Das International Anglers Meeting 2009 - Teil 2

  • von ct Redaktion
  • 08. November 2009 um 18:59
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Samstag, der 2. Durchgang. Die Nacht vom Freitag zum Samstag war wieder bitterkalt und es wurden deutliche Minustemperaturen gemessen. Vor dem Fischen wird den Anglern der Startplatz zugelost, die Leibchen werden entsprechend verteilt und dann 2 Stunden vor dem Fischen können die Plätze betreten werden. Die hektische Zeit des Aufbaus beginnt. Wie schon am ersten Tag ist der Wind zu Beginn der Aufbauzeit relativ schwach, kommt aber für die Boloangler wieder von der falschen Seite. Außerdem war den Anglern klar, dass der Wind bis zum  Beginn des Fischens noch einmal deutlich auffrischen würde.


Ralf Herdlitschke mit Simon Jensen - Bronzemedaillengewinner der WM 2009

Im Sektor Grebenstein hatte Nico Matschulat vom Team Stipp-Profi sehr gut gelost und konnte vom Platz A3 sehr positiv ins Rennen gehen, allerdings hatte Nico auf Platz A2 mit dem Niederländer Stefan Altena einen sehr starken Nachbarn der es ihm nicht leicht machen würde. Auf Platz A21 hatte Thomas Pruchnowski sich dazu gerade noch in den 2. Teilbereich des Sektors gelost und hatte hier sicherlich gute Chancen einen weiteren Sektorensieg zu erringen. Im ersten Teilsektor des Grebensteinsektors machten die beiden Angler auf den Plätzen A2 und A3 dann das Rennen auch unter sich aus, wobei Nico letztendlich mit 18076 Gramm die Oberhand über Stefan behielt, der 13812 Gramm zu Waage bringen konnten.


Nico Matschulat hatte gut Lachen auf Platz A2

Im 2. Teilsektor fischte Thomas Pruchnowski einen guten Durchgang, konnte aber schlussendlich nicht mit dem Sektorensieger Roland Wittwer 9487 Gramm und Jürgen Lagerhausen 9402 Gramm mithalten, für Thomas blieb Platz 3 mit 7712 Gramm. Etwas Kurioses geschah im 2. Teilsektor des Grebensteinsektors... Wie schon am ersten Tag konnte Max Huber vom Maver Team krankheitsbedingt nicht fischen, sein Platz blieb auch am 2. Tag leer. Und welcher Angler hatte schon wieder das vermeintliche Glück neben diesem freien Platz zu fischen? Richtig, Michael Schlögl bekam wieder den Platz neben dem fehlenden Max Huber, doch diesmal wurde der freie Platz befüttert, so dass es keinen Vorteil gab. Drei kreuzende Schiffe machten ihm bereits am Vortag das Leben schwer, so dass sich die vermeintlich guten Plätze neutralisierten.

Im Sektor Browning zeigte Frank Weise zum wiederholten Male sein Können und konnte diesen Sektor mit 9531 Gramm für sich entscheiden. Platz 2 ging an das Nordlicht Ingo Frerichs mit 8680 Gramm. Wie schon am ersten Tag dominierte auch am Samstag klar das Fischen mit der Kopfrute. Die Bolo war aufgrund des auffrischenden Windes im 12m Sektor nicht fischbar und die spärlich eingesetzte Matchrute brachte ebenfalls keinen Erfolg.


Frank Weise vom LAV Sachsen-Anhalt

Sektor FTMAX - the same procedure as yesterday. Auch am Samstag galt es auf der richtigen Seite des ersten Teilsektors zu sitzen. Eine kleine Nummer im Sektor bedeutete ein Kampf gegen Windmühlen. Ivo Vince musste diesen Weg jedoch gehen und ging dann auch folgerichtig im Feld unter. Besser machte es Sensas Angler Siggi Fitzener der den Sektor mit 16684 Gramm für sich entscheiden konnte. Platz 2 ging an Roberto Massazette vom Team Geers mit 15089 Gramm.


Günter Horler mit 25.000 Gramm Fisch aus Durchgang 2

Im 2. Teilsektor zeigte dann Günter Horler wie es geht und deklassierte mit 25069 Gramm die Konkurrenz in seinem Sektor. Der 2. Platz ging an Heinz Drescher vom Team Shock mit 17741 Gramm. Bemerkenswert war sicherlich Platz 3 von Steffi Bloch, unserere Weltmeisterin zeigte wieder einmal ihr Können. Dieses musste übrigens auch Mosella Ass Michael Diener am Freitag feststellen, als er sich mit Steffi als Nebenmann knapp geschlagen geben musste.


