Interview mit Ralf Rosarius – Sieger Team "Pole Doc"

  • von ct Redaktion / Fotos Wolfgang Klatt
  • 14. Juli 2011 um 01:50
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CT: Hallo Ralf, zu Beginn unseren Glückwunsch zum Sieg bei der Browning Champions Trophy 2011. Für viele Externe kam euer Sieg etwas überraschend, wie sieht es intern im Team aus? Habt Ihr euch Siegchancen ausgerechnet?

RR: Nein, überhaupt nicht. Wir sind auch immer noch völlig überwältigt von dem für uns grandiosen Ergebnis.

CT: Könntest Du kurz euer Team vorstellen?

RR: Wir sind fünf Angelfreunde aus dem Großraum Aachen, nahe der niederländischen Grenze. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass die Mannschaft in dieser Konstellation zusammenfand.
Mein Freund Wolfgang Bense, der jahrelang fest in einem anderen Team fischte, verließ dieses kurz vor der BCT. Außerdem fielen im ursprünglich geplanten Team zwei Teilnehmer aus. Dadurch konnte beispielsweise Christoph Ohligschläger mitfischen. Die anderen Teammitglieder sind Sven Sittig und Wolfgang Müller.

Das Team
Das Team Pole Doc


CT: Wie sahen Eure Vorbereitungen für das Fischen aus? Welche Informationen habt ihr im Vorfeld bekommen?

RR: Informationen hatten wir bereits über Wassertiefe, Strömungsgeschwindigkeiten und Fischbestand. Daraufhin haben wir uns den Juliana-Kanal in den Niederlanden als Trainingsgewässer ausgesucht, da er ähnlich dem RMD-Kanal beschaffen ist. Dort konnten wir unsere Montagen bereits abstimmen.

CT:
Wann seit Ihr zum Fischen angereist und wie war der erste Eindruck vom Gewässer?

RR: Die Anreise erfolgte Donnerstagmorgen. Der Kanal machte einen vielversprechenden Eindruck mit reichlich steigenden Fischen. Uns erwartete eine sehr gerade ausgeglichene Strecke, die einen sehr vielversprechenden Eindruck machte.

Sven Sittig   Ralf Rosarius
Sven Sittig   Ralf Rosarius


CT: Wie verliefen eure Trainingstage und wie hat das Training Eure Herangehensweise an das Fischen verändert?

RR: Begonnen haben wir Donnerstag mit je zwei Trainingseinheiten mit wechselnden Plätzen und Angelmethoden, wobei sich herausstellte, dass die Rotaugen sehr zurückhaltend bissen und wir vermehrt auf die Uckelei setzen mussten, da die Bonusrotaugen nur von der Außenbahn auf die ersten zwei bis drei Sektorenplätze zogen.

Wolfgang Bense mit der kurzen Rute
Wolfgang Bense mit der kurzen Rute


CT: Welche Taktik habt Ihr Euch vor dem ersten Durchgang zu Recht gelegt?

RR: Wir einigten uns auf eine massive und sehr kompakte Anfangsfütterung auf die 13 – Meter – Bahn, danach Kurzbahnfütterung für Ukelei. Die ersten 15-20 Minuten nur mit der Speedrute auf Ukelei ca 80cm tief.
Im Training hat sich gezeigt das sich die Ukelei sehr schnell zurück ziehen. Hierauf im ca.10minutigem Wechsel auf die 13m Bahn und wider auf die kurze Bahn, diese jetzt aber auch auf Grund.

CT: Welches Futter und welche Köder habt ihr benutzt?

RR: Ich setzte auf HJG Drescher – Futter, welches von Heinz Drescher speziell für diesen Kanal zusammengestellt wurde. Die anderen fischten Ihr Futter welches sich seit Jahren am Juliana-Kanal bewert hat. Wie sich im Training zeigte, war es nötig, dass wir zusätzlich ca. 0,5 kg gequetschten Hanf auf  3kg Futter zu verwenden.
Als Köder kamen hauptsächlich Pinkiecaster zum Einsatz. Beim Ukelangeln jedoch setzen wir einen einzelnen Pinkie am 24er - Haken und 6er – Vorfach ein.

Wolfgang Müller
Wolfgang Müller


CT: Wie sah Eure Startfütterung aus und wie und wann habt ihr nachgefüttert?

RR: Wie bereits beschrieben massive Anfangsfütterung, häufiges Hanfschießen und dann haben wir zusätzlich lockeres Futter mit einigen Pinkies nachgecupt.

CT: Gab es ein Geheimnis in Euren Montagen, welche Poseformen und Gewichte liefen besonders gut?

RR: Ein Geheimnis gab es nicht. Wir fischten eine Zwei- bzw. Dreipunktbebleiung mit einem 12er Bissanzeigeschrot. Als Posenform haben wir die neuen Drescherkanalposen benutzt. In den Grammaturen eins bis vier Gramm. Am besten lief die 2,5 Gramm – Pose.

Der Teamchef beim cuppen - Ralf Rosarius
Der Teamchef beim cuppen - Ralf Rosarius


CT: Welche Spuren/Entfernungen habt ihr beangelt (Kopfrute, Match, Kurze Ruten)?

 

RR: Wir nutzten die Kopfrute auf der 13m - Bahn und Speedruten von drei bis sechs Meter auf der kurzen Bahn.

CT: Ihr habt ja bereits nach dem ersten Tag geführt? Habt Ihr eure Taktik für den 2. Durchgang geändert, oder habt ihr den gleichen Weg wie am ersten Tag gewählt?


Christoph Ohligschläger

RR: Nein, wir haben weiterhin defensiv und mannschaftsorientiert gefischt, da wir uns keine Chance auf den Einzeltitel erhofften. Unser Ziel war dann so weit wie möglich vorn zu bleiben.

CT: Wie verlief der zweite Durchgang im Vergleich zum ersten Durchgang? Musstet Ihr Euch während des Fischens umstellen?

RR: Da links und rechts von mir erste Rotaugen auf der 13m – Bahn einliefen setzte ich ganz auf diese und fing dort sieben Rotaugen. In den anderen Sektoren wurde die bewährte Taktik beibehalten.

Team Pole Doc mit Rob Nudd
Team Pole Doc mit Rob Nudd


CT: Wo wird man das Team Pole Doc im Jahr 2011 noch sehen?

RR: Bei der IAM werden einige Teammitglieder unsere Farben wieder vertreten. Und im nächsten Jahr werden wir erneut versuchen auf den vorderen Plätzen zu landen.


Abschließend möchte ich mich im Namen des gesamten Teams für die hervorragende Betreuung vor Ort und bei den Organisatoren, im Besonderen bei der Firma Zebco / Browning bedanken.

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