24. Weltmeisterschaft 2017 der Damen in Ungarn

  • von Sören Dercks
  • 07. September 2017 um 09:00
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24th Coarse Angling Wold Championship for Ladies in Ungarn

"Man muss sich erst einmal finden" - so kann man die diesjährige Teilnahme an der 24. Damen Weltmeisterschaft wohl am besten betiteln, denn gleich DREI neue Frauen wurden durch den Trainer Ralf Herdlitschke in den Kader nominiert.

Nachdem wir am Samstag Mittag das Auto gepackt, Ölstand und Reifendruck ect. kontrolliert hatten, ging es am Sonntagmorgen um 4:00 Uhr auf 1267 km lange Reise nach Szolnok in Ungarn.

Das Auto ist gepackt

Da die Damen quer aus Deutschland anreisten, wurde entschieden, dass alle für sich fahren und man sich bei der Unterkunft trifft.

Der erste kleiner Lacher hat dann gar nicht „so lange“ auf sich warten lassen. Als wir kurz hinter Prag gefragt wurden, wo wir alle ungefähr stecken, haben wir ein Bild von unserem aktuellen Standpunkt vom Navi geschickt. Darauf hin wurden wir gefragt, was für einen Wagen wir fahren. Grade als wir das abgeschickt hatten, kam von Astrid die Frage, ob wir ein rotes Auto vor uns hätten? Dies konnten wir mit ja beantworten und schon wurde das erste mal in beiden Autos ein wenig gefeiert, denn ab da fuhren Steffi Schmidt und Astrid Beck voraus.

Die Begrüßung musste jedoch noch bis zum Tankstopp auf sich warten lassen. Wir wollten schließlich alle ankommen.

Beim Hotel angekommen, hatte Andy Gütschow schon auf das Eintreffen gewartet und uns die Einfahrt zum Hotelparkplatz gezeigt. In kurzen Abständen trafen auch die restlichen Mannschaftskameradinnen ein. Nach kurzer Besprechung, ob bereits die ersten Sachen für das Training vorbereitet werden sollten ging es auch schon zum essen, wo wir erstmals fast komplett an einem Tisch saßen und auf die gute und unfallfreie Anreise anstießen.

Um 6:00 Uhr morgens trafen wir uns dann zum gemeinschaftlichen Frühstück im Hotel, worauf auch endlich das erste Training folgte. Stephanie und Astrid übernahmen für uns die Anmeldung an der Strecke und losten auch unsere Trainingsboxen.

Schnell haben die männlichen Betreuer den Frauen deren Equipment zum Platz runter getragen und die Frauen fingen mit dem Aufbau usw. an. Wir Männer haben uns um das Futter, die Erde und die Köder gekümmert. Das lief von Anfang an wie eine gut geölte Maschine. Es wurden lediglich kurz die Aufgaben zugewiesen und jeder wusste was zu tun war.

Am ersten Trainingstag hieß es den Katzenwels kennenzulernen und dessen Handhabung. Denn dieser hat drei miese Stacheln an denen man besser vorbeigreifen sollte. Denn wenn man von einem dieser Stacheln gestochen wird, fühlt es sich an als hätte eine Wespe zugestochen. Steffi hat den neuen vorher noch erklärt was dann am besten zu tun ist. Man sollte sofort das „Gift“ aussaugen und ausspucken. Andere Nationen haben dies wohl nicht gewusst. Bei denen hat man die enormen Schwellungen an den Händen gesehen. Teilweise wurden die Schwellungen so groß, dass die gestochene Hand doppelt so breit war wie normal.

Katzenwelz

Am zweiten Trainingstag entschlossen wir uns etwas mehr auszuprobieren. Was lebende/tote Köder anging. Den Mückenanteil haben wir von Person zu Person variiert und wir haben mit verschiedenen aktiven/passiven Futter/Erde Mischungen gearbeitet, um erste richtige Eindrücke zu sammeln.

Am Mittwoch hatten wir leider die Trainingsbox 1, hier konnten wir keine guten Trainingsinfomaiton gewinnen. Die Box ist knapp 1,0-1,5m flacher als der Rest der Strecke. Und es war bekannt, dass diese Box für die beiden Wettkampftage aus der Strecke genommen wird. Mit diesem Wissen wurde  beschlossen, dass Stephanie als eine der erfahrensten Anglerinnen im Team sich die anderen Nationen mal genauer anschauen sollte. Trotzdem konnten wir in der Box 1 den einen oder anderen schönen Fisch fangen. So fing Marjane einen schönen Karpfen und Jasmin fing eine gute Anzahl an schönen Brassen.

Jasmin mit einem schönen Brassen Marjane mit einem Karpfen

Als wir vom Training bei der Unterkunft ankamen, traf auch der Damen-Trainer in Ungarn ein. Ralf Herdlitschke begrüßte uns gleich mit den Worten: „DER URLAUB IST VORBEI“.

