Club WM 2009 in Madunice / Slowakei Teil 2

  • von Michael Schulien
  • 28. Juni 2009 um 07:32
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Bei der Auslosung zog “Glücksfee” Wolfgang Lorenz für das Mosella Team folgende Plätze:

Sektor A   Platz  4:  Marco Lourenco 
Sektor B   Platz  7:  Harald Windel 
Sektor C   Platz 24:  Günter Horler 
Sektor D   Platz 11:  Michael Diener 
Sektor E   Platz 16:  Michael Schlögl 


Harald Windel kurz vor Beginn des 2. Durchganges

Die Betreuer blieben bei den Anglern vom ersten Durchgang. Burkhard Heil betreute Michael Diener, der im zweiten Durchgang zum Einsatz kam.

Wir behielten größtenteils die Futter- und Ködertaktik bei. Lediglich im A-Sektor wurde der Madenanteil bei den Lebendködern erhöht, da wir hier die Chance sahen, an eine der wenigen Barben zu kommen.

Ich konnte feststellen, dass die Italiener ihr „Experiment“ des ersten Durchganges, ganz ohne Futter an den Start zu gehen, aufgegeben hatten. Ca. 30 % der 17 Liter war nun ein dunkles Futter.


Roter Kies bei den Italienern für die Barben

Mit dem Anfüttern um 10:25 Uhr begann dann der zweite Durchgang. Wie im ersten Durchgang konnte man wieder die unterschiedlichen Anfütterungstechniken beobachten. Rückblickend kann ich sagen, dass die Methode, alle Bälle der Anfangsfütterung mit dem Pole Cup zu füttern für mich die beste Strategie war, ging es doch darum im gesamten Durchgang zwischen einem und drei Fische zu fangen.


Anfangsfütterung 2, Durchgang Sektor A

Dafür war absolut punktgenaues Anfüttern ein Muss. Allerdings wurden die Bälle bei der Pole-Cup Fütterung nicht wie es hier üblicherweise praktiziert wird einfach nahe der Wasseroberfläche abgekippt. Vielmehr wurden sie aus ca. 1.5 – 2 Meter Höhe mit entsprechendem Einschlaggeräusch ins Wasser blumsen lassen. Der Sinn dieser Methode liegt auf der Hand: Man wollte die Fische, insbesondere die Barben mit dem Geräusch anlocken.


Der Italiener bei der Anfangsfütterung

Um 10:30 Uhr begann das Angeln und schon nach 15 Minuten wurde klar, dass die Verhältnisse gegenüber dem ersten Tag noch schwieriger geworden waren. Nur sehr vereinzelt wurden auf der gesamten Strecke Fische gefangen. Über Funk waren wir Betreuer ständig untereinander in Kontakt und konnten so wichtige Informationen weitergeben bzw. austauschen.

Marco Lourenco hat mit Platz 4 im A Sektor einen guten Platz zugelost bekommen. Am Vortag waren die ersten Plätze im A Sektor vom Ergebnis her die besseren Plätze, der Sieger kam jedoch von der A 11 mit 4 Barben. Auf der A 6 befischte der zukünftige Weltmeister aus dem siegreichen serbischen Team Vladimir Danilovic gleich nach der Anfangsfütterung die 7 m Bahn mit einer ca. 0,75 Gramm leichten Montage.


Der serbische Weltmeister V. Danilovic

Er fütterte Erde mit Fouilles und konnte so in der ersten halben Stunde 4 kleine Nasen von je ca. 60 Gramm fangen. In Anbetracht des schlechten Beissverhaltens auf der 13 m Bahn war dies genau die richtige Taktik, um ein gutes Mannschaftsergebnis einzufahren. Als dann einige Fische auf der 13 m Bahn bei den Nachbarleuten anliefen, befischte er ebenfalls diese Bahn, fing einen mittleren Brassen, um anschließend wieder auf die kurze Distanz zurück zu kehren. Er errang durch eine erstklassige Taktik ein sehr guter 3.Platz mit einem Gewicht von 1680 Gramm.


Umberto Ballabeni kam mit den Bedingungen in Madunice nicht zurecht

Insgesamt verlief die erste Stunde für das Mosella Team nicht sonderlich gut. Michael Schlögl fing einen Brassen von knapp 700 Gramm und lag damit zu Anfang im vorderen Drittel. Michael Diener und Harald Windel waren noch ohne Fisch. Günter Horler fing einen Brassen und lag damit bis zu diesem Zeitpunkt vorne. Marco Lourenco fing auf der 13 Meter Bahn eine kleine Nase und lag damit noch im hinteren Drittel des Sektors. Auf A 7 saß der Sovene Mitja Kmetec. Ich beobachtete, dass er schon nach der ersten Viertelstunde in regelmäßigen Abständen einen größeren Ball geklebte Maden mit Kies mittels Pole Cup aus 1.5 – 2 Meter Höhe über dem Futterplatz auf der 13 Meter Bahn abwarf. Seine Absicht war klar, er wollte die Barben auf seinen Futterplatz locken. Ich gab diese Info natürlich von Anfang weiter an Marco Lourenco und den Rest des Teams. Allerdings wollten wir zunächst mal abwarten, ob diese Taktik Erfolg versprach um dann evt. zu reagieren.


