Sichtungsfischen des Team Niedersachsens in Alt Garge

  • von Frank Mahler
  • 03. Mai 2010 um 12:31
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Die Teamleitung hatte den Modus zur Sichtung der 16 besten Stippangler Niedersachsens umgestellt,
vorher wurden jeweils 2 Durchgänge an 2 verschiedenen Gewässern durchgeführt, jetzt 4 Durchgänge an einem Gewässer, an einem Wochenende. Dieses wurde gemacht um das Sichtungsfischen so fair wie irgend möglich zu gestalten und um die Kosten für die Sichtungsfischen zu reduzieren.


Die Strecke in Alt Garge

Nun wurden also alle 4 Durchgänge in Alt Garge im Hafen durchgeführt. In den Wochen zu vor war das Wasser im Hafen durch das Hochwasser in der Elbe sehr hoch angestiegen, so dass bis vor 2 Wochen vor den Durchgängen die Angelplätze nur mit der Wathose erreicht werden konnten.

Viele Mitglieder des Team Niedersachsen reisten bereits am Mittwoch an, um noch 2 Tage unter "Sichtungsbedingungen" trainieren zu können. Auch am Mittwoch  war das Wasser in einer Senke am Gewässer noch knietief, so dass eine Wathose angebracht war.
Am Mittwoch wurden vereinzelt gute Brassen bist etwa 2kg und einige wenige Barsche und Rotaugen gelandet.

Am Donnerstag waren dann bereits 15 der 16 TN Mitglieder an der Strecke und auch das Wasser war wieder gefallen, so dass nun schon Gummistiefel genügten um an die Angelplätze zu gelangen.
Auch am Donnerstag zeichnete sich ab, dass der Hauptfisch ganz klar der Brassen war, wobei keine hohen Stückzahlen zu fangen waren, fing man aber keinen Brassen, konnte man die Gewichte der Brassen mit den wenig zu fangenden Rotaugen oder Barschen nicht ausgleichen.


Jens Nietfeld mit einem der wichtigen Bonusbrassen

Am Freitag, den 09.04.10 fand dann der 1. Durchgang statt, nach 2 stündiger Aufbauzeit, folgte der Startschuss. Hauptsächlich wurde auf Slidermontagen für die Matchrute gesetzt und auf die 13m Bahn der Kopfrute. Vereinzelt sah man auch Telestippen oder es wurde noch ein Futterplatz auf 5 bis 9m für die verkürzte Rute angelegt.
Durch das hohe Wasser, angelte man zum Teil auf dem Gras des eigentlichen Ufers, dieses ging zum Teil bis auf die 13m Bahn der Kopfrute und erforderte absolut genaues Loten und das Suchen eines möglichst sauberen Platzes.
Am Freitag konnte man keine allgemeine Futterstrategie der Anfangsfütterung für die Kopfrute feststellen, einige warfen bis zu 15 apfelsinengroße Bälle mit Lehm/ Futtergmisch, andere cuppten alle Bälle.

Nach der ersten Stunde war klar, dass die Fische nur schwer zu überlisten waren und dass es, wie bereits im Training, nur wenige Rotaugen und Barsche zu fangen gab. Viele setzten daher auf die bis zu 2kg schweren Brassen aber auch diese waren nicht in Massen zu fangen. Wichtig war es aber mindestens einen im Netz zu haben um unter die ersten 10 zu kommen.
Erfolgreichster Angler am 1. Tag war Carsten Röschel von Platz 8 mit 8330 Gramm, 2. wurde Jan Seipel (Platz7) mit 2670 Gramm und 3. Lukas Reichenbach (Platz1) mit 2420 Gramm


Lukas Reichenbach war am Ende vorne dabei

Am Samstag, den 10.04. fanden 2 Durchgänge statt, dieses waren wohl für alle Team Niedersachsen Angler die interessantesten Durchgänge, da es für alle Neuland war, 2 Durchgänge an einem Tag  zu fischen. Wie würden die Fische in Durchgang 2 reagieren, würden mehr Fische in die Angelstrecke ziehen und fressen oder würde es eher verhaltener werden?


