Im Test - Browning Commercial Pellet Waggler

  • von ct Redaktion
  • 16. August 2018 um 11:00
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Wer regelmäßig auf Karpfen angelt, wird mit Sicherheit bemerkt haben, dass sich die Pelletwagglerangelei an vielen Carpodroms nach und nach immer mehr durchsetzt. Wenn die äußeren Bedingungen stimmen, ist der Pelletwaggler fast unschlagbar.

Aus diesem Grund haben wir uns ans Werk gemacht und ein Pelletwagglerrutentest initiiert. Konzentriert haben wir uns in diesem Fall auf unseren Partner Browning, der gleich verschiedene Ruten in jeder Preisklasse im Sortiment hat. So lässt sich ­­–wie in unserem Feederrutenvergleich– ermitteln, was der Angler für sein Geld bekommt und wo generell die Unterschiede in den Preisklassen liegen.

Lieferumfang:

Rutenbezeichnung Commercial King²
Micro Waggler F1
Black Magic® Competition
Pellet Waggler
Sphere Pellet Waggler
Länge: 3,00 m 3,30 m 3,30 m
Wurfgewicht: 10 g 20 g 25 g
Gewicht (Katalog/Gemessen) 170 g/ 157 g 295 g/ 174g 134,18 g/ 128 g
Preis (Handel) Ca. 50 €    

Der Test der Ruten verlief immer gleich. Es wurden einfach alle 3 Ruten vorbereitet und dann gemeinsam an wechselnden Karpfenseen eingesetzt. Dabei wurden die Ruten nach und nach durchgewechselt, so dass ein direkter Vergleich möglich war.

Pelletwagglerfischen bedeutet für uns so leicht wie möglich in einer Distanz zu angeln, die der Fisch bereit ist ans Ufer zu kommen. In der Regel reichen dafür Distanzen von 20-25 m. Je leichter der Waggler, umso natürlicher das Platschen beim Auftreffen aufs Wasser. Kombiniert mit ein paar 8 mm Pellets wissen die Fische schnell, dass dieses Platschen Futter bedeutet, und sie stören sich nicht mehr am Geräusch.

Den Anfang hat die Commercial King² Micro Waggler F1 gemacht.

Erster Eindruck:

Nachdem das dünne Stofffutteral entfernt wurde, wird sichtbar, dass die Micro Waggler F1 ihrem Namen gerecht wird. Die Rute macht mit ihrem 10,5 mm sehr dünnen Blank einen zierlichen Eindruck. Er ist mit Epoxy-Harz vergossen worden und weist eine klare, optisch ansprechende Beschriftung in Weiß und Silber auf. Ein grün/gold schimmernder Schriftzug weist sie als Rute der Commercial King Reihe aus.

Commercial King² Micro Waggler F1

Diese Farbkodierung findet sich auch in der Ringwicklung wieder. Die insgesamt 10 verbauten Ringe wurden sauber verarbeitet und stehen weit vom Blank ab. Auch wenn hier keine Herstellermarke direkt ablesbar ist, machen die Ringe mit ihren schlanken Einlagen einen guten Eindruck. Der Griff der Micro Waggler fällt kurz aus und ist mit EVA und Kork versehen worden.

Ein erstes Zusammenstecken und Belasten offenbart, dass die Rute eine gutmütige, weiche Aktion besitz. Der Griff fällt kurz aus, was sie besonders handlich am Wasser machen wird.

Praxistest:

Die ersten Würfe des Tests finden am Carp Fischery De Leeghte in Lievelde statt. Nachdem alle Ruten identisch montiert sind, werden die ersten Würfe gewagt. Hier setzt sich der positive erste Eindruck fort. Der Blank der Micro Waggler F1 beschleunigt den 6 g Pelletwaggler auf überraschende 28-30 m, so dass das weitere Vorgehen klar ist.

Schnell werden regelmäßig fünf bis zehn 8 mm Pellets auf circa 22m geschossen, die mit einer Abfolge von Plopp-Geräuschen auf den Angelplatz treffen, und somit die Karpfen an den Platz locken sollen. Nach nur kurzer Zeit zeigt sich bereits Aktivität an der Oberfläche, und die Spitze der Commercial King wird rumgerissen. Der Blank geht direkt in einen Halbkreis über.

Schnell wird im Drill deutlich, dass direkt ein guter Karpfen gebissen hat.

Die günstige Rute agiert im Drill souverän und sorgt dafür, dass der Angler stets die Kontrolle über den kampfstarken Fisch behält. In der kritischen Landephase, in der viele Fische bei zu viel Druck ausschlitzen, beweist die Commercial King echte Nehmerqualitäten. Schlag um Schlag wird vom Blank sanft aufgenommen, so dass der Karpfen sicher am Haken bleibt. Anders, als der Name F1 –das ist eine Mischung aus Schuppenkarpfen und Karauschen, die maximal 3-4 Pfund schwer werden–vermuten lässt, stellt der große Fisch kein Problem im Drill dar. Souverän gleitet der Karpfen nach ein paar Minuten in den Kescher.

Fazit:

Die Browning Commercial King² Micro Waggler F1 ist eine Rute, die im Handel schon für unter 60 € erhältlich ist. In der Testphase hat dieser Fakt erst überrascht, dann begeistert. Es ist unglaublich, wie sich diese Rute in der Praxis gegeben hat. Die gute Verarbeitung und die sehr guten Angeleigenschaften lassen auf Anhieb eine Rute einer ganz anderen Preisklasse vermuten. Der sehr dünne Blank, der ordentliche Rutenhalter und vor allem das leichte Gewicht in Kombination mit den guten Wurfeigenschaften machen sie zu einer Rute, die alle Bedürfnisse an eine Pelletwagglerrute abdecken. Auch wenn es bei einer 60 € Rute unrealistisch erscheint, in der Praxis müssen bei dieser Rute keine Abstriche gemacht werden.
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist bombastisch!


Black Magic® Competition Pellet Waggler

Erster Eindruck:

Die Black Magic kann direkt beim Entnehmen der Rute aus dem einfachen Stofffutteral gefallen. Der Blank ist dezent in mattem Schwarz lackiert und mit einer ebenso geradlinigen, dezenten Beschriftung versehen worden.

Black Magic® Competition Pellet Waggler

Getreu dem Namen, wurden die Ringwicklungen in glänzendem schwarz gehalten, der Leitring weist zudem eine Zierwicklung in Silber und Gold auf. Die Wicklungen wurden an allen 12 Ringen sauber ausgeführt. Beim Rutengriff wird ein Materialmix aus EVA und Kork verwendet. Für die Finger wurden Aussparungen für einen besseren Halt eingelassen. Auch bei der Competition Pellet Waggler ist die Verarbeitung der Preisklasse weit voraus.

Nachdem die Rute vermessen ist, erfolgt ein erstes Zusammenstecken. Obwohl die Black Magic Commercial Pellet Waggler mit 174 g (die Katalogangabe ist komplett falsch) nur 17 Gramm schwerer als die Mirco Waggler F1 ist und mit 12,7 mm der Blankdurchmesser auch nur 2,5 mm stärker als derselbigen Rute ist, sind diese Werte direkt spürbar. Die Black Magic weist nicht die filigrane Raffinesse der F1 auf, und wirkt schwerer und langsamer als die beiden anderen Testkandidaten. Sie wirkt deutlich massiver und robuster, was sich im Handling bemerkbar macht.

Praxistest:

Wie bei den anderen Ruten auch, erfolgt zuerst ein Wurftest. Beim Pelletwagglerangeln ist es besonders wichtig, dass der Futterplatz immer wieder mit Leichtigkeit überworfen werden kann. Im Laufe des Tages summiert sich die Anzahl der Würfe garantiert auf ein paar hundert, so dass eine Angelei im Grenzbereich einer Rute irgendwann zur Qual würde.

Die Black Magic schlägt sich mit dem leichten 6 g Waggler nicht besonders gut. Zwar wird die anvisierte Distanz von 22-25 m so gerade noch erreicht, aber ein Überwerfen des Angelplatzes ist damit nicht möglich. Erst der Wechsel auf Waggler um 10 g und schwerer führt zu einer deutlichen Steigerung der Wurfweite. Zudem setzt sich der erste Eindruck fort, dass die Black Magic gefühlt einfach deutlich schwerer als die beiden anderen Ruten wirkt. Dies unterstützt nicht die Neigung des Testers, so leicht wie möglich und damit so unauffällig wie möglich zu fischen. Aus der Not eine Tugend machend, wird die Black Magic einfach umfunktioniert und zur Rute für den Slow Sinking Feeder gemacht. Karpfen sind teils „zickige“ Kreaturen, die auf kleine Situationsänderungen mit komplett verändertem Beißverhalten reagieren. Haben sie gerade noch auf 50 cm Wassertiefe den Pellet gierig genommen, kann leichte Bewölkung dazu führen, dass sie plötzlich 1-2 m tiefer stehen. Aus diesem Grund sollte eine Rute für die tieferen Schichten nie fehlen.

