Projekt Club WM 2017 in Frankreich

  • von Patrick Voigt
  • 06. Oktober 2017 um 14:00
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Bereits nach dem Anglertreff 2016 begann unsere Vorbereitung auf die Club WM, das komplette Team war heiß wie Frittenfett, nach mehr als 20 Jahren hatte es endlich mit der Qualifikation für dieses internationale Event geklappt! Zu diesem Zeitpunkt war lediglich bekannt, dass die Club WM in Frankreich stattfinden würde, wo genau blieb noch ein Rätsel. Hinter vorgehaltener Hand kristallisierte sich jedoch bereits Anfang Oktober St. Quentin als Austragungsort heraus. Vermeintlich also eine Region, in der viele Ähnlichkeiten zu der deutschen Kanalangelei vorhanden sein würden.

Der Winter 16/17 stand ganz im Zeichen der Club WM, wir machten uns in kleineren Runden Gedanken um die dortige Angelei, französische Berichte wurden gecheckt, Fischarten und mögliche Fanggewichte erörtert. Auch einige Kontakte wurden konsultiert, um über internationale Verbindungen noch den einen oder anderen heißen Tipp zu bekommen.

Auf Basis der gesammelten Informationen wurde anschließend abgeleitet, was wir an Ködern und Material brauchen würden. An dieser Stelle möchten wir bereits einen Dank an Browning (Zebco) loswerden, eure Unterstützung bezgl. Material und Futter war grandios! Neben neuen Kopfruten wurde diverses Kleinmaterial über die Wintermonate beschafft und verarbeitet. Außerdem wurde die Spendentrommel gerührt und versucht einen Teil der Kosten durch Spender zu refinanzieren.

Im Frühjahr 2017 begann dann die richtige Vorbereitung am Wasser, in unregelmäßigen Abständen ging jeder so häufig fischen wie es ging. Teilweise mit mehreren Leuten aus dem Team und teilweise allein oder auf auswärtigen Veranstaltungen. Im Mai wurde es dann endlich offiziell, mit Erhalt der Ausschreibung stieg noch einmal mehr die Vorfreude bei jedem einzelnen.

Das Event rückte also näher, der Ort war bekannt (wie bereits angenommen), zu guter Letzt fehlte nur noch ein eigenes Bild vom Gewässer und den dortigen Verhältnissen. Wie gerufen kam da natürlich die französische Meisterschaft, zu der wir mit fünf Leuten angereist waren. Die Erkenntnisse der franz. Meisterschaft waren gut, jedoch wurden dort nur sehr sporadisch im Vorfeld trainiert und dann ausschließlich am Wochenende auf allen Plätzen gefischt. Schön war, dass nahezu überall Brassen zu fangen waren, Rotaugen waren zahlreich vorhanden, haben jedoch keine Rolle bei den Spitzengewichten gespielt, zu unserer Erleichterung waren auch keine Ukelei im Überfluss vorhanden. Selbst als geübtes deutsches Team hätte man kaum eine Chance gegen die etablierten Nationen beim Ukeln...

Die Köder- und Futterbestellung platzierten wir im Nachgang an die französische Meisterschaft, bei den Ködern fuhren wir zweigleisig und nahmen sowohl Köder für die Trainingsdurchgänge von zu Hause mit und bestellten parallel bei zwei Händlern für die Folgetage.

