Anglertreff Feeder 2012 am Teltow Kanal

  • von ct Redaktion
  • 20. Mai 2012 um 09:36
  • 7
Geduld war gefragt beim 2. Anglertreff Feeder am 28. und 29. April 2012 am Teltow Kanal im Süden Berlins. Wer am Ende vorne mitfischen wollte, musste sehr defensiv zu Werke gehen und am Anfang auf die richtige Taktik setzen. Denn die größten Fehler wurden bereits vor dem eigentlichen Angeln in den 10 Minuten der Anfütterungszeit gemacht und waren kaum mehr korrigierbar. Doch der Reihe nach. Steigende Temperaturen sorgten in der Trainingswoche für ausgezeichnete Fänge auf der Strecke, doch die Brassen hatten noch nicht abgelaicht und zogen zum Ende der Woche einige Kilometer stromab in einen sehr breiten und wesentlich flacheren Bereich des Teltow Kanals.

Der Teltow Kanal im Süden Berlins
Der Teltow Kanal im Süden Berlins

Am Freitag vor den Durchgängen ging teilweise nur noch sehr wenig, es wurde schon um jeden Fisch gekämpft und am Ende des Tages galt es für die Teams die Taktik für den ersten Durchgang festzulegen. Nun waren Erfahrung und das richtige Näschen gefragt und ein Blick in die Futtereimer und Köderdosen bei der Futterkontrolle am Samstagmorgen gab einen ersten Hinweis auf die Ausrichtung der Mannschaften. Eine der großen Unbekannten waren die Mückenlarven. Ein halber Liter war erlaubt und insbesondere die kleinen Mückelarven zogen Massen von Kaulbarschen auf den Platz, die dann das Angeln zu Qual machen konnten. Auf Mückenlarven zu verzichten war jedoch hoch gepokert, denn keiner würde die gesamten 2,5 Liter Köder in der 5stündigen Angelzeit benötigen, so dass man zumindest einen viertel Liter für alle Fälle auf dem Platz haben sollte.

Das waren die Zielfische, Brassen dieser Größe galt es ins Netz zu bekommen.
Das waren die Zielfische, Brassen dieser Größe galt es ins Netz zu bekommen.

Die Frage war also eher, ob man kleine oder große Mückenlarven bereits am Anfang fütterte oder die Larven erst später, wenn es schwierig werden würde, einbringen sollte. Die Köderkontrolle offenbarte allerdings auch eklatante Schwächen in der Pflege der Mückenlarven. Qualität war nur sehr selten zu sehen, viele Teilnehmer hatten nicht einmal vernünftige große Mückenlarven für den Haken. Es zeigte sich, dass die Feederangler im Bereich der Angelei mit Mückenlarven noch sehr viel Luft nach oben haben, denn in den meisten Fällen wird es so kommen wie beim Stippen. Sind Mückenlarven erlaubt, so wird man nicht um sie herumkommen. Pflege, Aufbewahrung und Präsentation sind dabei von größter Bedeutung und die deutschen Feederangler werden sich nur weiter entwickeln, wenn es in Zukunft auch Veranstaltungen gibt, bei denen Mückenlarven zugelassen sind, so dass Erfahrungen gesammelt werden können. Andernfalls werden uns andere Nationen, in denen der Umgang mit der Mückenlarve bei allen Angelarten üblich ist, schneller den Rang ablaufen als es uns lieb ist.

Durchdacht bis ins letzte Detail wie hier bei Matthias Weigang. Um nicht doch einmal mit dem Korb im Gras hängen zu bleiben, legten einige Teilnehmer Planen hinter ihren Platz
Durchdacht bis ins letzte Detail wie hier bei Matthias Weigang. Um nicht doch einmal mit dem Korb im Gras hängen zu bleiben, legten einige Teilnehmer Planen hinter ihren Platz

Der Zielfsch am Telwow Kanal war der Brassen mit Gewichten von 250 Gramm aufwärts. Diese Fische galt es in den Kescher zu bekommen, denn Rotaugen spielten kaum eine Rolle, Barsche erst recht nicht und es gab immer wieder Brassen die an oder über die Kilomarke herankamen, so dass es keinen Sinn machte auf Fische unter 100 Gramm zu angeln.
Die von uns favorisierten Teams entschieden sich für die folgende Köderaufteilung und aus dieser Köderaufteilung konnten erste Rückschlüsse gezogen werden.

