Die Tobias Klein Kolumne - Das beste zweier Welten!

  • von Tobias Klein
  • 18. Juni 2014 um 10:20
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Entweder man ist Posenangler durch und durch oder man verschwendet seine kostbare Zeit an der Feederrute. So oder so ähnlich scheinen es viele ausgewiesene Posen-Liebhaber zu sehen. Tobias Klein empfiehlt allerdings gerade Posenanglern, einen Blick über den eigenen anglerischen Tellerrand hinaus zur riskieren.

Wenn ich mich so zurückerinnere, hätte ich mir damals nicht so recht vorstellen können, eines Tages die Gewässer Deutschlands nahezu ausschließlich mit der Feederrute unsicher zu machen. Es gab Zeiten, in denen es für mich schlichtweg nichts Aufregenderes gab als den Anblick einer Kopfrute unter Volllast mitsamt bis aufs Äußerste gedehntem Gummizug. Dazu noch das Geräusch der Pose, wenn sie im Drill mit jedem Kopfschlag des Fisches vehement in die Wasseroberfläche einschlägt. Pures Adrenalin bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Gegner am anderen Ende der Schnur das erste Mal in Sichtweite kommt und schließlich gelandet werden kann. Oder eben auch nicht und seinerseits siegreich von Dannen schwimmt.

Entweder man ist Posenangler oder FeederanglerDa scheiden sich die Geister: Entweder man ist Posenangler oder Feederangler. Dabei könnten beide Techniken so einiges voneinander lernen.

Trotzdem widme ich mich seit nunmehr über drei Jahren vor allem der Angelei mit der Feederrute. Meine Gründe dafür sind eher pragmatischer Natur, als das Ergebnis einer Entscheidung, hinter der ich mit ganzem Herzblut stehe. Weniger Vorbereitungszeit, weniger Köder und - wenn man die Kirche denn im Dorf lässt - auch weniger Tackle, das man mit sich herumschleppen muss. Darüber hinaus musste ich mir mit abnehmender Praxis an der Posenrute irgendwann eingestehen: Auf identisch hohem Niveau auf beiden „Hochzeiten“ zu tanzen, dass schaffen nur die Wenigsten aller Angler.

Zeiten ändern sich: Einst noch Posen-Verfechter, widmet sich Tobias in letzter Zeit vermehrt dem Angeln mit dem Futterkorb. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf seine Angelei mit der Pose - wenn er denn einmal dazu kommt.Zeiten ändern sich: Einst noch Posen-Verfechter, widmet sich Tobias in letzter Zeit vermehrt dem Angeln mit dem Futterkorb. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf seine Angelei mit der Pose - wenn er denn einmal dazu kommt.


Anders, aber nicht weniger erfolgreich

Wenn es dann tatsächlich einmal wieder soweit ist und ich mein Anglerglück mit der Posenrute auf die Probe stellen kann, dann gehe ich heute viele Dinge anders an, als noch vor meiner Zeit als „Feeder-Fuzzi“. Als Stipper aus Leidenschaft kann ich es dabei bis zu einem gewissen Punkt noch verstehen, dass man uns Feederangler in erlesenen Posenangler-Kreisen fast schon etwas despektierlich mit „Aalangler“, „Plumpsangler“, „Brandungsangler“ oder Schlimmerem tituliert.

Doch was ich ganz und gar nicht nachvollziehen kann, ist, dass sich einige Posenangler mit einem allzu engstirnigen Blickwinkel auf die moderne Friedfischangelei eigene Hindernisse bereiten. Wie auch immer man zum Feederangeln stehen mag, eines wird auch der größte Kritiker nicht leugnen können: Feederangeln ist und bleibt extrem effektiv. Wäre es da nicht langsam aber sicher einmal angebracht, die fremde Spezies Feederangler nicht als eine Art „Angler zweiter Klasse“ zu sehen, sondern stattdessen vielleicht sogar als „Angler mit Vorbildfunktion“?

Gängiges Vorurteil: Feedern ist Aalangeln, nur das stereotype Glöckchen fehlt.Gängiges Vorurteil: Feedern ist Aalangeln, nur das stereotype Glöckchen fehlt.

