Mit Thorben Wiese an der Oste

  • von ct Redaktion
  • 11. Juni 2018 um 10:00
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Heute geht es an die wunderschöne Oste in der Nähe von Bremervörde. Die Oste hat eine Fließstrecke von knapp 150 Km und ist der längste Nebenfluss der Unterelbe in Niedersachen und mündet in dieser. Dadurch das die Oste in die Elbe läuft und diese zuletzt in die Nordsee haben wir es hier mit Hoch- und Niedrigwasser zu tun.

Am besten ist es 1-2 Stunden nach dem Hochwasser sich ans Wasser zu begeben, sodass wir konstant ablaufendes Wasser haben und der Wasserstand fällt. Angelt man noch bei auflaufend Wasser und bei Wasserwechsel ist die Strömung sehr gering, genau wie das beißen oftmals zu dieser Zeit. Wichtig ist hier also das ablaufende Wasser. Öfters ist das es wenige aber dafür größere Fische bei auflaufend Wasser gibt, die Güstern aber gar nicht beißen. Bei ablaufend gibt es deutlich mehr zu fangen.

Auf der Strecke wo wir uns heute befinden ist auf der anderen Uferseite ein Überlaufbecken was leerlaufen sollte, damit die Fische in die Oste ziehen. Die Fische halten sich gerne in dem Überlaufbecken auf, da sie dort sich nicht in die Strömung stellen müssen und so Kräfte sparen können.

Zum Einsatz kommt heute eine 4 Gramm Kugelpose, ein 10 und 15 Gramm Lutscher.

Die verwendeten Montagen


Ich entscheide mich heute da ich alleine dort bin auf 11,5 Meter zu angeln mit der Kopfrute. Dort habe ich eine Tiefe von knapp 3 Meter am Anfang des Angelns. Nach dem loten lasse ich die 4 Gramm Montage die ich so ausgelotet habe, dass das 20cm Vorfach auf Grund aufliegt nun ein paar mal über den gewünschten Platz laufen und schaue so, ob der Platz verdreckt ist. Nach der zweiten Drift hänge ich schon fest und der erste kleine Stock kommt mir mit der Montage entgegen. Diese Prozedur wiederholt sich leider ein paar mal öfters bis der Platz „aufgeräumt“ ist und ich einen sauberen Trieb habe. Als ein kleiner Tipp von mir, bevor ihr eure Sitzkiepe samt Zubehör aufbaut, sollte an einem unbekannten Gewässer erst einmal der Angelplatz gelotet werden. Hängt man immer fest oder es sind starke Unebenheiten am Grund stellt sich der Fisch ungern an diesen Platz und frisst.

Kommen wir nun zu der Startfütterung, diese besteht aus einem 50/50 Mix aus Futter und schwerer Erde. Es werden 10 Apfelsinen große Futterbälle mit 150ml Caster und 150ml toten Maden geworfen. Dazu werden ich noch 6 abgebundenen schwere Erdbälle genau auf den Punkt Cuppen mit 125ml Würmer und ein paar Caster und toten Maden. Der Zielfisch sind heute Güstern, Alander und natürlich der Brassen.

Die Startfütterung Die Startfütterung

Kommen wir kurz zu den zwei unterschiedlichen Lutschern die ich aufgebaut habe. Der Genius 1 den ich heute in der 10 Gramm Variante verwende gefällt mir zum Verzögern durch die flache Bauweise sehr gut und läuft schön ruhig im Wasser, selbst bei Wind steht die Pose noch perfekt im Wasser. Den Genius kann man aber auch problemlos zum blockieren dank des Schiffsrumpfs ähnlichen Körpers nehmen. Der 15 Gramm Lutscher ist auch eher zum Verzögern in der Strömung gedacht und nicht zum vollen blockieren. Da der Fisch hier aber selten so massiv auf einem Punkt steht, kann ich damit noch sehr ruhig den Köder anbieten wenn ich den Platz etwas absuche.

Dann wollen wir mal anfangen, ich starte mit der 4 Gramm Kugelpose und verzögere diese etwas, dass der Köder langsam über dem Grund schleift und siehe da, nach nur ein paar Trieben hat die  erste Güster den Köder aufgenommen. Man bekommt jetzt jede Drift einen Biss, aber die kleinen Güstern schnappen so aggressiv nach dem Köder, das ein Großteil Fehlbisse sind.

Der erste Fisch

20 Minuten nach der Startfütterung der erste größere Fischkontakt, ich setzte den Anschlag und mein Hohlgummi i der Stärke 1,5mm schießt gleich aus der Rute. Ich halte die Rute nur und übe noch keinen Druck aus. Aber der Fisch schlitzt aus. MIST! Ich denke anhand der Flucht wird es eine Aland gewesen sein. Nun ja, auch das gehört zum angeln dazu. Jetzt lass ich es mir nicht lumpen und werde ein Erdnball geschnittene Würmer und ein paar Caster nachcuppen.

Auf der Hoffnung das mehrere große Fische nun am Platz sind kommt nun der 10 Gramm Genius 1 zum Einsatz. Dort liegt das 30cm Vorfach komplett auf, beködert wird gleich mit Würmern am Haken und einer Made als Stopper. Leider nuckeln nur die kleinen Güstern an dem Köder, aber nichts großes was die Pose ernsthaft unter Wasser zieht.

Trotzdem werde ich jetzt alle 10 Minuten einen Erdball mit Ködern setzten auf der Hoffnung das die großen Fische noch kommen, zusätzlich werden alle 5 Minuten ein Ball Futter mit ein paar toten Maden geworfen. Da auf der 10 Gramm Montage keine brauchbares Ergebnis erzieht wird, nehme ich wieder meine 4 Gramm Kugelpose und sammle weiter die Güstern ein. Diese sind nach dem verloren Fisch auf dem Futterplatz gerade nicht so in der Beißlaune. Ca. 15 Minuten später habe ich wieder einen guten Rhythmus drin und fange Güstern. Dann schießt auf einmal der Gummi wieder aus der Rute, dieses mal sitzt der Haken gut und ich kann den Fisch landen.

Der erste Aland

Bedingt durch den Regen der letzten Tage kommt von oben immer mehr Wasser nach und so läuft die Oste und das Überlaufbecken auf der anderen Seite einfach nicht ab. Solch einen geringen Tidehub wie hier heute hatte ich noch nie.

Jetzt setzen wir wieder die 10 Gramm Montage ein und sofort steigt ein Brassen ein. Diese Prozedur kann ich 3-4 mal wiederholen und ein paar Brassen einnetzten. Nach dem ersten gelandeten Brassen stelle ich die Fütterung um und habe das Futter weggelassen und füttere weiterhin alle 10 Minuten einen Erdball mit Würmern und Caster.

Mittlerweile bin ich auch auf den 15 Gramm Lutscher umgestiegen, da dieser das anbieten des Köders noch ruhiger gewährleistet und ich so nicht so lange auf einen Biss warten muss wie mit der 10 Gramm Montage. Jetzt macht das angeln richtig Spaß und man denkt sich, heute ist ein guter Tag, heute passt einiges zusammen. Ich kann noch 2 weitere Brassen fangen und erhöhe nochmal den Köderanteil.

Nun Steigt noch ein schöner Aland ein und schießt sofort stromab die Oste hinunter. Wie es bei Alander oftmals ist kommt dieser Fische natürlich dann nach kurzer Zeit an die Oberfläche was oft beim Drill tötlich ist. Doch hier klappt alles und der Aland ist sicher eingenetzt.

Jetzt ist aber von einer auf die andere Minute der Platz wie ausgestorben. Kein Brassen oder Alander, nicht mal eine Güster beißt gerade auf die 4 Gramm Montage. Ich werde nun wieder Futter füttern und die Erde erstmal herauslassen. Nach einigen Minuten kommen die Güstern sehr sehr schleppend zurück und es ist schwer ein Fisch zu fangen. Ich entscheide mich meine Sachen zu packen und den Angeltag abzuschließen.

Zum Abschluss noch ein Foto von dem Aland Zum Abschluss noch ein Foto von dem Aland

Das es auf einmal so schlagartig vorbei ist kann ich mir nicht richtig erklären. Entweder kann es daran liegen, dass ich kein Futter mehr sondern nur Erde und Köder gefüttert habe oder es lag an dem nicht ablaufenden Wasser. Ich hatte in 3 Stunden nur 30 cm weniger Wasser in der Oste. Das ist sehr untypisch. Das Überlaufbecken ist damit nicht leergelaufen und der Fisch zieht dort dann nur sehr schwer heraus.

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