Stippermesse 2018 - Der Bericht

  • von ct Redaktion
  • 29. März 2018 um 15:00
  • 0

Am 04.03. 2018, also wie immer am ersten Sonntag des März, fand die Stippermesse in Bremen statt.

Als größte Messe speziell für Friedfischangler lockte sie auch 2018, trotz der extremen Kälte, wieder Besucher aus ganz Europa an.
Champions-Team.de war in diesem Jahr nicht mit einem Stand vertreten, da machte uns leider die grassierende Grippe einen Strich durch die Rechnung. Markus, unser standhafter Reporter hat es sich allerdings nicht nehmen lassen, für all diejenigen über die Messe zu gehen, die es in diesem Jahr ähnlich erging und nicht dabei sein konnten. Nachfolgend findet ihr seinen Eindruck und unsere Highlights der Stippermesse 2018.

Wie in jedem Jahr waren die wichtigsten Firmen der Angelszene Deutschlands auf der Stippermesse vertreten und haben ihre Topangler gleich mitgebracht. Dennoch kam in diesem Jahr das Gefühl auf, dass die Luft ein wenig raus war. Die Stippermesse ist längst nicht mehr die einzige Besuchermesse für Stipper. Dies machte sich rein subjektiv bei den Besucherzahlen, aber auch Ausstellern bemerkbar. Eine gewisse Erschöpfung war letzteren anzumerken, und nicht selten konnte man hören, dass jetzt endlich die Messesaison vorbei sei und wieder ans Angeln gedacht werden könne.

Meine Tour habe ich bei Ralf Herdlitschke dem Stipp-Profi begonnen. Wie in jedem Jahr hatte er jede Menge und sehr viele Sorten van den Eynde Futter und ein sehr großes Zubehörprogramm mitgebracht, was von den Anglern sehr gut angenommen wurde. Dicht an dicht drängten sich die Kunden am Stand und konnten das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Hier traf sich zudem Deutschlands Stippelite und hatte jede Menge Tipps parat.

17. Stippermesse 2018 in Bremen

Ralf hatte sich zudem bereiterklärt ein paar unserer DVDs mit auszustellen. Schließlich sollte unser „Männerschnupfen“ nicht dazu führen, dass frustrierte Angler bei Wind und Wetter vor schwarzen Bildschirmen auf dem Sofa vor sich hin frösteln müssen.

Unsere DVDs gab es beim Stipp-Profi

Bei Preston Innovations konnte der Kunde Zubehörteile ergattern und viele Produkte einmal live in Augenschein nehmen. Gerade die D 36 Sitzkiepen wurden gründlich begutachtet.

Preston die D 36 Sitzkiepe

Die Futterabteilung von Preston Innovations- Sonubaits- bezog in diesem Jahr einen eigenen Stand direkt gegenüber. Eine gute Idee, die sehr gut ankam.

Die Futterabteilung von Preston Innovations- Sonubaits-

Ein Highlight jeder Messer ist natürlich der Browningstand. Hier gab es das eine oder andere Schnäppchen zu machen, egal ob im Ruten-, Sitzkiepen- oder Zubehörbereich.

Der Browningstand

Viele nutzten zudem das Angebot sich mit den Feeder-und Stippweltmeistern Jens Koschnik und Bob Nudd ablichten zu lassen und Autogramme zu holen. Natürlich wurde hier viel gefachsimpelt und auch Ratschläge eingeholt.

Bob Nudd Tolle Schnäppchen

Als besonderes Highlight stellten Jens und Bob die neuen Feederruten World Champion und Silverlite Pro vor. Bei ersterer handelt es sich um einen hochwertigen Picker für die schnelle Angelei auf kurzer Distanz. Perfekt geeignet für leichte Bleie und Körbe für Rotaugen, macht sie aber auch am Carpodrom bei dicken Karpfen nicht schlapp. Die Silverlite Pro hingegen ist eine Traumrute für viele Einsatzbereiche. Sie ordnet sich vom Carbon knapp unter den Sphere Rute ein, bietet dafür aber einen schönen Korkgriff und einen sehr wertigen Rollenhalter aus Carbon. Die Titanringe fallen recht klein aus. Insgesamt eine Rute, die sich jeder Angler ansehen sollte.

Matrix war in diesem Jahr mit zwei Ständen vertreten. Neben einem Verkaufsstand hatten die Jungs einen reinen Ausstellungsstand mitgebracht. Dieses Konzept macht einfach Sinn! Kunden können so in aller Ruhe und ohne Gedränge Neuheiten begutachten und erklären lassen. So entspannt kann Messe sein.

