Sichtungsfischen des Team Niedersachsen 2012

  • von ct Redaktion, Bilder: Wilfried Wittger
  • 16. Mai 2012 um 10:11
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Vorerst sollte es Richtung Ketzin gehen, um die Jungs vom Team Niedersachsen auf ihre Matchrutenkenntnisse zu prüfen, doch als der Veranstaltungsort für den DAV Anglertreff für Einzelangler auf die Aue in Sulingen gelegt wurde, handelte das Gremium in Niedersachsen schnell und das Sichtungsfischen des Team Niedersachsen wurde ebenfalls auf die Sulinger Aue verlegt.
Ein Großteil der Teilnehmer wohnt unter 100km von der Aue entfernt und so traf man sich bereits im Winter regelmäßig, um zu schauen, wie sich das Beißverhalten über die Zeit verändert. Dabei kam es den Teilnehmern zu Gute, dass die Aue ein solides Wintergewässer darstellt.

Der Modus sieht es vor, dass 4 Durchgänge gefischt werden. Einer am Freitag, zwei am Samstag und einer am Sonntag. Jedem war bewusst, dass der zweite Durchgang an der Aue am Samstag problematisch werden würde, da man hier auf einem gerade befütterten Platz sitzen würde. So war es nur verständlich, dass der Streckenabschnitt für die 16 Angler aufgeteilt wurde und zwei Durchgänge links von den Pappeln und zwei Durchgänge rechts von den Pappeln befischt wurden.

Andreas Pleuß

Oliver Bürger
  Uwe Koopmann
Legten eine gute Performance an den Tag: Andreas Pleuß, Oliver Bürger und Uwe Koopmann

Ab Mitte März wurden die Plätze regelmäßig befischt und anfangs konnten gute Stückzahlen und Gewichte erbeutet werden. Ende März wurde es jedoch wieder kälter und das Beißverhalten verschlechterte sich dramatisch. Eine Woche vor dem Fischen war jedem Teilnehmer klar, dass nicht viel Fisch kommen würde und so war die Strecke am Wochenende vorher gut besetzt und ab Dienstag sah man die ersten Angler trainieren. Dabei galt es irgendwie um die 10 Fische in 4 Stunden zu fangen und möglichst einen „Bonusfisch“ um die 100gr zu ergattern. Die Plätze rechts von den Pappeln erwiesen sich als fischarm, so kamen hier meist Gewichte um die 50gr in 4 Stunden hervor. Saß man hingegen etwas weiter stromab, konnte man deutlich mehr Fisch fangen. Es galt also auch ein wenig Losglück zu haben, um im ersten Durchgang möglichst weit rechts von den Pappeln zu sitzen.
Links von den Pappeln schien mehr Fisch zu sein, so konnten hier im Training Gewichte um die 500gr gefangen werden. Auch hier war es sehr interessant, dass man irgendwie einen Fisch von 100 Gramm plus fangen musste. Kleine, typische Auefische um die 20 Gramm waren selten und konnten maximal zu einer Stückzahl von 10 Fischen in 3 Stunden gefangen werden. Barsche wurden trotz des vielen Trainings mit Mückenlarven kaum gefangen und galten als Zufallsfische. Auch die Gründlinge ließen sich nicht auf jedem Platz fangen, waren allerdings gern gesehene Fische, da sie kugelrund gefressen waren und gute 15 Gramm auf die Waage brachten.

Ein Ergebnis, welches es galt zu vermeiden..
Ein Ergebnis, welches es galt zu vermeiden...