Weltmeisterin Steffi Bloch mit einem schönen Rotauge

Sektor Kingdom of Sports. Im ersten Teilsektor machten Ralf Herdlitschke und Rene Bredereck das Rennen unter sich aus, dies war sehr schnell klar. Ralf konnte dann jedoch deutlich mehr Fisch zum Abwiegen bringen und gewann den Sektor mit 23385 Gramm vor Rene mit 18479 Gramm. Im zweiten Sektor des Kingdom of Sports Sektors sollte es dann wieder richtig rappeln. Die 32966 Gramm vom Geers Angler Carsten Röschl reichten nicht zum Sektorensieg, denn der ungarische Meister Tibor Ambrus konnte das Ergebnis mit 35476 Gramm noch toppen. Mit einem Gewicht von 25000Gramm landete man in diesem 20iger Teilsektor übrigens auf Platz 10.....


Tibor Ambrus aus Ungarn

Sektor Angelshop Deutschland, hier saß auf Platz A1 mit Lars Lamprecht, ein Angler der am Vortag seinen Sektor gewinnen konnte. Sicherlich ein heißer Tip für den Gesamtsieg. Für Lars reichte es jedoch nur zum 6. Platz im Teilsektor, den Vortritt musste er Johannes Böhm vom Team FTM lassen. Johannes gewann seinen Sektor mit 13743 Gramm vor dem Niederländer Jan van Bovenkamp mit 13703 Gramm.


Johannes Böhm vom Team FTM mit einem Teil seines Fangs

Im zweiten Teilsektor saß Silokanal Ass Lutz Weißig auf Platz E39. Jedem Angler im Sektor war klar, dass man Lutz hier nur sehr schwer schlagen würde. Und so kam es dann auch, Lutz gewann den Sektor mit 22876 Gramm vor dem Ungarn Bialazs Csöregi mit 21252 Gramm.


Lutz Weissig - am Silokanal ein Garant für gute Ergebnisse

Was war aus anglerischer Sicht beim IAM 2009 wichtig und richtig?

Köder: War die Mückenlarve im letzten Jahr als Futterzusatz und Hakenköder nicht relevant, so ging in diesem Jahr ohne die Mücke als Köder und Futterzusatz nicht viel. Doch es galt den Einsatz der Mückenlarven, gerade im Futter, vorsichtig zu dosieren. Oftmals war die Mückenlarve als Futterzusatz in der zweiten Hälfte des Fischens ein wichtiger Zusatz. An der Strecke kursierten schnell Gerüchte, dass einige Teams komplette große Mückenlarven gecuppt haben. Dieses Gerüchte gehörten jedoch wie so oft in die Märchenwelt der Geschlagenen. Sicherlich war es nicht verkehrt ab und zu große Mücken zu cuppen, 100ml pro Durchgang wäre jedoch vollkommen ausreichend gewesen. Das Team vom Stipp Profi fütterte gar keine großen Mücken und nur sehr wenige kleine Mücken, und Silokanal Ass Lutz Weißig fütterte nicht eine Mücke und keinen Wurm. Wichtig war jedoch die große Mückenlarve als Hakenköder und ein einfacher Wechsel auf diesen Köder beendete oftmals lange Beißpausen und bescherte dem Angler Biss auf Biss.


Gummizüge in Action - performed by IAM 2009

Posen: Dominierten im letzten Jahr die Lutscherposen, bzw. Modelle wie den Cralusso Bubble zum extrem langsamen Nachführen, so war in diesem Jahr die klassische Tropfenpose das effektivste Mittel am Kanal. Das Beissverhalten der Fische am Kanal ist oftmals sehr schwierig und oft sieht man einen Biss nicht und ein einfaches Anheben der Montage am Ende der Drift bringt den Fisch. Um diese Bisse jedoch trotzdem angezeigt zu bekommen, war in diesem Jahr die Tropfenform ideal, zu dieser einfachen Tropfenform eine simple 2 Punktbebleiung mit schweren Bissbleien, dann hatte man gute Chancen auf eine annehmbare Bissverwertung. Übrigens schienen die Posengewichte für den Außenstehenden oftmals zu leicht gewählt, lagen die Posen doch sehr schräg im Wasser. Die Unterströmung war jedoch um einiges schwächer als die Oberflächenströmung, so dass diese leichten Gewichte (meist 10-14 Gramm) gerechtfertigt waren.