Matrix

Die Horizon Pelletwaggler und die Kurzen Methodruten machten einen schön schlanken Eindruck und bieten eine gute Aktion im Drill. Natürlich ließ Weltmeister Thorsten Küsters es sich nicht nehmen die teils von ihm entwickelten XD Feederruten gleich mit zu erklären.

Auch der neue Bell (Glocke) Futterkorb durfte natürlich nicht fehlen. Dieser wird von unten einfach mit Futter und ein paar Ködern verschlossen. Die Löcher sorgen für eine schnelle Entladung, die Form für ein gutes Wurf- und Einholverhalten. Am Verkaufsstand war dann wieder einmal die Hölle los! Dicht an dicht wurde eingekauft, was das Portemonnaie hergab. Matrix stand bei vielen Messebesuchern in der Gunst ganz weit oben!

Direkt daneben bezog Colmic mit einem starken Stand und viel Fachkompetenz Stellung. Hier konnte eingekauft, doch vor Allem auch Alles ganz genau unter die Lupe genommen werden. Roberto stellte dann auch direkt die neue Taschenkollektion vor, die im klassischen Design gefallen konnte.

Colmic auf der Stipper-Messe Bremen

Besonders die Rutentaschen machten einen gut durchdachten und hochwertigen Eindruck. Anders als viele andere Hersteller setzt Colmic beim Rollenfutteral wieder auf ein 2-Kammer Modell. So werden auch feine Matchruten optimal geschützt. Dies ist bei 4-Kammern längst nicht immer gegeben und Beschädigungen sind möglich.

Nach einem kurzen Plausch über die Lang-Lang Angelei, die im Raum Berlin noch vom Boot aus betrieben wird, sonst aber fast vom Anglerradar verschwunden ist, präsentierte Roberto die neuen Bolos. Ungewöhnlicherweise gibt es darunter sogar Modelle in 9-12 m, die direkt Fragen aufwarfen. Colmic hat erkannt, dass Boloruten immer häufiger als Stipprutenersatz verwendet werden. Sei es aus gesundheitlichen oder aber finanziellen Gründen, Boloruten sind immer häufiger als Stipprutenersatz an den Gewässern zu sehen und werden auch bei den Zanderanglern immer beliebter. Ein Trend, den Colmic wieder einmal schnell erkannt hat.
Keine Veränderungen gibt es bei den Feeder-, Match- und Boloruten. Seit Jahren Spitzenklasse.

Netzbehälter

Wie einfach manchmal die Idee hinter Innovationen sein kann, beweist Colmic mit den neuen Madenbehältern. Diese Netzbehälter verhindern ein Schwitzen der Tierchen und sind somit optimal für große Mengen geeignet.

Direkt gegenüber vom Colmic Stand befand sich dann der Kopfrutenstand.

Der Kopfrutenstand

Der Trend weg von der Stipprute hin zum Feedern setzte sich fort, so dass man sich als Stippangler schnell einen Überblick über die neuen Modelle verschaffen konnte. Am Kopfrutenstand war bei weitem nicht so viel los, wie in den vergangenen Jahren.

Als neuen Trend beim Stippen kann man die Wiederkehr der Parallelhandteile festhalten, wie Garbolino es bei einigen Modellen machte und noch immer macht. Hier kann das 13 m Handteil das 11m Handteil ersetzen, weil sie den gleichen, meist sehr schlanken Durchmesser aufweisen. So entstehen in 11 m unglaublich steife und sehr leichte Ruten.

Dieses Konzept findet auch bei Colmic Anwendung. Die neuen, schlanken Kopfruten sind mit 12,87 m beinahe echte 13 m lang und stehen dabei unglaublich gut dar.

Besonders das Modell 99-Z3 ist dabei sehr steif und schnell. Die Handteile fallen vom Durchmesser her dünn aus, so dass eine Angelei im Wind deutlich erleichtert wird. Als ich das Teil 8 der Rute durch das 13m Handteil ersetzen lasse -schließlich bot sich hier die Gelegenheit das Konzept einmal live zu ertasten- zeigte sich direkt der Vorteil der Parallelextension. Steif wie ein Brett, ultrahart und fast schwerelos kommt die 99-Z3 nun daher. Das etwas höhere Gewicht des Handteils beeinflusst die Balance mehr als positiv. Der erhöhte Materialeinsatz macht die Rute zudem unempfindlicher. Das Handteil ist sehr druckstabil. Insgesamt ist die 99-Z3 eine traumhaft gute Rute.