Anglertreff Feeder Teltow Kanal

Jeder der Teilnehmer hatte mindestens 2 Liter Köder am Platz, doch wer am Ende des Durchgangs leere Köderdosen vorweisen konnte, der hatte meist auch noch viel Platz im Netz. Die erfolgreichsten Teams fütterten sowohl in der Anfangsfütterung als auch im späteren Durchgnag nicht wenig Köder, sondern sehr sehr wenig Köder. Teilweise wurden die Angelplätze bei der Anfangsfütterung nur mit Futter und ohne Köder aufgebaut und wenn ein Köderanteil im Korb war, dann waren diese Köder abgezählt. Drei bis vier Caster, maximal genauso viele Pinkies, ein viertel Fingerhut kleine Mückenlarven oder auch mal 2 oder 3 sehr klein geschnittene Würmchen. Dazu waren die Körbe sehr klein, wer insbesondere am Anfang mehrere große Körbe mit entsprechend vielen Ködern fütterte hatte sich eigentlich schon selbst aus dem Rennen gekickt.

Die Körbe mussten klein bis winzig sein, die Montagen waren entsprechend dem internationalen Standard
Die Körbe mussten klein bis winzig sein, die Montagen waren entsprechend dem internationalen Standard

Maden kamen so gut wie überhaupt nicht zum Einsatz und dann wurde gewartet. Ungeduld wurde bestraft, denn wer zu schnell den Korb wieder auffüllte, der brachte auch neues Futter und neue Köder in den Kanal und das war an diesem Wochenende extrem kontraproduktiv. Eine gute Möglichkeit war natürlich es natürlich den Korb gegen ein Blei auszutauschen, um so den Platz nicht zu überfüttern. Teilweise wurde bis zu 20 Minuten auf einen Biss gewartet, um dann entweder einen Biss zu bekommen oder die Spur zu wechseln. Überwiegend legten die meisten Teilnehmer 2 bis 3 Futterplätze in den Entfernungen 15, 25 und 35 Metern an, doch es gab auch Ausnahmen, die überaus erfolgreich waren. Markus Chmizela vom Team Zammataro baute auf der D 14 im ersten Durchgang nur eine Rute auf und fischte diese durchgehend auf ca. 22 Metern. Das war selbsbewußt und mutig, doch am Ende hatte er alles richtig gemacht und wurde mit PZ 2 bei 3197 Gramm belohnt.



Bis zu sechs verschiedene Entfernungen fischten einige wenige Teilnehmer und wechselten ständig zwischen diesen. Sechs Ruten mit entsprechend eingeclippten Entfernungen kamen in gleichmäßiger Reihenfolge nacheinander immer wieder zum Einsatz, doch am Ende reichte diese Taktik meist nicht für mehr als ein einstelliges Ergebnis. Am erfolgreichsten war die Beschränkung auf zwei Entfernungen. Einmal am Ende der Steinpackung am gegenüberliegenden Ufer und dazu wenige Meter vor der Mitte des Kanals.

Eine der meist geangelsten Entfernungen
Eine der meist geangelsten Entfernungen

Und dann war Geduld gefragt, Bisse und Fische mussten ausgesessen werden. Eine Bewegung des Köders, ein leichtes Heranziehen des Korbes blieb meist ohne Wirkung. Wer zu schnell wieder einen neuen Korb Futter mit Ködern auswarf, riskierte den einen Fisch, der gleich den Köder nehmen würde nicht zu bekommen. Denn irgendwann kam meist doch noch der Biss und die wenigen Fische waren dabei nicht besonders vorsichtig, so dass die Fehlbissquote gering war.

Gegen Ende der Durchgänge war man über jeden Fisch dankbar, so wie hier Axel Heuser vom Team Sachsen-Anhalt (FTMAX)
Gegen Ende der Durchgänge war man über jeden Fisch dankbar, so wie hier Axel Heuser vom Team Sachsen-Anhalt (FTMAX)

Mückenlarven (2 bis 4 Stück) am Haken waren der erfolgreichste Köder. Teilweise auch kombiniert mit einem anderen dunklen Köder wie einem Caster oder einem kleinen Wurm oder einem Wurmstückchen. Maden und Pinkies gingen nur am Anfang auf die wenigen Rotaugen einigermaßen, später spielten sie kaum eine Rolle mehr.

