Landesanglertreff Hessen 2010

  • von Achim Tomasits
  • 05. Juli 2010 um 03:28
  • 0
Am 12. und 13. Juni fand der diesjährige Landesanglertreff Hessen am Altrhein in Erfelden statt. Nach den bereits stattgefundenen Bezirksangeln der beiden Verbände Hessen Nord und Hessen Süd qualifizierten sich 20 Einzelangler und 5 Mannschaften für das Ausscheidungsangeln zum Anglertreff.

Der Altrhein in Erfelden verlangt dem Angler einiges ab und so sah man bereits in der Woche vor dem Landesanglertreff zahlreiche Einzelangler und Mannschaften an dem Gewässer trainieren. Bei normalem Wasserstand ist die Hauptausbeute meist Kleinfisch, Rotaugen um die 50-100g, kleine Barsche oder auch kleine Skimmer finden dann den Weg in die Maschen. Doch nach den ergiebigen Regenschauern der vorherigen Tage war der Wasserpegel angestiegen und das Wasser war leicht angetrübt. Bei diesen Voraussetzungen kann auch mit kapitalen Brassen gerechnet werden, Stückgewichte bis zu 2.000g sind dann keine Seltenheit. Es galt also, sich die entsprechende Taktik zurecht zu legen und zu hoffen, dass diese auch aufgeht.

A-Sektor bei den 3 Eichen
A-Sektor bei den 3 Eichen – ein sehr schwierig zu beangelnder Sektor

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Einzelangler, 20 Teilnehmer qualifizierten sich auf Bezirksebene für diese Qualifikation zum Einzelanglertreff. Die 5 Sektoren an den 2 Gewässerabschnitten des Altrheins differenzierten sich von der Gewässerstruktur nur wenig, Posen von 0,8-4g für den freien bzw. leicht verzögerten Trieb und Lutscherposen bis 12g für das totale Blockieren des Köders kamen zum Einsatz. Viele der Angler setzten zu Anfang auf feine Montagen, 10er Hauptschnur, 8er Vorfach und eine Kette von 10er Bleischroten, Kleinfischsammeln war zu Beginn angesagt. Bei den Futtermischungen wählten viele Teilnehmer abgedunkelte Mixe und der ein oder andere mischte seinem Futter noch Erde mit dazu. Schließlich sollten die Kleinfische am Anfang nicht sofort überfüttert werden. Bei der Anfangsfütterung sah man auch einige Angler, welche 3-5 Ballen geschnittene Würmer mit dem Pole-Cup punktgenau auf die 13m-Bahn ausbrachten, die gewichtigen Brassen sollten auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben.

Dunkle Futtersorten mit einem dezenten Anteil von Lebendködern
Dunkle Futtersorten mit einem dezenten Anteil von Lebendködern – die Anfangsfütterung

Zu Beginn des 1. Durchgangs wurde hier und da ein Fischlein gefangen, kontinuierlich konnte aber kein Angler die Fische zum Anbiss verführen. Und so musste technisch sehr sauber geangelt werden, um überhaupt in den Genuss von einem Anbiss zu kommen. In den 3 Sektoren A, B und C gestaltete es sich am schwierigsten an den Fisch zu kommen. Die Vorfachstärken wurden bis auf 0,06mm angepasst und selbst hier wollten die Fische partout nicht anbeißen. In den Sektoren D und E wurde hingegen besser gefangen. Hier wanderten die Fische doch zahlreicher in den Maschen wobei von Massenfängen nicht gesprochen werden konnte. Man musste seine Pose schon ganz genau beobachten, um die vorsichtigen Bisse auch verwerten zu können.

Genaues Beobachten der Pose
Genaues Beobachten der Pose war angesagt – feinste Zupfer mussten verwertet werden

Wer zu viele Bisse anfangs verschlief, wurde später mit einer hohen Platzziffer bestraft. Nur auf wenigen Plätzen wurde über die gesamte Angelzeit hinweg Fisch gefangen, vornehmlich die Außenplätze kamen in diesen Genuss. Auf den Mittelplätzen war es stellenweise ein aussichtsloses Unterfangen, 1 oder 2 Fische reichten nicht für eine vordere Platzierung.

Michael Selent mit einem besseren Rotauge
Michael Selent mit einem besseren Rotauge

Die Option der Boloangelei wurde im 1. Durchgang noch ein wenig zurückgestellt, wobei auf ganz aussichtslosen Plätzen manch ein Teilnehmer zum Schluss des Durchgangs die 25m-Bahn beackerte. Auch der Einsatz von kurzen Speedruten brachte nicht den gewünschten Erfolg, hier und da ein kleiner Barsch und schon war auch auf den kurzen Bahnen nichts mehr zu holen. Die Bonusbrassen liefen nur vereinzelt an den Plätzen auf und so kamen nur wenige in den Genuss diese Gewichtbringer einzunetzen. Der entscheidende Faktor war das sichere Landen der Brassen, am 6er oder 8er Vorfach gingen doch einige dieser Fische verloren. Wurden dann die Montagen bzw. Vorfächer stärker gewählt, blieben die Bisse aus.

