Die 15. Stippermesse in Bremen - Das Original

  • von Markus Howanietz
  • 21. März 2016 um 11:12
  • 0

Das Original! Diesen Titel hat sich die Stippermesse wahrlich verdient. Seit bereits 15 Jahren findet sie am ersten Sonntag im März statt und lockt Friedfischangler von nah und fern nach Bremen. In diesem Jahr fand die 15. Stippermesse am 6.03. statt und war erneut ein voller Erfolg.

Insgesamt fanden über 3300 Angler den Weg in die Bremer Messehallen und sorgten bereits ab 8 Uhr morgens für ein volles Foyer, wo sie sich nach teils langer Fahrt mit Kaffee und Brötchen stärken konnten. Erfreulicherweise blieben die langen Schlangen am Kassenhäuschen aus, jeder bekam sofort eine Eintrittskarte.

In der Halle herrschte bereits eine lockere Atmosphäre. Die Arbeiten waren erledigt und die restliche Zeit wurde für persönliche Gespräche genutzt. Auch die Messeaussteller kennen sich schon lange und haben natürlich ein gemeinsames Hobby, das Friedfischangeln. Obwohl natürlich eine gewisse Spannung in der Luft lag, wurde viel gefachsimpelt und gelacht. An unserem champions-team.de Stand schenkten wir bei einem Plausch Kaffee aus, und Claus Müller bewies - unter zugegeben kritischen Blicken - eindrucksvoll, dass seine Flüssiglockstoffe nicht nur gut riechen. Mit Kaffee a la CM-Toffee hatte eigentlich niemand gerechnet, umso positiver waren die Reaktionen.

Während Johannes Böhm noch etwas skeptisch war, wusste Volker Schulz wohl schon, was ihn da leckeres erwartet

Kurz danach ging es pünktlich um 9 Uhr los. Das Rolltor öffnete sich und die ersten Messebesucher stürmten die Halle. Wie bereits in den Vorjahren gab es kein Halten mehr, und die ersten Besucher steuerten zielstrebig einzelne Stände an. Der Großteil der Besucher wusste bereits, was zuerst eingekauft werden sollte, und nach nur 5 Minuten bot sich das gewohnte Bild der rasenden Konsumenten. Sackkarren voller Futter, aber auch Sitzkiepen und Ruten wurden eiligst Richtung Parkplatz transportiert. Viele Besucher wussten bereits durch Flyer bei Facebook, wo welches Schnäppchen zu machen war. So startete die Messe direkt von Null auf 100 durch.

Die ersten Messebesucher stürmen die Halle

Nachdem die ersten Schnäppchen getätigt wurden, bot sich ein ungewohntes Bild. Die Gänge boten ausreichend Platz zum gemütlichen stöbern und die Stände konnten angenehm durchforstet werden. Anders als in den Vorjahren haben viele Messebesucher den Tag genutzt und sind ein wenig später angereist. So kam es, dass die Messe im Laufe des Tages voller und voller wurde und am Anfang gemütliches Shoppen möglich war.

Wie immer startete ich ein wenig später und ging die Stände erst einmal grob ab. Dabei wurde sichtbar, dass verschiedene Aussteller auch ganz unterschiedliche Herangehensweisen hatten. Während einige Stände auf den reinen Verkauf ausgelegt waren, hatten andere möglichst viel aus ihrem Sortiment mitgebracht, damit Kunden sich ganz genau das ansehen konnten, was sonst in den Läden vielleicht nicht vorrätig ist. Auffällig war auch die Personaldichte. Wirklich alle Aussteller haben verstanden, dass die Messe immer eine Gelegenheit bietet mit dem Kunden zu sprechen und ihn zu beraten. Einige Austeller hatten zudem noch hochkarätige Experten mitgebracht, die die Messe mit kleinen Vorführungen oder als Ansprechpartner für interessierte Angler wahrlich bereicherten.

Wer zudem mit offenen Augen über die Messe ging, konnte das eine oder andere Schnäppchen ergattern. Auch wenn an einigen Ständen eher verkauft als präsentiert wurde, kann eindeutig festgehalten werden, dass es eigentlich keinen Ramsch gab. Alle Stände waren mit hochwertigen Waren ausgestattet und haben so die Besucher erfreut.

