DAFV Anglertreff der Herren an der Saale bei Calbe

  • von Martin Kinne
  • 23. Oktober 2013 um 08:30
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Der September 2013 stand ganz im Zeichen der Saale bei Calbe. Die Pensionen und Unterkünfte waren lange vorher restlos ausgebucht und die Stadt Calbe an der A 14 südlich von Magdeburg wimmelte an den Wochenenden nur so vor Anglern. Den Start machte die Tubertini Challenge Anfang September gefolgt vom DAFV Anglertreff der Jugend, der Damen und den Veteranen.

Bei beiden Veranstaltungen wurde deutlich, dass der erfolgreiche Angler von morgen variabel fischen musste. Die einzelnen Sektoren waren teilweise sehr unterschiedlich und die anzuwendenden Angelarten je nach eigenem Vermögen einzusetzen. Bei den Jugendlichen dominierte die klassische Angelei auf 13 m, wobei einige Teilnehmer es gekonnt verstanden, die Bolorute oder die Angelei auf Ukelei einzusetzen. Jenes zeichnete sich auch bei den Damen und den Veteranen ab. Hier finden Sie die Ergebnisse zur Vorwoche.

Um nun die passende Angelart für sich selbst zu finden, bedarf es einer gründlichen Betrachtung der einzelnen Sektoren. Hierfür war es von Vorteil, wenn man entweder bereits früh anreiste, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort auseinander zu setzen oder über ein breites Netzwerk an befreundeten Anglern verfügte.

Im Folgenden die Sektoren kurz vorgestellt:

A-Sektor

Der A-Sektor lag am linken Ende der Wiese und beinhaltete die ersten fischbaren Plätze. Hier war jeder Platz anders. Galt es hier besonderns genau zu loten. Tiefen bis etwa 7 m, einzelne tiefe Löcher auf der Kopfrutenspur und Flachwasserzonen auf 10 m Entfernung zeigen die typische Charakteristik einer Innenkurve. Nicht jeder Platz konnte mit der Kopfrute befischt werden – wohl dem, der die Bolorute beherrschte. Auch die Ukeleis stellten sich nicht auf jeden Platz. Zudem konnten einige Plätze auf 10 m mit unter einem Gramm befischt werden, weil einfach keine Strömung vorhanden war oder schlimmer noch, eine Kehrströmung herrschte. Letztlich wünschte sich kaum einer der Teilnehmer auf seinem Loszettel den Sektor A.

B-Sektor

Zu Beginn der Innenkurve endete der B-Sektor, welcher sich stromhoch auf die lange gerade Strecke der Saale erstreckte. Die Plätze waren für einen Naturfluss sehr gleichmäßig und sowohl die großen Flussbewohner als auch die kleineren Exemplare nahmen gerne die angebotene Köderpalette wahr.

C-Sektor

Ähnlich dem B-Sektor ist der C-Sektor, welcher sich auf dem geraden Stück der Saale befindet. Auch hier war das Fischen über dem gesamten Sektor relativ gleichmäßig, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Naturfluss handelt.

Überblick über Sektor CÜberblick über Sektor C

D-Sektor

Kurz vor der Außenkurve stromhoch endete der D-Sektor. In diesem Abschnitt war jeder Platz anders. Von außen optisch ein gleichmäßiger Bereich aber unter Wasser eine Berg- und Talfahrt die seines gleichen sucht. Während der eine Angler links eine komplett freie Drift hatte, standen bei seinem Nachbarn bereits zwei Montagen in der Spur. Hier musste sehr variabel gefischt werden, denn wer auf einem solchen Platz saß, brauchte diesen nicht mit der Hoffnung auf eine gute Platzierung befischen.

Überblick über den E- und D-SektorÜberblick über den E- und D-Sektor

E-Sektor

Es bleibt letztlich der E-Sektor. In einer Außenkurve gelegen und der einzige Sektor in welchem die Angler ein wenig laufen mussten um die Angelplätze zu erreichen. Die einzelnen Plätze waren unterschiedlich weit auseinander, da Bäume das Ufer säumten und einige Bereich nicht zu befischen waren. Mit Sicherheit auch der ungerechteste Sektor, da die Angler am Ende des Sektors deutlich mehr Fisch fingen, als die Jungs auf den niedrigen Plätzen.