Nach viel Vorbereitung endlich im Training

Am 21.07. ging es dann endlich los, pünktlich um 3 Uhr klingelte bei allen der Wecker. An Tag 1 reisten jedoch erstmal nur Jan-Willi Kupperschmidt, Johannes Böhm, Sven Ruhnke, Sven Tannert, Eric Carstensen, Ulrich Prehn, Kai Hanno und ich (Patrick Voigt) an. Brian Überleer und weitere Teamkollegen kamen nach und nach zur Unterstützung dazu. Hier muss man besonders die Bereitschaft von Johannes Böhm unsere Mannschaft zu unterstützen herausstellen. Er hat sich mit einer für ihn vielleicht nicht ganz fremden Truppe eine Woche Frankreich angetan und seine Zeit für uns geopfert und seine reichlichen Erfahrungen von diversen Weltmeisterschaften eingebracht. Dies ist für uns ein Musterbeispiel an Kameradschaft und fernab jeder Marke für den möglichen Zusammenhalt und Zusammenarbeit in Deutschland. Auch wenn wir dies nicht so hundertprozentig umsetzen konnten, die Geste ist extrem lobenswert und Johannes hat jeden Gefallen gut, den unser Team ihm gewähren kann.

Unsere Unterkunft befand sich auf einem Bauernhof in der Nähe von St. Quentin, selten hatten wir eine so gute Unterbringung während einer Angelveranstaltung. Aber schließlich waren wir auch Teilnehmer einer WM, da muss eben alles passen, auch die Unterkunft mit reichlich Platz für Köder und Material (Kompliment an Jan-Willi, der mit nicht vorhandenen Französisch-Kenntnissen ganze Arbeit geleistet hatte).


Am 22. Und 23.07. fischten wir dann schon unsere ersten Durchgänge außerhalb der offiziellen Strecke und sammelten die ersten Eindrücke. Am ersten Tag fischten wir zu defensiv und konnten kaum Brassen fangen, am zweiten Tag änderte sich das schlagartig, eine andere Herangehensweise mit viel Erde und vielen Ködern war der Schlüssel zum Erfolg. Positiv gestimmt gingen wir in die ersten offiziellen Trainingsdurchgänge.

Jan-Willi Kupperschmidt mit dem Zielfisch

Der erste Tag begann für uns im D-Sektor, Box 8, rechts Italien, links Bosnien. Der D-Sektor befand sich im breitesten Abschnitt des Kanals. Die Spuren die wir fischten befanden sich im Bereich 4-5 Teile Kitlänge, sowie auf 13m. Aufgrund der Breite des Kanals und der möglichen Chance auf Bonusfische wurde auch die Matchrute gefischt. Die Anfangsfütterung unterteilten wir in unterschiedliche Herangehensweisen, mal aggressiver, mal defensiver. Es wurden zunächst große Futterballen oder Pongobälle auf 13m geworfen, anschließend wurde ins Zentrum gecuppt (Futter/Erde, kleine feste Pongo oder Double-Leam Bälle). Auf die 4-5 Teile Spur wurde ausschließlich gecuppt. Als letztes wurde noch schnell die Matchrutenbahn auf 25-35m gefüttert. Im Durchgang selbst lief es dann sehr verhalten, jeder sammelte kleinere Fische ein und verhaftete hier und da ein paar Bonusfische. In der Mitte unserer Box saß an diesem Tag Sven Tannert, ihm gelang es als einzigen, regelmäßig bessere Fische zu landen, zwar verlor er hin und wieder einen davon, letztlich hatte er aber doch das höchste Fanggewicht in unserem Abschnitt an diesem Tag.

Der zweite Tag begann im A-Sektor, Box 24, rechts die Slowakei, links San-Marino. Unsere Anfangsfütterung war ähnlich wie an Tag 1, allerdings ließen wir hier die Matchrute weg. Der Durchgang lief für uns dann sehr schlecht, nur wenigen gelang es regelmäßig größere Fische zu landen, Brassen waren gar nicht dabei. Allerdings fing San-Marino links in der Außenbox vereinzelt, aber dann regelmäßig Brassen.

Die Gewichte wurden mit zunehmendem Training dünner

An Tag drei kamen wir in den E-Sektor, Box 5 (Außenbox), rechts Spanien. Pongo ließen wir hier bereits weg, die Vorbereitungszeit und die für uns neue Vorgehensweise waren einfach zu ungewohnt um hiermit ein gutes Gefühl zu bekommen, bis auf die Italiener hatte dies auch keine andere Nation gemacht. Die Matchrute kam auch hier nicht zum Einsatz.

