DAV Anglertreff Feeder am Main-Donau-Kanal

  • von Achim Tomasits
  • 28. Juli 2011 um 04:20
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Erstmalig fand am 16. und 17. Juli ein DAV-Anglertreff für Feederangler am Main-Donau-Kanal bei Forchheim statt. 17 Mannschaften aus ganz Deutschland machten sich auf den Weg nach Bayern, um die Besten zu küren. Im Hinblick auf die Entwicklung im Bereich Feederangeln auf nationaler und internationaler Bühne, trafen sich die besten Angler zum 1. DAV Anglertreff. Immer mehr Zuspruch erfährt diese Angeltechnik und die Fédération Internationale De La Peche Sportive (F.I.P.S.) installierte diese Angelart in ihren Kalender und so findet Anfang September zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft in Italien statt.

Die Strecke
Der Main-Donau-Kanal bei Forchheim

Am Main-Donau-Kanal fanden in diesem Jahr schon zahlreiche Veranstaltungen statt und so kamen viele der Teilnehmer bereits mehrmals in das Vergnügen, den ein oder anderen Fisch suchen zu müssen. Ob das Sichtungsangeln des DAV im März, die Bayrischen Landesmeisterschaften im Stipp- und Feederbereich oder auch die Browning Champions Trophy, die Fangergebnisse waren nicht gerade als berauschend einzustufen und so reisten viele Teams mit gemischten Gefühlen an den Kanal. Aufgrund der Erfahrungen und Fangergebnisse bei der BCT eine Woche zuvor wurde beschlossen, die Sektoren etwas anders anzulegen. Die Angelstrecke wurde weiter kanalabwärts, sprich zur Schleuse hin, verlegt. Hier wurde eine Woche zuvor einfach mehr Fisch gefangen und die Aussichten für einen Fischkontakt waren bedeutend höher.

Das Gewässer
Das Gewässer

Nach zahlreichen Trainingseinheiten in den einzelnen Sektoren spiegelte sich folgendes Bild wider: Sektoren A und B waren reine Kleinfischsektoren, sprich hier musste mit feinstem Geschirr am gegenüberliegenden Uferbereich versucht werden, die ein oder andere Laube zu verhaften, Rotaugen waren hier Fehlanzeige. In Sektor C wurden im Training auf einzelnen Plätzen zwar ein paar Rotaugen über den Kescherrand geführt, nur sich speziell auf die Rotaugenangelei festzulegen, war hier deplaziert.  In den Sektoren D und E waren bei den Trainingssessions doch mehr der begehrten Rotaugen anzutreffen, einzelne Angler konnten hier 5 – 8 Fische verhaften und so konnten Gewichte von bis zu 3 kg erzielt werden. Von den meisten Teams wurde, entsprechend den Trainingsergebnissen, folgende Taktik festgelegt: Zu Anfang sollte versucht werden, auf zwei Distanzen Standfische zu suchen. Hatte dieses Unterfangen keinen Erfolg, sollte nach ca. einer Stunde das gegenüberliegende Ufer nach Lauben abgesucht werden. Hierzu wurde ein wolkenbildendes Futter zum Einsatz gebracht und mit gekürztem Vorfach, um die 50-60 cm, und Haken der Größe 18-24 am 8er bis 10er Vorfach den Ukis nachgestellt werden.

Das Futter
Das Futter und die Köder - Mückenlarven waren nicht gestattet

1. Durchgang
Wer dachte, dass sich das Beißverhalten der Rotaugen bessern würde, sah sich eines besseren belehrt. Bei hochsommerlichen Temperaturen und glasklarem Wasser suchte man vergeblich nach diesen Bonusfischen. Wer dies schnell erkannte und sich nicht zu lange mit der Hoffnung beschäftigte, eines der Rotaugen zu fangen, konzentrierte sich auf den Fang der Ukeleien. Wer zu spät auf die Lauben umstieg, hatte dann das Problem, dass die Fische sich beim Nachbarn festsetzten und es nicht mehr möglich war, die Ukis auf den eigenen Angelplatz zu konzentrieren. Auch spielte der Angelplatz eine entscheidende Rolle. Kleine Schilfansammlungen waren immer gut für ein paar Fische und brachten deutlich mehr der Silberlinge zum Vorschein.

