Pose versus Feeder oder vergesst die Pose nicht...

  • von Frank Mahler
  • 04. Mai 2016 um 14:00
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Liebe Angelfreunde,

das Feedern scheint immer populärer zu werden, Feederevents gibt es reihenweise und das Feedern boomt mehr denn je.

Einleitend möchte ich sagen, mir ist sehr wohl bewusst, erfolgreiche und gute Feederangler benötigen genau so, wie auch die Posenangler eine Menge Training, gutes und passendes Futter und natürlich auch das richtige Gespür für eine erfolgreiche Veranstaltung oder für einen erfolgreichen Angeltag. Auch akzeptiere und respektiere ich das Feedern voll und ganz auch wenn ich eigentlich immer versuche, die Fische mit der Pose zu fangen. So komme ich doch um bis zu 5 Mal Feedern im Jahr nicht herum, das allerdings bei ca. 40 Angeltagen pro Jahr.

Allerdings fällt mir in letzter Zeit immer wieder auf, das wirklich immer und überall gefeedert wird. Bei uns in der Gegend gibt es viele, offene Veranstaltungen an Kanälen mit ca. 15m Breite, kleinen Flüssen oder Teichen. Überall wird es mit dem Futterkorb versucht, teilweise mit Erfolg - aber meist mit eher mäßigem Erfolg.

Ein Gewässer für die Feederrute?

Sicher ist das Feedern unschlagbar auf große Distanz und auf große Fischen, da hat der Posenangler meist keine Chance. Aber ist es wirklich sinnvoll in einem Kanal von 15m Breite und maximal 80cm Tiefe zu feedern? Gerade dann wenn es auf kleine oder mittlere Fische wie Rotaugen, Güstern, Skimmer und Barsche geht? In den meisten flachen und schmalen Gewässern ist ein relativ lautes Eintauchgeräusch durch den Futterkorb eher kontraproduktiv. Eine Pose dagegen kann ich nahezu lautlos mit der Kopfrute einsetzen. Ähnlich ist es beim Fischen auf Rotaugen oder Oberflächenfische auf mittlerer Distanz, bei vorsichtigem Beissverhalten ist hier der leichte Waggler nicht zu schlagen. Man könnte sogar noch weiter gehen, durch das laute Eintauchgeräusch des Feeders werden auch noch die Nachbarn um ihren Fang gebracht.

Beim Feedern hört man immer wieder das Argument, man benötigt wenig Futter. So bestätigten mir gute Feederangler, für 3 Stunden benötigt man ca. 1 kg Trockenfutter. Sicher kommt es auch hier wieder auf die zu beangelnde Fischart, das Beissverhalten und auf das Gewässer an. Wie eigentlich immer.

Aber: auch in einem kleinen Fluß, Kanal mit langsamer Strömung oder in einem Teich benötigt man bei kleiner bis mittlerer Fischgröße nicht mehr als 1kg Trockenfutter für die Pose. Natürlich wird gerade beim Posenfischen häufig noch etwas Lehm oder Erde dazu gemischt. Trotzdem verhält sich die benötigte Futtermenge im Rahmen des Feederns. Bei beiden Methoden werden bei größerem Fischaufkommen einfach mehr Köder ins Gewässer gebracht um die Fische am Platz zu halten.

Vorsichtig rausgestippt wurde dieser kleine Skimmer

Der wichtigste Punkt aber an den genannten Gewässertypen ist sicher die Köderpräsentation mit der Pose. Mit dem Futterkorb ist es gar nicht möglich, einen Köder so an zu bieten wie mit der Pose. Das Posenfischen ist deutlich feiner und leichter als der kleinste Futterkorb oder die feinste Feedermontage. Auch kann ich eine Montage in der leichten Strömung oder im Stillwasser viel variabler anbieten oder führen - all das ist mit dem Futterkorb so nicht möglich. Es gibt keine Feedermontage mit einem 24 er Haken, 0,06mm Vorfach und 0,2gr Blei (Pose), oder eine fein austarierte Glasfaser- oder gar Stahlantenne- es gibt nichts feineres und sensibleres. Oder eine sehr langsam absinkende Montage, die dennoch sofort jeden Biss anzeigt, auch das ist mit dem Futterkorb nicht so möglich wie mit der Posenrute. Gleiches gilt auch für die Matchrute, hier sind kleinse Bleie und leichte Waggler möglich, alles deutlich feiner als mit der Feederrute.

Sicher ist auch das liebe Geld immer wieder ein Faktor, der für viele Angler immens wichtig ist. Aber man muss sich nicht gleich eine Kopfrute für 2000 Euro leisten, um erfolgreich zu sein. Es gibt auf dem Markt sehr gute und günstige gebrauchte Ruten. Bei uns ist es häufig so, dass die "alles oder nichts" Feederangler entweder wirklich ganz vorne bei den Platzierungen liegen oder eben wirklich ganz hinten oder sogar ohne Fisch. Denn gerade dann wenn die Fische heikel und vorsichtig beißen, eine feine und sauber geführte Montage möchten, dann schlägt die Stunde der Posenangler.

Für eine gute Platzierung am Ende des Jahres im Verein benötigt man aber in den meisten Vereinen eine Platzierung, möglichst immer im oberen Drittel. So sieht man dann doch häufig wieder die variablen (Posen) Angler in der Wertung vorne.

Also, vergesst die Pose nicht.... diese Angelart ist und bleibt immer wieder wichtig.

Und nun bin ich auf die Kommentare gespannt :-)

Nochmals, dieser Artikel soll nicht gegen die Feederangler gerichtet sein aber manchmal ist vielleicht doch die Pose angebrachter.

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