Mindestens ein Brassen musste für ein gutes Ergebnis im Kescher sein

Der 2. Durchgang am Samstag morgen verlief ähnlich dem 1. Durchgang aber mit doch deutlich mehr Fisch, es war wichtig auch in diesem Durchgang mindestens einen Brassen zu fangen, denn mit Kleinfisch war es kaum möglich mehr als 700 Gramm zu fangen und das war deutlich zu wenig um „einstellig“ zu bleiben.
Sieger des 2. Durchgangs wurde Andreas Pleuss mit 13830 Gramm von Platz 6, gefolgt von Carsten Röschel mit 12040 Gramm von Platz 16 und Frank Mahler mit 4760 Gramm von Platz 13.


Frank Mahler mit einem mittleren Brassen

Der 3. Durchgang also der 2. Durchgang am Samstag war sicher für alle Teilnehmer der interessanteste Durchgang, da sich alle fragten, wie würden die Fische nach dem ersten Durchgang reagieren. Würden die Fische mehr fressen oder noch vorsichtiger werden.
So konnte man im 3. Durchgang dann doch viele Angler sehen, die nicht mehr so massiv fütterten und auf der 13m Bahn ausschließlich cuppten und auch auf der Matchrutenbahn wurde deutlich weniger gefüttert.
Nach Angelbeginn wurde schnell klar, dass dieser Durchgang schwierig werden würde, denn es wurde recht wenig gefangen. Zum Ende des Durchgangs zeigte sie aber, dass man doch auch in diesem Durchgang wieder gute Brassen fangen musste um unter die ersten zehn zu gelangen. Denn viele der Brassen wurden erst zum Ende von Durchgang 3 gefangen. So zahlte es sich auch in diesem Durchgang wieder aus, auf die Brassen zu fischen. Denn die gefangenen Kleinfischgewichte lagen nur um bis zu 600 Gramm.
Sieger des 3. Durchgangs wurde Oliver Bürger mit 5540 Gramm von Platz 9, Zweiter wurde Gerd Beich mit 3510 Gramm (Platz 8), Dritter mit 3140 wurde Lukas Reichenbach von Platz 5.


Gerd Beich konnet im dritten Durchgang zufrieden sein

Der letzte Durchgang fand am Sonntag statt. Auch in diesem Durchgang sah man viele Team Niedersachsen Angler wieder massiv füttern, in der Hoffnung, die Brassen würde wieder besser beißen. Leider war es am Sonntagmorgen sehr kalt, so dass ähnlich dem 3. Durchgang gefangen wurde. In Durchgang 4 wurden die Brassen hauptsächlich mit der Kopfrute gefangen.
Gewinner in Durchgang 4 wurde Carsten Röschel mit 8130 Gramm (Platz 4), Platz 2 belegte Oliver Bürger von Platz1 mit 4925 Gramm und den 3. Platz erreichte Gerd Beich von Platz 16 mit 4063 Gramm.

Die 4 Durchgänge im Hafen von Alt Garge waren äußerst interessant und auch von den Angelplätzen her sehr fair. Die Fische mussten sich durch viel Geschick und einer guten Taktik erarbeitet werden. Dazu lesen sie mehr vom Gesamtsieger Carsten Röschel vom Hunte Team.


Das Team Niedersachsen

Ein besonderer Dank geht an Maik Erdmann für die Unterstützung und Bereitstellung des Gewässers. Vielen Dank Maik!!

Alle Ergebnisse


Hier können sie lesen, wie der Gewinner, Carsten Röschel bei den Team Niedersachsen Durchgängen gefischt hat:


Nach meinen beiden gescheiterten Durchgängen in Alt Garge im Herbst 2008 war ich dieses Mal noch besser vorbereitet auf das Gewässer aber auch viel ruhiger. Da ich nicht noch  mal scheitern wollte hatte ich mir vorgenommen sehr ruhig und besonnen an diese 4 Durchgänge zu gehen. So wusste ich also aus den Trainingstagen 2 Wochen zuvor das wir es mit wenigen Fischen und viel Wasser zu tun haben werden.

Im Training konzentrierte ich mich ganz alleine auf die Matchrute da ich hier noch Nachholbedarf hatte (Der Winter war zu lang und zu frostig um genug Training mit der Matchrute gehabt zu haben). Die Kopfrute lies ich das ganze Training über im Auto. Ich beobachte aber genau das  Geschehen um mich herum und konnte beobachten wie die anderen Team Niedersachsen Mitglieder immer wieder grosse Brassen auf der 13 Meter Bahn sowie auch noch kürzer (teilweise 3m vom Ufer) fingen.

