Pimp my Bread

  • von ct Redaktion
  • 05. Dezember 2014 um 05:30
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Mal ehrlich, wer will schon immer Weißbrot essen, wenn beim Bäcker doch mindestens 15 verschiedene Brote im Regal liegen? Von der Brötchenvielfalt mal ganz abgesehen. Und warum sollte es den Fischen anders gehen? Ein bisschen Auswahl oder Vielfalt am Gewässergrund müsste doch durchaus Anklang finden. Im Mixer gequirltes Toastbrot, das sogenannte Liquidised Bread ist ein Top Futter für alle Friedfische – das ist bekannt. Als Köder kommen kleine ausgestanzte Brotstückchen (Breadpunch) an den Haken und während sich der angefütterte und vorab sehr fest gedrückte Brotball nur sehr langsam auflöst, saugen die Fische immer wieder das unter Wasser zu einer Flocke aufgequollene Brotstückchen ein. Eine Methode die sich tausendfach bewährt und insbesondere im Winter viele gute Fische in den Kescher gebracht hat. Doch der Angler wäre kein Angler, wenn er nicht ständig optimieren und verbessern würde und so kam zwangsläufig die Idee, der Grundsubstanz Weißbrot den nötigen Pep zu geben, das Brot mit einer weiteren leckeren Zutat anzureichern, noch attraktiver zu machen, das Brot sozusagen zu pimpen.

Der Clou beim Fischen mit dem zuvor sehr fein gequirlten und später zu einem sehr festen Ball geformten Brot ist die extreme Klebkraft und damit sehr lange Auflösungszeit der Brotkugel. Als zusätzliche Köder kommen also nur Zusätze oder Köder in Frage, die die Auflösung entweder überhaupt nicht oder nur unwesentlich verkürzen. Gewürze und Saaten sind dabei eine gute Wahl, Farbe eine Möglichkeit, aber wir wollen es auch mit „fleischigen“ Ködern versuchen.

6 verschiedene, mit Leckereien oder auch einfach nur LOCKereien sind es am Ende geworden.

6 verschiedene, mit Leckereien oder auch einfach nur LOCKereien sind es am Ende geworden.

6 verschiedene Futterkugeln

Der Klassiker: Toastbrotscheibe nehmen, Rand abschneiden und rein in den Standmixer. Das fluffige gequirlte Brot noch einmal durch ein feines Sieb drücken und dann zu einer sehr festen Kugel formen und anfüttern. Bis zu 3 Stunden kann es dauern, bis sich die Kugel aufgelöst hat und dabei immer kleine Brotpartikel abgibt. Auf den Haken kommt ein aus einer gepressten Toastbrotscheibe mit dem Breadpunch ausgestanztes Stück Weißbrot, dass kurz nach dem Kontakt mit Wasser zur Brotflocke aufquillt. Der Klassiker
Hanfkörner: Große Rotaugen lieben Brot und große Rotaugen lieben Hanfkörner. Also einfach ein paar Körner in die Brotmischung und abwechselnd ein Breadpunch (ausgestanzte Brotflocke) oder ein Hanfkorn an den Haken. Die Hanfkörner auf jeden Fall kurz vorher trocknen, denn sonst bringen sie zu viel Wasser mit und übernässen das Brot, das dann zu schnell auseinanderfällt.
Gemahlener, gerösteter Hanf: Der Rotaugenmagnet schlechthin. Unter Wasser ähnliche Eigenschaften wie der Koriander, aber erste Wahl, wenn es nur auf Rotaugen geht. Verbindet sich prima mit dem Brot, es muss eher ein bisschen nachgefeuchtet werden, damit der Ball nicht zu trocken ist und damit schlecht bindet. Dazu dunkelt der geröstete Hanf den Brotball etwas ab, was insbesondere bei klarem Wasser und vorsichtigen Fischen ein Vorteil ist. Gemahlener, gerösteter Hanf
Koriander: Frisch gemahlener Koriander hat eine prima Lockwirkung auf alle Weißfische und ist sehr aktiv. Wir mahlen den Koriander in eine Kaffeemühle und mischen ihn unter das gequirlte Brot. Der Brotball lässt sich optimal drücken und unter Wasser werden sich kleinste Brotflocken lösen, die zum Grund sinken, während sich immer wieder Korianderpartikel lösen, die zur Oberfläche streben. Genial.
Rote Futterfarbe mit Mückenlarven: Der Kanal präsentiert sich heute ziemlich trüb, eine gute Gelegenheit etwas Farbe ins Spiel zu bringen. Rot macht neugierig und die rote Wolke, die sich bilden wird, könnte vor allem dicke Brassen auf den Platz bringen. Kleine Mückenlarven sorgen für den Fleischanteil. Aber Achtung: Etwas ältere oder tote (z.B. gefroren) Mückenlarven haben den Vorteil, dass sie nicht mehr so lebendig sind und den Brotball nicht auseinanderdrücken. Dazu sollten die Larven sorgfältig getrennt werden, damit es keine Nester gibt und nicht zu viele Feuchtigkeit in das Brot gebracht wird. Als Hakenköder kommen die ausgestanzte Brotflocke, große Mückenlarven oder eine Brotflocke, getränkt in Mückenlarvenlockstoff in Frage. Normalerweise dürfte kein Fisch an diesem Ball vorbei schwimmen. Rote Futterfarbe mit Mückenlarven

