Landesanglertreff Niedersachsen am Elbe Havel Kanal

  • von Frank Mahler
  • 21. Juli 2010 um 04:31
  • 0
Der Anglertreff des DAV Landesverbandes Niedersachsen fand am 12. und 13.06.2010 im Elbe Havel Kanal bei Niegripp statt. Dort fand in 2009 auch der Bundes Anglertreff statt.

Der Fischereiverein Burg e.V. stellte den Niedersachsen die Strecke zur Verfügung und sorgte während der Veranstaltung für das leibliche Wohl der Teilnehmer und stellte auch das Vereinsheim als Treffmöglichkeit zur Verfügung. Vielen Dank für die nette Unterstützung an den Fischereiverein Burg, besonders an Reiner Stutzig.

Der Elbe Havel Kanal ist im Bereich Niegripp ca. 50m breit und ist an beiden Ufern mit Steinpackungen befestigt. Das Wasser ist relativ klar, trotz des regen Schiffsverkehrs. Die Strömung wechselte je nach Schleusentätigkeit von stehend bis hin zu einem 10 Gramm Wasser.

Gemeldet waren für die Veranstaltung 11 Teams. Bereits am Donnerstag vor der Veranstaltung waren fast alle Teams zum Training am Elbe Havel Kanal eingetroffen. Temperaturen über 30 Grad und Fußwege von bis zu einem Kilometer machten den Anglern zu schaffen, so dass die Teamleitung entgegen der ursprünglichen Planung nun doch einen Sektor rechts der Brücke verlegte um die langen Fußmärsche etwas zu verkürzen.

Während des Trainings wurden relativ wenige Weißfische gefangen, die favorisierten Teams wie das Sensas Team Cornau, der SFV Cornau, das Hunte Team und auch die beiden Sulinger Teams konnten aber doch einige gute Brassen landen. Besonders das Sensas Team Cornau kristallisierte sich als stärkstes Team während des Trainings heraus. Wohl auch, weil Marco Beck dieses Team tatkräftig unterstützt. Einige Angler aus anderen Teams blieben während des Trainings allerdings ohne Weißfisch und damit ohne Fisch für die Wertung des Fischens am Wochenende.

Die Strecke
Die Streck am Elbe-Havel Kanal war komplett besetzt

Am Freitag waren dann bereits alle Teams zum Training am Wasser, so dass die Strecke komplett besetzt war, da auch viele Teams mit mehr als fünf Anglern trainierten. Es war wie am Donnerstag sehr warm und alle Angler waren gespannt, ob sich das Einbringen des Futters in die Angelstrecke als positiv erweisen würde und mehr Fische in die Strecke ziehen würden. Leider war dieses nicht der Fall und es gab wieder einige Nichtfänger auf der Strecke.
Auch am Freitag fing das Sensas Team Cornau überdurchschnittlich gut und wurde nun als Top Favorit gehandelt, wobei auch einige Angler des Hunte Teams, des SFV Cornau, des Team 49 und der Sulinger Teams gut fingen.

Gefischt wurde hauptsächlich mit der 13m Kopfrute, hier war es wichtig auch wirklich eine 13m lange Rute zu haben, da man sonst auf einigen Plätzen nicht über die Steinpackung hinweg kam. Bereits im Vorfeld gab es dort unter den Teilnehmern Diskussionen, da einige Sensas Ruten inklusive Mini Extension und einem zusätzlichem „Short“ auf eine Länge von ca. 13,50 m kommen.  Die Teamleitung hatte daher beschlossen bei den Ruten nur das Mini Extension oder das „Short“ verwenden zu dürfen.

Samstag fand dann der erste Durchgang statt, das Wetter hatte sich geändert, es war recht windig, es regnete teilweise und es war deutlich kühler als in den Tagen zu vor.

Nach einer 2 stündigen Vorbereitungs- und Aufbauphase ertönte das Startsignal zur „Anfangsfütterung“ viele Teams warfen bis zu 15 apfelsinengroße Bälle eines Lehm/Futtergemisches ein und cuppten bis zu 3 Bälle Lehm/Futter/Köder auf den Angelplatz. Einige, wenige Teams cupten ausschließlich.

Andrea Pleuss
Andreas Pleuss mit einem der ganz wenigen Rotaugen

Nach dem Startsignal war es auf dem meisten Plätzen recht ruhig und man sah nur vereinzelt Fische in den Unterfangkescher gleiten. Anfangs war der Sektor E, rechts der Brücke, der Sektor wo die meisten Brassen gelandet wurden. Nach der Hälfte der Angelzeit wurde es aber auch hier ruhiger, in den anderen Sektoren wurden nur vereinzelt Brassen gefangen, wobei der A Sektor im Verlauf des Fischens immer besser wurde. Leider gab es auch am Samstag einige Angler, die ohne Wertungsfisch blieben.

Aber bereits nach dem 1. Durchgang konnte festgestellt werden, dass einige Angler, die bereits im Training gut fingen auch im 1. Durchgang vorne lagen. Es war also kein Glücksangeln, es musste nur richtig auf die wenigen zu fangenden Brassen gefischt werden.