Zahlreiche Zuschauer säumten die Strecke beim 2. Durchgang

Füttern: Permanentes Füttern war wichtig, es galt seinen Futterplatz in Bewegung zu halten, jedoch nicht zu nervös zu gestalten. Wer hierfür ein Händchen hatte, der konnte kontinuierlich Fische fangen. Übrigens ist es am Silokanal durchaus normal das die Brassen durch das permanente Füttern den Grund verlassen und auch mit Montagen im Trieb zu fangen sind, die bis zu 20cm über Grund ausgelotet sind!

Das Abendbankett

An diesem Punkt wurde im Gegensatz zum ersten IAM 2008 viel gearbeitet, denn einer der wenigen Kritikpunkte im letzten Jahr waren die beengten Räumlichkeiten. 2009 sollte es zu einer wesentlichen Verbesserung kommen und das Veranstaltungsteam buchte den benachbarten Stahlpalast für das Bankett. Der Stahlpalast ist ein idealer Ort um die über 250 Gäste das IAM  zu hospitieren. Nachdem sich die Angler an einem breit aufgestellten Buffet stärken konnten, begann das Rahmenprogramm. Mit einem sehr ansprechenden Programm wurden die Gäste bei Laune gehalten bis es zum Höhenpunkt des Banketts - der Siegerehrung! Anfangs wurden die Besten des Einzelklassements gewürdigt, 5 Angler konnten hierbei die Gesamtplatzziffer 3 aufweisen. Entscheiden musste das Gesamtgewicht der Angler. Aus diesem Grund reichte es für Youngster Johannes Böhm vom Team FTM mit 22635 „nur“ zum 5. Platz. Sicherlich ein würdiger Abschluss nach einen tollem Jahr für unsere Jugend, die dann vom Weltmeister Mathias Scholz gekrönt wurde. Platz 4, ebenfalls mit der Platzziffer 3, aber mit einem Gesamtgewicht von 29592 Gramm, ging an Frank Weise vom Team LAV Sachsen Anhalt. Jetzt ging es um das Podium, Platz 3 ging an Lutz Weissig vom Champions Team. Lutz erreichte mit der Platzziffer 3 und 33316 Gramm den 3. Platz. Platz 2 ging an Nico Matschulat, denn trotz 42632 Gramm Gesamtgewicht reichte es nicht für den 1. Platz der Gesamtwertung. Dieser ging mit 47378 Gramm an Günter Horler. Herzlichen Glückwunsch zu dieser beeindruckenden Leistung Günter.


Beim niederländischen Team war die Stimmung bestens

Zum Abschluss ging es an die Königswertung des IAM - der Mannschaftswertung! Platz 5 mit der Gesamtplatzziffer 67 ging hier an das Team Shock, das sehr gute Ergebnis des 1. Tages konnte nicht ganz wiederholt werden, trotzdem ein starker Auftritt der Shock Truppe. Platz 4 ging an das Team Geers. Durch einen sehr starken 2. Tag konnte man sich mit der Platzziffer 65 noch an dem Shock Team vorbei schieben. Dank eines sehr guten 2. Tages konnte sich auch das drittplatzierte Team noch weit nach vorne schieben. Mit der Gesamtplatzziffer 60 landete das Team Niederlande von Jan van Schendel auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Mit der Gesamtplatzziffer 50 konnte sich das Siegerteam von 2008 auch in diesem Jahr sehr weit vorne platzieren. Platz 2 beim IAM 2009 ging an das Champions-Team des DAV. Den Sieg konnte ein Team davontragen, welches so in dieser Konstellation noch nie gestartet war - erster Start und erster Sieg für das Team vom Stipp-Profi. Mit der Gesamtplatzziffer 40 konnte das Team, bestehend aus den Anglern Ralf Herdlitschke, Andreas Dalcke, Lutz Schenke, Nico Matschulat und Ramon Willig, die Mannschaftswertung des IAM 2009 für sich entscheiden. Das Orgateam um Steffen Quinger und Henric Plass überreichte dem Team den neuen, mannshohen Wanderpokal und startete damit die Feierzeit des IAM 2009.

Der IAM 2010 wird wieder am vierten Wochenende im Oktober stattfinden. Zahlreiche Mannschaften haben ihr Kommen angekündigt und die Planungen für 2010 haben bereits begonnen. Die gelungene Organisation des International Anglers Meeting und die Tatsache, dass die 200 Angler an beiden Veranstaltungstagen im Schnitt 12500 Gramm Fisch fangen konnten sind sicherlich für viele Angler Grund genug wiederzukommen. Die Fischbestände in Europa entwickeln sich, bedingt durch die verbesserte Wasserqualität und dem Fressdruck der Kormorane, immer weiter zurück. Der Silokanal ist daher eine willkommene Abwechslung für alle teilnehmenden Angler.

Bildergalerie

Ergebnisse Mannschaften

Ergebnisse Einzel

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