Wie immer hat Champions-Team sich umgesehen und jeder Stand wurde nach und nach auf Besonderheiten inspiziert. Wie immer wurden die persönlichen Highlights in Bild und Schrift für alle festgehalten, die es vielleicht nicht zur Messe geschafft haben.

Erster Anlaufpunkt war der Stand von Top Secret, die zusammen mit Anglers Point Lünen einen großen Futterstand aufgebaut hatten.
Hier gab es einige Schnäppchen zu machen. Viele Angler scheinen sich direkt für die Saison eingedeckt zu haben, und so wanderten dicke Futtersäcke in großen Mengen über die Ladentheke. Zudem hat es Top Secret verstanden die Besuche bei Laune zu halten. Zu jeder vollen Stunde gab es besondere Angebote, die den Stand immer wieder von neuem belebten.

der Stand von Top Secret

Neben der äußerst günstigen Sackware waren die Einzeltüten der Cannabis-und Methodfeeder-Reihe besonders gefragt. Sie sind nicht nur hochwertig verpackt, sondern sorgen auch unter Wasser für gewaltiges Aufsehen bei den Fischen. Durch den Oxygen-Zusatz gleicht der Futterplatz einem Vulkanausbruch, bei dem permanent eine auffällige Neonfarbende Wolke freigesetzt wird.

Neben der äußerst günstigen Sackware waren die Einzeltüten der Cannabis-und Methodfeeder-Reihe besonders gefragt

Direkt nebenan ging die Futterschlacht bei Stipp-Profi Ralf Herdlischke weiter.

Ralf hatte Unmengen van den Eynde Futter im Angebot, das reißenden Absatz fand. Wie schon im letzten Jahr hatte er die neusten Produkte der belgischen Firma dabei, die sonst vielerorts  kaum zu finden sind.

Beim Blick in die Regale konnten neben ausgesuchten Kleinteilen, wie ZIM Gummis oder Carbon Wagglern, noch eine Reihe schöner Stippposen gefunden werden, die mit Sicherheit bei dem einen oder anderen Besucher die Frage aufkommen ließ, warum man überhaupt mehr für Posen bezahlen sollte.

Van den Eynde Futter ZIM Gummis, Carbon Wagglern und Stippposen

Ein paar Meter weiter erregte der Stand von Maver unsere Aufmerksamkeit.

Grelles grün dominierte die Ausstellerfläche. Dabei gab es einige Produkte zu bestaunen, die sonst nur durch englische Berichte oder Youtube bekannt sein dürften. Besonders die 4-beinigen Sitzkiepenkonstruktionen sorgten für viele fragende Blicke.

die 4-beinigen Sitzkiepenkonstruktionen von Maver

Obwohl sie nur 4 Standbeine aufweist, wirkte die gesamte Konstruktion enorm hochwertig und stabil. Der Aufbau am Wasser dürfte umso schneller vonstattengehen. Beim Preis war dann allerdings ein langes Gesicht angesagt. 1150 Euro fürs Topmodell sind kein Schnäppchen, das mal soeben mitgenommen wird. Der faltbare Beistelltisch für über 250€ dürfte viele Angler ebenfalls abgeschreckt haben und sorgte für ungläubige Blicke.

Bei HJG Drescher zeigte sich wieder einmal, dass es auf der Stippermesse um mehr als nur reines Verkaufen geht. Am gut aufgebauten, übersichtlichen Stand konnten überall lachende, freundliche Gesichter angetroffen werden.
Ganz neu in diesem Jahr hatten die Dreschers Produkte der Firma Garbolino im Gepäck. Besonders die vielen Kleinteile und Taschen machten dabei einen sehr guten und durchdachten Eindruck.

Kleinteile und Taschen aus dem Hause HJG Drescher

Von der Sitzkiepe bis hin zur Kopfrute war alles vom altbekannten Händler aus Frankreich zu bestaunen.

Die Produkte der Firma HJG Drescher wurden selbstverständlich ebenfalls mitgebracht. Futter und Lockstoffe sind mittlerweile vielerorts beliebt, und die Fängigkeit hat sich überall herumgesprochen. Nach wie vor ist das stark gewachsene Familienunternehmen mit viel Elan und Freude dabei, was den Stand zum Anlaufpunkt vieler Angler machte. Die persönliche Betreuung ist einfach unschlagbar!