Dunkles Futter, dunkle Köder, hier passte das Tablett
Dunkles Futter, dunkle Köder, hier passte das Tablett

Wer auf der richtigen Spur fischte konnte einige Kilos einsammeln und zusätzlich schien es so, dass einige Brassenschwärme im Kanal waren, diese aber ihren Standort kaum wechselten und nicht im Kanal hin- und herzogen. Einige Außreißergewichte spiegelten diesen Umstand wieder.

Sandra Fuller war die erfolgreichste Frau beim Anglertreff Feeder 2012
Sandra Fuller war die erfolgreichste Frau beim Anglertreff Feeder 2012

Das Team Sachsen (Zammataro) überzeugte unter diesen schwierigen Bedingungen und stellte seine Klasse wieder einmal unter Beweis. Unspektakulär und effektiv konnte sich das Team von Michael Zammataro am Ende mit 33 Punkten vor NRW und Sachsen-Anhalt (FTMAX) behaupten. Schon beim Aufbau zeigte sich, dass das Team Zammataro genau wusste, was zu tun ist und eine klare Strategie hatte.

Michael Zammataro fing das höchste Einzelgewicht des Anglertreffs Feeder 2012
Michael Zammataro fing das höchste Einzelgewicht des Anglertreffs Feeder 2012

So wurde weder das Futter- noch das Köderlimit ausgeschöpft, jeder hatte nur das dabei, was er am Ende auch brauchen würde. Seelenruhig wurde auf die Bisse gewartet, um dann mal wieder einen guten Fisch zu keschern und am Ende eine mannschaftlich geschlossene Leistung zu zeigen. Michael Zammataro fing dazu zusätzlich am ersten Tag auf der A 1 mit 22530 Gramm das höchste Einzelgewicht des Anglertreffs 2012.

2. Platz, Nordrhein-Westfalen
  3. Platz, Sachsen-Anhalt (FTMAX)
2. Platz, Nordrhein-Westfalen

  3. Platz, Sachsen-Anhalt (FTMAX)

4. Platz, Schleswig-Holstein
  5. Platz, Bremen
4. Platz, Schleswig-Holstein
  5. Platz, Bremen


Bestes Team des Anglertreffs Feeder 2012, das Team Sachsen (Zammataro)
Bestes Team des Anglertreffs Feeder 2012, das Team Sachsen (Zammataro)

Das Team Zammataro wird damit Deutschland bei der Ende Juli in Belgien stattfindenden Feeder Weltmeisterschaft vertreten und 2013 fährt das Team NRW zur WM nach Südafrika. Trotz der Entfernung, der logistischen Herausforderung und der nicht unwesentlichen Kosten, benötigte das Team, dass mit Thorsten Küsters den besten Einzelangler des Anglertreffs Feeder stellte, keine Bedenkzeit und sagte sofort für die WM 2013 zu. Das Team NRW war sicherlich die Überraschungsmannschaft am Teltow Kanal und in den kommenden Tagen werden wir hier auf www.champions-team.de ein ausführliches Interview mit Thorsten Küsters veröffentlichen.

Die erfolgreichsten Einzelangler des Anglertreffs Feeder 2012, v.l.n.r., Thorsten Küsters, Oliver Brüning, Markus Chmizela, Markus Czyborra, Thomas Drese
Die erfolgreichsten Einzelangler des Anglertreffs Feeder 2012, v.l.n.r., Thorsten Küsters, Oliver Brüning, Markus Chmizela, Markus Czyborra, Thomas Drese


Die nachfolgenden Angler haben sich beim Anglertreff Feeder 2012 empfohlen und werden zum Sichtungsfischen  Ende 2012 eingeladen:

Küsters, Thorsten NRW
Brüning, Oliver Bremen
Chmizela, Markus Sachsen
Czyborra, Markus Sachsen
Drese, Thomas NRW
Kukielka, Matthias Sachsen
Jonaschek, Patrik Sachsen-Anhalt
Koschnick, Jens NRW
Kröning, Ralf Mecklenburg V-Pommern
Heuser, Axel Sachsen-Anhalt 
Voß, Thomas Hamburg
Zammataro, Michael Sachsen
Kröning, Holger Brandenburg
Klein, Tobias Sachsen-Anhalt
Weigang, Matthias Sachsen-Anhalt
Bougé, Toni Sachsen-Anhalt
Baklarz, Oliver NRW
Junk, Michael PSVD
Tannert, Sven Schleswig-Holstein
Kricke, Kurt Sachsen 
+ jeweis 2 Angler pro Landesverband

