Jugendweltmeisterschaft 2007 in Pardubice/Tschechien

  • von Mathias Scholz
  • 31. August 2007 um 17:38
  • 0



Die Weltmeisterschaft der Junioren und Kadetten fand vom 30.7.2007 bis zum 5.8.2007
in Pardubice in Tschechien statt. Das deutsche Junioren Team bildeten Julian Hebenstreit, Stephan Büchner, Marcel Heil, Martin Erdmann, Tim Hagedorn und Mathias Scholz. Als Verantwortliche Trainer waren Herry Panno und Burkhard Heil sowie die Betreuer Frank Hagedorn, Axel Erdmann, Andreas Thur und Herr Büchner mit an der Strecke.


Das deutsche Team bei der Eröffnungsfeier

Die WM-Strecke befand sich an der Elbe(Labe) mitten im Zentrum von Pardubice. Der Fluss ist in diesem Bereich ca.60 m breit und hat eine durchschnittliche Tiefe von 3m. Als Hauptfische waren Brassen, Güstern, Rotaugen und Ukelei zu fangen. Vereinzelt gingen auch Nasen, Karpfen, Welse, und Barben an den Haken.



Die Strecke

Training
Am ersten Trainingstag saßen wir in Box 8 in der Mitte der Strecke. Wir probierten verschiedene Futtermischungen. Zwei von uns begannen mit der Bolorute, die Anderen mit der Kopfrute. Von Anfang an konnten wir kleine Güstern und Rotaugen auf beiden Bahnen fangen. Im Durchschnitt erreichten wir damit Gewichte von 4 - 5 kg.


Die deutsche Mannschaft im Training

Am 2. Trainingstag saßen wir in der Außenbox wo sehr hohe Fanggewichte zu erwarten waren. Wir veränderten an diesem Tag die Futtertaktik: Einige Fütterten zu Anfang sehr massiv, andere fütterten eher verhalten und versuchten danach mit einer hohen Fütterfrequenz die Fische an den Platz zu holen. Große Unterschiede in der Fangausbeute waren nicht zu erkennen. Es zeigte sich jedoch, dass es wichtig war sehr viele Köder zu füttern, um die Brassen am Platz zu halten. An diesem Tag erreichten wir Fanggewichte von über 20 kg!!


Julian Hebenstreit mit einem Trainingsbrassen

Am 3.Trainingstag begannen wir wieder mit der Kopfrute und jeder fing zu Beginn 2-3 Güstern oder Rotaugen. Julian und Stephan konnten sogar noch einen Brassen auf die Schuppen legen. Danach hatten die riesigen Ukeleischwärme unser Futter am Grund entdeckt und wir fingen nur noch Ukeleis. Von unseren Betreuern an der Strecke hörten wir jedoch, dass es allen Nationen so ginge und auf der gesamten Strecke nur noch Ukeleis gefangen wurden. Im Nachmittagsdurchgang fischten auch wir mit Speedruten bzw. mit der verkürzten Methode auf Ukelei, wobei sich das verkürzte Angeln auf 9,5 m als am erfolgreichsten herausstellte.


Tim Hagedorn im Training

Am 4. Tag fütterte jeder von uns auf Kopfruten, Matchrute und die kurze Bahn für Ukelei. Wir versuchten auf der Kopfrute und Matchrute in der ersten halben Stunde die 2-3 Standfische zu fangen bevor nur noch Ukeleis auf dem Futterplatz waren. Nun mussten vornehmlich die kleinen Silberlinge erbeutet werden, wobei die anderen beide Plätze auch weiter gefüttert wurden, um ab und zu vielleicht doch noch den einen oder anderen Grundfisch zu erbeuten.


Marcel Heil unter Beobachtung von Betreuer Dietmar Heil

Im offiziellen Training am 5. Tag trainierten wir noch einmal das für uns recht ungewohnte Ukeleiangeln mit der verkürzten Methode. Mit dieser Methode war die Bissausbeute bei den recht kleinen Ukelei bedeutend höher als bei der Angelei mit Speedruten. In 3 Stunden konnten auf diese Weise bis zu 1,5 kg Ukelei gefangen werden.

Fazit/Taktik
Wir waren uns einig, dass um im Sektor vorne mitzuspielen mehrere große Grundfische nötig waren. Um das Mannschaftsergebnis jedoch im Rahmen zu halten, sollten die Ukelei als Option im Hinterkopf bleiben. Es sollten alle 3 Bahnen (Kopfrute, Matchrute, Ukelei) gefüttert werden und zu Anfang die Standfische gefangen werden. Je nach dem, wie sich bei jedem von uns das Angeln entwickelte, sollte individuell entschieden werden, ob weiter versucht wird große Fische zu fangen oder ob doch auf die Ukelei umgestellt werden müsste.