Waage
Ernüchternde Ergebnisse beim Verwiegen des Fanges

Nach vierstündigem Kampf war dieser 1. Durchgang ad acta gelegt und das Verwiegen des Fanges brachte ein ernüchterndes Ergebnis. Im normalerweise fischreichen Sektor E konnte Peter Rickel vom Team NRW mit 579 g das meiste Gewicht zur Waage bringen und setzte sich somit an die Spitze des gesamten Teilnehmerfeldes. In den weiteren Sektoren war die Fischarmut noch deutlicher zu spüren, besonders erwähnenswert die 77 g des Erstplatzierten in Sektor D, Stephan Wahle vom Team Schleswig-Holstein, sprechen Bände. Zahlreiche Nichtfänger reihten sich in die Ergebnisliste ein und die Stimmung unter den Teilnehmern war entsprechend. War die Wahl des Austragungsgewässers für einen DAV Anglertreff überhaupt richtig? Zeichnete sich das schlechte Beißverhalten nicht schon bei vorhergegangenen Veranstaltungen am Main-Donau-Kanal ab?
In der Mannschaftswertung führte das Team das Team Süddeutschland vor dem Team Stipperfreunde und dem Team Bayern II.

Rute und Rolle

2. Durchgang
Die Lust auf den Kanal hatten viele Angler zwar verloren, nichtsdestotrotz versuchten alle Teilnehmer, sich mit den vorherrschenden Verhältnissen auseinander zu setzen. Die Ausrichtung der Taktik war klar, Standfische suchen und bei ausbleibendem Erfolg gezielt auf Lauben angeln. Die Sektoren C, D und E brachten wesentlich mehr Fisch als am Vortag und auch in den Sektoren A und B konnte hier und da ein Rotauge zur Waage gebracht werden. An den beiden oberen Endplätzen in Sektor E wurde dann auch der meiste Fisch gefangen, jeweils über der 2 kg Marke. Nicht gerade Traumgewichte, doch zumindest war das Ergebnis bedeutend besser als am Vortag. Thorsten Ohl vom Team Stipperfreunde konnte mit 2.343 g das Veranstaltungshöchstgewicht erzielen, dicht gefolgt von Franz Tischler vom Team Bayern II mit 2.110 g. Aber auch im 2. Durchgang taten sich viele Teilnehmer schwer, sich mit der eher untypischen Feederangelei auf Kleinfisch anzufreunden und es waren wieder einige Teilnehmer ohne Fischkontakt.

Die Herren Mannschft

Im Gesamtklassement setzte sich Felix Scheuermann vom Team Stipperfreunde mit der Idealplatzziffer 2 und einem Gesamtgewicht von 1.464 g vor Andree Lukas von der Anglerunion Bremen ebenfalls Platzziffer 2 und 565 g und Franz Tischler vom Team Bayern II mit Platzziffer 4 und 2.659 g durch. Bei den Mannschaften konnte sich das Team Stipperfreunde noch den erforderlichen Vorsprung im 2. Durchgang heraus angeln und setzte sich am Ende souverän vor dem Team Bayern II und dem Team German Master I durch.

3. Platz Mannschaft Herren

2. Platz Mannschaft Herren
3. Platz Mannschaft Herren
  2. Platz Mannschaft Herren
1. Platz Mannschaft Herren
1. Platz DAV Feeder Treff Herren Mannschaft

Noch zu erwähnen wäre, dass auch ein Frauenteam sich mit den Männern auseinander setzte und den 10. Platz in der Gesamtwertung erreichte. Bei der Frauenwertung setzte sich Sandra Fuller mit der Platzziffer 12 und 223g vor Tanja Scheuermann mit Platzziffer 17 und 162g und Kirstin Lenfant mit Platzziffer 18 und 53g durch.

Die Damen Mannschaft
Das Team der Damen - Slideshow -

Die Organisation rund um den 1. DAV Anglertreff Feeder wurde von Steffen Quinger und den fleißigen Helfern bestens abgewickelt, nicht selbstverständlich bei einer Premiere. Bei der Gewässerauswahl nächstes Mal ein glücklicheres Händchen und der DAV Anglertreff Feeder wird sich fest in den Terminkalender der deutschen Feedercracks etablieren.

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