Nachdem 10 Minuten kein Fisch gebissen hat, erfolgt der Wechsel vom Pelletwaggler auf den Slow Sinking Feeder. Dieser wurde so mit Wasser befüllt, dass er in etwa so langsam wie die gefütterten Pellets absinkt und somit alle Wasserschichten die sinkenden Pellets begleiten kann. Auch heute war diese Entscheidung wieder goldrichtig! Nachdem der Korb in etwa 2,5 m den Grund erreicht hat, bleibt er etwa 20 Sekunden liegen bevor die Spitze vehement in Richtung Wasser fliegt.

Ein heißer Drill beginnt. Hier zeigt die Black Magic, dass der erste Eindruck auch täuschen kann. Die Aktion der Rute ist richtig gut. Die Spitze fällt weicher aus und feedert die wilden Schläge der Fische ab. Das Handteil hingegen fällt tatsächlich kräftiger aus, gibt aber genügend nach um die großen Fische sicher zu drillen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Ruten baut die Black Magic deutlich mehr Druck auf, bleibt aber noch sensibel genug, damit große Fische beim Keschern nicht ausschlitzen.

Der Slow Sinking Feeder ist immer eine gute Idee!

Im Gegensatz zu den filigraneren Testmodellen gestalteten sich die Drills mit der Black Magic gerade in der Endphase deutlich schneller! So konnten gleich mehrere Karpfen schnell hintereinander gelandet werden. Als dann die Fische doch wieder an die Oberfläche kommen, wird der Korb durch einen Waggler ersetzt. Die Fische fressen nun so sorglos, dass der auf den Futterplatz klatschende Waggler sie eher noch rasender macht. Innerhalb von Sekundenbruchteilen hängt der nächste Fisch.

Fazit:

Die Black Magic Competition Pellet Waggler ist eine ideale Rute für größere Fische. Zwar fällt sie um einiges kräftiger als die filigranen Vergleichsmodelle aus, doch benötigen diese vorm Kescher deutlich längere Zeit um große Fische zu landen. Die Black Magic ist ein echtes Arbeitstier, wenn es schnell gehen muss, aber dennoch eine gewisse Sensibilität gefragt ist. Für die schnelle Pelletwaggler-Angelei auf kleine Fische ist sie aber eher zweite Wahl.
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist auch hier ausgesprochen gut. Mit Händlerpreisen von mittlerweile unter 50 € ein echtes Schnäppchen.


Browning Sphere Pellet Waggler

Erster Eindruck:

Der erste Eindruck der Sphere Waggler ist gigantisch gut. Sie wird alle Tackle-Enthusiasten ansprechen. Der gräuliche Blank ist unlackiert und bietet einen direkten Blick auf perfekt verarbeitetes, hochwertiges Carbon, was so sonst nur bei Oberklasse Kopfruten und in der Formel 1 verarbeitet wird. Die Wandungen scheinen sehr dünn auszufallen. Mit nur 10,5 mm ist der Blank extrem schmal. Mit nur 128 g gehört die Sphere damit zur Elite am Markt.

Die Beschriftung ist mit der kompletten Sphere-Reihe identisch aufgebaut. Silberne und hellblaue Akzente sorgen für einen direkten Wiedererkennungswert.

Browning Sphere Pellet Waggler

Bei den 12 weit abstehenden Ringen setzt sich die hochwertige Ausstattung fort. Diese sind in Skelettbauweise ausgeführt und so schlank, dass sie mit dem Auge kaum zu erkennen sind. Der Rutengriff ist mit Duplon überzogen, das aus ergonomischen Gründen flach angeschliffen ist. Als besonderes Highlight wurde der Blank an ausgesuchten Stellen sichtbar gemacht. Der Rollenhalter stammt von Fuji und ermöglicht ebenfalls einen Blick auf die Carbonstruktur des Blanks. Die „Dreiecksform“ des Halters wirkt auf den ersten Blick ungewohnt, liegt aber sofort gut in der Hand.

Ein erstes Zusammenstecken zeigt, dass die Browning Sphere Pellet Waggler eine unglaublich ausgewogene Rute ist, die nicht nur leicht ist, sondern sich beinahe schwerelos anfühlt. Der Blank ist schnell und reagiert sofort auf jede Handbewegung. Er wippt zudem kein bisschen nach. Obwohl er sehr schnell und straff wirkt, weist er eine gute Aktion auf.