Das Sichtungsfischen findet in 4 Durchgängen in der Zeit vom 24.10. bis 28.10.2012, alternativ 8.11. - 11.11.2012 statt. Das Gewässer und ein neuer Trainer stehen noch nicht fest, wahrscheinlich wird die Feeder Sichtung am zweiten Termin, also im November in Schoden an der Saar stattfinden.
Die 20 o.a. Teilnehmer werden um 2 Angler pro Landesverband ergänzt und diese max. 52 Angler erhalten eine Einladung zum Sichtungsfischen.
20 Teilnehmer dieses Sichtungsfischens Feeder werden zum Sichtungsfischen 2013 eingeladen, das dann mit 10 Anglern des Anglertreffs Feeder 2013 ergänzt wird. Aus der 20er Gruppe, die sich nach den Sichtungsfischen ergibt, wird zukünftig das Team zusammen gestellt, das im nächsten Jahr an der WM (ab 2014) und weiteren internationalen Veranstaltungen teilnimmt. Analog zum Stippfischen wird auch bei der Feedersichtung eine Teilnahmegebühr erhoben, die in den Etat der immer im folgenden Jahr sattfindenden WM einfließt.

Ergebnisse Mannschaft

Ergebnisse Einzel

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7 Kommentare
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  • Jayson
    @netterstipper
    1/2 liter mucken und ein paar fuer die haken punkt. Ob klein oder gross.
  • netterstipper
    aus Hamm
    Menge der Mücken
    Die Mücken werden zu der zugelassenen Menge an Köder gerechnet. Wenn z.B. 2,5 Liter Köder erlaubt sind und man hat einen 1/2 Liter kleine Mücken und ein paar große für den Haken, so hat man eben für den Rest nur noch etwas weniger als 2 Liter Köder (Maden, Caster, Pinkies, Würmer) übrig. Hat man 1/2 Liter große Mücken und 1/2 Liter kleine Mücken, werden diese ebenfalls von den 2,5 Liter abgezogen. Bleiben noch 1,5 Liter für die restlichen Köder übrig. Mais, Weizen, Hanf etc. wird zur erlaubten Futtermenge gerechnet.
  • ct Redaktion
    HK = Hakenköder
    Einzig große Mückenlarven als Hakenköder dürfen neben der vorgeschriebenen Menge an Ködern separat und bereits im Wasser gezeigt werden. Die Menge der Hakenköder ist dabei nicht geregelt und da wird dann insbesondere international auch gerne mal übertrieben. 100 ml sind schon viel zu viel und mehr sollten es auf keinen Fall sein.
  • Stonefish01
    aus Vallendar
    HK
    Ich bin da anderer Meinung! Die großen Mücken die als Hakenköder betitelt werden,sollten normalerweise bei den 500gr Mücken die erlaubt sind enthalten sein. Sonst könnte man doch 500 gr kleine Mücken und zusätzlich noch 300 gr. Haken Mücken einsetzen,und damit noch zusätzlich füttern. Meiner Meinung entweder weniger kleine und dafür bis zu den 500gr Große auffüllen. Gruß Axel
  • KlauBa
    aus Büttelborn
    Fragen
    @ Martin HK : Hakenköder, also recht kleine Portion. Vermutlich haben die Pfälzer Erde ins Futter um den Nährwert und die Sättigung vom Futter herabzusetzen. Die Köder waren ja eigentlich schon reichlich genug für den Fischbestand. Viele Futterplätze zeugen von Ratlosigkeit!!! Gruß
  • thorsten küsters
    aus willich
    "HK"
    "HK" Haken Köder, eine kleine menge grosse Mücken waren nicht in der Futterbegrenzung enthalten.
  • Der_Martin
    Lob und fragen
    Ein guter Artikel mit vielen Informationen zum Anglertreff – prima. Wer kann die Abkürzung „HK“ in der Auflistung der Ködertabelle übersetzten, was bedeutet das ? Rheinland-Pfalz fischt mit Erde in Feederfutter das macht sonst keiner, warum ist das so ? Sehr interessant wäre der Name und das Ergebnis von den Anglern die an 40 bis 45 breiten Gewässern auf „SECHS“ Entfernungen fischen – schlimmer geht es nicht da kann niemals ein Futterplatz aufgebaut und noch weniger gepflegt werden.