Die unregelmäßige Struktur ist gut zu erkennen Luxus - in den meisten Sektoren saßen die Angler am Auto Luxus - in den meisten Sektoren saßen die Angler am Auto
Unregelmäßige Struktur
Luxus - in den meisten Sektoren saßen die Angler am Auto


Der E-Sektor letztendlich war auch der Grund, warum man sich am Abend vor der Veranstaltung mit den Vertretern aus den einzelnen Bundeländern dazu entschied, die Sektoren zu teilen. Gut für die Teilnehmer im E-Sektor, schlecht für die Teilnehmer aus den anderen Sektoren, welche auf miserablen Plätzen saßen, welche in einem Naturfluss nun mal vorkommen, und selbst mit Ukeleis sich so nicht mehr nach vorne Fischen konnten. Durch die kleinen Sektoren gab es fast nur eine Möglichkeit ganz vorne zu landen. Das Fischen auf große Fische. Und genau diese Disziplin beherrschte an diesem Wochenende eine Person in Perfektion – Ralf Töpper. Ralf fischte ohne großes Training am Samstag das erste Mal in der Saale bei Calbe und hatte sich eine Taktik zurechtgelegt, welche an diesem Tag einmalig war. Im E-Sektor auf Platz 12 sitzend fischte er lediglich auf große Fische. Geklebte Maden, Hanf, Caster und ein wenig Futter benötigte er, um die großen Döbel zu fangen. Während andere die ersten kleinen Fische in der Drift fingen und auch schon bessere Brassen im Sektor gefangen wurden, schoss Ralf unbeirrt seine Caster und seinen Hanf in die Spur und wartete weiterhin auf den ersten Fisch. Die Caster platzierte er dabei etwa 6 m stromhoch, genau an der Sektorengrenze, während der Hanf etwa zwei bis drei Meter oberhalb platziert wurde. Dabei schoss er nicht jeden Trieb die losen Köder, sondern nur ab und an um die Fische zu aktivieren. Am Grund fütterte Ralf etwas Futter und die geklebten Maden. So dauerte es etwa eine halbe Stunde bis die Pose unterging und das 2,1 mm Hollow anfing zu arbeiten. 5 Minuten später befand sich der erste Dickkopf in den Keschermaschen von Ralf. Dabei ist zu erwähnen, dass die Döbel ein Stückgewicht von über 3 kg erreichen können. Die Brassen hatten im Schnitt um 1 kg und ab und an auch etwas über 2 kg, wobei diese Fische die Ausnahme bildeten. Einzig Peter Lahne, welcher die Saale wie seine Westentasche kennt, konnte Ralf Paroli bieten. Nach zwei Stunden war der Döbelzauber vorbei und Ralf brauchte eine gute Stunde sich neu zu orientieren und so netzte er in der letzten Stunde einige gute Brassen ein, welche am Ende den Sektorensieg mit 15.390 gr bedeuteten. Peter Lahne schaffte es auf knappe 14.840 gr. Im zweiten Teilsektor gewann Carsten Röschel auf E 8 und damit dem ersten Platz im zweiten Teilsektor mit 4.450 gr. Der erste Teilsektor D gewann Johannes Böhm mit 11.970 gr. Auch Johannes fischte auf große Fische und als er seine dickste Barbe einnetzte hörte wahrscheinlich die gesamte Strecke den tosenden Applaus der Zuschauer.

Marvin Rust mit Betreuer Marco Bokämper im zweiten Durchgang in Sektor EMarvin Rust mit Betreuer Marco Bokämper im zweiten Durchgang in Sektor E

Karol Pacyna zeigte, dass Ukeleis seine Spezialität sind und gewann den zweiten Teilsektor mit 4.460 gr.

Die weiteren Teilsektorengewinner waren:

cb: Andreas Heidemüller 4.040 gr.
ca: Lukas Reichenbach 3.620 gr.
bb: Oli Flam 4.900 gr.
ba: Florian Gabelsberger 5.410 gr.
ab: Heiko Schmidt 7.230 gr.

Heiko Schmidt mit einem gewohnt soliden ersten TagHeiko Schmidt mit einem gewohnt soliden ersten Tag

aa: Frank Weise 12.780 gr.

Der Sektor A wurde wie erwartet mit der Bolorute entschieden.

Im Sektor A war die Bolorute erste WahlIm Sektor A war die Bolorute erste Wahl

Viele der Teilnehmer hatten sich mit den Ergebnissen der Jugend befasst und man war sich sicher, dass der zweite Tag besser als der erste werden sollte. In den Außensektoren waren die Ukeleis keine Option - in den Innensektoren am ersten Tag allerdings sehr wohl. Viele Angler fischten in Erwartung des besseren zweiten Tages auf 13 m und warteten auf den ersten großen Fisch. Dieser ließ aber gerade in den Mittelsektoren lange auf sich warten. Teilweise auch über 4 Stunden.

Peter Lahne auf dem Endplatz mit einem eher kleinen Fisch für den heutigen Tag
Peter Lahne auf dem Endplatz mit einem eher kleinen Fisch für den heutigen Tag


Peter Lahne hatte ein glückliches Händchen und zog im E-Sektor den Endplatz, welchen er mit 33.910 gr auch deutlich nutzte. Johannes Böhm fischte auch am zweiten Tag auf große Fische und nach vier Stunden befanden sich 5.440 gr in seinem Netz, was für den zweiten Teilsektor in E reichte. Damit stand fest, dass Peter Lahne keine Chance mehr hatte.