Der Durchgang war das erste Mal von einer stärkeren Drift geprägt, es waren teilweise bis zu 3gr. erforderlich um den Köder zu blockieren, um die Brassen zu befischen wurden außerdem fast 40cm aufgelegt. Die Fangergebnisse waren auch hier leider noch nicht überragend. Es machte sich ein wenig Ernüchterung und Ratlosigkeit breit. Die Spanier hatten in der Spitze 1500-1650gr. gefangen unsere Fanggewichte lagen in der Spitze zwar ähnlich, sogar mit 2000gr. auf dem äußeren Endplatz allerdings wurden dies Ausreißer auch in der Mitte von den Portugiesen und den Irländern erreicht.


Professionelles Catering

Am vierten Tag ging es in den B-Sektor, Box 20, wieder Außenbox, rechts Österreich, uns war bekannt, dass hier die kurze Bahn eine wichtige Rolle spielen würde. Große Fische waren hier rar und so konzentrierten wir uns auf die Rotaugen. Am Ende des Durchgangs sah es dann schon besser aus, jeder hatte regelmäßig Fisch gefangen und wir waren „gefühlt“ deutlich besser im Geschehen angekommen. Die Gewichte der anderen Nationen waren im Schnitt etwas schlechter, jedoch wurden hier durchweg gute Gewichte durch Kleinfisch erzielt, Italien und Frankreich fischten stark, bis zu 5 kg bei den Italienern und fast 6 kg bei den Franzosen waren in der Spitze hoch. Die anderen Nationen hatten unter oder bis 2 kg. Unsere Ergebnisse lagen am vorletzten Tag zwischen 1600-2600 Gramm.

Am fünften Tag durften wir dann noch einmal im C-Sektor platznehmen, Box 14, die Schweiz und Spanien waren unsere Nachbarn. Da wir hier noch einmal in dem breiten Abschnitt fischten, wurde wieder die Matchrute gefischt, wir wussten bereits um bessere Fänge im Training und sind entsprechend zu Werke gegangen. Leider lief es mit den Bonusfischen nicht bei allen so rund, während ich auf 13m mit Fischverlust und Unterwasser umhertreibendem Kraut zu kämpfen hatte, kamen vereinzelt gute Fische auf der Kopf-, sowie auf der Matchrute. Am Ende stand kein perfektes Ergebnis fest, da wir im Schnitt dann doch zu durchwachsen gefangen haben. Brian konnte als Einziger regelmäßig gute Fische auf der Matchrute fangen, hatte dabei dann aber auch sein Ködertablett fast leergefegt.

Nun wurde es also ernst, das Training war zu Ende und wir trafen uns noch am Angelplatz um zu besprechen wer am ersten Tag fischen würde. Sven Ruhnke machte einen Rückzieher, dafür meinen allergrößten Respekt Sven! Es fischten also Eric, Brian, Jan-Willi, Sven Tannert und ich.

Die Auslosung der Sektoren ergab dann folgende Verteilung, Eric in D, Jan-Willi in E, Sven T. in C, Brian in A und ich in B.

Die Anspannung war groß, endlich war es soweit! Die Taktik wurde individuell gehalten, im B-Sektor sollte es um Kleinfisch gehen, in den übrigen Sektoren mussten mit Sicherheit auch Brassen gefangen werden. Die Futtertaktik trug dieser Konstellation Rechnung und so gingen wir in den unterschiedlichen Abschnitten unterschiedlich vor. Auf 13m wurden zunächst 10-12 Bälle pures Futter geworfen, dann wurden etwa 6 Bälle Futter mit 250ml kleinen Mücken, Castern und toten Pinkys, sowie etwas Caster gecuppt, anschließend wurden noch mal etwa 350ml kleine Mücken mit ein paar Jokern und geschnittenen Würmern auf der 13m Spur im Double-Leam abgekippt. Im B-Sektor wurde entsprechend zurückhaltender gefüttert, was sich im Nachhinein jedoch als Fehler erwies. Die 4-6m Spur kurz für die Rotaugen wurde von allen mit etwa 6 Ballen inkl. einigen Mücken, toten Pinkys und Castern befüttert, hier sollte ausschließlich gecuppt werden.