Am Freitag wurde einmalig gelost und so wusste jeder Teilnehmer seine Plätze für alle Durchgänge. Der erste Durchgang fand rechts von den Pappeln statt und es gab lange Gesichter bei einigen Teilnehmern, als auf dem Los Platzziffer 11-16 stand. Jeder der Teilnehmer wusste, dass es nur ein Ziel hier geben kann – möglichst nicht hoch Punkten. Nach dem Durchgang gab es Gewissheit, so kamen fast alle zweistelligen Ergebnisse von diesen Plätzen. Uwe Koopmann schaffte mit einem guten Aland und einer handvoll kleinen Fischen noch eine sehr gute Platzierung. Lediglich Oliver Bürger wusste seine Platzziffer 3 nicht zu nutzen und fuhr ein zweistelliges Ergebnis ein. Auf dem Endplatz sitzend bewies Sebastian Graf, dass er trotz seines jungen Alters weiß, wie man Fische fängt und gewinnt souverän den ersten Durchgang. Interessant war, dass eine handvoll Teilnehmer es verstand, den einen größeren Fisch zu fangen. Vorwiegend mit einer schweren Montage um die 2 Gramm, aufgelegt auf dem Futter und einem langem Atem. Wer nicht zu schnell aufgab und ein bisschen Geduld mitbrachte, konnte den entscheidenden Fisch fangen. Mit 150 Gramm hielt man sich hier schon in der oberen Hälfte auf.

Das Team beim Aufbauen – noch war man guter Dinge
Das Team beim Aufbauen – noch war man guter Dinge

Ludger Vogt
  Martin Nordiek
Ludger Vogt   Martin Nordiek

Samstag 2. Durchgang wurde links von den Pappeln gefischt und starke Sturmböen machten ein sauberes, technisches Fischen schwer. Die meisten Teilnehmer hatten unter 10 Fische, lediglich Oliver Bürger konnte aus der Mitte überzeugen und konnte mit guten 300 Gramm Platz 3 erreichen. Gerade auf dieser Seite hatten viele um die 5 Fische und wer ein bis zwei größere dabei hatte, sah sich am Ende vorne. Ob es dann einer der wenigen Alande, ein Barsch um die 200 Gramm war oder ein schönes Rotauge, war egal. Hauptsache die Waage zeigte am Ende etwas mehr als 200 Gramm an. Dabei waren hier die Plätze 1-3 klar im Vorteil, konnten diese doch einige Weißfische mehr fangen als die Mittelplätze. Wieder bestätigte sich bei einigen die Taktik, dass das sture, schwere und ruhige Anbieten des Köders gerade die größeren Fische ansprach. Kam der eine größere Fisch aber nicht, so fand man sich ganz weit hinten wieder, da die meisten Teilnehmer um die 100 Gramm mit kleinen Fischen fangen konnten.

Um es möglich fair zu gestalten wurde mit der Küchenwaage gewogen
Um es möglichst fair zu gestalten wurde mit der Küchenwaage gewogen

Peter Englisch
  Dieter Hoge
Peter Englisch   Dieter Hoge

Der 3. Durchgang Samstag gegen Nachmittag wurde von Regen, dafür aber leichten Wind geprägt. Gefischt wurde wieder rechts von den Pappeln und wieder musste man einen größeren Fisch fangen. Dieses Mal waren die Platzierung bunt gemischt, da es Torsten Renner und Andreas Pleuß verstanden, von sehr schlechten Plätzen den entscheidenden Fisch zu fangen. Lukas Reichenbach auf dem Endplatz stromab ließ nichts anbrennen und gewann deutlich.

Ein etwas besserer Fang
Ein etwas besserer Fang

Gerd Beich
  Sebastian Graf
Gerd Beich   Sebastian Graf

Nach dem Samstag lag das Feld vorne dicht beisammen, so dass 10 Angler um die Plätze 1-5 buhlten, während drei Angler bereits abgestiegen waren.

Wind und Wetter galt es zu trotzen
Wind und Wetter galt es zu trotzen

Sonntag ging es wieder links von den Pappeln, begleitet von Wind und schlechtem Wetter. Es war wieder etwas kälter geworden und so setzten viele Teilnehmer auf weniger Futter und mehr Erde, um die 100 Gramm zu knacken. Zu Beginn das typische Bild aller Durchgänge. Kaum Fisch in der Anfangsviertelstunde und dann in den ersten 90 Minuten ein paar kleine Fische. Die ersten drei Plätze rechts an den Pappeln waren wieder kaum zu schlagen, nur dass nun auch die Plätze ganz links wesentlich mehr Fisch fing. In der Mitte musste wieder jeder kleine Fisch hart erkämpft werden, oder man wartete eben auf den einen großen Fisch. Lediglich Oliver Bürger zwei vorm Ende auf Platz 15 kam nicht an Fisch und verlor in der ersten Stunde relativ schnell einen großen Fisch. Kurze Zeit später netzte er dann die einzige große Brasse an diesem Wochenende ein und sicherte sich so den Gesamtsieg mit der Gesamtplatzziffer 20 aus 4 Durchgängen.

