DAV Anglertreff 2012 an der Aue in Sulingen

  • von ct Redaktion
  • 09. Oktober 2012 um 23:54
  • 0

Spätestens seit dem September 2012 ist die Aue in Sulingen zum Gewässerrepertoire eines jeden Matchanglers gewandert. Nach dem DAV Anglertreff für Mannschaften in 2010, verschlug es in 2012 rund 150 Männer, Frauen und Jugendliche ins ländliche Niedersachsen nahe Sulingen.

Die Vorzeichen meinten es gut mit den Anglern, so konnte das gesamte Jahr über Fisch gefangen werden. Erstaunlicherweise waren immer mal wieder Skimmer, stattliche Rotaugen und große Aländer in den Netzen zu verwiegen, so dass sich viele auf dieses launische Gewässer freuten und einige Mannschaften schon im Frühsommer an der Aue zu beobachten waren. Eine große Frage war allerdings der Herbstanfang, so ist dieser Gewässerabschnitt nahe Renzel ziemlich unbekannt in jener Jahreszeit.

Blick über den U-Weg: Sektor E und D
Blick über den U-Weg: Sektor E und D


Bereits am Dienstag trafen dann die ersten Mannschaften und Einzelangler ein und es wurde nahe Pappeln, aber auch in den beiden neuen Sektoren am „U-Weg“ trainiert. Gerade der letztere Sektor war für viele auswärtige, aber auch heimische Angler Neuland, da hier wenig gefischt wird.

Fische dieser Größenordnung waren der Wunsch vieler
Fische dieser Größenordnung waren der Wunsch vieler - vergrößern -


Die Trainingsergebnisse schwankten stark von oF im Bereich des U-Weges bis hin zu 2kg in der Nähe der Tannen, rechts von den Pappeln. Im Grunde war das Training in allen Sektoren ähnlich. Wenige Weißfische, auf welche es sich kaum lohnte zu fischen, versus eine Vielzahl an Kaulbarschen und Gründlingen. Die Anzahl jener schwankte allerdings von Platz zu Sektor stark. Die wenigen großen Brassen, welche als Beifang fungierten, wurden freudestrahlend mitgenommen.

Carsten Röschl mit einem absoluten Bonusfisch im Training
  Carsten Röschl mit einem absoluten Bonusfisch im Training


Kurioserweise war selbst am Freitag, dem letzten Trainingstag, nur ein Bruchteil der Angler anwesend. In den Sektoren B und C fanden sich lediglich gute zehn Angler ein.

Etwas anders verlief es bei den Jugendlichen. Zwar waren auch hier nicht alle anwesend, allerdings fingen jene wesentlich mehr Fisch. Etwa 500m oberhalb der Herren sitzend, wurde in den Trainingstagen im Schnitt über 1kg Fisch gefangen. Dabei wurden schöne Rotaugen, große Brassen, aber auch kleine Barsche überlistet. Lediglich am Freitag gingen die Fanggewichte etwas zurück.
Noch besser hatten es dabei die Frauen und die Veteranen. Sie durften sich in Barenburg, ca. 10km unterhalb der Sulinger Strecke niederlassen und fingen im Training munter ihre Fische. So manchen Betreuer der Herren sah man nach einem langen und schwierigen Trainingstag bei den Damen, um wenigstens ein paar schöne Anblicke zu erhaschen. Ob es dabei um die Fische oder die Frauen ging, bleibt jedem Leser selbst überlassen.

Brassenopa Lutz Weissig auf der Jagd nach kleinen Fischen
Brassenopa Lutz Weissig auf der Jagd nach kleinen Fischen


Samstag in der Früh waren dann fast alle anwesend und pünktlich um 09.30 Uhr fiel der Startschuss für das vierstündige Fischen. Die Bedingungen waren mit den Trainingstagen identisch, so hatten die Teilnehmer mit starken Böen zu kämpfen, blieben dafür aber von Regen verschont. Die Strömung tendierte gegen null und wenn die Pose ein wenig trieb, dann nur wegen der Oberflächenströmung.
Die erste Stunde galt es konzentriert zu nutzen, so waren auf vielen Plätzen Standfische vorhanden, welche sich von den Mückenlarven des Vortages bedienten. Nicht selten berichteten Teilnehmer, dass ihre Barsche Würmer im Maul hatten, obwohl sie selbst keine Würmer gefüttert hatten. Auffallend war jenes in Sektor D, sicherlich mit dem E-Sektor die schlechteste Wahl zu Losen, da ein Gros der Teilnehmer die gesamten Fische in der ersten halben Stunde fing. Kein leichtes Unterfangen, da in den restlichen 200 Minuten kaum ein Fisch zu überlisten war. Wohl dem, welcher wenig zu Beginn gefüttert hatte und nun mit kleinen Portionen die Fische zum Fressen animieren konnte. Eine weitere Option waren Kleinstfische im Uferbereich, welche allerdings nur in geringer Stückzahl zu fangen waren und kaum Platzziffern gut machen konnten.

Dennis Kuhfuss hatte nicht gut Lachen im Sektor D
Dennis Kuhfuss hatte nicht gut Lachen im Sektor D


Auf D 18 und damit weit vom Endplatz entfernt, konnte Arne Hoffmann mit 610gr und damit mit einem großen Vorsprung den Sektor gewinnen. Auch im angrenzenden E-Sektor verzweifelten viele Angler. Wohl dem, wer ganz links oder rechts im Sektor saß, waren dort doch etwas mehr Fische vorhanden. Auch dieser Sektor wurde mit unter einem Kilogramm und 780gr von Martin Kinne aus Niedersachsen gewonnen.

Fast schon mit einem Bonusfisch zum Sektorensieg – Martin Kinne
  Fast schon mit einem Bonusfisch zum Sektorensieg – Martin Kinne


Etwas besser wurde im B- und C-Sektor gefangen. Gewichte etwas unterhalb der Kilomarke ließen die Angler immer mal wieder Fische fangen und das auch noch in ansprechender Größe. Marco Beck nutzte dabei seinen windstillen Bereich aus und konnte mit einer starken, technischen Leistung souverän den Sektor für sich entscheiden. Marc Trautvetter aus Thüringen im Sektor C konnte ebenfalls seinen Sektor gewinnen. Beide Angler fingen über 1kg Fisch. Der A-Sektor brachte die erwarteten Gewichte hervor, so wurden hier schöne Rotaugen gefangen und die Hälfte der Angler platzierte sich über der Kilomarke. Gewonnen hatte hier Thomas Vielmeier mit 1540gr. Allerdings galt es auch hier nicht zu hoch zu losen. Je weiter man zu den Pappeln kam, desto weniger Fisch wurde gefangen und Günter Horler musste sich am Ende mit einer 12,5 begnügen.

Sicherlich kein leichtes Unterfangen bei diesen niedrigen Gewichten und viele freuten sich auf die Damen und Veteranen, so konnte hier im Training doch deutlich mehr gefangen werden. Aber die Aue ist eben die Aue und so ist jeder Tag anders. Im Training top, während den Durchgängen flop. So präsentierte sich die Aue in Barenburg. Bei den Damen setzten sich jeweils mit der Topplatzziffer eins Jane Nemetz, vor Ernie Woigt und Tanja Franz durch. Tanje Franz setzte dabei auf geschnittene Würmer und konnte mehrere große Flussbarsche über 100gr fangen. Keine der Damen schaffte es über 1kg zu fangen. Aber auch die Veteranen hatten nicht gut lachen, so konnte sich hier Jürgen Lang mit 2560gr, vor Harald Strus mit 850gr und Karl Heinz Becker mit 570gr durchsetzen.

Bei den Jugendlichen darf die Leistung von von Erik Klietsch nicht unerwähnt bleiben, so schaffte er es mit einem Gewicht von 4520gr den Sektor deutlich zu gewinnen. Zwar profitierte er von einem Endplatz, aber zwei große Brassen müssen mit dem feinen Geschirr auch erst einmal überlistet werden.

Feine Proppen lagen die gesamte Woche über in der Böschung
Feine Proppen lagen die gesamte Woche über in der Böschung


Der nächste Tag versprach Besserung, sollte der Wind stark abschwächen und die Sonne die Angler verwöhnen. Am nächsten Morgen dann die Ernüchterung – Nachtfrost. Die Startfütterung wurde magerer gestaltet, die Montagen leichter gewählt und die eine oder andere Spur mehr eingerichtet. Das Fischen begann und schnell zeigte sich, dass der Frost den Fischen wenig störte und schnell wurde auf allen Plätzen der erste Standfisch gefangen. Auf dem Endplatz sitzend gewann Ralf Töpper der A-Sektor mit 1570gr. Im Sektor B ging die Idealplatzziffer eins nach Hamburg zu Sebastian Täubert. Der C-Sektor wurde mit einem guten Kilo von Nino Meier gewonnen, während der D-Sektor von Stefan Büchner gewonnen wurde. Auch im Sektor E ging ein Punkt nach Hamburg in Person von Ulf Schneller, welcher von einem Aland von 780gr profitierte.

Der größte Fisch während der Durchgänge: Ulf Schneller mit einem Aland
Der größte Fisch während der Durchgänge: Ulf Schneller mit einem Aland


Marco Beck war die Losfee treu und so freute er sich mit 644gr und einer Vielzahl an kleinen Fischen über seinen Endplatz. Da die anderen Favoriten ihrer Rolle nicht gerecht wurden, konnte Marco Beck den Titel mit drei Punkten mit nach Hause nehmen. Auf dem Silberrang folgte Sebastian Täubert vor Dieter Fuchs aus Baden-Württemberg. In der Mannschaftswertung behauptete sich das Team DAV, vor den erneut starken MeckPomm und dem LAV Thüringen.

Hatte allen Grund zur Freude – Marco Beck
Hatte allen Grund zur Freude – Marco Beck- vergrößern -


Bei den Damen konnten zwei Anglerinnen aus Sachsen einen Sektorensieg einfahren in Person von Astrid Beck und Stephanie Waller. Die dritte Eins ging ins Saarland zu Jacqueline Horsch. Dadurch wurde auch hier die Einzelwertung bunt durchgemischt und am Ende hatte Jacqueline Horsch die Nase vorn vor Tanja Franz und Jasmin Hermandez. Die Damen des LAV Brandenburg standen am Ende vor den Damen aus Sachsen und Niedersachsen vorne.

Bei den Veteranen konnte Jürgen Lang seine starke Leistung vom Vortag wiederholen und platzierte sich somit auch in der Einzelwertung auf Platz eins. Die weiteren Sektorensieger waren Gerhard Sabow und Wolfgang Schneider. Auf Rang zwei in der Einzelwertung platzierte sich Peter Schuchartd vor Karl Heinz Becker.

Weniger ist manchmal mehr – vor allem an der Aue
Weniger ist manchmal mehr – vor allem an der Aue


In der Jugend setzten sich Christoph Barra (U23), Tom Wenzel (U18) und Michael Babick (U16) durch. In der Mannschaftswertung schaffte es die Mannschaft aus Bremen in den Goldrang. Ein anschließendes Gespräch ergab, dass die Mannschaft konsequent zwischen drei Spuren (4m, 9m, 13m) ihre Fische gesammelt hat und mit etwas mehr Partikel im Futter versucht hat, die wenigen Weißfische zu selektieren. Das Futter bestand aus einem Teil Sensas Noire und einem Teil Canal Noire. Dabei wurde auf 13m zu Beginn Futter mit Mückenlarven abgecuppt und sehr wenig nachgecuppt, während auf der 9m Spur lediglich ein Ball mit Erde und Mückenlarven gefüttert wurde und während des Fischens kontinuierlich kleine Ballen nachgefüttert wurden, um die Spur wieder interessanter zu machen. Die 4m Spur brachte lediglich sehr kleine Fische hervor, sollte aber nach Meinung der Bremer Jungs nicht vernachlässigt werden. Eine Taktik, welche sich am Ende auszahlte.

Bei den Herren haben wir Marco Beck nach seinen Stunden an der Aue befragt und Marco war so nett und hat Champions-Team seine Sicht der Dinge dargestellt. Mehr von Marco am Ende des Berichtes. Fotos von der Siegesehrung und die Ergebnisse gibt es hier - Anglertreff Länder Ergebnisse

Die Aue zeigte sich mal wieder von seiner schwierigsten Seite. Generell mussten kleine Fische in Form von Gründlinge und Kaulbarsche gefangen werden. Bei den Kaulbarschen musste man versuchen, die größeren Exemplare anzusprechen. Beide Fischarten konnten aber nicht auf jedem Platz gefangen werden und auch wenn sie da waren, musste man sich eine Strategie überlegen, wie man konstant über vier Stunden die paar Fische überlisten konnte, die da waren. Wer zu viel und zu schnell fütterte, wurde abgestraft. Nach 2011 gab es also wieder ein Gewässer, welches die Angler mit wenig Fisch belohnte und wo technisch anspruchvolles Fischen angesagt war. Die Gewässer werden eben immer sauberer und der Fischreichtum geht weiter zurück. Hoffen wir, dass wir uns auch in 2013 wiedertreffen werden.

Marco´s Sicht der Dinge:
Es gibt Jahre da hat man einen Lauf und bei mir geht das schon seit dem Anglertreff 2011 und das obwohl ich eigentlich das Stippfischen ab 2013 einschränken und mich mehr um das Fischen mit dem Drilling kümmern wollte. Aber meine Teamkameraden sehen das etwas anders und nun auch noch jetzt den Anglertreff im Einzel gewonnen. Also geht es erst mal weiter bis ich wahrscheinlich den Knüppel nicht mehr halten kann.

Zum Anglertreff ansich - ich hatte leider keine Zeit zum Training an der Aue, weil ich bei Sensas zum Meeting war und konnte erst am Freitagnachmittag dort anreisen. Aber in einem guten Team wird man halt mit den richtigen Infos versorgt.

Der Samstag war vom Wetter nicht so schön. Starker kalter Wind aus Nord und das ist in der Norddeutschen Tiefebene ist nicht angenehm, außer auf B 8,9,10 dort war gegenüber ein Wald, der das Angeln sehr angenehm machte und ich mitten drin und die Fische waren auch noch da- was für ein schönes Fischen.

Der Sonntag auch noch die E 18 am Ende, tja wenn man am ersten Tag gut angelt, kann auch ein Außenplatz nicht schaden, was nicht heißt das einem die Fische ins Netz hüpfen. Nach zwei Stunden war aber Schluß mit dem Beißen und jeder Fisch musste hart erkämpft werden.

Meine Techniken an beiden Tagen waren identisch, zwei Bahnen wurden im Wechsel befischt, 6m und 13m mit Schimmern von 0.2 bis1gr überwiegend mit Drahtantenne und das mit 0.7er Hauptschnur und 0.6 Vorfach mit Haken von 22-26er, einem normalen Elastik 0.5 in 2 Teilen.

Das Futter wurde durch Infos meiner Kollegen in Frankreich zusammen gestellt, welche recht oft in solchen Gewässern wie die Aue fischen  und bestand aus:

3 kg Super 3000 dark gardon sale
3 kg Super 3000 dark etang sale
+ 100gr sweetix, 200gr Leinsaat geröstet + 900gr Vanillix. (für das gesamte Team)


Als Erde wurde Terre de Somme noir und Terre de Rivere ockre und Tonerde braun je nach belieben gefüttert. Der Erfolg war letztendlich die richtige Mischung zu finden, welche zwische Futter und Erde zu welcher Zeit gefüttert wird.

Zum Start setzte ich auf 13m 3 Ballen mit 50:50 Futter und Terre de Rivere, welche eine längere Öffnungszeit haben  und 2 Ballen mit 50:50 Futter und Tonerde, welche sofort Aktivität am Boden bringen und die Futtermücken tanzen lassen wie in einem Glas mit Mineralwasser. Bei der 6m Bahn wurde nur Terre de Rivere gecupt weil dort meist nicht so viele Fische zu erwarten waren.

Köder waren nur pro Tag 300gr Jokers und 50gr Bloodworm was schon deutlich am Maximum lag.
Ein wichtiger Punkt an der Aue ist das Ausloten, denn es gibt schlammige und feste Böden an den Abschnitten und es war wichtig den Köder genau 1 bis 2 cm über dem Boden anzubieten, so dass der Biss schon beim Einsaugen zu sehen war.

Meine Plätze waren beide mit hartem Boden was die Gründlinge mögen  und ca. 80% meines Fanges ausmachte. Nach ca. 70min hatte ich am ersten Tag eine Beißflaute, die ich mir nicht erklären konnte und ich lotete nach und Tatsache das Wasser war um ca. 5cm gefallen- neue Einstellung und die Bisse stellten sich wieder ein.

Mehr Infos zu den Montagen und Sale demnächst unter www.angelschule-marco-beck.com oder Sensas.

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren