Ukeleis mit Karol Pacyna - Teil 1

  • von ct Redaktion
  • 17. September 2015 um 09:45
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Die Ukeleis sind mal wieder aktueller denn je. Sowohl die Club Weltmeisterschaft in der Slowakei als auch die kürzlich stattgefundene WM der Nationen haben gezeigt, dass vordere Platzierungen oder auch nur Schadensbegrenzung mit einem Netz voller Ukeleis möglich sind. Eine Angelart, die man also einigermaßen beherrschen sollte, wenn man international oben mitfischen möchte.

Geht es um das Angeln auf Ukeleis oder viele kleine Fische mit der Speedrute im Uferbereich, so sind die Nationen, die in ihren Ländern bei Veranstaltungen oft "uckeln" meist vorne dabei, denn beim Angeln auf Ukeleis geht es um Rhythmus, Routine, Übung und Abläufe. Weniger um Schnelligkeit, bzw. sieht das, was die Kleinfischprofis dann am Wasser zeigen meist nicht besonders schnell aus, doch der Rhythmus ist entscheidend und am Ende fangen die Profis 40 bis 50 Fische in 10 Minuten während die nicht so versierten Angler 25 bis 35 Fische fangen. Hochgerechnet auf 4 Stunden zeigt die Waage die Differenz dann schonungslos an.

Traditionell sind die deutschen Angler bis auf wenige Ausnahmen nicht besonders versiert im Umgang mit den Ukeleis, was überwiegend daran liegt, dass die Kleinfische Veranstaltungen oft nicht gewertet werden, sie teilweise geschützt sind, usw.

Beeindruckend ist es aber schon, wenn die Profis in 4 Stunden mal eben 600 bis 800 Fische fangen und daher haben wir uns mit Karol Pacyna getroffen, der schon einige Veranstaltungen erfolgreich auf Ukeleis gefischt und damit gute Platzioerungen erreicht hat. Also Karol, zeig und wies geht!

Wir warten auf einem Parkplatz am frühen Morgen mitten in Hannover am Stichkanal, welcher vom Mittellandkanal abzweigt und über eine Schleuse Verbindung mit der Leine hat. Das Gewässer gilt als technisch anspruchsvoll, so kann man hier wahre Sternstunden erleben, wenn man technisch sauber angelt, jedoch auch als Schneider nach Hause gehen, wenn man sich nicht vernünftig vorbereitet. Die Ukeleis sind hier zwar vorhanden, jedoch zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass es nicht einfach ist, eine große Anzahl an Fischen zu fangen. Wer variabel fischt und um jeden Fisch kämpft, kann hier bis zu 2 Ukeleis pro Minute fangen. Also ein nicht ganz einfaches Unterfangen für unseren Ukeleiprofi Karol. Doch genau das wollen wir wissen. Wie verhält man sich in schwierigen Situationen richtig, wie passe ich mein Futter an und was für ein Set-up benötige ich? Wir verraten Karol, dass es nicht ganz einfach werden wird, doch er ist sich sicher, dass wir ein paar schöne Fische fangen werden.

Wir helfen Karol beim Tragen seiner Brocken und wollen gerade unsere Kameras in Position bringen, schon fängt er an zu erklären. Wir merken – der Mann ist echt heiß auf das Fischen hier und hören gespannt seinen Futtererläuterungen zu.

Bevorzugte Futtersorten: Sensas Surface und Ablettes, sowie Trabucco Ablettes
Bevorzugte Futtersorten: Sensas Surface und Ablettes, sowie Trabucco Ablettes

Karol fischt gerne drei verschiedene Futtersorten. Er erklärt uns, dass sich das Sensas Surface hervorragend für die Angelei im Mittelwasser eignet. Hierbei werden nicht nur Ukeleis angesprochen, sondern auch Rotaugen finden oftmals den Weg ins Mittelwasser. Zudem kann man das Futter hervorragend mit anderen Futtersorten kombinieren, um eine attraktive Wolke unter Wasser zu erzeugen. Angelt Karol lieber an der Oberfläche, um oftmals ausschließlich Ukeleis zu fangen, verwendet er entweder von Sensas das Futter „Ablettes“ oder von Trabucco das gleichnamige „Ablettes“. Der Unterschied zwischen den beiden Futtersorten ist die Farbe. Während das Ablettes in diesem Fall eine orange Farbe einnimmt, ist das Futter von Trabucco wesentlich heller. Angerührt ist es leicht bräunlich, im Wasser aber nahezu weiss.

