am ersten Tag auch hier etliche Fische mit der Matchrute, am zweiten Tag nur noch die Kopfrute!

BonusfischErfolgreiche Landung
schoener FischEin paar Bonusfische


Zum Abschluss sei noch erwähnt, daß zusammen mit dem Anglertreff Sachsen-Anhalt auch der DAV-Anglertreff für Angler mit Behinderung stattgefunden hat. Leider waren auf dieser für diese Veranstaltung optimalen Angelstrecke nur 8 Angler anwesend, das war sicherlich eine große Enttäuschung für den Handicap-Verband! Die gemeinsame organisatorische Abwicklung kam indes sehr gut an.

Siegerteam
Das Siegerteam


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