Begehrter Brassen
Einer der begehrten Brassen

Im 2. Durchgang stellten viele Teams ihre Taktik auf die Taktik der erfolgreicheren Angler um. Nach der obligatorischen Aufbauphase aber sah das Bild ähnlich dem des Vortages aus, es wurden wiederum nur vereinzelt Brassen gefangen. Wobei der A Sektor der beste Sektor war. So sah es während des 3 stündigen Durchganges in allen Sektoren aus, die meisten Teilnehmer mussten um die wenigen Brassen kämpfen um überhaupt einen Fisch an die Waage zu bringen.

Trotzdem konnte man nach 2 Durchgängen sehen, dass einige, wenige Angler den richtigen Weg an die Brassen gefunden hatten. So belegte Heiko Friedrich von den Stippfreunden Alfeld mit der Idealplatzziffer 2 den 1 Rang in der Einzelwertung, Zweiter wurde Klaus Bödecker vom Team 49 mit PZ 3 und Sebastian Graf (AC Sulingen) mit der PZ 3.

Klaus Bödecker
Klaus Bödecker auf dem Weg zum Sektorensieg

Wichtig war es, den Köder so ruhig wie irgend möglich auf dem Angelplatz zu halten, trotzdem durfte aber nicht zu schwer gefischt werden, sonst blieben die wenigen Brassenbisse ganz aus. Einige Angler fischten auch erfolgreich mit der 13 m Rute über die Rutenspitze hinaus. Die Anfangsfütterung sah bei den erfolgreichen Anglern so aus, es wurden 8 bis 12 Bälle eines Lehm Futtergemisches (20 bis 50% Futter, der Terre de Rivere oder Terre de Fond), in diesen Bällen waren wenige Mücken (zum Teil auch nur große Mücken) und Caster. Direkt auf dem Angelplatz wurden dann bis zu 3 Bälle für den Hot Spot mit dem Polecup gesetzt. In diesen Bällen waren dann recht viele der o.g. Köder. Das Nachfüttern erfolgte meist aus der Hand, da sich das Geräusch positiv auf die Brassen auswirkte.

Gruppenfoto
Die Sieger des LAV Niedersachsen (Bild: W. Wittger)

Das Fischen war sicher relativ schwierig, da es nicht einfach war, die wenig zu fangenden Brassen zu überlisten. Das heiße Sommerwetter erschwerte dazu die Trainingseinheiten enorm. Trotzdem gab es Angler und Teams die den Weg zum Brassen fanden und sich erfolgreich nach vorne angelten.

Einzelwertung

Mannschaftswertung

Thomas Lampig vom Team 49 zur erfolgreichen Taktik seines Teams:

Wir haben folgendes Futter gefischt:
 
2 kg Sensas 3000 Gros Gardons
2 kg Sensas 3000  Brassen schwarz
1 kg TTX Mais grob
3 kg Terre de Rivere
 
Zur Anfangsfütterung setzen wir 10 faustgroße Bälle aus dem Futter/Erde Gemisch, mit wenigen Castern auf die 13 m Bahn. Danach cuppten wir 3 kleine festgedrückte Bälle aus Double Leam und kleinen Mücken mitten in das zuvor abgelegte Futter. Nachfüttern alle 10 - 15 Minuten mit festgedrückten Tischtennisball-großen Bällen vom Futter/Erde Gemisch. Alle 30 Minuten einen kleinen Ball aus Lehm und Mücken.
 
Wir fischten ausschliesslich auf der 13 m Bahn, mit Posen zwischen 1,25 gr  - 4,00 gr. Wenn es strömte einen Lutscher bis ca. 8 gr, eine 12 er Hauptschnur und 10 er Vorfächer (40 cm lang) mit einem Sensas 3405 Haken der Grösse 12 - 18. Die Bebleiung variierte je nach Strömung von Kette bis zur 2 Punkt-Bebleiung. Ebenso fischten wir ein 1 mm Autain-Zim Gummi über zwei oder drei Teile.
 
Die Taktik war nach Möglichkeit Brassen zu fangen. Dieses funktionierte nur, wenn man mit seiner Rute über die Kante bei 13 m rüber kam und den Köder absolut ruhig angeboten wurde und ein großer Teil des Vorfachs auf Grund auflag. Kam man mit der Rute nicht über die 13 m Kante und versuchte es auf den Steinen bekam man in der Regel nur Barsche wenn man Glück hatte vielleicht mal ein Rotauge, was aber die Ausnahme war. Als Alternativen hatten wir für Plätze bei denen wir nicht über die Kante kamen, die Bolo- als auch die Matchrute mit aufgebaut. Sie sollten uns aber nur als wirklich als letzte Optionen dienen, da wir im Training festgestellt hatten, das bedingt durch den Schiffsverkehr es sehr schwierig sein würde dort an die Brassen zu kommen.  Ebefalls hatten wir im Training festgestellt das man ständig auf die wechselnde Strömung reagieren müsse, d.h. man musste sobald die Strömung fast auf dem Nullpunkt war zu leichtesten Montage greifen, ebenso wenn es strömte nicht zögern zur nächst schwereren oder den  Lutscher zu nehmen. Natürlich hatten wir auch etwas Losglück am zweiten Tag, das wir Klaus auf den Endplatz in Sektor E schicken konnten und uns fast immer auf Angelplätzen wieder fanden, auf denen die Steinschüttung nicht über 13 m hinausging.

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