Gut zu erkennen: eine helle Wolke bildet sich verführerisch an der Oberfläche und bleibt lange Zeit dort stehen
Gut zu erkennen: Eine helle Wolke bildet sich verführerisch an der Oberfläche
und bleibt lange Zeit dort stehen


Karol entscheidet sich heute für das Futter von Trabucco mit einer hellen Wolke, da jenes auch sein Lieblingsfutter ist.

Das Futter von Trabucco mit einer hellen Wolke   Die richtige Menge an Wasser ist sehr entscheidend für den Fangerfolg   Die richtige Menge an Wasser ist sehr entscheidend für den Fangerfolg
Die richtige Menge an Wasser ist sehr entscheidend für den Fangerfolg


Die richtige Menge an Wasser ist sehr entscheidend für den Fangerfolg später. Erhält man einen nassen Brei, welcher sich gerade noch auf 11m werfen lässt, hat man die richtige Konsistenz gefunden

Wir wundern uns, warum er ein Futter aus Italien fischt und fragen ihn nach dem Grund. Aus seiner Sicht sind die Italiener zusammen mit den Spaniern die besten Ukeleifischer in Europa. Er erläutert uns, dass die Franzosen und Belgier auch hervorragende Kleinfischangler sind, die Jungs aus dem Süden aber deutliche Vorteile haben, da dort viel mehr auf Ukeleis gefischt wird. Er vertraut dem „Ablettes“ von Trabucco seit langer Zeit und möchte das Futter nicht missen. Außerdem trumpft Trabucco seit Jahren mit gleichbleibender Qualität und optimaler Konsistenz beim Futter für das Ukeleifischen. Er erklärt aber, dass die heimischen Firmen auch sehr gute Futtersorten im Programm haben. Da es nicht immer ganz einfach ist, das Futter von Trabucco zu bekommen, fischt er auch oftmals die Ukeleifutterserie der Firma Sensas.

Die richtige Konsistenz ist entscheidend. Leichte „Pfützen“ im Futter zeigen, dass das Futter die richtige Konsistenz hat
Die richtige Konsistenz ist entscheidend. Leichte „Pfützen“ im Futter zeigen,
dass das Futter die richtige Konsistenz hat


Karol erklärt weiter, dass aber nicht nur das Futter ein entscheidener Punkt beim Fischen auf Ukeleis ist, sondern auch die Zusammenarbeit mit farbiger Erde wichtig ist.
Hierzu siebt er die Erde vorerst, um sie dann ohne sie nochmals nachzufeuchten, zu fischen. Wichtig ist, dass die Erde relativ trocken gefischt wird, damit sie sich sofort an der Oberfläche löst und die Köder frei gibt. Karol entscheidet sich für die gelbe Terre de Somme von Sensas, da heute die Sonne scheint und das Wasser sehr trüb ist.

Sensas Terre de Somme gelb    Erde von Eco-Fishing in rot
Sensas Terre de Somme hell und Erde von Eco-Fishing in rot


Wir fragen ihn, warum er nun noch eine Erde fischt, kann er doch mit dem Futter eine schöne Wolke erzeugen. Geduldig erklärt er uns, dass er mit der Erde die Köder, sprich die kleinen Mückenlarven ins Wasser befördert. Zum einen bleiben die Mückenlarven somit lebendig und zum anderen erzeugt er einen weiteren Kontrast im Wasser, welcher auch ins Mittelwasser oder sogar bis zum Grund reicht. Somit holt er die Fische aus tieferen Gewässerschichten an die Oberfläche, wo eine weiße Wolke die Fische halten soll. Würde er die Erde zu nass anrühren, könnte es sein, dass der komplette Erdball bis zum Grund saust, ohne sich zu öffnen. Die Fische würden nun von der Oberfläche weggezogen und man würde folglich weniger fangen. Beißen die Ukeleis jedoch vorsichtig und lassen sie sich trotz Wolke nicht an der Oberfläche halten, hat man immer noch die Option die Erde ein bisschen feuchter zu machen, um so die Ukeleis im Mittelwasser zu halten.

