Europameisterschaft 2008 Teil 2

  • von Steffen Quinger
  • 07. Juli 2008 um 22:04
  • 0
2. Durchgang

Nach dem Ziehen der einzelnen Sektoren war klar, ein Top-Los für Günter mit der B 23, denn hier kam der Sieger vom Vortag her, aber schwere Lose für den Rest der Truppe.

Sektor A / Ralf Herdlitschke

Ralf Herdlitschke bekam Platz 15 in seinem alten Sektor und konnte einen Steve Gardner (3.990 Gramm), der neben ihm auf der 16 saß, gut zeigen wie große Fische gefangen werden. Am Ende konnte Ralf an seine Leistungen vom Vortag anknüpfen und mit 5.280 Gramm einen guten 5. Platz belegen. Der Sieger kam hier mit dem Italiener Ferruccio Gabba  (9.990 Gramm) vom Außenplatz, Platz 2 belegt der Schweizer Andreas Forni mit 7.200 Gramm.


Die Bolospur wurde zur Sicherheit mitgefüttert

Sektor B / Günter Horler

Mit dem Platz 23 sicher für Günter das Traumlos! Auch wie am Vortag zeigte Günter seine Routine, behielt die Ruhe und Konzentration. Mit zunehmender Dauer des Wettkampfes begeisterte Günter, mit einer perfekten Köderpräsentation seinen tschechischen Nachbarangler, dessen Trainer, Betreuer und Zuschauer, die alle zum Ende des Wettkampfes neidlos jeden gefangenen Fisch mit Beifall begleiteten.


Kaum einer verstand es die Brassen so wie Günter Horler zu fangen

Sektor C / Lutz Weissig

Lutz Weissig saß mit seinem Platz 15 nicht so optimal, hier war klar, dass die unteren und oberen Plätze bevorteilt sind und dort saßen auch die direkten Gegenspieler aus Polen und Russland. Trotzdem nutzte Lutz mit seiner ruhige ausgeglichene Art jede Chance und fing von der Anzahl her sicher mit den meisten Grundfisch in seinem direkten Umfeld, das Problem war nur, dass seine Nachbarn aus San Marino und Serbien eindeutig weniger fingen, aber halt jeder der beiden einen Bonusfisch dabei hatte, der ihnen am Ende an der Waage einen Vorteil brachte. Mit einer 17 im Endeffekt sicher nicht das erhoffte Ergebnis für das Team.


Der Kiloaal aus dem Training hätte bei Lutz besser im 2. Durchgang gebissen

Sektor D / Stefan Posselt

Stefan Posselt auf D 4 hatte es wie am Vortag nicht so leicht in seinem Sektor. Mit einige verlorenen großen Fischen und zu viel Kleinfisch kam auch er nicht über eine Platzziffer 14 wie am Vortag hinaus. Wieder zeigte ein Russe auf der 9 wie es ging und konnte sich mit 11,7 kg den Sieg vor den Holländer Dieter Friedrichs und den Tschechen Ladislav Konopasek sichern.
Stefans 2.650 Gramm waren hier einfach zu wenig um in dieser Liga mithalten zu können.
Aber auch ein Walter Tamas auf den Außenplatz konnte mit 4.790 Gramm nicht richtig überzeugen.

Sektor E / Harald Windel

Harald Windel erwischte einen rabenschwarzen Tag und „versemmelte“ seinen Platz völlig. Eine richtig schlüssige Erklärung warum Harald trotz intensiver Betreuung völlig daneben angelte konnte niemand bringen, auch er nicht. Ob zu viele große Mücken dran schuld waren?
Hier ist einfach noch Klärungsbedarf, der aber auch etwas Zeit benötig, um hier in Zukunft Lehren zu ziehen und ähnlichen Blackouts vorzubeugen. Auch der Holländer Eddy van Hogen konnte mit einer 22 nicht gerade glücklich sein. Sogar Allen Scotthorne konnte trotz des genialen Endplatzes nur eine 4 im Sektor erreichen und somit keinen weiteren Titel in seine Sammlung einfügen.


Einzeleuropameister Günter Horler

Fazit nach dem 2. Durchgang:

Letztendlich belegte das deutsche Team mit einer Platzziffer 61 am zweiten Tag den 11. Platz im Tagesklassement.  Sicher hatten sich alle nach dem guten Start am Samstag ein höheres Ziel gesetzt. Im Endresultat belegt das Nationalteam mit der Platzziffer 89 den 7. Platz.
Sicher wäre man mit dieser Platzierung im letzten Jahr hoch zufrieden gewesen, aber alle wussten es klar, dass hier wäre mehr drin gewesen wäre.

Was ist das Resümee dieser Europameisterschaft?

Deutschland hat es (hoffentlich) geschafft Anschluss an die besten 10 Teams der Welt zu finden und Günter Horler ist endlich verdientermaßen Europameister geworden.


Das Deutsche Team mit Europameister Günter Horler in der Mitte

Gründe für den teilweisen Einbruch des Teams am Sonntag müssen gesucht, analysiert und zukünftig vermieden werden.
Natürlich sollte man jetzt nicht zu überschwänglich reagieren, die Spitze im Angeln ist breiter geworden, ehemalige No-Name-Teams aus den Osten Europas haben bessere, vor allem finanziell bessere Voraussetzungen um sich auf eine WM oder EM vorzubereiten und können dementsprechend auch gute Leistungen abrufen.
Hoffen wir auf einen guten Impuls für die Zukunft und etwas mehr Verständnis für unsere Passion in der Öffentlichkeit.


Am Ende siegte Russland vor Polen und Holland

Eine Anekdote am Rande. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll ein sehr bekannter englischer Top-Angler die Summe von 250.000 (in Worten zweihundertfünfzigtausend!!!!) Euro kassiert haben, um das russische Team innerhalb einer Woche in Russland zu trainieren und speziell auf das Gewässer einzustellen. Wir versuchen, da noch ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.


Überschwängliche Freude beim russischen Team

Im Übrigen verdienen die Russen den Titel Europameister doppelt, einmal für ihre sportliche Leistung und das andere Mal für ihre herzliche und überschwängliche Art sich selbst zu feiern. Noch nie wurde wohl eine Nationalhymne so inbrünstig und voller Herzblut mitgesungen.


Silber für Josef Konopasek (Tschechien), Gold für Günter Horler und Bronze für den RussenOleg Sadomtsev

Abschließen konnten am Abend noch gute Gespräche mit wichtigen Leuten der Nationalteams wie Alan Scotthorne, Umberto Ballabenie, Jacopo Falsini oder auch Jean Desque geführt werden, die einer Einladung des Champions-Teams und des DAV im November an den Silokanal folgen wollen, doch dazu in Bälde hier mehr.


Teamchef Peter König im Training

Bedanken möchten sich alle Beteiligten bei dem Nationaltrainer Peter König, der selbstlos und unermüdlich das Team führte, bei Jacub, unserem tschechischen Freund und Helfer, ohne den wir in vielen Sachen hilflos gewesen wären, bei dem DAV-Sponsor: der Firma Mosella, die neben finanziellen Mitteln auch Futter kostenfrei zu Verfügung stellten und letztendlich bei dem Dachverband dem DAV e.V. der natürlich erst alles ermöglicht hat.

Die offiziellen Ergebnisse

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren