16. Stippermesse 2017 in Bremen

  • von Markus Howanietz
  • 28. März 2017 um 09:00
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Wie jeden ersten Sonntag im März, fand auch dieses Jahr die Stippermesse in der Messehalle 5 in Bremen statt. Am 5. März öffneten sich um 9 Uhr die Tore zur Ausstellung und Menschenmassen strömten durch die Gänge. 3678 Besucher waren es diesmal, ein neuer Besucherrekord. Während das Friedfischangeln sonst häufig in der Versenkung zu drohen scheint, zeigte sich hier, dass das Interesse noch immer groß ist. Die Szene traf sich und die neusten Entwicklungen im Friedfischbereich wurden diskutiert.

Pünktlich um 9 Uhr öffneten sich die Tore.

Die Stippermesse in Bremen bietet aber natürlich einiges mehr. Bei fast jedem Händler standen erfahrene Angler Rede und Antwort und präsentierten die neusten Trends. Der Trend von 2017 ist eindeutig filigranes Angeln. Leicht, leichter ultraleicht… war die Devise. Unglaublich feine Ruten, bis hin zum Picker oder Matchrute mit 0-5g Wurfgewicht, waren bei sehr vielen Herstellern zu finden. Besonders auffällig dabei war, dass es einerseits traumhafte Luxusruten zu besichtigen gab, aber auch jeder Hersteller andererseits schon richtig gute Ruten teils deutlich unter 100 Euro im Sortiment hatte. Kurze Ruten für die Methodangelei auf Karpfen konnten überall begutachtet und gleich mitgenommen werden.
Passend zu den großen Fischen wurde ein zweiter Trend sichtbar. Großfischaromen wie Banane und Käse konnte vielerorts erschnüffelt werden. Nicht nur im Futter, sondern auch in Dipps und Pellets wurden diese Aromen verarbeitet. Neben den Klassikern, kamen dann noch jede Menge neuer Produkte aus dem Commercialbereich aus England dazu. Eine Angelei, die auch bei uns immer besser funktioniert.

Egal, ob Klassiker... Feederfutter aus Holland,...
Aromen aus Frankreich,... neuartiges Futter aus Deutschland...
mit Bananen oder Tigernussgeschmack... oder einfach die neusten Köder aus England...
oder Edelfutter... Alles war auf der Stippermesse vertreten.

Futter war dann auch ein Thema, dass die Messe ein wenig dominierte. Überall gab es neue, überwiegend sehr gut duftende Mischungen, die dann auch vor Ort verkostet wurden, denn was dem Angler nicht schmeckt, kann auch den Fischen nicht schmecken. 
Besonders am Colmicstand kam man an den neuen Sorten aus Italien nicht vorbei.

Colmic war mit einem großen Stand vertreten.

Italien und Futter? Richtig, da war doch etwas… Wir erinnern uns trübe an längst vergangene Zeiten, als italienische Firmen ihre Produkte endlich auch wieder in Deutschland anboten, und neben der Hardware, auch Futtertüten die Regale der Angelgerätehändler füllten. Nach den ersten Versuchen blieb es dort dann auch lange lieben, denn das saure, oft nach Zitrus riechende Futter mochte zwar erfolge in heißen Ländern auf Karpfen und Karausche bewirken, in unseren Gefilden hatten Brassen, Rotauge und co. nur wenig Appetit auf diese Sorten. Ganz anders wird dies mit der neuen Master Series von Colmic sein. Die sechs neuen Sorten wurden von Futterpapst Vincenzo Natale in Zusammenarbeit mit dem mehrfachen Weltmeister Jacopo Falsini entwickelt. 

Futterpapst Natale mit seiner Kreation. Sechs Sorten decken alles ab.