Da die richtige Konsistenz beim Futter und vor allem bei der Erde wichtig ist... ... wird diese durch ein nasses Handtuch erhalten

Karol platziert nun sein fertiges Futter zusammen mit der Erde auf seinem Tableau und hat prompt den nächsten Tipp für uns. Da die richtige Konsistenz beim Futter und vor allem bei der Erde wichtig ist, schützt er beides mit einem nassen Handtuch. So bleibt über das gesamte Match die richtige Konsistenz erhalten und man verliert keine wichtige Zeit. Denn jede Minute kann mehrere Fische bedeuten beim Ukeleifischen.

Wir fragen Karol, ob er auch manchmal die Erde mit dem Futter mischt und auch darauf hat er eine Antwort parat. Manchmal, erläutert er uns, ist es entscheidend etwas Erde ins Futter zu mischen. Ist die Strömung etwas schneller oder steht der Fisch etwas tiefer so mischt Karol 10% Erde dem Futter bei, um einen Meter tiefer zu fischen. Stehen die Fische etwa in einer Tiefe von 2 Meter, mischt er 20% Erde unter das Futter. Als Faustformel fischt er 10% Erde pro Meter Wassertiefe. Natürlich sind das nur Richtwerte, aber bisher sei er damit gut gefahren, so Karol. Findet man im Training heraus, dass die Fische weiter tiefer stehen und nicht an der Oberfläche, mischt Karol das Futter zu Beginn nicht so feucht an. Seiner Meinung nach ist es dann besser, das Futter eher so feucht wie ein normales Rotaugenfutter im Kanal anzufeuchten um es dann mit der Erde zu vermengen. Fischt man zudem weiter als 11 Meter, so ist es meist vonnöten, das Futter mit Erde zu vermengen, um die benötigte Entfernung zu erreichen. Er erklärt uns, dass man immer variabel sein muss und dass es ein wenig Übung erfordert um im entscheidenden Moment das richtige zu tun. Ein weiterer Aspekt, welcher beachtet werden muss, ist die Tatsache, dass man als Rechtshänder mit rechts die Rute hält und mit links füttert. Die meisten Angler haben im linken Arm weniger Kraft und so ist vorteilhaft, wenn das Futter dann durch die Erde ein bisschen schwerer ist.

Beim Betrachten des Futters und der Erde fallen uns die verschiedenen Farben auf und wir fragen nach, wann er welche Farbe benutzt und welchen Einfluss die Farbe auf das Beißverhalten der Fische hat. Karol erzählt uns, dass die Farbe eine wichtige Rolle spielt. Ist das Wasser trüb, fischt er gerne naturfarbenes Futter und eine gelbe oder rote Erde. Man sollte möglichst einen Tag trainieren, um die optimale Farbe für das Gewässer zu finden. Ist das Wasser eher klar, so favorisiert er dunkles, rot-braunes Futter mit roter Erde und wenn das Gewässer sehr klar ist, ist schwarz seiner Meinung nach die beste Farbe. In Genthin am Elbe-Havel Kanal war es sehr schwierig, die Ukeleis zu fangen und hätte er schwarz gefischt, wären bestimmt mehr Fische drin gewesen, so Karol. Weiterhin führt er aber noch aus, dass man vorsichtig mit Farben agieren sollte, denn Farben können Fische auch erschrecken und vor allem Raubfische anlocken. Ein Trainingstag bringt meistens gute Erkenntnisse und sollte immer mit eingeplant werden. Bestenfalls natürlich mit der ganzen Mannschaft um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Als Letztes fragen wir Karol, wie viel Futter man für eine Session etwa benötigt. Jenes ist abhängig von der Fischdichte, so Karol. Erwartet man 6-8kg Ukeleis pro Session, so benötigt man etwa 2 kg Futter plus 2 kg Erde, je nachdem wie viele Mückenlarven man ins Gewässer einbringen möchte. In der Regel ist aber mit weniger Fisch zu rechnen oder man fischt nur in der Anfangsstunde auf Ukeleis, so dass man mit jeweils einem Kilo gut auskommt.