Letztlich empfohlen sich Oliver Bürger, Stefan Fedtke, Andreas Pleuß, Lukas Reichenbach und Uwe Koopmann für den DAV Anglertreff im September an der Aue.

Guter 4. Durchgang für Andreas Pleuß
  Guter 4. Durchgang für Andreas Pleuß

Was war nun auschlaggebend und wie kam man an den Fisch? Auch hier hieß es wieder – viele Wege führen nach Rom. Während Andreas Pleuß es in den letzten drei Durchgängen verstand, die größeren Fische zu fangen mit einem doch etwas schwereren Schwimmer, konnte Lukas Reichenbach sich mit vielen kleinen Fischen durchsetzen. Stefan Fedtke und Uwe Koopmann schafften es, in drei Durchgängen den entscheidenden Aland zu fangen und fuhren somit keine einzige sehr schlechte Platzierung ein, selbst von schlechten Plätzen. Oliver Bürger wiederum fand einen guten Mix zwischen großen und kleinen Fischen und konnte so seinen Ausrutscher vom ersten Durchgang wett machen. Die Erfolgsmontagen waren von der jeweiligen Angelart abhängig, fischte der eine schwer auf dem Punkt, der andere jedoch leicht im Trieb. Das Futter durfte nicht zu fett sein, aber auch nicht zu fein, um den einen größeren Fisch zu bekommen. Es galt also im Training die Angelart zu finden, welche zum jeweiligen Angler passte, konnte man doch immer ein paar Fische fangen. Interessanterweise musste es auch nicht immer die Mücke sein, so nahmen die Fische auch mal gerne ein Caster, eine Made oder ein Pinki.

Mögliches Ködertableau...
Mögliches Ködertableau...

Normalerweise wird sich das Beißverhalten in den nächsten Wochen verändern, wenn es etwas wärmer wird, so dass mehr Fische gefangen wird. Auf jeden Fall wird der DAV Anglertreff für Einzelangler eine interessante Veranstaltung werden und man wird sehen, welche Taktik dieses Jahr die Beste sein wird. Denn man darf nie vergessen – die Aue verändert sich von Jahr zu Jahr und nur wer variabel ist und seinen Platz lesen kann, wird am Ende vorne sein.
Drei Wochen nach dem Fischen des Team Niedersachsen fand ein vereinsinternes Fischen mit etwas über 30 Anglern statt. Gefischt wurde auf der gleichen Strecke, nur waren die Fische etwas größer. So musste man schon über 2500gr erbeuten, um überhaupt im Mittelfeld zu landen, gar über 5kg, um in den Top 5 zu landen. Hoffen wir, dass die Fresslaune der Fische bis zum September anhält.

Endlich vorbei! -Teilnehmer, Helfer und Stopper freuen sich gemeinsam auf mehr Fisch in der Zukunft
Endlich vorbei! -Teilnehmer, Helfer und Stopper freuen sich gemeinsam auf mehr Fisch in der Zukunft

Für ein kleines Schmankerl sorgte im zweiten Durchgang der Stopper Christopher Heitmann, als er nach dem Fischen eine Runde Schwimmen ging. Bei 8 Grad Außentemperatur und kalten Nächten sicherlich kein angenehmes Unterfangen. Leider verlor „Heiti“ ein 7. Teil beim Aufbauen seiner Kopfrute im Wasser. Heiti nahm es sportlich und stellte sogar ein Foto zur Verfügung. Hoffen wir, dass jenes Dir nie wieder passieren wird ;-).

Heite steht knietief im eiskalten Wasser
Das nennen wir Sportsgeist - brrrr....

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