Geschnittene Würmer: Wenn es neben den Weißfischen auch noch gute Barsche gibt, dann sollten ein paar Würmer mit ins Brot. Brassen sagen natürlich auch nicht Nein, doch bei den Würmern gilt es aufzupassen, da sie sehr viel Feuchtigkeit mitbringen. Die Würmer mindestens eine Stunde vor dem Angeln schneiden, damit sie sich nicht mehr bewegen und von dem ausfließenden Saft nur eine winzige Menge zum Brot geben, da es sonst zu feucht wird, sich kaum drücken lässt und die Kugel am Gewässergrund sofort auseinanderbricht. Ein Stückchen Wurm am Haken kann die Überraschung des Tages bringen.

Sechs Futterkugeln sind geformt

Sechs Kugeln sind geformt und werden mit dem Polecup punktgenau gefüttert. Natürlich nicht auf einem Platz sondern so versetzt, dass ein Vergleich gezogen werden kann. Jeweils zwei Kugeln mit einem Abstand von 2 Metern plumpsen auf 7, 9 und 11 Metern ins Wasser, wobei man sich gut merken muss, welche Kugel, wo abgelegt wurde, denn entsprechend des Inhalts der Brotkugel sollte ja auch der Köder gewählt werden.

Wer noch nicht völlig durcheinander ist, der kann sein ausgestanztes Brotstückchen natürlich auch noch in diversen Lockstoffen tränken und damit feststellen, welcher Lockstoff sich (zumindest heute) als der fängigste erweist. Zur Auswahl haben wir heute 7 Sorten der Next Generation Serie aus dem Hause FTMAX. Süß, fruchtig, fischig und würzig sind die verschiedenen Dipps, die von der Brotflocke natürlich super angenommen werden.

7 Sorten der Next Generation Serie aus dem Hause FTMAX & Weißbrot stehen zur Auswahl7 Sorten der Next Generation Serie aus dem Hause FTMAX & Weißbrot stehen zur Auswahl

Wir starten aber klassisch mit einem winzigen Stück Brot am 18er Haken auf dem puren Brotball und der erste Biss lässt nicht lange auf sich warten. Die 1,5 Gramm Pose ist mit einer Bleikette und zwei 12er Fallschroten ausgebleit, so dass die Flocke den letzten Meter zum Grund ganz langsam und natürlich absinkt und dort hat auch schon das erste fingerlange Rotauge angebissen.

Ein winziges Stück Brot kommt auf einen 18er Haken Die Brotflocke am 18er Black Nickel mit Widerhaken Die Pose ist mit einer Bleikette und zwei 12er Fallschroten ausgebleit
Das erste fingerlange Rotauge

Weitere kleine Rotaugen folgen und es ist Zeit für einen Köderwechsel. Das Hanfkorn bringt keinen Biss, zwei Mückenlarven eine kleine Güster. Mit einem Wurmstück über dem mit Würmern gepimpten Brotball wird die Angelei zur Geduldsprobe, denn es kommen nur noch sehr wenige Bisse, die meist auch noch verschlagen werden. Weniger ist vielleicht mehr, es gibt zu viele Optionen, drei verschiedene Anfutterkugeln hätten sicher auch gereicht. Also ran an die Dipps und plötzlich schießt das Gummi 3 Meter aus der Rute.

Das Brotstückchen wird in Koriander gedippt Das Brotstückchen wird in Koriander gedippt

Ein kräftiger Brassen hat das in Koriander gedippte Brotstückchen neben der Brotkugel mit geröstetem Hanf genommen und gleitet kurze Zeit später über den Kescher. Sondieren geht sicher anders, doch es zeigt sich mal wieder, dass die Fische und ihr Geschmäcker nicht kalkulierbar sind und Fische zudem keine Angelbücher lesen.

Ein Brassen findet den Weg in den Kescher Ein Brassen findet den Weg in den Kescher

Ein Versuch mit einem Bündel aus 5 großen Mückenlarven 20 Zentimeter ausfliegend neben dem Mückenlarvenball bringt einen weiteren guten Brassen, wobei es auf eine Brotflocke auf dieser Kugel keinen Biss gibt. Hier scheinen sich die Fische auf die Larven eingeschossen zu haben, doch auf den Koriander- und Hanfplätzen beißen noch mittlere Rotaugen auf die Flocke. Sweet Cream erweist sich als erfolgreichster Dipp bei den Rotaugen und auf den Leberdipp steigt noch ein mittlerer Brassen ein.

Ein kräftiger Brassen

Am Ende ist nicht ganz klar, welche Brotkugel, welcher Köder oder welcher Dipp am erfolgreichsten war, doch es zeigte sich, dass ständige Variationen immer wieder Fische brachten und das ist ja auch keine schlechte Erkenntnis.

Breadpunches zum Ausstechen der Hakenköder bekommt ihr z.B. bei www.match-tackle.de

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