Karol drängt nun auf das Aufbauen der Ruten und während er das erste Mal seine Kopfrute in die Ablage legt, sieht er die ersten Ukeleis an der Oberfläche und wir beobachten das Leuchten in seinen Augen. Unglaublich – die meisten Angler fluchen laut, wenn einer dieser kleinen Fische am Haken hängt und wahrscheinlich nicht in der Wertung sind und Karol ist ganz heiß darauf sie zu fangen. Wir sind gespannt, was in den nächsten Stunden auf uns zukommen wird.

Karol fischt eine Rute von Fiume, genauer die Challenge 911

Es ist jedoch nicht notwendig, volle 13m zu fischen. In der Regel fischt Karol in einer Entfernung von 7m. Sind die Fische scheu, steckt er ein oder zwei Teile auf um weiter entfernt vom Ufer zu fischen. Sind die Fische jedoch aggresiv, so wechselt er gerne zur Telestippe und füttert die Fische immer dichter an das Ufer. Für heute entscheidet sich Karol, mit der Kopfrute zu beginnen um dann im späteren Verlauf auf die Telestippe in 4,50m zu wechseln. Er wird dann versuchen, die Fische auf 4m Telestippe zu locken um dann letztlich mit der 3,50m die Fische zu fangen. Je kürzer er fischt, desto mehr Fische kann er fangen und umso höher ist letztlich auch sein Gesamtgewicht.

Die Telestippen bewahrt Karol in einem extra Futteral auf
Die Telestippruten sind in einem Wickelfutteral


Seine Telestippen bewahrt Karol in einem extra Futteral auf, welchen er zusammenrollen kann. Somit spart er viel Platz, kann aber auch eine große Anzahl an verschiedenen Ruten mit sich führen. Lange hat er nach den richtigen Speedruten gesucht und seiner Meinung nach kommen nur zwei Modelle in Frage. Zum einen von Sensas die Ruten aus der Serie „Auxonne“ und zum anderen von Garbolino die Ruten aus der Serie „Maxime – Speed Whip“.  Er erklärt uns, dass beide Modelle sehr leicht und handlich sind, was ein ermüdungsfreies Fischen über mehrere Stunden garantiert. Man darf nie vergessen, dass man ständig in Bewegung ist und ungeübte Angler am nächsten Tag häufig Muskelkater hätten. Heute entscheidet er sich für die Speedruten aus dem Hause Garbolino, so haben jene den Vorteil, dass sie einen Korkgriff haben und somit nochmals handlicher sind für den Angler, da man die Rute fester in der Hand halten kann und weniger abrutscht.

Geeignete Ruten für das Speedfischen   Geeignete Ruten für das Speedfischen   Geeignete Ruten für das Speedfischen
Geeignete Ruten für das Speedfischen


Zu den drei Speedruten in den Längen von 3,50m, 4,00m und 4,50m baut Karol noch zwei weitere Kits auf, welche eine Länge um die drei Meter haben sollten. So ist man flexibel, kann in allen Gewässertiefen fischen und die maximale Anzahl an Fischen fangen.
Als Hauptschnur fischt Karol die Sensas „Competition“ zwischen 0,10mm und 0,14mm. Man sollte nicht zu fein fischen, denn häufig fischt man auf Masse, statt auf Klasse. Als Vorfachschnur verwendet er die Sensas „Palmer“ in den Stärken 0,07mm bis 0,10mm. Vorfachlänge beträgt zwischen 7cm und 15cm. Beißen die Fische sehr aggressiv, sollte man das kurze Vorfach wählen. Beißen die Fische eher vorsichtig, so ist das längere Vorfach von Vorteil, da der Köder hier länger natürlich Richtung Gewässerboden sinkt. Der Gummizug sollte ca. 0,6mm betragen und locker eingestellt sein. So kann man auch mal vierteilig abstecken und der Fisch fliegt trotzdem genau in die Hand – das spart Zeit und bringt mehr Fisch. Bei der Befestigung zwischen Hauptschnur und Rute hält es Karol einfach. Seiner Meinung nach reicht ein simpler Konnektor für die Kopfrutenkits und ein Schnellwechseladapter von Stonfo an den Whips.

