Futtertipp Dezember von Fishing Tackle Max

  • von Johannes Böhm
  • 07. Dezember 2011 um 02:33
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Das Gewässer – der Teltowkanal bei Potsdam/Babelsberg
Gerade jetzt im Herbst bietet der Teltowkanal bei Potsdam nahezu ideale Bedingungen zum Fischen mit der Kopfrute. Ein toller Ort, um mit Freunden kurz vor dem Winter noch die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen und sich auf die kalte Jahreszeit einzustellen. Ein großer Pluspunkt ist, dass man hier mit dem Auto direkt hinter dem Angelplatz parken kann. Durch Wald auf beiden Seiten sitzt man äußerst windgeschützt. Der Gewässerrand ist von Wiese gesäumt, die bis an die Keilmauer heranwächst. Man sitzt dadurch ca. einen Meter über dem Wasser. Der Teltowkanal ist zwischen 3,50m und 4,00m tief. Es gibt kaum einen Unterschied in der Wassertiefe, das heißt keinerlei Kanten oder das Ende einer vorhandenen Steinpackung. Das Wasser steht zum größten Teil. Lediglich kann man von Strömung sprechen, wenn die Schleuse betätigt wird. Das geschieht je nach Schiffsverkehr etwa einmal in der halben Stunde für fünf Minuten. Jetzt zur kälteren Jahreszeit gibt es kaum noch Schiffsverkehr privater Natur, ca. einmal in der Stunde kommt eine große Schubeinheit vorbei.

Das Gewässer


Die Angelmethode – Fischen mit der Kopfrute
Die Strecke ist prädestiniert für das Fischen mit der Kopfrute. Die wichtigsten Vorteile der Kopfrute gerade in Bezug auf das Gewässer sind, dass man in erster Linie den Köder bzw. die Montage bei einsetzender Strömung anhalten kann. Somit auch bei strömendem Wasser ein ruhiger Köder angeboten werden kann. Weiterhin ist durch die Verwendung eines Pole Cups das sehr genaue Füttern möglich. Ein sehr wichtiger Aspekt bei kaltem Wasser, wenn die Fische nicht mehr so sehr viel Nahrung aufnehmen. Für den Teltowkanal der vermeintlich wichtigste Aspekt ist mit Sicherheit die Möglichkeit, die Montage extrem langsam ins Wasser zu setzen und sie genauso langsam wieder aus dem Wasser zu heben. Die kleineren Brassen lassen sich so leidenschaftlich gern verführen unseren Hakenköder zu packen. Des Öfteren merkt man dabei sogar den Biss in der Rute. Und genau auf diese speziellen Anforderungen hat unser Futter die passende Antwort.

Das FutterDas Futter – Ein wichtiger Bestandteil des Erfolges
Wir entscheiden uns an diesem Tag, Anfang Dezember mit Tagestemperaturen um die 8°C, für eine Mischung aus folgenden Bestandteilen. Als Grundbestandteile verwende ich eine 2 kg Tüte Mondial F Super Lunch und 2 kg Amino Flash Allround black. Weiterhin gebe ich dem Futter eine Dose Amino Flash Gewürz Koriander und einen Teelöffel Amino Flash Color schwarz hinzu. Nach der ersten Anfeuchtung mit ca. 2 Litern Wasser lasse ich das Futter ca. 20 Minuten ziehen und feuchte es mit einem weiteren halben Liter Wasser nach. Danach gebe ich der Mischung noch einen Beutel Van den Eynde schwarzen Lehm hinzu. Jetzt kommt es auf eine sehr feine Dosierung des fehlenden Wassers an, um das Futter nicht zu nass zu machen. Dazu verwende ich einen handelsüblichen Pflanzenbestäuber. Anschließend drücke ich das Futter durch ein 4 mm Sieb um die Feuchtigkeit gleichmäßig zu verteilen und die entstandenen Klümpchen zu zerdrücken. Mit dieser Mischung erfüllt unser Futter alle Ansprüche, die ich mir für diesen Tag überlegt habe.