Am Donnerstag hatten wir die Box 15. Der Ablauf verlief hier anfangs wie jeden Tag. Die Frauen bauten ihre Sachen auf und die Betreuer kümmerten sich um den Rest, so dass die Frauen sich voll und ganz auf das Angeln konzentrieren konnten und der Trainer aufs Coachen.

Jasmin und Ralf beim coachen

Zu dem Freitag kann ich leider nicht soviel sagen, da ich nur kurz beim Training zuschauen konnte, da ich meinen Bruder vom Flughafen aus dem 100km entfernten Budapest abholen musste. Dieser ist extra als zusätzlicher Betreuer nachgereist, um seiner Frau bei der ersten WM Teilnahme zuzuschauen. Durch die nicht so pralle Verkehrsanbindung sind wir leider erst zum Trainingsende wieder zurück gewesen.

Bei einer gemütlichen Runde in unserem „Stammrestauranat“ teilte Ralf dann mit, wer am ersten Durchgangstag für Deutschland startet. Die Wahl fiel auf Stephanie Schmidt, Astrid Beck, Marjana Driemel, Jasmin Grimm und Nina Dercks.

Somit gingen 2 von 3 der neu nominierten Frauen am ersten Wettkampftag an den Start. Leider hatten wir hier so gar kein Losglück. Die Worte vom Trainer zu Ninas platz waren ungefähr:“ Glückwunsch Nina, erste WM Teilnahme und dann so ein SCHÖNER Platz!!!“. Man musste nicht in das Gesicht vom Trainer schauen, um zu wissen dass dieser Glückwunsch absolut ironisch gemeint war. Denn bereits beim Loten wurde deutlich dass sie am flachsten Platz vom Sektor C sitzt. Nina hat trotzdem nicht den Kopf hängen lassen und das Bestmögliche versucht. Sie fing relativ schnell die ersten kleinen Skimmer aber das Einsammeln der  Katzenwelse hat auf diesem Platz und der Wassertiefe leider nicht funktioniert. Dies zeigte auch der zweite Tag von diesem Platz.

Nina auf C14

Leider kamen die deutschen Frauen am ersten Tag alle nicht auf einen guten Nenner mit dem Gewässer, so dass es bei allen außer Stephanie eine zweistellige Nummer hagelte.

Die Strecke

An Tag 2 hieß es jedoch Kopf hoch und Attacke aufs Neue! Für den 2. Tag wurde Nina Dercks durch Michelle Gütschow ausgewechselt.  Astrid startete von A1 auf dem Endplatz. Nach kurzer Besprechung mit dem Trainer entschloss man sich hier eine zusätzliche 5m Whip aufzubauen, um dort nach der ersten Stunde die Katzenwelze schneller einzusammeln.

Stephanies Hand nach dem Angeln

Stephanie startete den Sonntag von E3 und damit leider am falschen Ende vom Sektor. Durch ihr irrsinniges Tempo kam Sie hier auf ein erstaunliches Gewicht von 6493 Gramm. Zum Vergleich ihre beiden Nachbarn hatten beide ca. 4200 Gramm.

Stephanie hat teilweise so ein Tempo angelegt, dass Ihre Hand aussah, als wäre sie bei einer Akupunktur gewesen. Die hand war durch die Stiche teilweise so stark am bluten, dass die Aufsicht hinter ihr darauf bestand, dass einer der Coaches nach ihr schauen sollte.

Sie erarbeitete sich hier eine sehr gute Platzziffer 6 und wurde mit dem Applaus der Nachbarn für die starke Leistung geehrt. Leider wurden die höheren Gewicht alle weiter Flussabwärts erzielt.

In den Sektoren B/C/D lief es wieder nicht besser für uns. So dass wir uns gesamt leider auch nicht verbessern konnten und mit dem 19. und vorletzten Platz abschlossen. Somit bleibt uns nur einen Haken hinter das Kapitel Damen WM 2017 zu machen, die gemachten Fehler zu analysieren und das neu gelernte in Zukunft umzusetzen.

Von links nach rechts: Michelle, Sven D., Jasmin, Sven G., Astrid, Sören, Nina , Ottmar, Marjana, Stephanie, Doren und Andy

Es bleibt nur noch den Gewinnerinnen Herzlichen Glückwunsch zu sagen. WM Siegerin Anja Groot aus den Niederlanden, die 2 bärenstarke Durchgänge fischte und mit der Idealplatzziffer 2 nach beiden Durchgängen aktuelle Weltmeisterin ist. Und ebenfalls Herzlichen Glückwunsch nach Spanien, die diese WM die erfolgreichste Mannschaft, vor Frankreich auf Platz 2 und der Heimmannschaft Ungarn auf Platz 3 waren.

Vielen Dank an alle, die uns unterstützt und uns diese Teilnahme erst ermöglicht haben. Wir hoffen dass wir bei der nächsten WM noch mal so starten können und hier weiter etwas aufbauen können.

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