Herrliches Brassenfutter mit Marzipangeruch und würziges Rotaugenfutter machte einen grandiosen Eindruck. Am liebsten hätten wir selber die Löffel herausgeholt und losgelegt und das wäre auch kein Problem gewesen, denn ein wesentliches Geheimnis dieser Futterserie ist schnell gelüftet. Verarbeitet wurden nur qualitativ hochwertigste Mehle, erzählte uns Vincenzo Natale. Mehle, die manch Mitberwerber aus Kostengründen nicht in seinen Mischungen hat. Passt ja auch zu Colmic, ein low budget Futter wäre doch eher unpassend. Wir sind uns sicher: Wer mit der Masters Serie keine Erfolge einfährt, macht etwas Grundlegendes verkehrt!
Aber auch im Feederbereich gab es einiges zu bestaunen!

Colmic baut wunderschöne Feederruten. Kleinteile gibt es natürlich auch bei Colmic.

Eine weitere Futterserie, die uns sehr gut gefallen hat, war die neue Amino Flash Turbo Serie von FTM. Das Futter ist relativ günstig, weil Lockstoffe weggelassen wurden, die Mehle aber trotzdem frisch und hochwertig. Es roch dadurch sehr angenehm neutral und bietet somit die Möglichkeit das Futter mit seinem Lieblingslockstoff zu optimieren. Die Qualität und der dezente Eigengeruch haben uns auf jeden Fall überzeugt.
Bei FTM war neben Futter auch jede Menge Fachkompetenz vertreten.

Ein riesiger Stand und ein großes Team waren bei FTM am Start.

Die Experten waren jederzeit ansprechbar und haben ihren Erfahrungsschatz gerne geteilt. Praktische Präsentationen haben die Messe bereichert und wurden gerne vom Publikum angenommen.

Günter Horler war immer von Zuhörern umringt. Matchangeln ist offenbar wieder angesagt.
Matthias Weigang erklärte, wann und wo sein Futter eingesetzt werden kann. CM-Futter gibt es jetzt bei FTM.

Das Anfassen und Begutachten war auf der Messe natürlich überall ausdrücklich erlaubt. Wer Glück hatte wurde beim Rutenkauf auch direkt von einem der Experten live beraten. Der ehemalige Bundestrainer Kurt Kricke, Thomas Engert (u.a. EM Bronze Stippen, Feeder Nationalkader, Raubfischweltmeister,... was kommt als Nächstes???), Berti Bovens, die Feederweltmeister Jens Koschnik und Thorsten Küsters kannten keine Berührungsängste und halfen direkt mit ihrem Erfahrungsschatz bei der Rutenwahl bei ihren jeweiligen Ausrüstern.

Kurt Kricke beim Belastungstest. Berti Bovens stellte bei Cresta seine Ruten vor.

 Marco Beck und Thomas Engert präsentierten die Neuigkeiten bei Sensas.

Neu war der Stand der Firma Spro/Cresta. Hier präsentierten Berti Bovens und Arjan Klop eine ausgereifte Range an Feederruten für alle Gewässer und ein hochwertiges Programm an Taschen und Futteralen. Natürlich fehlten Klassiker wie Gamakatsu, aber auch neue, clevere Produkte aus dem Methodbereich ebenfalls nicht.

Cresta hat gute Feederruten zum tollen Preis im Sortiment. Arjan Klopp zeigte uns die neue Blackthorne.
Neues Prinzip. Rahmen übserstülpen, dann Füllen. Dann deckel aufpressen. Nichts bleibt haften.
Perfekt! Zum Reinigen gibt es jetzt das passende Werkzeug.

Sitzkiepen in jeder Form und vor allem mit jedem Beindurchmesser waren auf der Messe angesagt und auch bei den Sitzkiepen gibt es immer wieder die eine oder andere interessante Idee und Weiterwentwicklung.

Die neue Frenzee Sitzkiepe besticht durch Qualität.

Evezet, die in diesem Jahr mit einem noch größeren Stand vertreten waren, konnte mit den Marken Frenzee und Trabucco zwei schöne, durchdachte Kiepen aufbieten, die den Markt mit Sicherheit bereichern werden.

Massiver Alublock als Führung.

Die D 36 Sitzkiepe Frenzee FXT Match bietet stabilen Halt und eine Höhenverstellung ohne Zusatzfächer. Die Fächer sind zudem 100% Rive kompatibel!
Die Qualität, da legen wir uns mal fest, ist sehr gut. Als einzige Kiepe auf dem Markt verfügt die FXT über einen soliden Alublock, der als Führung für das Fußpodest dient.

Die Trabucco GNTX36 war für 499 € ein echtes Messeschnäppchen. D36 Beine, attraktives Design und solide gebaut machte sie einiges her.

Tolle Sitzkiepe!

Die Beinbefestigung erschien besonders raffiniert. Die Schrauben lassen sich in fast jeder Position anziehen. Beim Transport kann man so mindestens 12 cm Platz sparen.

Extrem clever und innovativ.

Die Plattform auf denen die Kiepen präsentiert wurden, standen übrigens auch zum Verkauf. 179 Euro sind dafür wirklich nicht viel Geld.

Auch bei Colmic gab es eine neue Sitzkiepe zu begutachten. Die One Evolution 2.0 ist eine Eigenentwicklung. Da steckt viel Liebe und Herzblut drin, auch eine tolle Kiepe. 

Bei Colmic konnte man sich komplett eindecken. Kompakte Sitzkiepe zum Schnäppchenpreis.

Bei Preston war ebenfalls ein Sitzkiepen Schnäppchen zu machen. Für 449 € konnte die Space Station Compact XS mit jeder Menge Zubehör direkt mitgenommen werden. Eine tolle Kiepe für alle, die gerne mit leichterem Gerät unterwegs sind und auf eine ausladende Sitzkiepe verzichten möchten bzw. müssen.

Zu den Sitzkiepen hatten viele Hersteller gleich die passenden Feedersitzmodule mit im Sortiment.

Sensas Feedermodul Matrix Feedersitz

Browning war eine Marke, die in Punkto Sitzkiepen lange Zeit eher wenig wahrgenommen wurde. Mit den neuen Xitan Sitzkiepen wird dies mit Sicherheit komplett anders aussehen. Auch hier sind die Fächer mit Rive kompatibel. Sie ist in D36 und D25 erhältlich. Besonders die Verarbeitung, aber auch die schwarze Optik, mit ihren feinen roten Akzenten kam bei uns gut an. Beim Preis braucht man eigentlich kaum noch etwas sagen. Bombe!

Machte einen guten Eindruck. Browning Xitan Sitzkiepe.

Browning war es dann auch, die auf der Messe neue Standards in Punkto Ausstellung gesetzt haben. Neben dem bekannten Verkaufsstand von Browning Ovens, war diesmal auch ein Messe-Präsentationsstand vorhanden. Hier konnte man sich entspannt alle Feeder – und Matchruten direkt im Vergleich ansehen oder sogar von Jens Koschnik und Bob Nudd zeigen und erklären lassen. Super!

Der Messeausteller war eine super Idee. Bob Nudd und Jens Koschnik erklärten hier in alle Ruhe die neuen Ruten.
Tolles Rutensortiment von Browning. Wunderschöne Black Viper 2

Jens war dank seiner offenen Art natürlich heiß begehrt. Er plauderte aber auch gerne aus dem Nähkästchen und hielt mit seiner Erfahrung nicht hinter dem Berg. Als Rollenempfehlung zum Feedern gab er uns die King WS 740 FD mit auf den Weg, in die er volles Vertrauen hat. Schließlich wurde er damit Weltmeister! Bessere Argumente gibt es wohl kaum.

Weltmeisterlich!

