Feedersichtung 2011 - Stellungnahme der Teilnehmer

  • von Thomas Engert, Andreas Diehl, Rüdiger Hansen, Achim Tomasits, Jürgen Schulz, Frank Faulhaber, Kai Scheppach, Peer Saddeler, Frank Urselmann, Roland Goerke, Klaus Fölsner
  • 24. November 2011 um 11:20
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Sichtungsangeln in Willebroek November 2011

Die kürzlich veröffentlichte Stellungnahme der drei Interimstrainer kann leider nicht unwidersprochen stehen bleiben. Anstatt nach dem peinlichen Auftritt in sich zu gehen und über das von Ihnen angerichtete Chaos zu reflektieren, gehen die Drei auch noch in die Offensive und bezichtigen ihre Kollegen des „Querulantentums“.

So sehen sich die Unterzeichner gezwungen, sich ihrer Haut zu wehren und die Anschuldigungen als das zu entlarven, was sie sind, nämlich als Ablenkungsmanöver für das eigene, menschliche Versagen.

Soll sich bitte jeder ein eigenes Bild vom Ablauf dieser gründlich mißlungenen Veranstaltung machen und dann für sich selbst urteilen, wer dafür die Verantwortung trägt.

Will man verstehen und begreifen, was in Willebroek abgelaufen ist, kommt man leider nicht umhin, etwas weiter auszuholen. Die Misere nahm ihren Anfang bereits mit dem Rückzug des Herrn Lindemann, der uns allen als Trainer des Feederkaders vorgestellt wurde. Herr Lindemann hatte als frisch gebackener Trainer auch alsbald ein Sichtungsfischen direkt an der WM-Strecke in Italien anberaumt und zwar im zeitigen Frühjahr.
Dagegen war prinzipiell nichts einzuwenden. Herr Lindemann trat dann aber wenig später leider aus persönlichen Gründen den Rückzug an. Herr Lindemann war weg, was blieb war der gesetzte Termin und zwar nicht in Italien, wo es um diese Zeit schon angenehm warm ist, sondern in Deutschland am Rhein-Main-Donau-Kanal. Ein Gewässer, das nach Aussage aller die sich dort auskennen, vor Mai kaum Fische beherbergt. Vermutlich als Zwischenlösung wurden die Kollegen Schlögl, Zammataro und Weigang damals als Interimstrainer eingesetzt und mit der Durchführung der Sichtung am Kanal beauftragt. Die Fangergebnisse waren dann auch wie erwartet so miserabel und zufällig, daß unser Referent beschloß, alle Kollegen im Kaderkreis zu belassen, niemand mußte gehen.

Aus den Leuten des sogenannten A-Kaders sollte von den drei Trainern für die WM in Italien ein Team gebildet werden, wobei auch die Trainer die Option hatten, sich selbst aufzustellen. Die deutsche Auswahl trainierte dann die Woche über in Italien und zur großen Verwunderung aller mitgereisten Teilnehmer, nominierten sich gleich alle 3 „Spielertrainer“ selbst für das WM Team. Von den Trainingsergebnissen her war das nicht unbedingt nachzuvollziehen, aber wer die Macht hat, übt sie gelegentlich auch aus. Damit hatte natürlich keiner gerechnet, am wenigsten wohl die Verantwortlichen im DAV. Team Deutschland stand jetzt gänzlich ohne Trainer da und daß diese Entscheidung allem anderen, nur nicht dem sportlichen Erfolg geschuldet war, sieht man unter anderem am blamablen Ergebnis.

Der Vertrauensvorschuß für die drei Trainer war damit vorerst aufgebraucht, viele Angelkollegen äußerten sich negativ in den Foren über dieses egoistische Verhalten und in Bezug auf das nächste Sichtungsfischen waren natürlich alle gespannt, wie und ob es mit den Dreien weiter gehen sollte. Man sollte meinen, die Beteiligten hätten etwas aus diesem Desaster gelernt, aber dem ist leider nicht so, wie die Unterzeichner jetzt schmerzlich erfahren mußten.