Praxistest:

Als die Sphere Pellet Waggler endlich an der Reihe ist, werden die Erwartungen nicht enttäuscht. Spielend einfach wird der 6 g Waggler gute 10 m weiter herauskatapultiert als mit der Micro Waggler. Bei Windstille sind somit 35 m gar kein Problem. Natürlich sind solche Weiten meisten nicht notwendig, doch umso entspannter gestaltet sich der Angeltag, wenn viel geworfen werden muss. Die Rute selbst liegt unglaublich leicht in der Hand. Bereits nach wenigen Minuten entwickelt sich ein automatisierter Ablauf heraus aus Pellets schießen, Waggler auswerfen, schießen, Waggler auf den Platz ziehen und Anhieb. Da die Fische heute richtig in Beißlaune sind, dauert es nur wenige Momente bis der nächste Karpfen den Köder genommen hat. Die Sphere biegt sich gigantisch fast bis in den letzten Zentimeter der Rute und nimmt die herausfordernden ersten Fluchten des Karpfens gelassen hin.

Langsam, aber stetig kann der Fisch herangepumpt werden. In der Endphase des Drills zeigt sich, wie gigantisch die Aktion der Sphere Pellet Waggler wirklich ist. Die letzten Fluchten werden sicher abgefangen.

Bevor dann endlich der Fisch in den Kescher gleitet.

Fazit:

Mit der Sphere Rellet Waggler hat Browning eine Rute gebaut, die sich am Rande des gerade Machbaren bewegt. Der Blank ist nicht nur außergewöhnlich schlank, sondern auch vom Material her besonders dünn und leicht. Trotzdem ist er im Drill extrem belastbar. Die Ringe in Skelettbauweise passen zum sehr hochwertigen Gesamteindruck. Zwar sind diese bereits von den Feederruten bekannt, doch können sie immer wieder durch ihre Filigranität begeistern. Mit dem Rutengriff samt Rollenhalter ist Browning einen ungewöhnlichen Weg gegangen, der sich in der Praxis aber mehr als bewiesen hat. Die Rute liegt einfach perfekt und natürlich in der Hand. Sie wird zum verlängerten Arm.

Die Preis-/Leistung ist in diesem Fall eher schwierig einzuschätzen. Besondere Materialien und besondere Qualität sind einfach nicht zum kleinen Preis zu haben. Mit 280 € setzt Browning auch beim Preis Maßstäbe.

Gesamtfazit:

Zu Beginn des Rutentest schienen die Rollen klar verteilt. Die Erwartungen bei Ruten zwischen 50 und 60 € waren so stark gedämpft, dass wir eigentlich nur gehofft haben halbwegs fischbare Ruten zu bekommen. Der Sieger stand mit der Hochleistungsrute Sphere fast automatisch schon vorher fest. Die eigentliche Überraschung des Tests ist dann aber doch die Tatsache, dass mit der Commercial King² Micro Waggler F1 und der Black Magic® Competition Pellet Waggler sich zwei Ruten im Test befunden haben, an denen es im Grunde an Nichts mangelte. Gerade die Micro Waggler hat dabei einen tiefen Eindruck hinterlassen, bietet sie für 60 € tatsächlich alles, was eine Rute bieten muss. Dabei war sie nicht nur zweckmäßig, sondern konnte auch durch ihre Wurf- und Drilleigenschaften sowie die tolle Optik total überzeugen. Sie ist eine hervorragende Pelletwagglerrute zum unfassbar kleinem Preis!

Die Sphere Pellet Waggler kann aufgrund des Gebotenen einfach nur Testsieger werden. Alle Materialien sind durchdacht und auf höchstem Niveau. Sie ist die ideale Rute für alle, die einfach das beste am Wasser fischen möchten und sich an hochwertigem Tackle erfreuen können. Der Abstand zur Commercial King² Pellet Waggler F1 ist aber sehr viel kleiner als zuvor gedacht. Hier müssen kaum Abstriche gemacht werden. Sie ist günstig genug um einfach mal in die Pellet Waggler Angelei hineinzuschnuppern, ohne auch nur irgendwelche Abstriche in der Praxis machen zu müssen. Wird der Preis berücksichtigt –für eine Sphere könnten gleich 5 Commercial King Ruten angeschafft werden–, dann fällt das Fazit plötzlich gar nicht mehr so einfach...

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