Am Donnerstag abend legte ich mir meine Taktik zurecht.
Ich wollte auf der 13m Bahn sowie auf der 6m Bahn je einen Platz anlegen. Zudem einen Platz auf der Matchrutenbahn. Entweder ca. 5m weiter draussen  als  meine Nachbarn oder aber kurz hinter der unterwasserliegenden Grasnarbe auf ca. 25m (dieses wollte ich vom Platz abhängig machen).

Da wir auf fast allen Plätzen auf der Kopfrutenbahn noch Gras unter dem Haken hatten entschied ich mich am Anfang auf der 13m und auf der 6m Bahn einen Teppich aus schwarzer Terre de Somme zu werfen, in der Hoffnung so einen etwas saubereren Platz zu bekommen. Auf jede Bahn flogen so am Anfang 7-8 Apfelsinen aus Terre de Somme inkl. ca. 100gr Mücken pro Bahn.Mit dem Pole Cup folgte dann auf jede Bahn noch ein Futter / Erde gemisch mit Ködern.

  Als Futter nahm ich von Geers

   2 Kilo Dender schwarz
   1/2 Kilo Competition schwarz
   1/4 kilo hanf gemahlen
   3 Kilo Terre de Riviere schwarz
   3 Kilo Terre de Somme schwarz


Der erfolgreichste Angler: Carsten Röschl

Ich fütterte auf jede Bahn 3 grosse Bälle mit dem Futter/Erde-Gemisch. Als Köder fütterte ich Pinkies, Caster, kleine Mücken, ein wenig grosse Mücken, ein wenig kleine Mistwürmer, also von allem etwas aber insgesamt vorsichtig.

Die Fütterung mit dem Pole Cup erfolgte teilweise aus ca. 1-2 m fallend um durch das Geräusch die Brassen anzulocken. Im Training konnte ich beobachten wie immer wieder Brassen kurz nach dem Füttern gefangen wurden.

Während des Angelns fütterte ich regelmässig kleine Mengen Futter/Erde Gemisch mit grossen Mücken nach. Ein fester Ballen und ein ganz lockerer der bereits kurz nach dem Auftreffen auseinander ging.Wenn ich während des Angelns sah das meine Nachbarn grosse Brassen fingen oder verloren ;-)) fütterte ich sofort nach. 1 lauter fester Ball mit grossen Mücken und eine Ladung "nassen gemahlenen Hanf mit gequetschten Castern". Diese Ladung machte eine sehr helle Wolke welche die Brassen sofort zu mir an den Platz holten.

Auf der Matchruten Bahn fütterte ich 7-8 Eier grosse Futter-Erde-Bälle. Die gleichen Inhalte wie auf der Kopfrute nur mit etwas Bentonite abgebunden damit den Flug überstanden und erst am Grund komplett aufgingen. Auch hier wurde regelmässig nachgefüttert.

Auf der Matchrute wie auch mit der Kopfrute wählte ich schwere Gewichte. Kopfrute von 1,5gr bis 3 gr und auf der Matchrute von 14gr bis 24gr. Ich wusste aus  Informationen und den Trainingseindrücken das es wichtig war das sich der Köder schleifend über den Grund bewegte. Er durfte aber keinesfalls zu schnell schleifen eher in Zeitlupe, nur dann kamen regelmässig gute Bisse. Da durch die Nähe zur Elbe und den Wind fast immer etwas  Bewegung im Hafen war durfte man die Posengewichte meiner Meinung nicht zu leicht wählen sonst blieben die Bisse aus.

Als Hauptschnur auf der Kopfrute benutzte ich die Neue FOX MICRO PLUS XT in 0,10mm, als Vorfach diente die gleiche Schnur in 0,09mm und 22cm Länge am Ende hatte ich fast ausschliesslich einen 14er Haken gebunden.
Dieser wurde fast immer mit 2 Pinkies und 2 Mücken bestückt. Das Vorfach der Kopfrute und der Matchrute lag immer zur Hälfte auf.

Als Hauptschnur auf der Matchrute benutzte ich einen FOX Prototypen in 0,14mm mit vorgeschalteter 0,18mm Schlagschnur. Vorfach war die MICRO PLUS XT in 0,10mm  29cm lang mit 14er Haken. Köder waren auch hier 2 Pinkies und 2 Mücken.

Als Kopfrutengummi diente mir das FOX Gummi No. 6/1,08mm, dieses Gummi ging durch die ersten 3 teile meiner Kopfrute.

Diese Taktik und Einstellungen änderte ich das ganze Wochende nicht mehr.

Perti Heil

Euer Carsten
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