Futter/Köder                                          13 l Grundfutter
                                                                4 l Ukeleifutter

                                                                1 l Würmer
                                                               ¾ l  kleine Mückenlarven inkl. Vers de Vase
                                                               ½ l  bunte Maden
                                                               ¼ l  Caster und eine Handvoll Pinkies



1.Durchgang

Im A-Sektor konnte Julian einige Güstern und Rotaugen mit der Kopfrute fangen, dazu noch 2 Brassen mit der Matchrute. Am Ende 3300 g und Platz 8 im Sektor.
Martin im B-Sektor fing zum Anfang einige Güstern und konnte kurz vor Schluss noch einen Brassen mit der Matchrute fangen. 2190 g bedeuteten Platz 6 im Sektor.
Auch Mathias im C-Sektor fing nach dem Start seine Standfische. Nach einer halben Stunde konnte er einen 2 kg Schuppenkarpfen an der Kopfrute bändigen. Danach fing er noch 2 Brassen mit der Matchrute. 4170 g und Platz 4 im Sektor.
Marcel im D-Sektor konnte am Anfang nur 2 Standfische fangen. 2 Brassen an der Matchrute verlor er. So blieben nur noch ein paar Ukelei und mit 550 g Platz 17 im Sektor.
Tim saß im E-Sektor neben sehr starken Nachbarn (Polen, Tschechien und Italien). Trotzdem konnte er mit 2410 g noch den 11.Platz im Sektor belegen.


Mathias Scholz mit seinem Karpfen

Nach dem ersten Tag lagen wir mit 46 Punkten auf Rang 10 hinter Serbien (PZ 44), England (PZ 43) und Italien (PZ 41).

Es zeigte sich, dass die meisten großen Fische mit der Matchrute auf einer Entfernung von  45 m gefangen wurden. Die erfolgreichen Nationen fütterten auf die Matchrute bei jedem Trieb einen Ballen oder bei jedem 3.Trieb 2-3 Ballen. Es wurden viele Köder gefüttert und es war eine starke Wolkenbildung des Futters zu beobachten. Für den 2.Durchgang fügten wir unserem Futter leichte Erde und Litou hinzu, um ebenfalls eine Wolke zu erzeugen. Außerdem ersetzten wir 1,5 l Ukeleifutter durch 1,5 l Grundfutter um genug Futter für das regelmäßige Füttern der Matchrute zu haben. Für Marcel Heil kam am 2. Tag Stephan Büchner in die Mannschaft.


Mit der Rollenrute ging doch einiges

2.Durchgang

Im A-Sektor konnte Mathias 8 Brassen mit der Matchrute fangen. Dazu noch einige Güstern und Rotaugen ergaben am Ende 5520 Gramm und Platz 3 im Sektor.
Martin hatte nur wenige Standfische, konnte jedoch kurz vor Schluss noch einen Brassen landen und sich  mit 1450 Gramm auf den 11.Platz im Sektor retten.
Für Julian lief es an diesem Tag nicht optimal, so dass er am Ende den 11. Platz im Sektor mit 1690 Gramm errang und auch Tim und Stephan erwischten einen schlechten Tag und konnten nicht mehr als einen 18. Platz im Sektor erreichen.
Somit schlossen wir den 2. Tag etwas enttäuscht mit 61 Punkten ab, was zu folgendem Gesamtergebnis führte:

Mannschaftswertung


1.  Tschechien
2.  Ungarn
3.  Polen

4.  Slowakische Republik
5.  Frankreich
6.  Italien
7.  Belgien
8.  England
9.  Kroatien
10. Serbien
11. Deutschland
12. Niederlande
13. Spanien
14. Portugal
15. San Marino
16. Slowenien
17. Südafrika
18. Luxemburg


Den weitesten Weg hatte das Team aus Südafrika


Einzelwertung


1. Miroslav Blecha(Tschechien)
PZ 2
2. Zoltah Farrago(Ungarn)
PZ 3
3. Jiri Bartos(Tschechien)
PZ 3
...
 
12. Mathias Scholz
PZ 7
35. Martin Erdmann
PZ 17
44. Julian Hebenstreit
PZ 19
66. Tim Hagedorn
PZ 29
86. Marcel Heil(1. Tag)
PZ 17
91. Stephan Büchner(2. Tag)
PZ 18



Die Siegerehrung

Ein besonders großer Dank gilt den Firmen Mosella, Sensas und Browning für die Bereitstellung der Futtermittel und Köder. Diese Zuwendung hat uns die Teilnahme an der Weltmeisterschaft erheblich erleichtert.



Nächste Woche gibt es dann noch ein Interview mit Julian Hebenstreit und alle Bilder in der Galerie.
 
Text: Mathias Scholz
Fotos: Mathias Scholz, Tim Hagedorn

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