Brassen feedern mit dem Brotkorb

  • von Jörg Heise
  • 22. Dezember 2014 um 08:00
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Fein gemahlenes Sandwichtoastbrot zum Anfüttern und die Weißbrotflocke als Köder sind ebenso klassische wie fängig, wenn es auf Friedfische geht. Kaum ein Rotauge, Döbel oder Brasse kann einer verführerisch schwebenden Brotflocke widerstehen. Geangelt wird meist mit der unberingten Kopfrute oder der der leichten Matchrute mit feinen Wagglern, da die Flocke am Haken sehr sensibel ist und schnell von diesem verschwindet, bevor überhaupt ein Biss zu sehen ist. Da scheidet die Feederrute eigentlich aus, doch mit der richtigen Vorbereitung des Brotes lassen sich auch mit Futterkorb und Bibberspitze gute Fische überlisten.

Jayson Greatorex von champions-team.de zeigt wie es geht. Während er beim ultraleichten Stippen mit der Posenrute auf das Innere eines Sandwichtoastbrots setzt, kommt beim Feedern nun die Rinde zum Einsatz. Nachdem er von einem halben Toastbrot die Rinde mit einer Stärke von ca. einem Zentimeter entfernt hat, kommt diese in einen Standmixer und wird dort zerkleinert. Während das weiße Innere eines Toastbrots beim Schreddern im Mixer sehr fein wird, erhält man beim Zerkleinern der Rinde eher gröbere Partikel, die später auch die größeren Fische beim stationären Pickern ansprechen sollen.

Die Utensilien
Gut zu erkennen, links der grobe Brotmix aus Sandwichtoastrinde und weitere Utensilien

Fertig ist ein einfaches, aber sehr fängiges Anlockfutter und nun gilt es einen Köder aus dem Toastbrot herzustellen, der die Würfe mit der Feederrute übersteht und nicht so leicht von den Fischen vom Haken gelutscht werden kann. Hierzu nimmt Jayson Greatorex eine weitere Scheibe Sandwichtost, entrindet diese und gibt sie für 15 Sekunden bei 750 Watt in die Mikrowelle. Direkt aus der Mirkowelle wird das warme Stück Brot mit einem Nudelholz platt gewalzt und kommt danach in Frischhaltefolie, um es vor Austrocknung zu bewahren. Dieses vorbehandelte Brot ist nun sehr zäh und hält daher vorzüglich am Haken. Würfe werden kein Problem sein und erst im Wasser wird es am Haken langsam zu einer Brotflocke aufquellen.

Mit einem Breadpunch wird ein 9mm kleines Stück Brot ausgestochen. Durch einen Schlitz am Ausstecher wird der Haken eingeführt. So kann er sicher am Haken befestigt werden.
Mit einem Breadpunch werden kleine Stücke aus dem vorbereiteten Sandwichtoast gestanzt.


Am Angelgewässer angekommen wird nach dem Platzaufbau zuerst die Rute montiert. Zum Einsatz kommt eine 2,60 Meter lange, sehr leichte und feine Winkle Picker Rute. Die sensible Glasfaserspitze zeigt jeden noch so kleinen Zupfer an, doch die Rute hat dann gleich so viel Rückgrat, dass der Anhieb durchkommt und die Fische gehakt werden.

Es ist ein feine Angelei und so kommt eine durchgehende 0,14er Hauptschnur und sehr kleine Futterkörbe zum Einsatz. Maximal 20 Gramm wird ein mit Brot gefüllter Korb, der in einer Schlaufenmontage montiert ist, wiegen. Das geschredderte Brot zum Anfüttern wird nun noch etwas nachgefeuchtet, so dass nur sehr wenige Partikel auftreiben und mit 3 Korbladungen wird der Angelplatz in 25 Metern Entfernung vorgefüttert.

Nur kleine Futterkörbe kommen zum Einsatz
Nur kleine Futterkörbe
kommen zum Einsatz
Das geschredderte Brot wird noch etwas angefeuchtet, damit nur wenige Partikel auftreiben
Das Brot wird etwas
angefeuchtet
Maximal 20 Gramm wird ein mit Brot gefüllter Korb wiegen.
Maximal 20 Gramm
wiegt ein Korb

Danach wird ein 60 Zentimeter langes 0,12er Vorfach mit einem 18er Haken eingeschlauft. Beim Haken kommt ein leichtes Modell zum Einsatz, denn ein zu dickdrähtiger, schwerer Haken würde die Brotflocke beim Einsaugen durch den Fisch zu unnatürlich erscheinen und somit weniger Bisse und Fische in den Kescher bringen. Die dünne Schnur und der dünndrähtige Haken setzen natürlich später voraus, dass Anhieb, Drill und Landung mit sehr viel Gefühl vollzogen werden.

Der Korb wird in einer Schlaufenmontage montiert
Der Korb wird in einer
Schlaufenmontage montiert
Mit 3 Korbladungen wird der Angelplatz vorgefüttert.
Der Angelplatz wird vorgefüttert

Die ersten Bisse stellen sich ein und Brassen von 500 bis 800 Gramm können über den Kescher geführt werden. Obwohl die Futterkörbe sehr klein gewählt wurden, besteht die Gefahr, dass die Fische in dem noch sehr kalten Wasser zu schnell gesättigt werden. Jayson wechselt daher zwischen einem 15 Gramm Birneblei und dem mit Brot gefüllten Futterkorb.

Die ersten Brassen von 500 bis 800 Gramm können über den Kescher geführt werden.
Die ersten Bisse...
Der Brassen hat die erst leicht aufgequollene Brotflocke eingesogen
Der Brassen hat die
Brotflocke eingesogen
und der Haken sitzt optimal in der Oberlippe.
Der Haken sitzt optimal
15 Gramm Birnenblei

Nur noch bei jedem vierten Wurf kommt der Futterkorb zum Einsatz, die anderen Würfe finden mit dem Birneblei ihr Ziel.

Um den Angelplatz punktgenau anwerfen zu können ist die Schnur nach 25 Metern im Clip der Spule fixiert, was in der Endphase des Wurfs bei der feinen Schnur ebenfalls viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Nach zwei Stunden Angelzeit kommen die Bisse nicht mehr ganz so zutraulich, so dass es Zeit ist, den Köder etwas aufzupeppen.

Der Brotköder ist optimal zum dippen.
Der Brotköder ist optimal zum dippen und sprayen
Jayson wählt einen Leberdipp um den Köder etwas aufzupeppen.
Jayson wählt einen Mückenlarvendipp von HJG Drescher

Der gewalzte Brotköder eignet sich vorzüglich zur Aufnahme eines Dipps, so dass Jayson Greatorex verschiedene Dippvarianten und Lockstoffsprays auf seinem Ködertablett platziert. Heute sind es der Mückenlarven Dipp und das Vanille Spray aus der HJG Drescher Serie Serie, der noch einige Brassen in den Kescher bringen.

Der FangAm Ende ist das Netz für diesen doch sehr geringen Futter-
und Ködereinsatz gut gefüllt!

Das Angeln mit Sandwichtoastbrot bedarf zwar etwas Vorbereitung, doch es ist dafür sehr günstig und sehr erfolgreich.

Wie man das Brot zum Anfüttern vorbereitet zeigen wir hier:

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