Es durfte geschnuppert werden. Die Dipps riechen nicht nur gut, sondern schmecken auch hervorragend!

Ein paar Meter weiter befand sich an gewohnter Stelle der Stand von Preston Innovations. Preston hatte keine Mühe gescheut und mit Tommy Pickering einen echten Hochkaräter aus England mitgebracht. Tommy ist Nationaltrainer der Feedermannschaft und hat, neben einigen Goldmedaillen im Team, auch persönlich sehr viele Erfolge eingefahren. Ein wenig befremdlich wurde allerdings festgestellt, dass die deutschen Angler offenbar nur wenig mit ihm anfangen konnten oder gar nicht wussten, wer er ist. Mitten in der Präsentation drehten sich Messebesucher um und hinterließen einen ratlosen Tommy Pickering. Ich nutzte die Gelegenheit und habe mir vom sympathischen Superstar ein paar Produkte zeigen lassen. Die Absolute Station ist 2016 überarbeitet worden und ist auch optisch zum Highlight geworden. Leichter, stabiler und durchdachter ist sie nun in schwarz oder weiß erhältlich.

Absolute Black Station - Preston Inovation In schwarz oder weiß erhältlich

Preislich liegt die gut ausgestattete Absolute Black Station bei ca. 800€ und ist somit im oberen Segment mehr als nur konkurrenzfähig.

Besonders die vielen durchdachten Kleinteile wie Schnur, Feederkörbe, Abroller und Co machten alle einen guten Eindruck und wurden gerne gekauft.

Wie kein anderer verstanden es Browning und Angelgeräte Ovens die Menschenmassen zu aktivieren. Bei Browning gab es die ganze Messe über kaum ein Durchkommen, was gleich mehrere Ursachen gehabt haben könnte:

1. richtig gute Messeschnäppchen. Bei Browning gab es tatsächlich einiges zu holen. Stark reduzierte Ruten machten es auch Junganglern möglich an ihre Traumrute zu gelangen, während Futtermittel wie Miniboilies im Paket für 1 Euro, über den Tisch gingen. Zu Beginn gab es Sitzkiepen samt Fußpodest zum absoluten Schleuderpreis, die allerdings nach nur fünf Minuten ausverkauft waren. Als wäre es mit den tollen Preisen nicht genug, bekam jeder Kunde noch ein Angelhandtuch geschenkt! Die Schnäppchendichte, aber auch die qualitative Ausrichtung der präsentierten Waren war auf hohem Niveau.

2. Gute Beratung: Neben Altmeister Bob Nudd war Jens Koschnik, Feedernationalangler, vor Ort und hat mit viel Elan den Kunden zur passenden Rute verholfen. Natürlich wurden auch viele Fragen zum Koschrig gestellt, das leider noch nicht verfügbar war.

Gerade Junganglern mit noch nicht ganz so großem Budget konnte Jens mit seinem großen Erfahrungsschatz helfend zur Seite stehen. Die tollen Messepreise rückten dabei Ruten in Greifweite, die sonst vielleicht nicht im Budget gelegen hätten.

Natürlich waren Autogramme von Jens und Bob heiß begehrt.

Sensas hat einfach den guten Namen. Die guten Produkte und die Erweiterung der Produktpalette zeigen auch bei Sensas, wo im Moment der Trend hingeht. In den Bereichen Feeder und Commercial hat Sensas viele neue Produkte am Start, doch auch die Klassiker laufen gut. Das kann nur mit der Fängigkeit zu tun haben. Sonntags um 9 fragt man sich noch, wer denn die ganzen Aromix Flaschen kaufen soll, und ab 13 Uhr sucht man bereits einige Sorten vergebens. Das Futter der 3000er Serie war für 2,90 Euro das Kilo, neben einigen anderen attraktiven Angeboten der Renner auf dem Sensas Stand der Stippermesse 2016.


Ein wenig weiter konnte am kleinen Stand von Hammers Posenbau genau beobachtet werden, wie hochwertige Posen von Hand hergestellt werden. Mit Kielen aus Titanium, die sich nicht verbiegen, sehr sehr interessant. Einfach schöne Posen, nicht nur für Liebhaber.

Hammers Posenbau

Der Standnachbar Matrix hatte in diesem Jahr erneut groß aufgetrumpft und alles mitgebracht, was das Sortiment hergibt. Die Anzahl an Neuigkeiten hielt sich dabei allerdings in Grenzen. Die neuen Legend Feederruten wurden noch vom ehemaligen Produktentwickler Rickey Teale entworfen und hinterließen einen sehr guten Eindruck. Dazu wurden zahlreiche Ruten verbessert bzw. verstärkt. Die Methodruten weisen, auf Wunsch vieler Angler, jetzt z.B. ein noch stärkeres Rückgrat auf. Neuigkeiten gab es dann in anderer Form. Mark Pollard, der schon zuvor bei Fox Match aktiv war, wird ab April das Team verstärken und neue, spannende Produkte entwickeln. Ein Schritt, auf den ich mich besonders freue, stellten die Fox Match Produkte doch immer eine kleine Besonderheit im immer einheitlicher werdenden Produktwald dar.

Matrix

Die Darbietungen von Thorsten Küsters (solide Stütze im Nationalteam Feeder) wurden gut angenommen. Ständig bildete sich eine Menschentraube um ihn und ließ sich die neusten Montagen rund um das Feedern zeigen. Dabei wurden viele Fragen gestellt, die immer sofort praktisch beantwortet wurden. Thorsten war der Spaß dabei deutlich anzusehen, und der eine oder andere Trockendrill wurde einfach mitten im Standgedränge veranstaltet, um Fragen zu Rute und Rolle zu beantworten. Top!

Thorsten Küsters

Bei Colmic konnte ich wieder einige Schätze entdecken. Die Black Queen Feederruten Serie ist seit letztem Jahr bereits ein Dauerbrenner und Colmic hatte noch weitere hochwertige Bolo- und Feederruten mit im Gepäck, die man sich unbedingt einmal ansehen sollte. Mit Vincenzo Natale hat sich Colmic in Deutschland nun auch italienische Top-Kompetenz für den deutschen Markt gesichert. Ein perfekter Deal, der für die Zukunft sicherlich sehr viel Potential verspricht.

Hochwertige Bolo- und Feederruten von Colmic Hochwertige Bolo- und Feederruten von Colmic

Auf der Suche nach einer interessanten Rute für einen Langzeittest präsentierte Roberto Mazzasette dann eine 9 m lange Steckrute für die Extremangelei, die wirklich zu beeindrucken wusste.

Hält so gut wie alles aus- die Colmic Batcarp

Die Colmic Batcarp steht bei einem angenehmen Gewicht für einen Preis von 179€ nicht nur ausgesprochen gut, sondern ist selbst mit brachialer Gewalt beim Angeln kaum zu zerstören. Klar, dieses brachiale Ziehen an Ruten auf Messen macht nur bedingt Sinn und hat auch mit der realen Angelwelt wenig zu tun. Wenn aber eine Rute für ihre Länge angenehm leicht in der Hand liegt, dabei noch gut steht und dazu noch unkaputtbar scheint, dann ist das schon sehr interessant. Obwohl sie als Marginrute (Angeln am eigenen Ufer auf Karpfen) ausgelegt ist, kann damit bestimmt auch hervorragend Lang-Lang  auf Rotaugen, Güstern und Brassen aller Größen gefischt werden. Eine Rute für einen Langzeittest auf champions-team.de, die wir gleich mal mitgenommen haben.

