Anglertreff für Mannschaften 2012 am Elbe-Havel-Kanal

  • von ct Redaktion
  • 07. August 2012 um 15:16
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Das war die Frage beim Anglertreff für Mannschaften am Elbe Havel Kanal in Niegripp. Der Gegenstand der Frage waren die Brassen. Der Brassen ist der Fisch, der am Elbe Havel Kanal den Unterschied ausmacht. Leider sind die Brassen aber sehr launisch und alles andere als leicht zu fangen.
Aber erstmal der Reihe nach...

Der Elbe Havel Kanal in Niegripp - Sachsen-Anhalt
Der Elbe Havel Kanal in Niegripp - Sachsen-Anhalt

Zum Anglertreff der Vereine hat jeder der 16 DAV Landesverbände ein Team an den sachsen-anhaltinischen Elbe-Havel geschickt, genauer gesagt wurde am Gewässerabschnitt in Niegripp geangelt. Zusätzlich wurde das Siegertem des Vorjahres aus Köllerbach eingeladen. Einige Teams fischten bereits seit Montag und bis zum Donnerstag waren dann alle Teams auf der Strecke versammelt, um sich vorzubereiten. Im Vorfeld wurden die Teams aus dem Saarland (Köllerbach und CM Lockstoffe), das Team Stipp-Profi aus Brandenburg, sowie das Sensas Team aus Mecklenburg Vorpommern hoch gehandelt. Außenseiterchancen räumte man dem FTM Team aus Sachsen-Anhalt sowie dem AC Bremen ein.

Perfekt vorbereitet gehörte Carsten Röschel von der Anglerunion Bremen zum Favoritenkreis
Perfekt vorbereitet gehörte Carsten Röschel mit seinem Team vom AC Bremen zum Favoritenkreis

Kommen wir nun zu den Trainingseindrücken. Jedes Team weiß, dass es beim Fischen am EHK um Brassen geht, also probiert man eine Methode zu finden, um genau diese Brassen zu fangen. Im Allgemeinen ist es an diesem Gewässer so, dass man neben den vereinzelten Brassen auch Barsche und ab und zu ein Rotauge fangen kann. Jedoch nicht in diesem Jahr, denn die Trainingswoche war geprägt vom Angeln auf Rotaugen, denn diese bissen in beträchtlicher Anzahl. Von den Brassen war in den ersten Tagen nichts zu sehen. Aber an der Strecke hörte man immer wieder, dass die Brassen schon noch einlaufen werden, wenn genug Köder und Futter eingebracht wird. Diese Prognose ging von Tag zu Tag, doch sie kamen nicht wirklich. 

Claus Müller mit einem der begehrten Brassen
Claus Müller mit einem der begehrten Brassen

Als die Brassen am Freitag immer noch nicht in vernünftiger Stückzahl gefangen wurden, stand jedes Team vor der Frage, ob man im Durchgang am Samstag trotzdem auf diesen Fisch setzen sollte, oder lieber den sicheren Weg der Rotaugen- & Barschangelei gehen würde?

Wie sehen die Unterschiede in der Angelei auf diese beiden Fischtypen aus?
  • Rotaugen/Barsch: aktives Futter, wenig Erde, bündiges Fischen in freier Drift
  • Brassen: passives Futter, hoher Erdanteil, 20cm auf dem Grund Fischen, starkes Verzögern des Köders


Wie man sieht, sind die Voraussetzungen für diese beiden Strategien vollkommen unterschiedlich und die Teams standen vor dem Dilemma, dass man nicht wusste, welcher Weg der richtige sei. Erst am Sonntag würde man Klarheit über die richtige Taktik haben. Nach dem letzten Trainingstag sprach aber vieles für das Rotaugenangeln und somit das Sammeln möglichst vieler Fische.

Ein Blick auf das Futter made by Claus Müller - viele Köder und Partikel sind wichtig
Ein Futter mit vielen Ködern und Partikeln für die Kleinfischangelei

Dann kam der Samstag und wie so oft, war hier wieder alles anders als im Training, denn die Kleinfische bissen teilweise nur noch in der ersten Stunde und ein paar Bonusfische wurden in alles Sektoren relativ früh eingenetzt. Für die erfolgreichen Teams bedeutete dies Schwerstarbeit, mussten sie sich doch während des Fischens umstellen, um doch die eine oder andere Brasse zu fangen. Dem aktiven Rotaugenfutter wurde Erde beigegeben, um es schwerer und passiver zu machen, dazu wurde es mit grauen Lehm abgebunden. Der Köderanteil wurde hochgeschraubt (Mücken, Caster und Würmer), die Montagen wurden tiefer gestellt und etwas schwerer gewählt. Dann hieß es die Fische richtig zu befüttern und zu warten und eben dieses Warten kann am Elbe Havel Kanal nervenaufreibend sein. Oft bekommt man nur 1 bis 2 Brassenbisse und diese muss man dann verwerten. Die Gewichte der Brassen lagen zwischen 800 und 2000 Gramm und diese Gewichte konnte man kaum mit den Rotaugen und Barschen kompensieren. Verschlug man jedoch die Brassenbisse, verlor sie im Drill oder bekam einfach die Bisse nicht, dann hatte man keine Chance im Sektor ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen.