Die Farbe:
Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg im späten Herbst ist ein dunkles, gar schwarzes Futter. Dieses Kriterium wird durch die Zusammensetzung erfüllt. Bis auf das Super Lunch und den gemahlenen Koriander sind alle Einzelzutaten schon dunkel. Durch die schwarze Farbe stellen wir sicher, dass später das komplette Futter einen sehr dunklen Ton aufweist.
Generell stellen sich Fische ungern auf einen Futterteppich der sich vom Untergrund des Gewässers abhebt. Das ist so, weil sie auf einem andersfarbigen Futter viel schneller von potentiellen Raubfischen erkannt werden könnten und somit mehr oder weniger bei der Nahrungsaufnahme selber zur Nahrung werden würden.

Fertige Mischung trockenDer Geruch:

Ich entscheide mich an diesem frischen aber nicht kalten Dezembermorgen für eine Koriandergewürzmischung. Gewürze können in der Regel nicht überdosiert werden. Für 4 kg  Futter reicht aber eine 400 ml Dose völlig aus, um unserer Mischung eine herrlich frische Koriandernote zu verleihen.

Im Vorfeld habe ich einige Tage hier am Teltowkanal verbracht und mit verschiedenen Gewürzen und Aromen getestet.

Die besten Erfolge stellte ich mit Koriander fest. Gerade kleinere Brassen und auch Rotaugen lieben den Duft von frisch gerebeltem Koriander. Am besten einsetzbar in kaltem Wasser.

Die Konsistenz:
Durch die verschiedenen Futtermischungen bekommen wir durch jede Zutat einen Unterschied in unserer Struktur. Das Amino Flash Allround black ist ein sehr nährstoffarmes, feines und geruchsneutrales Futter und ein perfekter Begleiter für den Winter. Mit seinen feinen Partikeln und Sämereien überzeugt es mich für stehendes Wasser. Das Mondial F Super Lunch verleiht unserem Futter die eigentliche Struktur. Mit seinen groben, gelben Partikeln und relativ groben Sämereien ist es, im richtigen Mischungsverhältnis angewendet, ein perfektes Futter für die hier herrschenden Bedingungen. Der Koriander, die schwarze Farbe und die fein gesiebte Erde beeinflussen die Struktur nicht.

Das Futter angefeuchtet
Die Futtermischung wird angefeuchtet


Das Auflösen im Wasser
Für den Fangerfolg ausschlaggebend ist, dass sich in jeder Situation Futter von unseren auf dem Grund liegenden Futterballen löst. Wenn das Wasser steht, lösen sich unsere Ballen so auf, dass ringsherum um die Ballen ein sogenanntes Häufchen entsteht. Hier ist das fein gemahlene Amino Flash Allround black der springende Punkt. Es lösen sich immer wieder feine Partikelchen, die nach oben steigen und so Attraktivität für unseren Futterplatz erzeugen. Gerade die zu erwartenden Rotaugen lieben es wenn Partikel den Futterballen verlassen und nach oben steigen.

Futterballen
- Slideshow -


Sobald das Wasser anfängt leicht zu strömen kommt das Mondial F Super Lunch zur vollen Geltung. Die leichten, groben Partikel werden durch die Strömung von den Futterballen bzw. den Futterhäufchen gelöst und treiben in unsere Spur, genau wie unser Hakenköder. Die Fische verlieren so die Scheu den Köder auch im freien Trieb anzupacken. Wir müssen unseren Köder also nicht bei Schleusentätigkeit festhalten, sondern wir bekommen auch sehr gute Bisse in der Drift.

Der Erdanteil in unserer Mischung trägt auch einen entscheidenden Beitrag zur Auflösung bei. Die Erde ist sehr schwer und verhindert so das komplette Abtreiben unseres Futterplatzes und der im Futter enthaltenden Köder bei schleusenbedingter Strömung und vorbeifahrenden Schiffen.
Ein Futterball, der etwa der Größe einer Apfelsine entspricht ist ca. nach 30-40 Minuten komplett aufgelöst.

Die Köder:
Der Jahreszeit entsprechend verwenden wir eher weniger Lebendköder. Bereitgestellt habe ich mir für den Angeltag einen halben Liter Caster, eine gute Portion kleine Rotwürmer für den Haken, einen halben Liter Pinkies und eine handvoll Maden.

Der AngelplatzDie Anfangsfütterung:
Der Angelplatz ist aufgebaut, das Futter ist fertig angerührt, die Fütterung kann beginnen. Ich entscheide mich für das Füttern von fünf großen, länglichen und unförmigen Bällen, die ungefähr der Größe einer Apfelsine entsprechen.

Ich platziere sie mit dem Pole Cup direkt unter der Spitze, jedoch ca. 30 cm kürzer als meine Rute lang ist, um auch später noch die Möglichkeit zu haben hinter dem Futter angeln zu können. Die Bälle sind aus folgendem Grund nicht rund: Sie können bei einem großen Schiff, dass kurz nach der Startfütterung vorbeikommen könnte, vor dem Beginn des Auflösungsprozesses nicht wegrollen.

Meiner Startfütterung gebe ich zwei gute Hände Caster  und eine „dreifinger-Portion“ Pinkies hinzu. Die auf dem Boden liegenden Caster werden für die kleinen Rotaugen, mit denen ich zu Beginn rechne, uninteressant sein. Für diese sind Pinkies und aufsteigende Partikel viel interessanter.
Die Caster bleiben für den hoffentlich bald eintreffenden Brassenschwarm liegen. Die Fische finden also erstmal was, wenn sie den Weg zu unserem Futterplatz gefunden haben. Dadurch bedingt, dass das Wasser zum Zeitpunkt meiner Fütterungsphase steht, schiebe ich mit dem Pole Cup noch eine handvoll loses Futter und ein paar Pinkies auf meinen Platz heraus, das weckt sofort Aufsehen und ich bin gespannt wie lange der erste Biss auf sich warten lässt.

Die PoseDas Ergebnis:
Ich beködere das erste Mal mit zwei Pinkies, setze langsam meine 1,5 gr  Montage ins Wasser  und bekomme im gleichen Moment auch schon einen Biss. Ein kleines Rotauge konnte der Verführung nicht widerstehen. Einige weitere kleine Rotaugen folgten. Sie waren zwischen 10 gr und 50gr schwer und die ersten Fische die ich überlisten konnte.

Mit der Zeit, etwa nach einer viertel Stunde, mischten sich die ersten kleinen Brassen ins Geschehen ein und verdrängten die Rotaugen. Mit zunehmender Zeit fingen wir mehr und mehr kleine Brassen zwischen 100 gr und 400 gr. Nachgefüttert habe ich das erste Mal nach einer halben Stunde. Danach im 15-20 Minutentakt.

Für das Nachfüttern gebe ich in einem extra Eimer zu zwei Litern meines fertigen Futters ca. 100 ml Amino Flash Bentonit. Das Bentonit verlangsamt das Auflösen meines Futters extrem. Ein Ballen, der so groß ist wie ein Hühnerei, löst sich durch das Bentonit erst nach 20 min auf. Die Brassen mögen einen sehr ruhigen und passiven Futterplatz, deshalb das provoziert langsame Auflösen.

Der Fang
 


Für diese Jahreszeit und Wassertemperaturen halte ich die Ausbeute des Tages für ziemlich erfolgreich. Alle beeinflussbaren Faktoren in Bezug auf das Gelingen des Angeltages haben wir mit unserem Futter perfekt abgedeckt. Nach einer Angelzeit von 3 Stunden hatte ich unzählige kleine Rotaugen und Brassen fangen können, schätze mein Gesamtgewicht auf 9 kg.

Viel Spaß und Erfolg beim Probieren des Futters, eine schöne Weihnachtszeit sowie einen Guten Rutsch ins Jahr 2012.

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