Keep it simple – unheimlich wichtig beim Ukeleifischen   Keep it simple – unheimlich wichtig beim Ukeleifischen
Keep it simple – unheimlich wichtig beim Ukeleifischen


Kommen wir zum Stippers liebstes Kind – den Posen. Die Anforderungen an eine gute Pose sind essentiell für maximalen Fangerfolg:

  • kurzer Kiel
  • kurze Antenne
  • die Pose muss sich schnell aufstellen, um die Bisse beim Fallen des Köders sofort zu erkennen
  • es dürfen absolut keine Verwicklungen während des Fischens auftreten
  • stabile Pose

Ist das Wetter eher windig und haben wir Wellen auf dem Wasser, wählt Karol lieber eine bauchige Pose. Ist das Wetter aber sonnig und ohne Wind, favorisiert er die Zigarrenform. Die Posen sollten eine Tragkraft zwischen 0,2gr und 1gr haben. Je schwieriger die Verhältnisse, desto leichter fischt Karol und je welliger das Wasser, desto schwerer wird gefischt. Heute entscheidet Karol sich für Gewichte zwischen 0,2gr und 0,6gr.

Geeignete Posenauswahl für jede Situation   Geeignete Posenauswahl für jede Situation
Geeignete Posenauswahl für jede Situation
Zigarrenform für ruhiges Wasser – Modell Fin von Eco-Fishing   bauchige Pose für die Welle – Modell Lucie von Sensas
Zigarrenform für ruhiges Wasser
Modell Fin von Eco-Fishing
  Eine bauchige Pose für die Welle
das Modell Lucie von Sensas


Auch bei der Bebleiung sollte man es einfach halten, um möglichst keine Verwicklungen zu provozieren. An den Whips kann es zu mehreren Tausend Auswürfen pro Session kommen, so dass eine simple Bebleiung Zeit und Nerven spart. Vorwiegend fischt Karol eine Einpunkt-Bebleiung. Sollte der Fisch vorsichtiger werden, kann man immer noch auf eine Zweipunkt-Bebleiung zurückgreifen. Auffallend ist hier, dass die dickeren Schrote nach unten, also zum Haken angebracht werden. Somit verlagert sich der Schwerpunkt weiter nach unten und die Montage lässt sich an der Speedrute deutlich besser werfen.

Gut zu sehen: Rechts die Schlaufe für das Vorfach und links die kleineren Schrote Gut zu sehen: Rechts die Schlaufe für das Vorfach und links die kleineren Schrote Gut zu sehen: Rechts die Schlaufe für das Vorfach und links die kleineren Schrote

An der Kopfrute entscheidet sich Karol für eine leichtere Montage für schwierigere Verhältnisse mit einer Zweipunkt-Bebleiung und einer etwas schwereren Montage mit einer Einpunkt-Bebleiung für gutes Beißverhalten. Als Bissanzeigeschrot empfiehlt Karol Bleie der Größe 10 bis 12.

Leichte Pose mit einer Zweipunkt-Bebleiung – für schwierige Verhältnisse
Leichte Pose mit einer Zweipunkt-Bebleiung – für schwierige Verhältnisse


Kommen wir zu den Haken. Hier hat Karol ein kleines Geheimnis parat, welches er uns natürlich gerne erzählt. Er bewahrt seine Haken für die Ukeleis alle in einer handlichen Vorfachmappe auf.

Vorfachmappe für die Haken
Alle Haken für die Ukeleis werden in einer handlichen Vorfachmappe aufbewahrt


Wir erkennen sofort, dass sich auf dem Hakenplättchen ein roter Punkt befindet. Interessiert fragen wir ihn, was es damit auf sich hat. Stolz erklärt er uns, dass er das von seinem Lehrmeister gelernt hat. Sinn dieser roten Kugel sei zum einen die optische Reizung und zum anderen, dass der Köder in Form eines Pinkis nicht vom Haken rutschen kann. Zudem lässt er noch das Schnurende ein bisschen überstehen, was wiederrum das Verrutschen des Pinkis vom Haken auf die Vorfachschnur verhindern soll. Er erklärt und weiterhin, dass es sich hierbei um Zweikomponentenkleber handelt, welcher mit einer Signalfarbe aus dem Modellbau vermischt wurde. Hat man nun seine Haken gebunden, steckt man sie der Reihe nach auf eine Styroporleiste. Nun sticht man bestenfalls mit einem Zahnstocher in den Kleber, vermischt mit der Signalfarbe und bringt einen kleinen Punkt mit dem Zahnstocher auf dem Knoten an. Nun müssen alle Haken noch 24 Stunden trocknen und man hat einen optimalen Ukeleihaken. Karol gibt zu, dass das ein bisschen Zeit und Aufwand erfordert, allerdings zahlen sich Kleinigkeiten später oftmals aus.

