Feederangeln an großen Stauseen mit Dean Barlow - Teil 2

  • von Jamie Harisson
  • 06. Mai 2014 um 09:19
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Dean reibt die Made über den Oberschenkel

Im 1. Teil des Berichts drehte sich alles um die Theorie und der Vorbereitung, aber nun gehts ans angeln...

Zu Beginn startet Dean mit nur einer toten Made auf der kurzen Bahn. Dafür reibt er eine Made einfach für ein paar Sekunden über seinen Oberschenkel, was ausreicht um sie zu strecken und zu töten.

Um auch den kleinsten Zupfer der teilweise sehr scheuen Rotaugen anschlagen zu können, legt Dean den Rutengriff bei dieser Angelei immer auf seinem Bein ab.

Besonders bei relativ kaltem Wasser bewegen sich die Fische nach einem Biss kaum von der Stelle, so dass er auch wirklich jeden noch so kleinen Ausschlag der Feederspitze mit einem Anhieb quittiert.

Heute dauert es über 20 Minuten und über vier Würfe bis er einen ersten kleinen Zupfer auf der kurzen Bahn bekommt, der sich als kleiner, aber sehr willkommener Barsch entpuppt.

Der Schlüsselpunkt, um den Platz aktiv zu halten, ist es mit dem normalen Werfen auszukommen. Dies wird durch die verwendeten Guru Futterkörbe unterstützt, die sehr große Löcher aufweisen und somit das aktive Futter schnell freigeben. Selbst wenn man keine Bisse bekommt, ist es wichtig seinen Futterrhythmus beizubehalten, um dadurch herumpatrouillierende Fische zum Grund zu locken, wo sie dann gefangen werden können.

Dean legt den Rutengriff bei dieser Angelei immer auf seinem Bein ab

Es ist wichtig seinen Futterrhythmus beizubehalten

Dean bekommt nun immer häufiger kurze Zupfer, und es stellt sich schnell heraus, dass seine Methode, jede noch so kleine Bewegung anzuschlagen, sehr viel effektiver ist, als einfach auf sich entwickelnde, bessere Bisse zu warten. So gelingt es ihm sogar einen relativ seltenen Kaulbarsch zu überlisten!

Es gelingt Dean einen seltenen Kaulbarsch zu überlisten

Als kleine Anmerkung gibt Dean noch zum Besten, dass er sich über die Spitzen im stehenden Gewässer nur wenig Gedanken macht und sich nicht bei der Wahl mit unterschiedlichen Materialien verzettelt. Das Erfolgsrezept ist die Wahl der richtigen Stärke. Auf der kurzen Bahn hat er sich für eine 1oz Spitze entschieden, weil sie einfach die richtige für die Distanz und Tiefe ist. Sie ist auch steif genug um mit dem durch den Wind erzeugten leichten Schnurbogen zurechtzukommen.

Auffällig ist, dass Dean immer wieder den Hakenköder wechseln muss um Bisse zu bekommen. Eine oder zwei Maden mit einem Pinky scheinen heute die besten Köderkombinationen für Rotaugen zu sein. Dennoch, verrät Dean, sind normalerweise zwei Joker mit einem Pinky seine Lieblingskombination für Rotaugen, und bringt immer wieder neue Joker auf dem Platz ein. Allerdings gibt er gleichzeitig zu, dass er relativ selten nur mit Jokern am Haken feedert. Er peppt viel öfter seinen Hakenköder dadurch auf, ein paar Joker zu einer Made hinzuzufügen und fängt so die besonders vorsichtigen Fische. Um die Joker besser anködern zu können, gibt er ein paar davon auf den Deckel einer Köderdose und fügt ein wenig Wasser hinzu. Dadurch trennen diese sich und die besonders großen können für den Haken ausgewählt werden.