Uwe Henninger mit einer Brasse
Uwe Henninger mit einer Brasse von Thomas Unger – so ein Bonusfisch musste her

Der 2. Durchgang wurde nach einer Pause von 2 Stunden und einem Platztausch der Teilnehmer gestartet. Wie alle vermuteten, gestaltete sich dieser 2. Durchgang noch schwieriger als der 1. Durchgang. Man musste irgendwie versuchen, überhaupt erst mal einen Fisch an den Haken zu bekommen. Durch die Tatsache, dass gegen Ende des 1. Durchgangs die Brassen auf einigen Plätzen einliefen, ließ sich mancher Teilnehmer dazu verleiten, gleich zu Beginn auf Brassen zu setzen. Dies war aber der falsche Weg wie sich später herausstellen sollte. Die Angler, welche am Anfang dieses Durchgangs auf feinste Montagen setzen, waren im Vorteil. Eine 0,8-1,0g tragende Pose und ein 0,06mm Vorfach überlistete doch hier und da ein Rotauge und mit diesem sicheren Gefühl nicht ohne Fang den Durchgang zu beenden, konnte im weiteren Verlauf beruhigt weiter geangelt werden.

Magere Ausbeute aus dem 2. Durchgang
Magere Ausbeute aus dem 2. Durchgang

Nach dem abschließenden Verwiegen des Fanges ergab sich folgendes Ergebnis (5 Bestplatzierten und somit Teilnehmer des Einzelanglertreffs):
Name
Platzziffer
Thomas Unger  
 3 
Hans Viereck
 3 
Uwe Bocklage
 3 
Joachim Zufal
 3,5
Freddy Hoffmann  
 4 

Der Sonntag stand im Zeichen des Landesanglertreff für Mannschaften, hierfür qualifizierten sich auf Bezirksebene der ASV Biebesheim, die Stipperfreunde Nordhessen, der SAC Mühlheim, der SFV Hausen und die SFG Main-Kinzig. Wie bereits am Vortag wurden 2 Durchgänge à 2,5 Stunden geangelt, lediglich wurden die Sektoren etwas anders gelegt. Das Beißverhalten der Fisch besserte sich gegenüber dem Vortag ein wenig, besonders in den Sektoren A und B kamen bessere Gewichte als am Vortag. Hier wurden die oberen Endplätze mit guten Fanggewichten belohnt, das Tageshöchstgewicht von 12.124 g ließ sich sehen.

Maden - Lebendköder
Waren die Brassen am Platz, wollten diese reichlich Lebendköder im Futter

Nach dem ersten Durchgang führte der SFV Hausen mit der Gesamtpunktzahl von 9 Punkten das Feld an, eine gute Vorstellung welche positiv für den 2. Durchgang stimmen sollte. Auch an diesem Tag war es schwierig im 2. Durchgang die Fische anzusprechen. Ausnahmen waren hier der ein oder andere Endplatz, hier liefen die Brassen ein und wer seine Montagen nicht ganz zu fein wählte, konnte diese auch fangen. Leider verteilten die Brassen sich nicht über die ganze Strecke und so musste in manchen Sektoren hart um jeden einzelnen Fisch gekämpft werden.
Bei der Anfangsfütterung im 2. Durchgang musste sehr sparsam gefüttert werden, lediglich 1-2 Ballen Futter und ein Cup geschnittene Würmer reichten aus. Wer zuviel Futter einbrachte, ging das Risiko ein, dass eventuell vorhandene Standfische sich schnell aus dem Staub machten.

Der wichtige eine Fisch für die Mannschaft
Der wichtige eine Fisch für die Mannschaft

Spannung war bis zum Schluss angesagt, die Brassen spielten das Zünglein an der Waage und wer noch kurz vor Ende des Durchgangs einen einnetzen konnte, spülte sich weit nach vorne. Wer ohne Bonusfisch blieb, wurde meistens in seinem Sektor durchgereicht.

Eine besser Ausbeute im 2. Durchgang
Schon eine besser Ausbeute im 2. Durchgang

Nach dem Verwiegen der gefangen Fische stand das Resultat schnell fest, der ASV Biebesheim konnte dank des höheren Fanggewichts den Landesanglertreff Hessen für sich entscheiden und wird an die Aue fahren.

Ergebnis Mannschaft:
Team
Platzziffer
ASV Biebesheim 
25
SFV Hausen
25
SAC Mühlheim
31
Stipperfreunde Nordhessen  
32
SFG Main-Kinzig
35


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