Interview mit Sascha Leder zum Anglertreff Saarland

  • von Claus Müller
  • 22. Juli 2009 um 06:55
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Ergänzend zum Bericht von Michael Schulien über den saarländischen Anglertreff möchte Claus Müller noch das herausragende Ergebnis von Sascha Leder - Teamangler von Shimano/CM Lockstoffe - bei den Einzelergebnissen genauer unter die Lupe nehmen. Gerade auch deshalb, da Sascha auf dieser Saarstrecke (Mettlach + Saarhölzbach) schon in den letzten beiden Jahren den Einzeltitel beim Landesanglertreff des DAV Saar holte. Dies kann also kein Zufall gewesen sein!!! 

Nur optimales Lesen eines Gewässers, so wie die gute technische Umsetzung dieser Erkenntnisse und das Gespür für die im Moment der Hegedurchgänge herrschenden Situationen sind die Eckpfeiler solch guter Ergebnisse.


Seit Jahren erfolgreich beim Anglertreff Saarland: Sascha Leder

Claus Müller befragte dazu Sascha Leder:

CM: Hallo Sascha, du hast drei Durchgänge, der insgesamt Vier dominiert und einen beachtlichen dritten Platz erangelt. Auf welche Kriterien führst du dein gutes Abschneiden und den Fang von annähernd 100Kg Fischen beim diesjährigen Einzelsieg zurück?

Sascha: "Meine bevorzugte Angelart ist das Rotaugenfischen im freien Trieb. In den letzten beiden Jahren gewann ich die erwähnten Hegefischen mit ähnlicher Technik auch auf Brassen. Nach dem ich am Anfang meine Futtermischung (Brassen spezial/Supermix - CM) im Verhältnis 1:1, mit Castern, Maden und Pinkys von Hand eingeworfen hatte, schoß ich nur noch lose Köder (Caster + Hanf) und fütterte noch zusätzlich ca. alle 15 Minuten mit einem kleinen Bällchen Futter nach. Außerdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich die neue AERNOS Kopfrute von Shimano fische, die für mich zum Besten gehört, was ich bis jetzt geangelt habe. Durch ihr geringes Gewicht erlaubt sie eine sehr technische Angelei und Köderführung, was hier wieder Mal sehr wichtig war". Gerade bei Tragkräften der Posen von 1 bis 3 Gramm!

 
Sascha Leder mit einem strammen Saarrotauge

CM: Was war in diesem Jahr anders?

Sascha: "Besonders die Köderaufnahme war erheblich anders als in den Jahren zuvor. Das wurde von mir, als auch von anderen Anglern unseres Teams ebenso gesehen und alle diese Kollegen führten diese Veränderung auf den noch nicht ganz beendeten Laichakt zurück. Dieses Jahr konnte ich in den ersten beiden Durchgängen meine Brassen bis 2.5Kg Stückgewicht nur im starken Verzögern bis hin zum kompletten Blockieren des Köders fangen. Sogar die wenigen, aber dafür großen Rotaugen wurden so überlistet. Die letzten Durchgänge mußte ich dann sogar mit dem Lutscher bis zu 8Gramm Tragkraft fischen, ebenfalls ganz ruhig im Hinhalten. Hier in Saarhözbach spielte das Einwurfgeräusch des Futters eine sehr wichtige Rolle wie ich meine. Außerdem reagierten die richtig dicken Brassen sehr gut auf den CM Lockstoff Honig spezial in flüssiger Form. Letzterer zumindest war schon in den Jahren zuvor ein Garant für meinen Erfolg!"
 
CM: Welche Köder wurden von dir im Futter und am Haken verwendet?

Sascha: "Als Hakenköder benutzte ich anfänglich fast nur zwei bis drei große Larven, zu denen sich mit zunehmender Dauer des Fischens, dann ein Caster gesellte. Würmer spielten keine Rolle".

CM: Welche Sorten Erde hast du zu deiner Futtermischung benutzt?

Sascha: "Zur Anfangsfütterung mit den kleinen Larven gab ich, wie auch die anderen Mitglieder unseres Teams ca. 0.5 Liter Caster zu unserer selbst gesuchten schweren Erde hinzu. Davon wurden 6 Bälle geformt und versenkt. Terre de Somme brachte fast nur Kaulbarsche in Fresslaune und wir ließen sie dann während der letzten Durchgänge ganz weg!"

CM: Mit dem Team habt ihr trotzdem "nur" den dritten Platz belegt, woran lag denn das?

Sascha: "In der Hauptsache an den vielen Punkten, ha ha...! Nein, aber Spaß bei Seite. Wir waren uns von Anfang an bewußt, ein noch nicht ganz konkurrenzfähiges Team für den Anglertreff zur Stelle zu haben. Da bedarf es (laut Claus) noch einiger Aufbauarbeit zu den verschiedenen dort geforderten Angeltechniken. Daran wird von uns mit unseren Neuzugängen gearbeitet, denn nächstes Jahr ist ja wieder ein Anglertreff. Aber auch unsere Gegner sind stark und schlafen nicht, das mal nur so am Rande. Außerdem möchte ich noch zu den Gesamtpunkten zu Bedenken geben, dass wir in den beiden letzten Durchgängen nur mit 4 Leuten gefischt haben, aus oben erwähnten Gründen war unser Gesamtergebnis dieses Mal noch vernachlässigbar! Unsere Kameradschaft im Team geht über alles und auch aus diesem Grund sind wir für die Zukunft zuversichtlich. Aus dieser Perspektive war der Abstand zum Gewinnerteam dann doch nicht so groß, wie es auf den ersten Blick, ohne diese Hintergrundinfo, schien"

CM: Vielen Dank für die offenen Worte und weiterhin viel Erfolg.
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