Keine Sorge, Sie sollen sich nun keinen Futterkorb an Ihre Matchrute binden oder vielleicht gar Ihre Kopfrutenspitze farbig lackieren. Auch Ihre Posenrute sollen Sie um Himmels Willen jetzt nicht gänzlich an den Nagel hängen und ab sofort ein Feeder-Jünger werden. Doch nehmen Sie die folgenden Beispiele doch vielleicht als Anreiz dazu, einige Details der Herangehensweise eines Feederanglers für Ihre eigene Angelei mit Stipprute & Co zu adaptieren. Denn mal ehrlich, was haben Sie schon groß zu verlieren? Allenfalls einen Teil Ihres anglerischen Selbstverständnisses.

Einfach, aber effektiv

Was von vielen Kritikern als ihr größter Schwachpunkt gesehen wird, macht die Angelei mit dem Futterkorb für mich gerade erst so interessant. Sie ist einfach, aber effektiv. Schon anhand der Montage eines Feederanglers kann man als Posenangler einiges über die Herangehensweise mit dem Futterkorb lernen. Wer hier auf ein nicht zu durchschauendes Gesamt-Kunstwerk wartet, wird meistens jäh enttäuscht.

Denn zumindest die ausgewiesenen Futterkorb-Spezialisten wissen, dass nur eines wirklich von Belang ist: Die Montage muss zuverlässig ihre Fische fangen und möglichst unanfällig für Verwicklungen sein. Meistens finden sich daher unkomplizierte Schlaufen-Montagen an der Hauptschnur, das höchste der Gefühle sind (nicht weniger einfach gehaltene) Seitenarm-Montagen.

Für Posenangler mag diese einfache, ja fast kindliche Sicht der Dinge freilich eher plump anmuten, sind sie doch die ausgeklügeltsten Kombinationen aus hunderten Bleischroten gewohnt, die ab und an zudem noch auf den Millimeter genau auf der Hauptschnur fixiert werden müssen, bevor Sie überhaupt erst einen Fisch zu Tage fördern können. Die bösen Wörter „Bulk-Bebleiung“ oder „Zweipunkt-Bebleiung“ haben viele Posenangler bereits gänzlich aus Ihrem anglerischen Wortschatz verbannt. Auch wenn eine einfach gehaltene Montage oft nicht die schlechteste Option ist. Vor allem in der Strömung, bei besonders hängerträchtigem Gewässerboden oder in extrem fischreichen Gewässern.

Fing früher schon ihre Fische und leistet auch heutzutage noch ganz vorzüglich ihre Dienste: Die klassische Bulk-Bebleiung.Fing früher schon ihre Fische und leistet auch heutzutage noch ganz vorzüglich ihre Dienste: Die klassische Bulk-Bebleiung.

Mal ehrlich, was nützt mir eine Montage, mit der ich mehr damit beschäftigt bin, unschöne Verwicklungen zu vermeiden als Fische zu fangen. Wäre es da nicht viel sinnvoller, sich einmal auf die anglerischen Anfänge zu besinnen? Wie haben Sie denn damals als Jungangler ihre Fische gefangen? Richtig, wahrscheinlich wie ich mit den einfachsten Mitteln.

Gut, meine ersten Gehversuche an der Pose sind wohl eher ein extremes Beispiel und nur bedingt zur Nachahmung empfehlenswert: Eine sieben Meter lange Bologneserute, an der ich eine Lutscher-Pose montiert hatte. Gelächter vorbeigehender Angler war mir sicher, doch gefangen habe ich damit nur unwesentlich schlechter als all die Profis neben mir. Gehe ich deswegen auch heute noch mit Bologneserute und Lutscher-Pose auf Fischzug? Um Gottes Willen, natürlich nicht. Aber nach wie vor gehören einfache Bulk- bzw. Zweipunkt-Bebleiungen zu meinem anglerischen Repertoire. Warum auch kompliziert, wenn es einfach auch geht?

Distanzwahl mit Bedacht

Bei fast keiner anderen Friedfisch-Methode hat die Wahl der Angeldistanz derart direkten Einfluss auf den Fangerfolg wie beim Angeln mit der Feederrute. Warum dem so ist, liegt eigentlich auf der Hand: Die Angelei mit dem Futterkorb ist zwangsmäßig auf den Gewässerboden beschränkt. Deswegen ist es entscheidend, den Futterplatz an einer möglichst vielversprechenden Stelle am Gewässergrund anzulegen, um nachher vor unschönen Überraschungen gefeilt zu sein.