Gut zu erkennen der rote Punkt.
Gut zu erkennen - der rote Punkt


Weiterhin führt Karol auf, dass man aber vorsichtig sein sollte. So kann das zusätzliche Gewicht und die optische Reizung den Fisch auch verschrecken. Beißen die Fische also vorsichtig, sollte man auf einen Haken „á la natur“ zurückgreifen. Als Hakenmodelle empfiehl Karol das Modell 3540 der Marke Sensas in den Größen 16-20 oder den Polemaster Competition in der gleichen Größenordnung.

Auch bei den Ködern hat Karol wieder einen Tipp parat. Wenn man im Voraus weiß, dass man ein Fischen auf Ukeleis vor sich hat, sollte man lange vorher die Pinkis kaufen. Je älter die Pinkis, desto härter wird die Haut und die Fische können den Pinki nicht so schnell auslutschen und man kann mit einem Pinki mehr Fische fangen. Optimal sind Pinkis, welche älter als einen Monat sind. Solange die Fische fressen und man eine gute Stückzahl fängt, wird Karol mit einem Pinki fischen. Erst wenn es schwieriger wird und die Fische scheuer und vorsichtiger, wird Karol auf eine Mücke oder eine Kombination aus Mücke/Pinki wechseln. Die Mücke wird dabei in der Mitte eingehakt, damit die Ukeleis nicht am Ende der Mücke nuckeln können und man den Fisch dann nicht bekommt. Um die Fehlbissquote zu minimieren, zieht Karol den Pinki zur Hälfte auf. Verschlechtert sich das Beißverhalten, wird der gesamte Pinki aufgezogen, um den Haken zu verstecken und um nicht so oft den Köder wechseln zu müssen.

Pinki halb aufgezogen   Pinki ganz aufgezogen – für schwierige Verhältnisse ...   Mücke mittig eingehakt – für sehr schwierige Verhältnisse
Aufziehen von Pinki und Mücke


Karol gibt uns ein paar letzte Hinweise vor dem Start. Für ihn ist es wichtig, dass man nicht sehr hoch sitzt, fischt man doch an der Oberfläche. An diesem Platz sitzt man sehr hoch über dem Wasser und er hat die Befürchtung, dass das die Fische verschrecken könnte, deswegen wird er zu Beginn über die Spitze fischen. Ein weiterer Vorteil hierbei ist, dass die Fische den Schatten der Kopfrute nicht so stark wahrnehmen. Manchmal ist das ein wichtiger Aspekt. In diesem Fall sollte man dann zur Speedrute greifen. Zwar verliert man hierbei mehr Fisch, anhand der Tatsache, dass der Gummizug fehlt, dafür verschreckt man die Fische jedoch nicht so stark. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Fische bei der Whip direkt in die linke Hand geflogen kommen müssen, wenn man mit rechts fischt. Nichts ist ärgerlicher, als jeden Fisch erst in die richtige Position zu bringen, um dann den Haken zu lösen. Die Schnur sollte also an der Whip kürzer sein, als die eigentliche Rutenlänge. Ist der Haken gelöst, wird die Rute wieder ins Wasser geworfen und im gleichen Moment fliegt der Fisch in den Setzkescher. Ist der Fisch auf dem in den Setzkescher noch in der Luft und der nächste Fisch fliegt wieder Richtung linke Hand, weiß man, dass man verdammt schnell ist. Außerdem sollte man immer wachsam sein und genau schauen, wie die Bisse kommen und in welchem Sekundentakt. Zeit ist sehr wichtig und man sollte an der Tiefe und der Bebleiung viel arbeiten, um die optimale Stückzahl zu fangen, so Karol.

Soweit die Theorie, im zweiten Teil geht´s dann an die Umsetzung...

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