Match-Tackle bzw. Frank Mahler hatte wie in jedem Jahr Mivardi mit zur Messe gebracht. Auf ihrem ansprechenden neuen Stand wurden, neben vielen nützlichen Kleinteilen, auch die „neuen“ Teleskopruten vorgestellt. Das Topmodell Aquaris wiegt in 10 m nur geringe 553 g und hinterließ einen guten ersten Eindruck. Besonders gefallen konnte die Mivardi Entera. Anders als der Einstiegspreis von 95 € für das 7 m  Modell vermuten lässt, handelt es sich um eine schlanke und leichte Rute mit guter Spitzenaktion. Ein echtes Schnäppchen, auch für anspruchsvolle Angler!

die Mivardi Entera

Grundsätzlich muss ich zu Mivardi aber auch mal sagen, dass sich die Marke vor ca. 5 Jahren als Geheimtipp einen Namen gemacht hat. Qualität für einen schmalen Taler quer durch den Rutenwald dafür stand Mivardi. Insbesondere die Boloruten, Whips, aber auch die Kopfruten fanden so ihren Weg in die Futterale der Angler, die mehr Wert auf gute Qualität für einen guten Preis als auf einen Markennamen legten.
Mittlerweile unterscheiden sich die Preise allerdings kaum noch von denen der namhaften Konkurrenz, und mangels Öffentlichkeitsarbeit oder einfach auch nur Werbung verschwindet Mivardi aus den Köpfen der Angler. Schade eigentlich...

2015 war für Fishing Tackle Max ein unheimlich erfolgreiches Jahr. Egal, ob beim Feedern, Stippfischen oder Forellenangeln, überall konnten sich die Werksteams durchsetzen, die vordersten Plätze erreichen und deutsche Meistertitel erringen.

Fishing Tackle Max Fishing Tackle Max

Zur Messe hat FTM dann wieder einmal eine ganze Armada an Fachpersonal mitgebracht, was dem einzelnen Kunden zugutekam. Experten Wie Matthias Weigang, Tobias Klein, Günther Horler, die Youngsters Johannes Böhm und Robert Grabowski oder auch der "ehemalige" Friedfischprofi Ivo Vince, der mittlerweile professionell auf Forellen fischt und viele mehr waren vor Ort und nahmen sich für jeden Kunden viel Zeit.

Hier fand auch die persönliche Suche nach der für mich perfekten Bolo ein Ende. Ivo Vince, selbst wie bereits geschrieben erfolgreicher Stipper, griff sofort zur neuen FTM Bolotech und konnte damit überzeugen. Sie ist nicht nur leicht und schlank, sondern ist in der Spitze auch schnell und weich genug um mit dünnen Schnüren auf dicke Fische zu angeln. Mit einem Preis von 289 € in 7 m ist sie zudem gerade noch im Limit, was eine hochwertige Alltagsbolo für mich kosten darf. Der Langzeittest auf champions-team.de wird zeigen, was in der Rute steckt.

Wahnsinns Bolo- die FTM Bolotech konnte sofort begeistern.

Bei unseren Partnern aus den Niederlanden Evezet bot sich ein gewohnt ansprechendes Bild. Es stand viel Personal parat, das mit großer Freude die Kunden beriet. Dabei wurde deutlich, dass sich langsam eine kleine Fangemeinschaft der guten Futtermischungen herausbildet. Das Sortiment ist umfangreich und für jeden Einsatzzweck lässt sich eine angenehm duftende Mischung finden.

Evezett

Wer viel auf große Fische angelt, ist mit den neuen Sorten der Commercial XXL-Serie gut bedient. Besonders die Sorte Pellet/Hemp mit ihrem umwerfenden Geruch nach Hanf und gemahlenen Pellets dürfte als Futterzusatz auch bei uns hervorragend funktionieren. Evezet präsentierte auch wieder Trabucco aus Italien. In diesem Jahr waren sehr viele Artikel von Trabucco zu bestaunen, und die Besucher zeigten großes Interresse an den Produkten der italienischen Edelschmiede.

Neben Pellets, Methodfutter und Paste gehört der Zusatz Pellet/Hemp zu der neuen Commercial XXL-Serie

Neben Pellets, Methodfutter und Paste gehört der Zusatz Pellet/Hemp zu der neuen Commercial XXL-Serie

Maik Fiebig ist ebenfalls schon seit Jahren auf der Stippermesse vertreten. Er bietet immer ein paar Besonderheiten an, die die wenigsten Angler kennen dürften. Trennererde für Mücken aus Polen, Lockstoffe aus Russland und besondere Gerätschaften zur Mückenpflege sind einige der kleinen Spezialitäten, die zum Schlendern über den Stand verleiteten. Dazu zeigte er wieder einmal den Umgang mit Mückenlarven und machte mit der Topqualität an Jumbos viele Angler ein wenig neidisch.