Bei Sensas bot sich ein gewohntes Bild. Wie in den letzten Jahren passt hier das Preis/-Leistungsverhältnis. Jeder Angler findet hier je nach Façon und Geldbeutel „seine“ Rute.

Bei Browning gab es dann zum ersten Mal den Prototyp der Z 16 L zu begutachten. Sie wird im Spätsommer bzw. Herbst herauskommen.

Sie steht gut und lässt sich bei „echten“ 13 m sehr gut handhaben. Dabei ist sie ausreichend druckstabil und macht insgesamt einen robusten und angenehmen Eindruck. In der für Deutschland typischen Länge unterscheidet sie sich allerdings kaum oder nur geringfügig von den bereits erhältlichen Topruten Z 10-Z 14. Deutliche Unterschiede sind dann ab 14,5 m oder mehr zu erwarten. Dennoch handelt es sich bei der Z 16 L um einen sehr guten Allrounder auf Topniveau.

Dass man bei Browning Verstand und auch Mut besitzt, zeigt der Griff ein paar Ruten weiter nach rechts. Die Browning Sphere Zero-G Power ist eine 11,5 m lange und knapp 650 g schwere Rute, die selbst gehobene Ansprüche befriedigt. Sie ergänzt sich perfekt mit der Zero-G F1+ und hält für den Fall der Fälle als Ersatzteilspender her. Sie bietet zudem demjenigen, der keine 13 m benötigt, einen Einstieg in die Oberklasse. Sie ist leicht und steif, machte aber zudem den Eindruck jedem Carpodrom gewachsen zu sein. Bei einem Preis knapp über 1000 € mit zusätzlichen kurzen Kits wird sie in den Niederlanden, aber auch bei uns, bestimmt häufiger zu sehen sein.

Direkt am Kopfrutenstand war die Firma Sensas präsent. Hier konnten wie immer einige Schnäppchen im Futter und Lockstoffbereich gemacht werden. Aber auch die Neuheiten im Zubehör- und Kiepenbereich sorgten dafür, dass der Stand immer gut besucht war. Bei den Stippanglern ist und bleibt Sensas einfach die Nr. 1.

Sensas Stand

Fortgesetzt wurde der Rundgang bei Cresta, die zusammen mit Anglerspoint Lünen ihren Stand betrieben.

Cresta

Unauffällig gesellte ich mich zu Berti Bovens, dem Aushängeschild im Bereich Feedern bei Cresta, der gerade dabei war seine Berti Bovens Signature Feeder zu erklären. Er wies Kunden auf die Besonderheiten der Rute hin und demonstrierte sofort die Belastbarkeit und Aktion der Rute. Bis ins Detail erklärte er den gebannten Zuhörern, dass die Rute außergewöhnlich viele Dreistegringe besitzt und selbst der Spitzenring so ausgeführt wurde. Hier verfängt sich keine Schnur!

Berti Bovens Berti Bovens

Als er dann noch erklärte, wie man idealerweise den Schnurbogen nutzt um deutlich leichter als die meisten anderen Angler fischen, hatte er alle in seinen Bann gezogen. Es macht einfach Spaß einem so gestandenen Angler zuzuhören.
Es gab natürlich auch jede Menge Angelgerät zu bestaunen. Während Spro zuvor eher wegen des besonders guten Preis-/Leistungsverhältnis bekannt war, war hier direkt ersichtlich, was für Sprünge die Qualität bei Cresta gemacht hat. Die neue Identity Accelerate Feeder hinterließ beispielsweise einen so guten ersten Eindruck, dass champions-team.de sie direkt für einen Langzeittest eingeplant hat. Als passenden Partner präsentierte Stippexperte Arjan Klop die neue Advantor Feederrolle.

Stippexperte Arjan Klopp

Auf der Messe gab es natürlich noch eine weitere Vielzahl weiterer Aussteller und auch Schnäppchen. Es machte einfach Spaß mit den Profis ins Gespräch zu kommen und dann vielleicht das ein oder andere ungeplante Produkt mit nach Hause zu nehmen. Wenn nur das Wetter endlich etwas freundlicher wäre...!

Mit diesen Bildern möchten wir den Bericht langsam beenden. Natürlich gab es auf der Messe noch deutlich mehr zu sehen, was in einem Bericht nicht komplett festgehalten werden kann. Dies waren meine Highlights, von denen es in diesem Jahr gefühlt weniger als in den Jahren zuvor gab. Ich hoffe der Branche und auch den Anglern geht nicht die Puste aus. Wir von champions-team.de freuen uns auf jeden Fall auf weitere Stippermessen in Bremen.

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