Nach der Teambesprechung ging es zügig zu Bett, alle waren platt. Mir persönlich fiel das Einschlafen schwer, in mir steckte ein Gefühl zwischen Anspannung und Vorfreude. Morgens fuhren wir dann zeitig zu den Sektoren, jeder hatte mind. zwei Betreuer an seiner Seite (echter Luxus). Allerdings gab es nur zwei Coaches, die dann tatsächlich bis zum Angler durften.

Patrick Voigt mit dem mehrfachen Mannschafts- und Einzelweltmeister Alan Scotthorne

Da es bereits morgens ein wenig windiger war, entschieden wir uns im B-Sektor die 11m Bahn und die 4 Teile-Bahn zu fischen. Beim Loten wurde es mir schwergemacht, unter Wasser war auf 11 und auf 13m viel Kraut, das Lotblei hing so einige Male fest. Gefühlt war es dann auf 11m etwas besser und so entschied ich, an der Entscheidung mit der 11m Bahn festzuhalten. Das Fischen begann und entgegen der Erwartungen musste ich feststellen, dass unsere Angelei zu defensiv ausgerichtet war. In meinem Abschnitt wurde von meinen Nachbarn deutlich mehr Material zu Anfang eingebracht. Leider hatte ich dann mit 11m auch noch kürzer gefischt als alle anderen. Das Unglück nahm also seinen Lauf, während meine Nachbarn links und rechts einige Bonusfische einnetzen konnten, fing ich ausschließlich Kleinfisch, leider dann auch noch in einem zu schlechten Tempo da ich bedingt durch den Versuch einen Brassen zu fangen lange Zeit zu statisch fischte. In der Endabrechnung bedeutete dies dann Platz 20 von 24. Enttäuscht hoffte ich auf positive Nachrichten aus den anderen Sektoren.

Im C-Sektor saß Sven Tannert, auch hier lief es nicht wirklich rund. Wichtige Bonusfische blieben aus und auch die kurze Bahn lief nicht richtig, am Ende stand bei Sven Platz 22 von 24 fest.

Im D-Sektor bei Eric verlief es ähnlich turbulent, durch den Wind wurde bereits zu Beginn sein Abroller umgeworfen, aber genau dafür haben wir ja alle unsere Ersatzrute im Futteral… Eric befischte seinen Platz sauber, konnte aber nicht jeden Bonusfisch einnetzen. Im Gegensatz zum Training, wurde dieser Sektor regelrecht vom Fisch überlaufen, in vielen Abschnitten stiegen die Gewichte im Gegensatz zu den Trainingseinheiten drastisch an. In der Spitze wurden mehr als 12kg zur Waage gebracht. Eric belegte an Tag 1 leider auch nur Platz 19 von 24.

Etwas besser lief es bei Jan-Willi im E-Sektor, unser erfahrenster Teamkollege hatte immerhin eine 15 erreicht. Jan-Willis Platz war nicht sonderlich gut, mittendrin saß er, jedoch war es in diesem Sektor möglich, nahezu auf allen Plätzen Bonusfische einzunetzen. In der ersten Hälfte gelang ihm das noch nicht so ganz, da auch hier der Wind stark wehte, war es kein sonderlich leichtes Angeln. Zur zweiten Hälfte wurde es jedoch besser und so konnte Jan-Willi am Ende einige Bonusbrassen, sowie Kleinfisch vorweisen. Die Engländer live zu sehen war hier eines der Highlights unseres Betreuers und Teamkollegen Jannik, die coolnes dieser Typen ist einfach begnadet und sucht ihresgleichen. Zum Beispiel verlor Matt Godfrey einen großen Brassen im Drill, sein Betreuer tobte, Matt selbst blieb jedoch völlig gelassen und rief ruhig nach hinten, „hmpf…, maybethenext“, fertig war er damit und der Betreuer gab auf.

Im A-Sektor saß Brian, trotz seines jungen Alters neben Jan-Willi sicherlich mit der erfahrenste im Team. Brian machte seine Sache gut und lies sich nicht aus der Ruhe bringen. Auf keinem Traumplatz belegte er Rang 12.

Nach den Durchgängen fanden wir uns bei Subway ein um schnell noch etwas zu essen, die Ernüchterung und Enttäuschung stand allen ins Gesicht geschrieben. Nütz ja nix, weiter geht’s war die Devise. Aber ich kann euch sagen, das fiel uns nicht leicht! Sven, Eric und ich wollten eigentlich nicht mehr im zweiten Durchgang angeln und so haben wir gelost wer am zweiten Tag für Sven Ruhnke ausgewechselt werden würde. Das Los entschied, ich „durfte“ aussetzen.

Sven Ruhnke - voll motiviert in den zweiten Durchgang

An Tag zwei ging es dann deutlich offensiver zu, was hatten wir zu verlieren? Wir nahmen alles an Ködern mit was ging, in Sektor C und D machte dies auch durchaus Sinn, in anderen Abschnitten hatte man es halt dabei…

Sven Tannert saß wieder im C-Sektor und hatte leider mit seinem Platz zu kämpfen, seine Nachbarn fingen Fische mit der Stange, bei Sven biss lediglich reichlich Kraut. Sven ging mit der Matchrute raus und konnte so noch einige gute Fische fangen, dies brachte ihm am Ende Rang 14 ein.

Jan-Willi zog einen Endplatz in A, am Vortag saß hier Alan Scotthorne. Man muss dazu sagen, dass dies kein Top-Platz war, da die Gewichte vom anderen Ende der Strecke kamen. Allerdings war es ein Endplatz und so war Jan-Willi mit einem 20. Platz doch sehr enttäuscht von seinem Ergebnis. Am Vortag hatte Scotthorne hier Rotaugen geangelt, allerdings technisch und taktisch in einer Art und Weise, die von uns kaum nachzumachen war (und auch Scotthorne wurde hier nicht erster!).

In „meinem“ B-Sektor saß Eric, Eric erwischte einen tollen Tag und machte alles richtig. Er saß in einem der schlechteren Abschnitte und fischte konsequent Kleinfisch. Brassen kamen hier an diesem Tag kaum und so setzte Eric auf die 4 Teile-Bahn. Das Cuppen unterließ er Zusehens und fütterte ständig kleine Portionen geklebte Mücken oder kleine Futterballen aus der Hand. Dieser Durchgang hätte fast noch besser für Eric laufen können, da die Spitze hier sehr dicht zusammenlag, Top Five wäre drin gewesen! Am Ende stand dann aber ein sehr guter 11. Platz fest.

Eric Carstensen mit Lee Kerry von den Barnsley Blacks aus England

Im D-Sektor saß Brian, Brian gab im wahrsten Sinne des Wortes alles. Am Ende kaum noch Köder übrig, fing er reichlich Fische und auch gewichtige Brassen. Brian fischte sehr sauber und konnte sich ins vordere Feld absetzen. Als Lohn gab es für ihn an diesem Tag einen großartigen fünften Platz!

In der Rückbetrachtung hätte man tatsächlich einiges anders machen müssen, was uns auf jeden Fall überrascht hatte, war die relativ simple aber erfolgreiche Methode der Engländer. Die Engländer gingen auf Nummer sicher und fischten ganz abgeklärt auf Rotaugen. Sie hatten an keinem Tag einen ersten Platz, dafür aber sehr gleichmäßige Platzziffern gefischt. Die Taktik der Engländer sah vor, einen passiven Punkt für Brassen (quasi als Reserve) auf 13m anzulegen, gefischt hatten sie jedoch ausschließlich auf der 9-11m Spur auf Rotaugen. Im Gegensatz zu den anderen Nationen schossen die Engländer weltmeisterlich ihre Pinkys auf die Rotaugenspur, dies geschah in einem Rhythmus und einer Perfektion (auch bei Wind) die ihresgleichen sucht. Auf Brassen wurde wirklich nur in Ausnahmefällen spekuliert. Es war schon verrückt wie viele Rotaugen sie regelmäßig einnetzen konnten und so kam der WM Titel nicht von ungefähr. Die zweitplatzierten Finnen machten es holländisch, der Niederländer Ramon Pasmans fischt schon seit einigen Jahren mit diesen Jungs und hatte Ihnen die feine holländische Art Brassen zu angeln scheinbar sehr gut beigebracht (nicht zu vergessen, auch der zweite Holländer im Team, Dieter Roßmann, hatte sicherlich seinen Anteil zu diesem Ergebnis beigetragen)! Ich würde sagen Finnland war die einzige Nation, der es gelang nahezu überall Brassen einzunetzen. Nach Tag eins waren bereits die Engländer irritiert, Finnland war sogar zwischenzeitlich auf Rang eins! Am zweiten Tag konnten die Finnen ihre Ergebnisse vom Vortag nicht ganz erreichen und rutschten leider auf den zweiten Rang ab, für die Truppe um Ramon und Dieter jedoch mit Sicherheit ein ganz tolles Ergebnis.

England gewinnt vor Finnland und Gastgeber Frankreich

Die WM war nun quasi vorbei, aber, es gab ja noch eine Auswertung. Platz 20 von 24 wurde es am Ende. Unser Land möchte sicherlich jeder stets bestmöglich repräsentieren, leider ist uns dies nicht gelungen. Es war halt auch eine WM, die Leistungsdichte ist hoch, es war unsere erste Teilnahme, wir sind ein recht junges Team und ich denke wir haben noch viel vor uns. Am Abend fand dann das letzte Highlight der Club WM statt, das Bankett. So schlecht die Stimmung nach dem Angeln war, so gut war sie wieder zum Bankett. Alle erfreuten sich noch einmal an der Atmosphäre einer WM und gratulierten den Siegern. Es hat uns Spaß gemacht und wir waren stolz ein Teil dieser WM gewesen zu sein!

Trickottauch mit den Barnsley Blacks beim Bankett

Mit den Danksagungen ist es immer so eine Sache, man hofft, dass man immer auch an alle gedacht hat. Wir möchten uns als Team bei allen Förderern bedanken, alle Tippgeber, alle Sponsoren, alle Helfer, die den weiten Weg auf sich genommen haben um uns vor Ort zu unterstützen und vorsorglich auch bei allen, die ich nun vielleicht vergesse aufzuzählen:

Ein Großer Dank an Zebco Europe GmbH, der Angelgeräte Ovens GmbH, dem DSAV, Champions Team, H. Iwers & Sohn Brunnenbau, Bartram Bausysteme, Oellerking, dem KAV NF, dem DAV SH, dem Lohnbüro Jans, dem Fitness Club Rantrum, Iwers Heizung & Sanitär Süderstapel und an den FASV Schwabstedt. Ohne euch wäre eine solche Weltmeisterschaft kaum darstellbar gewesen!

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, „maybethenext“(World Club Championship)!

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2 Kommentare
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  • spirit
    aus thale
    Hallo schöner Beitrag, aber für die Mannschaft : ihr solltet euch nicht mit den Engländern fotografieren lassen, sondern ihnen im Training zusehen !! Ich denke das würde helfen um von Platz 20 weg zu kommen .
  • PosenPabst
    aus Radbruch
    Moin Jungs, das habt ihr fein gemacht. Gegen Vollprofis muß schon alles passen. Schöner Bericht und tolle Bilder. Ein Bild mit Alan zert man lange von. Wir sehen uns im April. Viele Grüße der Posenpabst