Johannes Böhm auf dem Weg zum zweiten Sektorensieg
Johannes Böhm auf dem Weg zum zweiten Sektorensieg


Doch es gab ja auch noch weitere Sektorensieger:

db: Hauke Schröder 6.330 gr.
da: Eric Jung 5.170 gr.
cb: Jan Schnieder 3.520 gr.
ca: Thomas Wehrmann 8.830 gr.
bb: Rene Brederick 5.960 gr.
ba: Jan Seipel 2.360 gr.

Somit konnte keiner der Vortagessieger in diesen Sektoren seinen Sektorensieg wiederholen. Doch es folgte noch der Sektor A, in welchem mit Karol Pacyna, Andreas Heidemüller, Ralf Töpper, Florian Gabelsberger und Oli Flam gleich fünf potentielle Treppchenkandidaten saßen. Im Grunde ein simples Ding. Man muss nur gewinnen.

Ralf Töpper im zweiten Durchgang mit Coach Fritz Emonds
Ralf Töpper im zweiten Durchgang mit Coach Fritz Emonts


Den ersten Teilsektor gewann Jan Willi Kupperschmidt mit 13.620 gr. Es blieb also nur noch ein Sektor übrig und diese Angler hatten das Pech, dass sie mit Ralf Töpper zusammen saßen. Ralf schaffte es auch hier wieder die Döbel zu aktivieren. Zwar nicht in der Stückzahl vom Vortag, jedoch reichten ihm heute 6.170 gr zum Sektorensieg.

Verschiedene Angelmethoden waren erfolgreich
Verschiedene Angelmethoden waren erfolgreich

Damit stand auch fest, dass Ralf Töpper die Podiumsspitze eroberte, neben Johannes Böhm und Peter Lahne.

Ralf Töpper gewann den DAFV Anglertreff der Herren 2013Ralf Töpper gewann den DAFV Anglertreff der Herren 2013

In der Mannschaftswertung setzte sich das Land Brandenburg, vor den Niedersachsen und MeckPomm durch.

Am Ende hatte Ralf Töpper mit seinem Instinkt alles richtig gemacht und völlig verdient gewonnen. Seine saubere Angelei und seine Erfahrung machten sich hierbei mit Sicherheit bezahlt.

Es gab zwei Varianten, um an Fisch zu kommen. Hatte man eine saubere Bahn, welche voraussetzend für den Fang großer Fische war, konnte man mit leichten Grammaturen von zwei oder drei Gramm die größeren Fische einsammeln. Jenes will natürlich geübt sein und so entschieden sich viele Angler für schwere Lutscher um die zehn Gramm und nagelten die Köder förmlich an den Grund. Egal für welche Angelei man sich entschieden hatte, so galt es eins zu beachten. Die Barbe hatte Mindestmaß und untermaßige Barben von 45 cm und kleiner wurden kaum gefangen. Hohlgummis und das entsprechende Geschirr waren notwendig, um die kampfstarken Barben und auch Döbel zu bändigen. Wer hier zu fein fischte, um den einen oder anderen kleineren Weissfisch mitzunehmen hatte hier das Nachsehen.

Außerdem war ein stetiger Wechsel zwischen der Ukeleiangelei und dem Probieren auf große Fische kontraproduktiv. Die Brassen, Barben und Döbel zogen von Platz zu Platz und wer den Zeitpunkt verpasste oder unsauber führte, der bekam keine Chance auf einen großen Fisch. Die Bolorute spielte in den Sektoren E bis B überhaupt gar keine Rolle, da die Strömung draußen einfach zu schnell war und zu viele Fische auf der Kopfrute gefangen werden konnten. Entschied man sich für die Angelei auf Ukeleis, so galt es jene auch über vier Stunden auszuüben und sich nicht von den wenigen großen Fischen beirren zu lassen. Der Wind kam am zweiten Tag stromab, weshalb die kurzen Ruten keinen Erfolg brachten, da der Köder unkontrolliert und zu schnell umher sauste. Eine saubere Angelei auf zehn Meter oder weiter draußen mit der Kopfrute war hier der Schlüssel zum Erfolg. Viele erkannten jenes nicht und so blieben die Gewichte in den Mittelsektoren deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Saale bei Calbe eine hervorragende Strecke ist. Viele der Trainierenden fingen deutlich über zehn Kilogramm Fisch während der Trainingsdurchgänge. Wer viel Fisch oder Barben fangen möchte, dem sei die Saale ans Herz gelegt.

Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnislisten und weitere Fotos

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