Stellungnahme von M. Zammataro, M. Weigang und M. Schlögl

  • von Michael Zammataro, Matthias Weigang, Michael Schlögl
  • 13. November 2011 um 22:03
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Fruchtbare Zusammenarbeit unmöglich
 
Bereits im Vorfeld der Feeder-WM 2011 in Italien erschütterten schwerwiegende Anschuldigungen gegen den Trainerstab und dadurch ausgelöste Streitigkeiten den Zusammenhalt im Team der Feeder-Nationalauswahl. Harte persönliche Angriffe gegen die Trainer und teilnehmende Angler stellten bereits damals die Nerven auf eine Härteprobe. Wenngleich konstruktive Kritik stets willkommen gewesen wäre, wurden diese haltlosen Anschuldigungen keinesfalls zum Wohle des deutschen Teams getroffen, sondern einzig und allein dazu in den Raum geworfen, um das Ansehen und die Autorität des Trainerstabes zu schädigen.
 
Alles in allem einigte man sich bei einer vermeintlichen klärenden Aussprache im Rahmen des DAV-Anglertreffs Feeder, die Anschuldigungen und Äußerungen einiger Teilnehmer als null und nichtig anzusehen, um möglichst unbelastet in die WM zu starten. Bereits diesen ersten Querelen im Team wurden durch die Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen ausgelöst und die Kundgabe von Teaminterna in öffentliche Medien eine solide Zusammenarbeit unmöglich gemacht.
 
In Italien vor Ort war sodann erneut eine gewisse Grundspannung im Team auszumachen, die durch die nicht enden wollenden Verschwörungstheorien hinsichtlich der Auswahl der WM-Angler resultierten. Wenngleich unterstellt wurde, dass sich alle drei Trainer nur aus Geltungsbedürfnis als Angler einsetzten, fand die Auswahl der WM-Angler jedoch ausschließlich nach anglerischen Gesichtspunkten statt. So entbehrten einige der Teilnehmer vorauszusetzenden Grundkenntnissen in der Anwendung moderner Feeder-Techniken, welche auf einer Veranstaltung dieses Kalibers grundsätzlich vorhanden sein müssen. Das Ergebnis der Feeder-WM zeigte schließlich deutlich den fehlenden Zusammenhalt im Team, welcher selbst durch erneute Aussprachen vor Ort nicht wiederhergestellt werden konnte. Auch die fehlende Bereitschaft aufgrund Schwierigkeiten mit dem WM-Gewässer zurückgetretener Angler, dem Team als tatkräftige Betreuung zur Seite zu stehen und stattdessen den restliche Aufenthalt als kostengünstigen WM-Besuch zu nuztzen, trug das Übrige zur Eskalation bei.
 
Mit dem in Belgien anberaumten Sichtungsangeln zur Teilnahme an der Feeder-WM 2012 sollte nun endlich Ruhe in die ausufernden öffentlichen Diskussionen kommen. Unter dem Ziel eines Neuanfangs und der immer noch zu klärenden Trainerfrage, haben wir uns auf Bitten des DAV dazu bereit erklärt, das Sichtungsangeln in Belgien zu organisieren und die Ergebnisse des Angelns an den DAV weiterzugeben. In den Trainingstagen konnte leider auch in Belgien wieder die unschöne Grüppchenbildung ausgemacht werden. Anstatt sich auf das Training miteinander zu konzentrieren, wurden jedoch von manchen Teilnehmern im Hintergrund vermeintliche Manipulationsversuche zur Verfälschung der Ergebnisse der Sichtung unterstellt.
 
Kein Wunder, dass bereits bei der Begrüßung zum ersten Durchgang hitzige Diskussionen ausbrachen. U. a. wollte man versuchen, die Entscheidung des DAV zu untergraben und durch eine Abstimmung der anwesenden Teilnehmer die zu Grunde liegenden Auswahlkriterien eigenmächtig zu bestimmen. Nach minutenlanger Diskussion und wieder laut werdender Vorwürfe gegenüber uns als Organisatoren, entschlossen wir bereits am ersten Tag, das Sichtungsangeln unter den gegebenen Voraussetzungen nicht durchzuführen. Trotz der festgefahrenen Situation konnte am Ende jedoch ein Einsehen bei den Querulanten erwirkt werden, so dass geangelt werden konnte.
 
Beim eigentlichen Angeln sollte dabei nicht nur das Fanggewicht ausschlaggebend sein, sondern natürlich auch die zu Grunde zu legenden C.I.P.S.-Regeln beachtet werden. Da nicht nur im Vorfeld explizit auf das Reglement der C.I.P.S. verwiesen und darüber hinausgehende Regelungen in Sachen Beschwerung des Setzkeschers zur fischschonenden Hälterung des Fanges bekannt gemacht worden sind (500 g Beschwerung an der Außenseite des Setzkeschers) wurde auch gezielt darauf geachtet, dass diese Regeln durch die Teilnehmer beherzigt wurden. Auch nach dem wiederholten Hinweis auf diese Regelungen bei der Begrüßung der Teilnehmer schienen alle diesbezüglichen Fragen geklärt. Um so verwunderlicher war es dann, dass sage und schreibe 10 der 22 Teilnehmer es zu insgesamt 14 Regelverstößen gebracht haben.
 
Bereits ein Verstoß dieser Art wie z. B. das Ausloten mit Futterkorb, das Fehlen von genormten C.I.P.S.-Dosen oder das Verlassen des Angelplatzes nach der Futterkontrolle  könnte zur Verwarnung oder schlimmer noch zur Disqualifikation des ganzen Teams bei der WM führen. Da solche Verstöße bereits bei der Feeder-WM in Italien von einigen begangen wurden, jedoch glücklicherweise nicht geahndet wurden, sollten solche Regelverletzungen nach Absprache mit dem DAV auch entsprechend registriert werden. Die festgestellten Verstöße wurden schließlich vor dem 2. Durchgang des Sichtungsangelns den Teilnehmern bekannt gegeben, um eine Wiederholung eben selbiger auszuschließen. Einige Teilnehmer erkannten diese von zwei unabhängigen Beobachtern festgestellten Regelwidrigkeiten nicht an und sorgten mit erneut schwerwiegenden Anschuldigungen gegenüber dem Organisationsteam für hitzige Diskussionen. Ein heftiges, extrem lautstarkes Wortgefecht war die Folge, so dass einige Teilnehmer bereits ihren freiwilligen Abschied von der Veranstaltung verkündeten. Begründet wurde dies damit, dass schließlich für jedermann die gleichen Regeln gelten sollten und Verstöße in jedem Fall geahndet werden müssten. Darüber hinaus mache ein derart respektloser Umgang miteinander schlichtweg keinerlei vernünftige Zusammenarbeit möglich.
 
Gleichzeitig mit der für uns alle hart zu fällenden Entscheidung, das Sichtungsangeln abzubrechen, wurde uns jedoch deutlich, dass die nicht enden wollenden Intrigen einiger weniger eine vernünftige und damit letztendlich erfolgreiche Zusammenarbeit unmöglich machen. Statt dem viel zitierten Gemeinschaftsgefühl ist leider nach wie vor das Konkurrenzdenken bei einigen Teilnehmern im Vordergrund. Anfeindungen gegenüber uns als Ausrichter der Veranstaltung inklusive Bezichtigungen gezielter Ergebnisverfälschung brachten das Fass schließlich zum überlaufen und ließen uns als Organisatoren keine andere Wahl. Schade ist der Ausgang des Sichtungsangelns dabei nicht nur für diejenigen Teilnehmer, die Zeit und Geld darin investierten, um die Feeder-WM 2012 in Belgien erfolgreicher zu gestalten als die WM in Italien. Auch die Bemühungen des Organisationsteam, welche im Vorfeld nötig waren, um das Sichtungsangeln durchführen zu können, wurden letzten Endes durch das unkameradschaftliche Verhalten gewisser Personen zunichte gemacht.
 
Eine öffentliche Stellungnahme dieser Art sahen wir für erforderlich an, um endlich wieder eine vernünftige Basis für zukünftige internationale Veranstaltungen zu schaffen. Wir hoffen, dass eines Tages der Gemeinschaftsgeist über intrigantes Verhalten siegen wird und ein WM-Titel nicht nur für einen Einzelkämpfer, sondern für ein deutsches Team möglich wird. Festzuhalten ist in jedem Fall, dass wie derzeit stattfindende, unsachliche Diskussionen nichts zum Gelingen der Unternehmung Weltmeisterschaft 2012 beitragen, sondern vielmehr weitere Belastung für potenzielle Angler darstellen.
 
Michael Schlögl    Matthias Weigang    Michael Zammataro
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