Maik Fiebig zeigte, wie man ein Bündel Mückenlarven optimal am Haar präsentiert
An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich seine Seite ebenfalls gerne Aufrufe. Produkte werden gut beschrieben, Kopfruten vermessen und sogar Reglass in Italien beim Kopfrutenbau über die Schulter geblickt. Das verdient Anerkennung!

Gegen Ende des Tages wurde dann die Möglichkeit genutzt sich intensiv am Kopfrutenstand umzusehen.

Kopfrutenstand

Gleich zu Beginn kann festgehalten werden, dass in diesem Jahr die Dichte an guten Ruten wirklich hoch war. Jeder Hersteller hatte gut fischbare Ruten in jedem Preissegment dabei, so dass jeder Angler eine passende Rute ermitteln konnte.

Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass durchaus ein wenig Aufmerksamkeit angebracht ist, um wirklich vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Die Beurteilung ist bei unterschiedlich langen Ruten und Ruten mit ungekürzten Spitzen für den Laien wirklich nicht einfach. Schnell wird eine günstige 12,30 m Rute besser eingeschätzt als eine echte 13 m Rute, obwohl der Eindruck beim Aufstecken der Extension drastisch kippen würde. Doch davon genug, das Problem ist lange bekannt…

Neben den bereits bekannten Ruten, wie z.B. der guten Sensas-Reihe, gab es allerdings auch einige neue Ruten, die deutlich hervorstachen oder im Vorfeld besondere Aufmerksamkeit erregten.

Preston:

Eine dieser Ruten ist die neue Preston M90 Kopfrute, die in England in aller Munde ist und von vielen Anglern als beste Rute aller Zeiten angesehen wird.

Ich hatte die Gelegenheit direkt mit Tommy Pickering das Sortiment durchzugehen und über die einzelnen Ruten zu fachsimpeln.

Preston - Tommy Pickering

Dabei zeigte sich schnell, dass Tommy durchaus Realist ist und die Angelei mit einem 13 m Limit gut einschätzen kann. Anders als zuerst erwartet, drückte er mir die M70 mit dem Hinweis, dass dies die beste Prestonrute für Europa sei, in die Hand. Die M 70 erfüllt alle Eigenschaften, die für unsere Friedfischangelei notwendig sind. Sie ist nicht nur leicht, sondern auch steif genug um einen schnellen Anhieb zu setzen. Sie ist laut Tommy echte 13 m lang (nachmessen nicht möglich) und hinterließ einen sehr ordentlichen Eindruck. Einzig das etwas weiche Handteil ist Geschmackssache.

Danach drückte er mir die M 90 in die Hand, die auf den ersten Eindruck ein wenig schwerer daherkam. Das Handteil ist allerdings sehr druckstabil und wirkt, wie die ganze Rute auch, sehr robust. Die M 90 ist zudem ein wenig steifer als das Schwestermodell. Dennoch war sofort klar, dass der Eindruck der englischen Presse zumindest auf 13 m nicht geteilt werden kann. Ihre Qualitäten wird die Rute erst in 16m oder sogar darüber hinaus ausspielen können. Tommy hat also absolut Recht, wenn er die deutsche Kundschaft auf die M 70 aufmerksam macht. Mit knapp 2000 € im Paket ist sie zudem auch stolze 1500€ günstiger als das Topmodell.

Die Firma Colmic legt jedes Jahr eine neue Kopfrutenserie auf und jedes Jahr wird noch eine Schippe draufgelegt. Für unsere deutschen Gewässer mit der überwiegenden Angelei auf Brassen und Rotaugen ist die 11022 Ultra Light einfach ein Traum. Die Rute ist nicht nur mit "ultraleicht" gekennzeichnet, sie fühlt sich auch so an, ohne dabei das Gefühl zu haben, dass an Material und Robustheit gespart wurde. Aus Spanien von den Iberian Masters erreichten uns dazu in diesen Tagen Bilder von Wildkarpfen über 10 Pfund, die mit der 9033 Match-Carpa gefangen wurden - ebenfalls eine super Rute.