Durch die Zugabe von etwas Wasser trennen sich die besonders großen Joker

Dean ist immer wieder darüber erstaunt, auf welche Art und Weise viele Angler ihre Ruten ablegen. Im stehenden Gewässer bevorzugt er es seine Rute im 45° Winkel zum Futterkorb zu platzieren. Der Winkel reicht aus um kleine Zupfer zu erkennen, und mit einer leichten Vorspannung in der Spitze werden auch Drop Back Bisse sehr deutlich. Manchmal kann es bei besonders schnellen Rotaugenbissen auch von Vorteil sein die Spitze stark zu spannen um eine Art Selbsthakeffekt zu erzeugen.

Heute regnet es zwischenzeitlich immer wieder sehr stark und es ist auffällig, dass Dean mit seiner Rutenablage absolut keine Probleme hat. Häufig bieten Ablagen nicht genügend Haftung, wenn der Angler hoch über dem Wasser sitzt und die Rute absenkt um die Spitze direkt über der Wasseroberfläche zu haben. Dean verwendet dafür eine Ablage von Preston Innovations, die aus Gummi hergestellt wurde und somit auch bei Regen die Rute immer sicher an Ort und Stelle hält.

Rutenablage von Preston Innovations

Auf der langen Bahn setzt er alle 20-30 Minuten gewissenhaft ein paar Körbe voll Futter nach. Da nur wenige Fische auf der kurzen Distanz beißen, ist Dean mit dieser Futterfrequenz zufrieden. Wären viele Fische auf der 25m Bahn einlaufen, hätte er auch den Rhythmus auf der langen Bahn auf 15 Minuten erhöht. Aktuell fängt er die üblichen kleinen Skimmer, aber er hofft weiter darauf, dass er im tiefen Wasser der langen Bahn noch deutlich mehr Fische überlisten wird.

kleiner Skimmer

Nach zwei Stunden und nur zwölf kleinen Fischen auf der kurzen Bahn steht fest, dass sich der heutige Angeltag sehr schwierig gestalten wird. Dennoch hofft er, dass sich mittlerweile ein paar Fische auf die längere Spur gestellt haben und entscheidet, dass es an der Zeit ist dort ein Glück zu versuchen! Nach einem perfekten Wurf und mit drei roten, toten Maden am Haken hat das Rig nur wenige Minuten Zeit bevor die Spitze der Feederrute sich langsam biegt. Kurz darauf gleitet ein schöner Skimmer in Deans Unterfangnetz!

ein schöner Skimmer gleitet in Deans Unterfangnetz ein schöner Skimmer gleitet in Deans Unterfangnetz 02

Ein wichtiges Detail, das an dieser Stelle Beachtung finden muss, ist sein Kescherstab. Dieser ist 4m lang und kann weit herausgeschoben werden, so dass Bonusfische weit vorm flachen Ufer gelandet werden können. Der lange Kescherstab hilft Dean also hängerträchtige Ufer zu überbrücken und hilft ebenfalls dabei die wichtigen Bonusfische vor den häufig dicht am Ufer stehenden Hechten zu schützen. Außerdem kann er die Fische so schnellstmöglich Keschern, bevor der schwere pendelnde Futterkorb den Haken aus dem Fischmaul ausschlitzen lassen kann. Dazu kommt, dass nach internationalem CIPS-Reglement der Fisch beim Schlusssignal komplett aus dem Wasser sein muss. In so einer Situation erlaubt der längere Kescherstab ein schnelleres Landen des Fisches!

Nach ein paar Würfen auf die lange Bahn wird schnell klar, dass Dean wirklich direkt neben dem alten Flussbett fischt. Bei jedem Einholen muss er aufstehen und Rute und Rolle so hoch wie möglich halten, um zu verhindern, dass er an Hindernissen hängen bleibt.

Rute und Rolle muss Dean so hoch wie möglich halten

Unglücklicherweise kann er in den nächsten 20 Minuten nur zwei weitere Skimmer fangen, so dass er nochmals den großen Futterkorb einhängt und vier weitere Körbe Futter und Köder nachsetzt. Danach wechselt er wieder auf die kurze Spur.