Eine Innovation der besonderen Art kündigte sich schon im Vorfeld an und war am Matrixstand erhältlich. Der Futterkorb von Dusko Stupar sieht nicht nur ungewöhnlich aus, sondern scheint in der Praxis bei Testanglern besonders gut angekommen zu sein (champions-team.de berichtete und fischte das Modell bereits). Das Interesse an diesem Korb war auf jeden Fall riesig und zog viele neugierige Blicke auf sich. Das ungewöhnliche Design mag zwar erst Skepsis hervorrufen, doch schaut man dann genauer hin, ist die Funktionsweise des Korbes umso deutlicher. Dank der Stromlinienform steigt er beim Einholen sehr schnell vom Gewässergrund hoch und bietet kaum noch Widerstand. Auf der Messe kam kaum ein ernsthafter Feederangler an diesem Korb vorbei und selbst Größen wie z.B. Bob Nudd haben sich den Korb ausgiebig erklären lassen und schienen beeindruckt.

Der innovative Futterkorb kam gut an.

Neue, aber doch altbekannte Gesichter konnten bei Marix ebenfalls gesichtet werden. Jayson Greatorex und Kevin Ebner präsentierten die neuen Taschen, Kiepen und Feedersitze.

Neuzugänge bei Matrix Kevin Ebner und Jayson Greatorex. Neues Design bei Matrix.

Der Kopfrutenstand war in diesem Jahr besonders gut besucht. Das Interesse scheint ungebrochen zu sein.

Die langen Stangen waren sehr beliebt!

Wer sich dann die Zeit nahm und auf einer der bereitgestellten Sitzkiepen Platz nahm, erlebte eine positive Überraschung.
Ausnahmslos jeder Hersteller hatte richtig gute Kopfruten im Sortiment. Die Beratung war erfrischend ehrlich. Interessenten konnten vom breiten Erfahrungsschatz der Standbetreuer profitieren, die sich mit viel Wissen darum bemühten individuell die passende Rute für jeden Besucher zu finden. Das war längst nicht immer das Topmodell!

Bei Matrix beriet Kevin Ebner.

Einige Ruten taten sich jedoch hervor. Colmic bot wie immer tolle Ruten an, die allerdings auch ihren Preis hatten.

Colmic baut traumhafte Ruten.

Bei Sensas fiel die Wahl der Lieblingsrute richtig schwer. Im Sortiment befinden sich gleich mehrere Knaller, die durch unterschiedlichen Konzepte glänzten. Wer genügend Geld dabei hatte, konnte hier richtige Schnäppchen machen! Sensas hat sich nicht lumpen lassen und für die Messe die Preise deutlich angepasst.

Bei Sensas konnten richtige Schnäppchen gemacht werden. Sensas hatte hervorragende Ruten in jeder Serie dabei.

Bei Browning konnten die neue Z9-2 und die Sphere beweisen, was in ihnen steckt. Beide konnten durch ihre Leichtigkeit und Ausgewogenheit punkten. Gerade die Z9-2 werden wird man wohl demnächst häufiger am Wasser sehen. Die Silverlight 10-12 ist natürlich nach wie vor eine unglaubliche Rute für denjenigen, der sich auf die Weißfischanglei spezialisiert hat.

Die Silverlite 10-12 ist eine Waffe für Friedfische.

Ansonsten bot die Messe natürlich auch wieder die Möglichkeit die vielen Kleinteile einzukaufen, die man sonst kaum im Angelladen findet. Wer genau hinguckte, fand auch das eine oder andere Messeschnäppchen.

Gamakatsu und Cresta Colmicposen gab es zum Schnäppchenpreis
gute Idee- Michael Schlögl stellt Maden ruhig. Schnäppchen!
Tolle Posen beim Stippprofi Rals Hertlischke Kleinteile, wie Haken, gehen immer!

Mit diesen letzten Impressionen möchten wir an dieser Stelle den Bericht beenden. Es gab natürlich noch vieles mehr zu sehen, aber dies würde den Rahmen sprengen. Wir hoffen, dass ihr beim Lesen Spaß hattet.

Bedanken möchten wir uns ganz herzlich bei Susanne Hübner und Heinz Hölblinger, die zum 16ten Mal, die Messe der Messen, die Mutter aller Messen für Friedfischangler organisiert haben. Unspektakulär, geräuschlos und fehlerfrei seit 16 Jahren. Ganz großes Kompliment und hoffentlich noch viele weitere Jahre.

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