Bei Browning überschlugen sich die Ereignisse. Zwar gab es gerade im Oberklassebereich –da ist man mit der Z12 bzw. Z14 und den 10-08 bzw. 10-12 Kopfruten gut aufgestellt— keine Neuigkeiten, doch „rappelte“ es dafür in den Segmenten darunter umso mehr.

Die neuen Ruten mit dem schwierigen Namen (z.B. ²eX-S-40#1- wie soll man das denn aussprechen?) stellen zwar keine revolutionären Neuerungen dar, doch bieten sie jedem Angler die passende Rute je nach Anspruch und Budget. Besonders das Preis/-Leistungsverhältnis passt bei den Ruten. Kein Wunder also, dass schon nach kurzer Zeit von der „Konkurrenz“ bewundernde Verkaufszahlen genannt wurden. Gerade die Browningruten Silverlite 10-6, Xitan Z12, ²eX-S-50 und 60 fanden auf der Messe extrem sehr guten Absatz.
Erwähnenswert ist sicherlich auch, dass es immer noch ein großes Interesse und auch eine Nachfrage nach Kopfruten gibt. Browning hatte auf der Stippermesse ein Z8 Bundel für weit unter 1.000 Euro im Angebot. Diese Bundel waren, wie einige andere auch, schnell vergriffen.

Garbolino:

Jeptra oder Super League sind Namen, die viele Stipper von uns noch kennen dürften. Danach wurde es um Garbolino in Deutschland sehr still. Die Erwartungen waren also ein wenig gedämpft, als ich mich an den Garbolino Kopfrutenstand begab. Das änderte sich schnell, nachdem die Slimax Match Carp in den Händen gehalten werden konnte. Die extrem robuste 8-teilige Karpfenkopfrute machte einen guten Eindruck in Punkto Druckfestigkeit und Stabilität. Es wurde ungewohnt viel Material verbaut, was die Rute mit 1020 g zwar schwerer, aber auch absolut robust macht. Die Slimax Match Carp ist eine gute 13 m (Real 12,70 m) Rute für den schnellen Fluss und das Carpodrom.

Von diesem ersten Eindruck positiv gestimmt, ging es nun direkt ans Topmodell. Die Garbolino Competiton Slimax ist im Handteilbereich nur knappe 42 mm schmal und vermittelt direkt ein angenehmes Haltegefühl. Das Gewicht liegt laut Katalog bei 910 g und ist absolut als angenehm zu bezeichnen. Die Balance ist sehr gut und die Steifigkeit ist selbst bei voller Länge von 12,80 m (gekürzt und mit 2,1 mm interner Hülse liegt sie bei 12,70 m) unglaublich. Probeanhiebe werden in Schrankenwärtermanier bewältigt. Die Rute schwingt kein bisschen nach, sondern wird stocksteif nach oben gerissen! Die Handteile sind ebenfalls sehr stabil gearbeitet, sie lassen sich selbst bei starkem Pressen kein bisschen Eindrücken.

Die Garbolino Competiton Slimax

Garbolino hat mit dieser Rute einen gewaltigen Eindruck beim Messepublikum hinterlassen. Sie dürfte die aktuell steifste und schnellste Rute am Markt sein, ohne dabei ansatzweise empfindlich zu wirken. Ganz im Gegenteil: die Slimax hat viel Material verbaut und wirkt robust.

Als Preis wurden auf der Messe 3300€ im Paket genannt. Nicht günstig, aber durchaus der Leistung angemessen. Im Paket sind neben einem Cuppingkit gleich vier 5-teilige Kits enthalten.

Nach diesem Eindruck beendete ich meinen Messerundgang mit durchaus gemischten Gefühlen. Viel Neues gab es leider nicht zu sehen, aber was gezeigt wurde hatte dafür Hand und Fuß. 1-2 Stände haben mich persönlich zudem stark enttäuscht und fielen in vielen Punkten stark hinter den sonst exzellenten Messeauftritten anderer weit zurück.

Wie immer hat dieser Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist kaum möglich alles zu erwähnen oder jede Kleinigkeit wirklich auf einer Messe mitzubekommen. Haben Sie noch Anregungen oder haben etwas Spannendes entdeckt, benutzen Sie bitte die Kommentarfunktion und lassen uns alle daran teilhaben.

Galerie

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren