Anglertreff Feeder LAV Hessen

  • von Achim Tomasits
  • 30. Juni 2011 um 01:41
  • 2
Nachdem die Feederangelei auch in den Kreis der international ausgetragenen Veranstaltungen der F.I.P.S. aufgenommen wurde, reagierte der DAV und die untergeordneten Landesverbände und schnell wurden in den einzelnen Bundesländern Sichtungsangeln für den im Juli stattfindenden Anglertreff veranstaltet.

Der Landesverband Hessen veranstaltete am 22. Mai den Landesentscheid am Main bei Wertheim und 30 Angler trafen sich zum Vergleich. Die Strecke wurde schon für zahlreiche Bezirks- und Landesmeisterschaften herangezogen und bietet gute Voraussetzungen für einen fairen Vergleich.

Die Verlosung der Startplätze erfolgte zügig und die Teilnehmer machten sich sogleich auf den Weg zu ihren Plätzen in den 4 Sektoren. Viele der Angler absolvierten die ein oder andere Trainingssession und so konnten Eindrücke von den zu erwartenden Fangergebnissen abgeleitet werden. Leider kristallisierte es sich bei den Trainingseinheiten heraus, dass ein Fisch wohl sehr im Vordergrund stehen würde – die Schwarzmeergrundel. Die Rotaugen, welche am Main zu schönen Gewichten heranwachsen, waren sehr schwer zu überlisten, die kleinen, schwarzen Plagegeister fanden einfach schneller den Weg zum Hakenköder als die Rotaugen. Wie sollte man nun die Taktik ausrichten? Gezielt auf die steinzeitlich aussehenden Grundeln angeln und durch einen hohe Frequenz mit diesen Gewicht machen oder doch auf Rotaugen setzen und den ein oder anderen Bonusfisch mitnehmen. Sicherlich keine einfache Entscheidung.

Alex Quell beim Aufbau des Angelplatzes
Alex Quell beim Aufbau des Angelplatzes

Bei Kaiserwetter startete der 1. Durchgang und in den beiden flussabwärts gelegenen Sektoren A und B konnte schnell Bekanntschaft mit den massenhaft vorkommenden Grundeln gemacht werden. Jeder Wurf ein Treffer. Das Gewicht der Grundeln liegt im Schnitt zwischen 10-50g, ab und zu ist auch mal ein Exemplar bis 100g mit dabei, das ist aber eher die Ausnahme. Doch wie kommt man auch an die anderen Fische, wie z. B. den Rotaugen? Eine Option ist, man füttert und füttert und füttert und ..., richtig man füttert. Doch wie sieht diese Fütterung konkret aus? Man benötigt hierfür jede Menge Lebendköder, am besten Maden. Bei jedem Auswurf wird der Futterkorb mit einer ordentlichen Menge der kleinen Krabbler versehen, irgendwann bekommen dann auch andere Fischarten als die Grundel was von dem "Kuchen" ab und stellen sich am Futterplatz ein. Eine weitere Option ist das aktive Angeln, d. h. man verwendet einen leichteren Futterkorb und lässt diesen über die Futterspur hüpfen. Die Rotaugen finden bei diesem bewegten Köder schneller den Weg an den Haken als die Grundeln. Diese Angelei erfordert ein hohes Maß an Konzentration, denn jede noch so kleine Veränderung beim Rollen des Feederkorbes muss sofort mit einem Anschlag quittiert werden. Des Weiteren kann der Köder auch "gefloated" werden, hierzu bieten diverse Hersteller schwimmende Kunstköder an, welche die Rotaugen auch gerne nehmen.

Kai Zimmermann vom SAC Main-Kinzig 
Kai Zimmermann vom SAC Main-Kinzig

In den Sektoren C und D gestaltete sich die Angelei sehr schwierig, seltsamerweise sind hier fast keine der gefräßigen Grundeln anzutreffen und auch die Rotaugen machten sich rar. Die Angler dieser beiden Sektoren versuchten wirklich alles, um überhaupt einen Fisch überlisten zu können, nicht allen gelang dies. Wer hier ein Rotauge überlisten konnte fand sich, wie sich später herausstellen sollte, ganz vorne im Sektor. Normalerweise sind in diesem Bereich des Mains Gewichte von 4 – 6 kg möglich, vornehmlich stattliche Rotaugen.

Ein glücklicher Fänger aus dem D Sektor
Ein glücklicher Fänger aus dem D Sektor

In den beiden Sektoren A und B wurde etwas mehr Fisch gefangen, zuerst mussten aber die Grundeln "abgefüttert" werden, um auch an andere Fische zu kommen. Die Rotaugen bissen recht sensibel und so musste auf eine Vorfachstärke von 0,10 – 0,12 mm zurückgegriffen werden. Dies war natürlich ein recht gefährliches Unterfangen, biss ein kapitaler Fisch spielte der Faktor Glück auch eine gewichtige Rolle. Das Gegenwirken eines 60 – 80g Futterkorbes auf ein 0,10 mm Vorfach beansprucht das Vorfach doch recht stark und die Gefahr eines Fischverlusts ist nicht gerade gering. Eine ausgefeilte Drilltechnik minimiert zwar einen Schnurbruch, doch auf der sicheren Seite ist man nie.

Eine Viertelstunde vor Ende des 1. Durchganges bahnte sich dann das Unheil an, pechschwarze Wolken verdunkelten den Horizont und Orkanböen zogen auf. Nachdem auch noch Hagel zum Regen hinzukam, wurde beschlossen, den 2. Durchgang aus Sicherheitsgründen nicht mehr durchzuführen und nur den 1. Durchgang zu werten. Sicherlich eine richtige Entscheidung.

Nach Auswertung des Fanges standen nun die Angler fest, welche den LAV Hessen beim DAV Anglertreff vertreten werden:
1.
Achim Tomasits  
 PZ 1
  4.325g
2.
Arno Raab
 PZ 1 1.180g
3. Andreas Esslinger
 PZ 1
775g
4. Henryk Adamiak  
 PZ 1
192g
5. Andreas Schwab
 PZ 2 2.252g
6.
Jochen Beilstein  
 PZ 2 
886g

DAV Anglertreff qualifizierte Angler v.l.n.r.: Arno Raab, Henryk Adamiak, Andreas Schwab, Achim Tomasits, Andreas Esslinger, Jochen Beilstein
Für DAV Anglertreff qualifizierte Angler v.l.n.r.: Arno Raab, Henryk Adamiak, Andreas Schwab, Achim Tomasits, Andreas Esslinger, Jochen Beilstein

Teilnehmer des Feedertreffs LAV Hessen
Teilnehmer des Feedertreffs LAV Hessen

Die erfolgreiche Futtermischung des Landesmeisters des LAV Hessen Achim Tomasits:

1kg    Geers Voorn braun
0,5kg Geers Gamma Feeder Mix Scopex schwarz
0,2kg Geers gerösteter Hanf
0,1kg Geers rote Partikel, Breadcrumbs red
50g    Geers Additiv Koriander, Pulver
50g    Salz

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2 Kommentare
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  • nightcrawler
    Statement
    Auch in den Sektoren A und B war es möglich die Körbe rollen zu lassen, natürlich nicht auf jeder Bahn und zugegeben, vielleicht nicht auf jedem der Plätze. Ich lese aus dem Bericht auch nicht das heraus, lediglich wird hier eine Option geschildert, die ein Umgehnen der Grundeln ermöglicht. Leider waren die Fische an diesem Wochenende etwas beißfaul, aber wo bitte schön wird in diesem Angeljahr bei einer Veranstaltung super gefangen. Ich kenne da nicht sehr viele. Meine Meinung, ich war auch Teilnehmer und habe im Vorfeld in allen Sektoren diverse Trainingseinheiten absolviert.
  • KlauBa
    aus Büttelborn
    Bericht
    Hallo Also so ganz zutreffend ist das geschilderte nicht! In Sektor A und Teilen von B war an "rollende Körbe" überhaupt nicht zu denken!!! Viele Teilnehmer in diesem Abschnitt hatten schon "einige"Verluste bevor das Fischen überhaupt los ging! Somit ist auch der "Gerechtigkeit" der Strecke doch etwas Abbitte zu leisten! Das unruhige Bodenprofil machte schwere, liegende Körber fast unumgänglich. Dieser Grund führt natürlich auch zu erhöhtem Vorkommen der Grundeln. Die wiederum machten den anderen Fischen den Futterplatz schon sehr abträglich! Die Tatsache das Sektor A voll in der Fahrrinne der Bergfahrer lag, die durch die Biegung des Mains und der Brückendurchfahrt auch noch ordentlich Gas geben mußten, machten einen sandfreien Grund, gespickt mit Hängern vollkommen klar. Bei der nächsten Austragung an der an sich schönen Strecke sollte man aber diesen Abschnitt besser außen vor lassen! Meine Meinung, ich war Teilnehmer! Gruß