Ein neuer Trainer wurde, warum auch immer,  leider nicht gefunden und zum Leidwesen der Mehrheit des Kaders, waren die ehemaligen Interimstrainer  M. Schlögl, M. Zammataro und M. Weigang offensichtlich doch wieder mit der Durchführung einer Sichtung beauftragt.

M. Weigang hatte sich schon früh für die Strecke in Willebroek stark gemacht, weil da ja auch die WM 2012 stattfinden sollte. Der bis 200m breite Wendehammer kommt natürlich in erster Linie der „Weitwurf-Fraktion“ entgegen. Dabei stand schon in Italien fest, daß in einem Kanal in Genk (ca. 70m breit) geangelt werden sollte und nicht in Willebroek. Jedenfalls wußten Delegierte aus Südafrika (!) bereits in Italien darüber Bescheid.

Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, angelt Matthias öfters bei Gemeinschaftsangeln am Wendebecken in Willebroek mit, das muß aber nicht unbedingt von Vorteil sein, wie sein geteilter letzter Platz nach Durchgang 1 beweist, aber das nur nebenbei.

Da man, wie mittlerweile wohl von allen eingesehen, nicht gleichzeitig selbst angeln und dabei die Angelkünste der Kollegen „sichten“ kann, brachte M. Schlögl zwei seiner Freunde mit. Das Duo Klaus Barthel und Markus Schnöll sollte wohl die Sichtung organisieren und wie sich im Nachhinein herausstellte, auch die Angler „sichten“.

Wohl aufgrund mangelnder Erfahrung und Einfühlungsvermögen waren die beiden nach Meinung der Unterzeichner mit der Durchführung der Veranstaltung, gelinde gesagt, überfordert. So wurde gleich im Vorfeld der Veranstaltung beim morgendlichen Treff von M. Schnöll, K. Barthel und M. Schlögl darüber fabuliert, daß die Fangergebnisse der Sichtung wenig zu sagen hätten und erst hinterher entschieden würde, wer zur WM fahren darf.

Das war so auch nicht abgesprochen, denn im Vorfeld wurde mit den Verantwortlichen im Verband geklärt, daß diejenigen, die in Willebroek am besten zurecht kommen, dann auch zur WM antreten dürfen. Einige (Peer Saddeler, Thomas Engert, Andreas Diehl) hatten ihre Teilnahme sogar davon abhängig gemacht, daß es diesmal fair zugeht.

Daß sich natürlich keiner von uns so ohne weiteres von den international unerfahrenen Leuten beurteilen lassen wollte, liegt auf der Hand und nicht wenige fragten sich, wer die Beiden überhaupt eingeladen hatte.

Mit diesen unerwarteten Aussagen war natürlich ein großes Faß aufgemacht worden und das nicht zuletzt aufgrund der verkorksten WM in Italien latent vorhandene Mißtrauen, schlug den Interimstrainern und Organisatoren in diesem Moment spürbar entgegen. Schon zu diesem Zeitpunkt wollten sie die Sichtung lieber absagen, als sich den Argumenten in der Diskussion zu stellen. Für diesen offensichtlich vorhandenen Diskussionsbedarf, werden wir in deren Stellungnahme als „Querulanten“ tituliert, das muß man sich mal vorstellen...

T. Engert sagte vor versammelter Mannschaft, daß er auf die vom DAV ihm gegenüber getätigten Aussagen vertraue und er bis dato vom Verband nichts Gegenteiliges gehört habe. Peer Saddeler, der eigentlich gleich wieder heim fahren wollte, beruhigte sich daraufhin wieder und war bereit, zu bleiben. So einigte man sich, den 1. Durchgang stattfinden zu lassen, alleine schon wegen der drohenden Blamage in der Öffentlichkeit.

Daß es ohne Regeln nicht geht und Regeln dazu da sind, eingehalten zu werden ist völlig klar, aber das weiß auch jeder, je mehr Regeln, desto größer ist die Gefahr, wenn auch unabsichtlich, gegen Eine zu verstoßen. Leider hat keiner der Moderatoren, ganz im Gegensatz zu dem was in deren Erklärung steht, vor dem Angeln mal auf gewisse Punkte hingewiesen und so war vielen nicht bewußt, daß es hier weit strenger zugehen würde, als auf einer WM selbst!
 
In der Ausschreibung stand z.B. drin, daß der Kescher mit 500g Gewicht von außen beschwert sein muß, einige der Teilnehmer hatten diese "belgische Regel" aber nicht weiter beachtet, der Kescher hängt sowieso senkrecht an der Spundwand herunter und damit ordentlich im Wasser. Nach Ende von Durchgang 1 und noch während des Verwiegens kam ein ungewöhnlich aufgeregter Rüdiger Hansen die Strecke entlanggelaufen gelaufen und berichtete, er bekäme wohl Schwierigkeiten, sein Gewicht am Setzkescher sei nachgewogen worden und 80g zu leicht. T. Engert glaubte zuerst an einen Witz, aber das war tatsächlich ernst gemeint!
 
Thomas erwiderte Rüdiger, daß ihn niemand auf seinen Setzkescher angesprochen habe und er nicht daran glaube, daß es Schwierigkeiten gibt, wir seien hier ja nicht im Kindergarten. Da hatten wir die Rechnung aber ohne die Herren Barthel/Schnöll gemacht. Die beiden hatten vermeintliche Regelverstöße heimlich notiert und die sollten, nach deren eigener Aussage, eventuell zu Punktabzug oder sonstwie zu Sanktionen führen können. Wie und wann und ob überhaupt, blieb bis zum unrühmlichen Schluß nebulös.

Andreas Diehl wurde vor dem 2. Durchgang vorgehalten, er habe bei Durchgang 1 kein Gewicht am Kescher gehabt beim Wiegen und als dieser schwor, ihn habe niemand auf seinen Kescher angesprochen, denn dann hätte er das sofort richtig stellen können, wurde er als Lügner hingestellt und gemutmaßt, er habe seinen Kescher nachträglich, quasi über Nacht,  beschwert!  Andreas hat Zeugen dafür, daß er die Wahrheit spricht.
Nach einem lauten Wortgefecht zogen sich die fünf Verantwortlichen zurück und verkündeten nach kurzer Beratung, daß die Sichtung beendet sei. Bravo!  Krisenmanagement, soziale Kompetenz, Einsichtsfähigkeit, alles Attribute, die man von solch bekannten Leuten erwarten darf, leider totale Fehlanzeige. Wie die beleidigten Leberwürste warfen sie alles hin, ohne Rücksicht auf den Rest der Truppe. Fahrgeld, Köder, teure Hotelübernachtungen, alles für die Katz!

Man könnte im nachhinein darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre: die Gewichts-Regel kam dem Vernehmen nach auf Betreiben von Matthias Weigang in die Ausschreibung mit der Begründung, daß dies eine „offizielle belgische Regel“ sei und wir als Gäste uns daran zu halten hätten. 10 Mann sind nach dem Abbruch trotz allem noch zum fischen dageblieben, einfach um noch ein paar schöne Stunden aus Willebroek mitzunehmen. Nach 1 Stunde kam Besuch vom Chef des BEET Magazins, der wollte Infos, er hatte bereits im Internet vom Abbruch gelesen...bei der Gelegenheit erfuhren wir von ihm, daß diese Regel in Belgien überhaupt nicht existiert. Herr Vandenbruch organisiert selbst seit vielen Jahren Angeln in und um Willebroek und ließ uns seine Visitenkarte da. Wir dürfen uns gerne auf ihn berufen. Guido Nullens kennt die Regel übrigens auch nicht....wozu verlangt man dies dann von uns?
Dieser Blödsinn war nach Meinung der Verfasser hauptsächlich ins Leben gerufen worden, um Angelkollegen angreifbar zu machen.

Das Duo Barthel/Schnöll beobachtete die Teilnehmer teilweise sogar mit dem Fernglas um „Regelverstöße“ ja nicht zu übersehen. Das kam vielen „spanisch“ vor und erst auf intensive Nachfrage wurde dann einigen Kollegen mitgeteilt, sie hätten sich entgegen der CIPS zum pinkeln vom Platz entfernt oder seien vor dem Angeln noch mal am Auto gewesen (was auch stimmt). Wieder andere hatten verbotenerweise mit dem Futterkorb ausgelotet, eine Regel die erst auf der letzten WM aufgestellt wurde (laut Andreas Diehl) und über die sonst keiner Bescheid weiß, der nicht dort war.  Dies alles wurde sorgsam notiert und sollte an den Verband gemeldet werden (Punktabzug?). Daß die Beiden selbst während des Angelns mehrmals bei M. Schlögl unten am Angelplatz waren, ihn nacheinander mit Essen, warmen Getränken und Klamotten versorgt hatten, trotz coaching Verbotes, das war dann in dem Zusammenhang natürlich nicht weiter schlimm.....hauptsache das Gewicht am Setzkescher entsprach den „Vorschriften“. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es ja bekanntlich noch lange nicht dasselbe!

Unnötig zu erwähnen, daß alle Angler die zum Umfeld von Schlögl/Zammataro/Weigang zählen, ein korrektes Gewicht außen am Kescher hatten. Das riecht dermaßen nach abgesprochen und ist für uns ein deutlicher Hinweis, daß es hier Einigen nicht darum ging, die Veranstaltung in Harmonie und Freundschaft über die Bühne zu bringen, sondern vielleicht eher um Hintertürchen zu öffnen für eine nachträgliche „Bearbeitung“ der Liste derer, die zur WM fahren sollen. Nach dem Motto, „hat zwar gut geangelt, war aber pinkeln...und ist damit eine potentielle Disqualifikations-Bedrohung für das deutsche Team bei der WM und gehört aussortiert....“.

Wären die Herrschaften schon des öfteren auf einer WM oder EM gewesen, dann wüßten Sie, daß es dort zwar ernsthaft und seriös zugeht, aber ganz sicher nicht so verbissen und unkameradschaftlich wie bei uns.

Der Wahrheit halber sollte bei der Gelegenheit nicht unerwähnt bleiben, daß Markus Schnöll noch vor dem 2. Durchgang eine goldene Brücke bauen wollte nach dem Motto: „Schwamm drüber was gestern war, aber ab jetzt geht es 100% Regelkonform ans Angeln“. Da hatte er sich aber etwas zu weit aus dem Fehler gelehnt, denn er wurde sofort von M. Schlögl und T. Klein daran erinnert, daß ER das nicht zu entscheiden hat. Diese gut gemeinte „Amnestie“ war offensichtlich überhaupt nicht in deren Sinn und damit die letzte Chance zur gütlichen Einigung vertan.

Was wir schmerzlich vermissen ist EIN Trainer mit Rückgrat, der vom Angeln was versteht, menschlich in Ordnung ist und sich in erster Linie den Anglern verpflichtet fühlt und nicht seiner Firma. Wollen wir hoffen, daß eine integre Person gefunden wird, die dann, Hand drauf, sich unserer vollen Unterstützung sicher sein kann.


Die Unterzeichner,

Thomas Engert,  Andreas Diehl, Rüdiger Hansen, Achim Tomasits, Jürgen Schulz, Frank Faulhaber, Kai Scheppach, Peer Saddeler, Frank Urselmann, Roland Goerke, Klaus Fölsner.


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