Gute Köder waren sehr wichtig beim Fischen am EHK - hier Würmer der Spitzenklasse
Gute Köder waren sehr wichtig - hier Würmer der Spitzenklasse

Ein paar Worte zum Gerät. Gummizüge der Stärke 0,8mm bis 0,9mm waren meist im Einsatz. Diese wurden oft über drei Teile gespannt, hatten die Angler doch Angst die Brassen im Drill zu verlieren. Posen zwischen 2 und 4 Gramm waren die beste Wahl. Diese Posen mussten sauber austariert werden. An 09er oder 10er Vorfächern wurden Haken der Größe 16-20 geangelt. Zum Einsatz kamen Haken mit einem nicht zu dicken, aber trotzdem festen Stahl (z.B. Sensas 3405).

Eine typische Pose für den EHK - die Leatitia aus dem Hause Sensas
Eine typische Pose für den EHK - die Leatitia aus dem Hause Sensas

Nach dem ersten Durchgang lag das Team aus Meck-Pomm mit der Pz 23 an der Spitze des Feldes, gefolgt von dem Team aus BRB, welches aber bereits 6 Punkte Rückstand hatte. Auf Platz 3 lag das Team aus Sachsen Anhalt mit der Pz 32 und damit ebenfalls noch in Reichweite. Wie schon beschrieben, musste man am Samstag Brassen mitfangen um ein brauchbares Ergebnis zu fischen und dies gelang dem Team aus Meck-Pomm am besten.

Der zweite Durchgang wurde durch einen Wetterwechsel eingeläutet. Über Nacht waren die Temperaturen deutlich gefallen und das Quecksilber-Barometer pendelte sich 10° C tiefer ein als am Tag zuvor. Zusätzlich zogen heftige Regenwolken am Horizont auf.

Echte Männer mit grossen Schirmen beim Starkregen am Sonntag
Echte Männer mit grossen Schirmen bei starkem Regen am Sonntag

Die Strecke am Kanal ist eine eher faire Strecke und man kann sich eigentlich von jedem Platz nach vorne bzw. hinten angeln. Lediglich der E-Sektor ist nicht ganz so fair, hier empfiehlt es sich, sich am Ende in die hohen Nummern zu ziehen. In den niedrigen Nummern lässt nämlich keine Schadensbegrenzung betreiben. Dieses Jahr war es das Team aus Meck Pomm, welches zur richtigen Zeit auf der richtigen Nummer saß. Auf Platz E17 saß mit Thomas Habelitz ein ausgewiesener EHK Kenner Thomas Habelitz, der im zweiten Durchgang am Sonntag nichts anbrennen ließ und mit über 21 kg das höchste Einzelgewicht der Veranstaltung fing.

Nach gefühlten 60 Sekunden hatte Thommy den ersten Brassen im Käfig
Nach gefühlten 60 Sekunden hatte Tommy den ersten Brassen im Käfig

Im Fischen zeigte sich dann schnell, dass sich das Team aus Meck Pomm die Sache nicht mehr aus der Hand nehmen lassen würde. Das Team um Marco Beck, Peter Schührer, Chris Dobmeier, Thomas Habelitz, Eric Jung und Oli Flam fischte stark und konnte auch an diesem Tag das beste Mannschaftsergebnis erfischen. Das Team aus BRB fischte solide, verlor aber auch am 2. Tag einige Punkte auf das Team aus Meck Pomm. Einen ganz starken zweiten Tag fischte das Team aus Bremen, es reichte zwar nicht ganz um das Team aus BRB vom 2. Platz zu verdrängen, doch der 3. Platz ist ein starkes Ergebnis, konnte man doch die starken Teams aus dem Saarland oder auch aus Sachsen Anhalt hinter sich lassen.
Anglerisch war der zweite Tag übrigens ähnlich dem ersten Tag, der Wetterwechsel hatte den Fischen kaum auf den Magen geschlagen und es galt auch an diesem Tag die Brassen an den Haken zu bringen. Besonders gut gelang dies übrigens auf Platz E 17 - Tommy fing hier satte 21.000 Gramm und lies seinen starken Nebenmännern um Carsten Röschel, Claus Müller und Henric Plass kaum einen Fisch übrig. Ebenfalls stark am zweiten Tag war Ralf Herdlitschke der an der „Kraterlandschaft“ nahe der Brücke mit über 8 Kilogramm seinen Sektor für sich entscheiden konnte.

90% der Angler gehen auf dem Platz unter - Ralf fischte einen Sektorensieg
90% der Angler gehen auf dem Platz unter - Ralf fischte einen Sektorensieg

Das Team aus Meck-Pomm wird damit die deutschen Farben bei der Club WM 2013 in Italien vertreten. Sicherlich wird das Team einen breiten Betreuerstab auf die Beine stellen. Ein Fakt, welcher in der heutige Zeit sicherlich sehr wichtig ist. Wir drücken dem Team die Daumen und hoffen auf ein erfolgreiches Abschneiden bei dem Event.

Das beste Team des Anglertreff - Sensas Team Dömitz
Das beste Team des Anglertreff - Sensas Team Dömitz

Bei den Damen fischten 6 Mannschaften und nach sehr dürftigen Fängen im ersten Durchgang, waren die Fische am Sonntag auf die Damenstrecke gezogen, die gegenüber der Herrenstrecke in Höhe des Auslaufs des Niegripper Sees lag. Die Damen der Stipp-Profis vom Fishing Team Brandenburg sichersten sich nach drei Sektorensiegen im zweiten Durchgang den Titel nach Platz 3 am Vortag vor den Elbstipperinnen aus Sachsen und dem Magdeburger Angelverein aus Sachsen-Anhalt. Ging es im ersten Durchgang fast nur auf kleinste Barsche und Rotaugen und Gesamtgewichte um ein Kilogramm, so gab es im zweiten Durchgang auch diverse Brassenfänge. Die 11,5 Meter Kopfrute mit einem 6teiligen Kit war neben der 10 Meter Rute mit 10 Meter Schnur die erfolgreichste Methode, um über die Steine und an die dicken Fische zu kommen.

Noch ein Wort zu dieser Veranstaltung: Viele Angler, und leider gerade auch Matchangler, sehen es als selbstverständlich an, dass der DAV Veranstaltungen wie diese auf die Beine stellt. „Man“ ist ja ein supertoller Angler und der DAV sollte dankbar sein, dass man zum Gewässer kommt um dort zu Fischen. Hinter diesen Events steckt jedoch immer eine Menge Arbeit und der Dank der Angler sollte Steffen Quinger und seinem Team vor Ort, in diesem Fall u.a. der DAV Gruppe Burg, gelten. Anwesenheit, Gratulation, Danksagung und Verabschiedung sollte dabei selbsverständlich sein.

Bilder der erfolgreichsten Mannschaften und Ergebnisse der Damen und Herren gibt es HIER



Marco Beck vom Team Sensas Mecklenburg-Vorpommern zum Anglertreff 2012:

So, nun ist es endlich soweit... wir haben es geschafft, mal nicht nur 2. oder 3. zu sein - dies wurde auch Zeit! In einem Team, welches schon seit Jahren gerne mal zur WM fahren möchte, waren schon unterschwellige Meinungen zu hören, ob denn das ganze Training der letzten Jahre überhaupt Sinn gemacht hat und ich selbst war ja auch nicht mehr der Motor des Teams.
Bei der EM in Spanien fragte mich Peter ob ich mal wieder Vollgas geben könne, um bei dem Anglertreff für Vereine zu gewinnen. Ich sagte ihm, dass ich nun erstmal in den Urlaub gehe und mal richtig darüber nachdenken werde, ob ich dem Wettbewerb in Deutschland so intensiv weiter betreiben möchte wie bisher.

Nun aber zum Training Anglertreff. Wir konnten erst ab Mittwoch richtig beginnen, denn manche von uns hatten nicht mehr genug Urlaub für 2012 und somit waren die Sektoren D und E nicht auf unserem Plan. Was aber durch Tomis Training im Vorfeld klar war, dass im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht genügend Brassen im Kanal sind. Das diese in der Regel nach einer Woche an einer befütterten Strecke kommen würden, war uns klar, jedoch nicht in welchen Mengen. Unsere Gegner waren Brandenburg, die mit Sicherheit auf Brassen angeln würden, dann die Saarländer, die auf Kleinfisch sehr gut sind, Sachsen-Anhalt war nicht zu unterschätzen so wie manch andere norddeutsche Teams, wenn die Brassen kommen. Aber kommen sie oder kommen sie nicht?

Zum Trainingsabschluß am Freietag wurden die Brassen schon mehr. Allerdings nicht genug, um sagen zu können, dass jeder in seinem Sektor 1-3 Stück fangen konnte. Also sagte Peter, unsere Stärke ist mit unserem Futter - einer Kombination zwischen Kleinfisch und Großfisch, zu haben, welche je nach Situation richtig eingesetzt werden kann und wir sind schnell genug um genügend kleine Fische zu fangen um uns im Sektor unter die ersten 5 zu angeln und Brassen sind BEIFANG.

OK! Gesagt, getan - erster Tag, sechs Punkte Vorsprung!
Nun meldete sich Chris und sagte "Was soll sich morgen ändern? Die Anderen müssen angreifen, nicht wir. Wir machen, was wir können  und das ist das Selbe wie im ersten Durchgang - kommen mehr Brassen, dann fangen wir die genau so! Ansonsten zu den Gegnern keinen all zu großen Abstand kommen lassen, das sollte dann reichen."

Nun eine Woche später ist mir klar, dass ich nochmal eine eine "Schippe nachlege", wie man sagt und unser Team noch besser formen werde, das es nicht der letzte Sieg sein soll und wer Interesse daran hat, mitzumachen, kann sich gerne bei mir melden.

Weitere Infos unter www.marco-beck.com

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