So wie es häufiger der Fall ist, wenn man eine Bahn eine Weile pausieren lässt, haben sich nun die Fische auf den Futterplatz gestellt und fressen voller Zuversicht. Auf vier Würfe folgen direkt vier Skimmer! Die Fische sind zwar nur klein, aber zu guter Letzt fängt er immerhin. In einem Wettbewerb wäre dies genau der Zeitpunkt seine Nebenleute ganz genau zu beobachten. Würden keine Brassen gefangen, wäre die kurze Bahn diejenige, auf die er alle Anstrengungen setzen würde um sein Netz mit Fisch zu füllen. Zusätzlich ist es manchmal sinnvoll auf eine Spur zu wechseln, auch wenn sie nicht zu funktionieren scheint, um die Hauptspur ein wenig ruhen zu lassen. Die Fische gewinnen mehr Zuversicht in den Futterplatz und fressen ohne Scheu, wenn man dann wieder auf die Hauptspur wechselt.

Weitere kleine Skimmer folgen

Im Laufe der nächsten zwei Stunden wechselt Dean immer wieder zwischen den Distanzen. Nach jedem Wechsel fängt er sofort zwei oder drei Fische, was eindrucksvoll belegt, wie wichtig es heute ist den Bahnen immer wieder eine Pause zu gönnen. Dean hat schnell erkannt, dass die Fische heute auch auf Distanz zum Futterkorb gehen und sich immer ein wenig zurückziehen. Deshalb probiert er immer länger werdende Vorfächer aus um überhaupt an die Fische zu kommen. Dieses Vorgehen beschert ihm ein paar zusätzliche Fische und macht deutlich, dass kleine Veränderungen an schwierigen Tagen den Unterschied ausmachen können. Eine großartige Taktik auf Rotaugen zu fischen, ist es ein zwei Meter langes Vorfach mit einer schwimmenden Made am Haken zu versehen. Wenn man dann noch einen sehr dünn drahtigen verwendet, schwimmt der Köder auf, und die Rotaugen können auch deutlich über Grund überlistet werden. Verwendet man einen schwereren Haken sinkt die Made ganz langsam ab, was eine tödliche Methode sein kann, wenn die Fische knapp überm Futter stehen. Für jede Situation hat Dean immer eine große Auswahl an vorbereiteten Vorfächern in seiner Guru Hakenbox, die eine sichere und einfache Aufbewahrung garantiert.

Dean hat immer eine große Auswahl an vorbereiteten Vorfächern in seiner Guru Hakenbox Die Guru Hakenbox garantiert eine sichere Aufbewahrung Für jede Situation gewappnet

In einer wasserdichten Tasche hat er eine riesige Auswahl an Haken

Zusätzlich führt er stets eine wasserdichte Tasche mit sich, in der er eine riesige Auswahl an Haken transportiert um auf jede Eventualität vorbereitet zu sein.

In der heutigen Session wechselt der Wind regelmäßig seine Richtung um dann zum Schluss ganz nachzulassen. Der See liegt spiegelglatt vor uns. Jetzt wird deutlich wie gut die neue Matrix Submerge Schnur, auch wenn kein Wind die Oberfläche die Wasseroberfläche bricht, wirklich sinkt.

Es wird sehr deutlich wie gut die neue Matrix Submerge Schnur sinkt

Nach nur vier Stunden und mehreren Regenschauer machen wir Schluss. Obwohl die Angelei sehr schwierig war, war es eine großartige Session um uns zu zeigen, wie man an große und kalte Stauseen effizient herangehen kann. Heute ist offensichtlich zusätzlich noch eine große Menge kaltes Wasser in den See geflossen, das die Angelei mit Sicherheit noch deutlich erschwert hat. Trotzdem konnte Dean eine Menge Fisch auf beiden Spuren fangen.

Dean konnte eine Menge Fisch auf beiden Spuren fangen

Dies zeigt, dass man selbst an schwierigsten Tagen, indem man wenig, aber oft die richtigen Stellen befüttert und clever die Spuren rotiert, ein schönes Endergebnis erzielen kann.

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