Kein Wunder, dass sich die Futterkorb-Angler auch größte Mühe beim Auskundschaften des Gewässers vor ihnen geben. Nicht selten wird weit über eine halbe Stunde investiert, d.h. der Korb Mal um Mal neu ausgeworfen und so eine regelrechte „Mindmap“ des Gewässers erstellt. Diese sorgfältige Herangehensweise lässt so mancher Posenangler vermissen. Eine Erscheinung, die mir vor allem beim Angeln mit der Kopfrute immer wieder aufs Neue verdeutlicht wird.

Die gängige Schlagdistanz mit der Kopfrute ist nun einmal die 13 Meter-Bahn und somit wird auch dort geangelt. Und auch nur dort. Macht man sich aber die Mühe und erkundet die etwas näherliegenden Spuren am Gewässergrund, wird man nicht selten überrascht sein, welchen Hotspot man fast übersehen hätte, hätte man stur auf die volle Rutenlänge gesetzt. Will ich an einem Gewässer mit vielen Hindernissen oder besonders unsauberen Boden auf Fischzug gehen, nehme ich im Extremfall sogar zuerst meine Kopfrute zur Hand und erkunde damit die ganze Drift meiner Angelstelle nach einer sauberen Angelstelle. Erst im Nachgang wird dann die Sitzkiepe platziert.

Wer’s genau nimmt, macht’s wie die Feederangler: Mit Hilfe von „Ablängstangen“ macht man sich auch das Angeln mit der Posen-Rollenrute um einiges einfacher.Wer’s genau nimmt, macht’s wie die Feederangler: Mit Hilfe von „Ablängstangen“ macht man sich auch das Angeln mit der Posen-Rollenrute um einiges einfacher.

Auch mit der Rollenrute wende ich daher mittlerweile wesentlich mehr Zeit auf, um eine Kante, eine Untiefe oder Ähnliches ausfindig zu machen. Früher lagen meine Wurfweiten mit der Rollenrute fast standardmäßig bei 25, 30, 35, 40 (…) Metern. Warum? Ganz einfach, weil es alle anderen Angler um mich herum eben auch so machten. Heutzutage angle ich nicht selten auf Weiten wie 31,5 oder etwa 43,5 Metern. Eben immer dort, wo ich beim Loten eine besonders vielversprechende Stelle ausfindig gemacht habe. Wie ich das bitteschön so genau sagen kann? Mit Hilfe einer kleinen Erfindung aus dem Feederbereich: Die guten alten „Ablängstangen“. Letzten Endes nichts anderes als zwei Banksticks, die miteinander durch eine fünf Meter lange Schnur verbunden sind und dadurch stets im gleichen Abstand zueinander im Uferboden positioniert werden können.

Auf der zwischenliegenden Schnur habe ich kleine Markierungen in 0,5 Meter Abstand angebracht, die mir ein Ablesen der exakten Angeldistanz ermöglichen. Habe ich eine vielversprechende Angelstelle gefunden, wird die Stelle mittels Schnurmarker auf der Schnur oder über den Schnurclip meiner Angelrolle vermerkt. Sodann wird der Haken meiner Montage um einen der Banksticks geschlauft und die Schnur mit offener Rollenbremse über den anderen Bankstick und eben wieder zurück abgewickelt. Das mache ich solange, bis ich auf der markierten Angeldistanz angekommen bin. Angenehmer Nebeneffekt: bei einem Schnurbruch kann die Angeldistanz im Handumdrehen auf eine neue Montage übertragen werden.

Natur pur, statt viel hilft viel

Möglichst kräftig und anrüchig musste gutes Futter für die Pose in meinen Augen immer sein. Erst dann, wenn das Futter regelrecht nach Lockstoff stank, fühlte ich mich einigermaßen wohl und sicher, dass der Fangerfolg auf jeden Fall nicht an meinen Futter scheitern würde. Doch bereits nach der ersten Begegnung mit Matthias Weigang setzte bei mir das große Umdenken im Kopf ein. Getreu dem klassisch niederländischen Verständnisses des angelverrückten Grenzgängers aus Nordrhein-Westfalen muss Futter nämlich nur eines machen: Den Fisch anlocken und Köder auf den Gewässergrund transportieren. Und mit dieser Einschätzung steht er nicht ganz alleine da, denn auch andere niederländische Feeder-Größen vertrauen wie er auf die natürliche Lockwirkung hochwertiger Futtermehle. Der Rest ist schlicht und ergreifend Mumpitz.

Lockstoff ja, aber nur mit Schutzkleidung? Nein, Danke. Wenn es denn schon Lockstoff sein muss, dann bitte keine Chemie.Lockstoff ja, aber nur mit Schutzkleidung? Nein, Danke. Wenn es denn schon Lockstoff sein muss, dann bitte keine Chemie.

Mit dieser Ansicht sind wiederum unsere feedernden Nachbarn aus den Niederlanden nicht die einzigen. Denn wenn ich eines von gemeinsamen Zusammenkünften mit Bob Nudd gelernt habe, ist es, dass es auch ihm als Posenangler per se herzhaft egal ist, welche Futtermischung er denn am Ende ins Gewässer vor sich wirft. Das Futter muss nur dem Gewässertypus angepasst sein und die Köder dem Beißverhalten entsprechend freigeben. Kleine Fische, aktives Futter. Große Fische, passives Futter. Und bloß kein überflüssiger Lockstoff oder Farbe. So simple is that!

Wenn ein mehrfacher (Posen-)Weltmeister so seine Fische fängt, sollten wir dann als „Normalstipper“ nicht auch etwas Abstand zu den unzähligen Massen an Lockstoffen gewinnen? Lockstoff-Bomben im Futter lieber weglassen und stattdessen auf natürlichere Futter-Zutaten vertrauen, die mindestens genauso gut ihre Fische fangen? Nachwürzen mit Lockstoff-Konzentraten können wir ja zur Not immer noch. Ja und Sie ahnen es bereits: So halten es die erfolgreichsten Feederangler der heutigen Zeit schon immer und verzichten auf abenteuerliche Lockstoff-Cocktails.

Neidische Fische sind die besseren Fische

40 Liter Futter, fünf Liter Caster, zwei Liter Maden und dazu noch mindestens zwei Kilogramm Würmer. So sah meine klassische Angelportion aus, wenn ich vor einigen Jahren einen Vormittag lang am Fluss mein Unwesen treiben wollte. Am Ende war dann auch meistens wirklich alles weg. Gefangen habe ich natürlich gut, aber nie besser als mit der Feederrute. „Dann hast Du definitiv was falsch gemacht!“, wird mir ein eingefleischter Posenangler nun womöglich entgegnen. Objektiv betrachtet ist die annähernd gleiche Ausbeute allerdings wohl eher bemerkenswert. Zumal ich mit dem Futterkorb regelmäßig eine vergleichsweise geringe Futtermenge von maximal acht Liter Futter und noch weniger Köder zur Verfügung habe.

Mit dem Futterkorb reichen mir selbst in der Strömung ein Liter Caster, ein Liter Maden und ein Kilogramm Würmer, um auch die größten Fischschwärme einen Vormittag lang auf dem Futterplatz beschäftigt zu halten. Viel mehr an Köder bringt man ja auch nicht in die Fluten, wenn man nicht gerade mit dem Futterkorb-Modell „Rattenfalle“ zu Werke geht.

Gleiche Fänge mit weniger Futter: Links eine klassische Futtermenge für einen Ansitz in der Strömung mit der Pose. Rechts die vergleichsweise geringe Futtermenge, die es an der gleichen Stelle mit der Feederrute braucht.Gleiche Fänge mit weniger Futter: Links eine klassische Futtermenge für einen Ansitz in der Strömung mit der Pose.
Rechts die vergleichsweise geringe Futtermenge, die es an der gleichen Stelle mit der Feederrute braucht.

Bisse kommen an der Feederrute selbst im See dann zusätzlich wesentlich extremer als mit der Pose. Selbst dann, wenn man die gleiche Angelspur befischt. Wenn man nun nicht davon ausgeht, dass es an der Präsentation mit Futterkorb liegt, - was eigentlich wenig einleuchtend ist, zumal der Fisch beim Anbiss ja regelmäßig einen größeren Widerstand überwinden muss, als beim Unterwasserziehen einer fein austarierten Posenantenne - woraus mag die ungestüme Art der Bisse dann nur resultieren?

An der größeren Genauigkeit beim Einbringen des Futters vielleicht? Im Stillwasser könnte man es daran festmachen. Doch zumindest im Fluss rutsch der Futterkorb immer ein gewisses Stück über den Grund bevor er dann zum Liegen kommt. Selbst beim Feedern haben wir also eine lange Futterspur im Gewässer, nicht nur einen einzigen kleiner Futterpunkt am Grund. Wie gesagt, zumindest verhält es sich so im Fluss. Überdies werden Sie mir beipflichten, dass es ein einigermaßen geübter Posenangler in Zeiten von einstellbaren Futterschleudern es ebenfalls schaffen wird, einen Futterball nach dem anderen auf einem Quadratmeter zu platzieren. An der vermeintlich größeren Präzision mittels Futterkorb liegt es in meinen Augen demnach eher nicht.

 Typische Ködermenge beim Feederangeln: Ist Futterneid der Grund für besonders vehemente Anbisse?Typische Ködermenge beim Feederangeln: Ist Futterneid der Grund für besonders vehemente Anbisse?

Die einzige Erklärung für die vehementen Anbisse, welche mir einigermaßen einleuchtet, ist der Futterneid unter Wasser. Fisch bleibt Fisch. Und dieser Fisch will meistens fressen. Und wenn möglich, das natürlich noch vor den anderen Fischen. Was bleibt ihm denn auch schon anderes übrig, als den Köder schnell und ohne großes Zögern aufzunehmen, wenn wir den Tisch auf dem Futterplatz nicht allzu reich gedeckt haben? Wie in einer Großfamilie herrscht nach meinem Dafürhalten unter Wasser das Gesetz des Stärkeren. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Gerade in Gewässern wie Kanälen, wo natürliche Nahrung nicht unbedingt in rauen Mengen vorhanden ist.

Warum machen Sie sich diese Beobachtung also nicht einmal für die Angelei mit der Pose zu Nutze und gehen ganz bewusst etwas defensiver an den Einsatz von Futter und Köder heran? Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie vom Ergebnis überrascht sein werden. Der Futterneid macht’s möglich.

Keep it cool

Die vorgenannten Beispiele mögen Ihre Posen-Angelei im Idealfall ein Stück weiterbringen oder zumindest einen kleinen Stein in Ihrem Inneren ins Rollen bringen. Zweifelsohne würde es selbst im geduldigen und schier endlosen Raum des Internets allerdings den Rahmen sprengen, hier alle Aspekte des Feederangelns zu nennen, welche auch fürs Posenangeln fruchtbar gemacht werden können. Stattdessen hoffe ich, dass ich Sie motivieren konnte, den eigenen anglerischen Horizont nicht vor anderen Angeltechniken zu verschließen, sondern interessante Aspekte anderer Techniken für Ihre eigene Angelei zu kopieren. Und was die Feederangler geschafft haben, das können Sie doch als Posenangler allemal. Denn was denken Sie, wie die derzeit in aller Munde befindliche „Method-Angelei“ an der Feederrute entstanden ist? Richtig, eiskalt von den Karpfenanglern abgekupfert.

Zum Ende will ich Ihnen allerdings nun noch einen allerletzten Aspekt des Feederangelns für Ihre Angelei mit der Pose mit auf den Weg geben. Die in meinen Augen beileibe wichtigste Erkenntnis, welche ich für mich aus meiner Feeder-Praxis gezogen habe: Keep it cool! Will heißen, dass meiner Meinung nach nichts wichtiger für den dauerhaften Fangerfolg ist, als eine gehörige Portion Gelassenheit. Gelernt habe ich diese „Angelweisheit“ beim Angeln mit dem Futterkorb. So gleicht meine Feeder-Angelei meistens einem Pokerspiel, in dem ich mir erst nach dem „River“ (d.h. mit der letzten Gemeinschaftskarte, die aufgedeckt wird) endgültig des prall gefüllten Jackpots sicher sein kann. Nicht selten entscheidet die letzte Stunde eines Hegefischens oder Gemeinschaftsangelns über dessen Ausgang.

Ruhig bleiben: Auch Posenangler sollten eine Portion Gelassenheit an den Tag legen und wie die Feederangler mal etwas pokern.Ruhig bleiben: Auch Posenangler sollten eine Portion Gelassenheit an den Tag legen und wie die Feederangler mal etwas pokern.

Wer sein Pulver dann schon in den ersten Stunden verschossen hat oder schon zu Anfang den Gewässerboden mit Ködern übersät hat, der kann natürlich am Ende nicht mehr viel zulegen oder auf wechselnde Verhältnisse reagieren. Das erfordert neben einer rigorosen Einteilung der zur Verfügung stehenden Köder- und Futtermenge freilich ein gutes Stück Selbstvertrauen in die eigene Angelei. Und dann ist der Grad zur Überheblichkeit, den man niemals überschreiten sollte, nur noch sehr schmal. Am Ende eine nicht ganz einfach zu meisternde Herausforderung. Doch das ist doch genau das, was wir alle so am Angeln lieben. Egal ob Feeder- oder Posenangler.

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