Vincenzo Natale u.Clauco Tubertini beim Infoaustausch

In der zweiten Stunde kamen die Bisse bei den Teilnehmern nur noch vereinzelt. Nach ca. 80 Minuten fing der Slovene auf A 7 innerhalb einer Viertelstunde zwei mittlere Barben und lag vorne im Sektor A. Dies war nun für uns das Zeichen zur Attacke. Marco Lourenco fütterte nun auch regelmäßig mit einem Ploppgeräusch geklebte Maden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Zehn Minuten später fing er eine Barbe von ca. 400 Gramm. Immer weiter fleißig die Maden füttern hieß die Devise. Weitere zwanzig Minuten später kam ein weiterer Biss auf 3 weiße Maden und schnell wurde klar, dies ist ein richtig großer Fisch!


Drill von M. Lourenco der den Sektorensieg brachte

Zunächst machte die Barbe, denn so agiert keine Brasse, was sie wollte. Marco kam nicht zum abstecken der Rute. Mehrmals musste er sie wieder ganz nach draußen schieben. Mir war klar, dass dieser Fisch gefangen, sicher den Sektorensieg bedeuten würde. Unwillkürlich schoss mir die Erinnerung an meinen Karpfen von ca. 11 Pfund bei der Club WM 2004 durch den Kopf und mir war klar, was Marco Lourenco in diesen Minuten durchmachte.


Die Gewinnerbarbe kurz vor der Landung

Kurz und gut: Nach ca. zwanzig Minuten landete er souverän unter dem Beifall der Zuschauer einen ca. 2.5 kg großen Fisch. Mit insgesamt 3200 Gramm gewann Marco Lourenco souverän den Sektor A. Eine Klasseleistung bei seiner ersten WM!


Glücklicher Sektorensieger M. Lourenco mit seinem Coach M. Schulien

Günter Horler gewann ebenfalls seinen Sektor mit dem zweithöchsten Tagesgewicht aller Teilnehmer mit tollen 4360 Gramm und so hatten wir uns mit zwei Sektorensiegen eindrucksvoll zurück gemeldet. Die Platzierungen 6 (Michael Diener) und 7 (Harald Windel) in den Sektoren D und B komplettierten das gute Ergebnis. Gerade in den Sektoren von Michael Diener und Harald Windel war es sehr schwer, überhaupt einen Fisch zu fangen. Durch eine sehr gute Betreuung und konzentrierte Leistung der Beiden gelang es, je einen Fisch zu landen. Pech hatte Michael Schlögl im Sektor E. Die meisten Angler hatten auch nur einen Fisch, genau wie er. Mit 680 Gramm belegte er leider nur den 11ten Platz.

In der dritten Stunde wurden dann nur noch vereinzelt Fische gefangen. Viele Angler hatten lediglich einen oder zwei Fische. Daher war eine Prognose bez. der Podestplätze so schwierig. Fakt ist, dass sich einige der hinteren Mannschaften aus dem ersten Durchgang wieder rehabilitiert hatten. Das Team aus Holland gewann den zweiten Durchgang und schob sich damit noch auf Platz 13 vor. Italien fischte mit 22,5 Punkten ebenfalls einen klasse zweiten Durchgang (Platz 2 in der Tageswertung am Sonntag) und wurde 12ter . In der Tageswertung wurde das Team Mosella Germany 5ter mit 26 Punkten.


Trainer Marc Aldrovandi und Mosella Verkaufchef Holger Spottke

Gegen halb drei am Sonntagnachmittag machte ich mich dann mit Holger Spottke wieder auf die ca. 1100 Km lange Heimreise. Unterwegs teilte uns dann Peter König mit, dass der 9te Platz am Ende beim Team Mosella Germany zu Buche stand.

Fazit:

Es waren sehr schwierige Bedingungen in Madunice. Trotzdem setzten sich die Favoriten mehr oder weniger durch. Wir waren zwar mit höheren Erwartungen in das Event gegangen, können trotzdem mit dem einstelligen Platz am Ende der Durchgänge, Platz 5 in der Tageswertung des zweiten Durchganges und mit zwei Sektorensiegen ein positives Fazit ziehen. Es bleibt festzuhalten, dass das Team Mosella Germany weiter mit Abstand das erfolgreichste Angelteam der letzten 10 Jahre in Deutschland bleibt.......


Die neue Mosella XT 4050 ließ den Barben keine Chance

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