Die Browning Futterserie B22 - Die Erinnerung an eine Legende erwacht

  • von ct Redaktion
  • 07. März 2012 um 17:08
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In Erinnerung an eine Legende

Die Überschrift hört sich zugegebener Maßen etwas reißerisch an, denn es gibt nicht wirklich viele Legenden, ganz besonders dürfte dieses für den Bereich des modernen Friedfischangelns gelten. Doch ein paar Legenden gibt es sicherlich schon und ganz sicher gehört dazu das X21 aus dem Hause La Sirene / Frankreich.

Dieses Futter, oder besser gesagt dieser Futterzusatz, war über Jahrzehnte der Begleiter sehr vieler Friedfischangler und erst recht wenn das Rotauge der Zielfisch war. Der prägende Geruch, welcher in die Richtung Aspik geht, war an allen Gewässern und aus allen Futtereimern in unserer Republik und auch darüber hinaus zu erriechen. Als dann zu Beginn diesen Jahres die französische Futterschmiede LaSirene ihre Pforten schloss, deckten sich vielerorts die Angler mit den Restbeständen von X21 ein, ging man doch davon aus, dass dieser Zusatz nie wieder auf dem Markt auftauchen würde.

Die B22 Serie aus dem Hause Browning
Die B22 Serie aus dem Hause Browning

Im Herbst verdichteten sich dann schnell die Gerüchte, dass Browning den unverkennbaren Geruch von X.21 neu auflegen würde, dochurz vor dem Jahreswechsel trudelte dann ein Paket aus dem Hause Zebco bei uns in der Redaktion ein. Inhalt waren drei Sorten eines neuen Futters mit dem Namen B22 aus dem Hause Browning. Folgende Sorten bietet die B22 Futterserie:

  1. B22 FEEDER
  2. B22 GARDON
  3. B22 MATCH

Bevor wir die erste Tüten öffneten, griffen wir zum Telefon und sprachen mit dem „Futterpapst“ aus dem Hause Browning – Albert Wiederer. Albert sollte uns die neuen Sorten erklären und uns die Einsatzgebiete aufzeigen.

Zu Beginn des Gesprächs kamen wir schnell auf die entscheidende Frage zu sprechen: Ist das B22 mit dem X21 identisch? Die Antwort darauf lautete "Jein, der Lockstoff ist identisch mit dem X21, die Mehle sind sich jedoch ähnlich und nicht kopiert. Browning setzte bei den Mehlen auf eigene Erfahrungen, die Konsistenz ist jedoch sehr ähnlich". Albert war sehr stolz, dass Browning Zugriff auf den Lockstoff  des X21 bekommen hatte und wer Albert kennt, weiß, dass Albert nicht ohne Grund stolz ist.

Im Laufe des Gesprächs erläuterte er uns die Einsatzgebiete der einzelnen Sorten, gab uns aber auch den Tipp, dass „MATCH“ als letztes zu öffnen, denn der Geruch vom „MATCH“ ist so intensiv, dass man den Eigengeruch der Sorten „FEEDER“ und „GARDON“ gar nicht mehr wahrnehmen würde.

Wir befolgten seinen Tipp und testeten die Sorten GARDON und FEEDER in den letzten Tagen des Jahres. Leider hatte sich neben den beiden Redakteuren auch das Sturmtief Joachim zum Angeln eingefunden, wir ließen uns unseren Enthusiasmus jedoch von Joachim nicht nehmen.

Jayson mit dem Feederfutter - hier war das Wetter noch akzeptabel
Jayson mit dem Feederfutter - hier war das Wetter noch akzeptabel

Jayson sollte an diesem Tag mit der Feederrute den Rotaugen nachstellen und passend nahm sich Jayson hierzu die Tüte der Sorte „FEEDER“. Beim Öffnen der Tüte schluckte Jayson erst einmal, denn das Futter hat viele grobe Partikel und ist damit auf den ersten Blick kein Winterfutter. Besonders das rote Brotmehl fiel ins Auge, dieses besitzt laut Albert die Eigenschaft, dass es auch ohne ein langwieriges Einweichen nicht aufschwimmt sondern auf dem Boden liegen bleibt und nur durch einen fressenden Fischschwarm oder ein passierendes Schiff kurz auftreibt.

Gut zu erkenne - die Struktur des B22 Feeder mit seinem roten Brotmehl
Gut zu erkenne - die Struktur des B22 Feeder mit seinem roten Brotmehl

Neben der auffälligen Struktur nahmen wir den prägnanten Geruch des Futters wahr – es roch nach X21!!! Zum Fischen hat Jayson das Futter mit schwarzer Farbe abgedunkelt und leicht übernässt angerührt. Da zum Ende des Jahres der Stoffwechsel der Fische heruntergefahren wird, nutzte Jayson einen kleinen Futterkorb um das Futter an der tiefsten Stelle in der Mitte des Kanals auszubringen.

Jayson mit einer leichten Feederrute in Aktion
Jayson mit einer leichten Feederrute in Aktion

Die zweite getestete Futtersorte war das „GARDON“. Getestet wurde dieses Futter von Michael. Er fischte mit der Kopfrute in einer Entfernung von 11,5m. Eine größere Angelentfernung war bei den stürmischen Winden nicht möglich. Um diesem Wind und dem unruhigen Wasser zu trotzen, fischte Michael relativ schwere Posen zwischen 2 und 4 Gramm.

Kommen wir aber zum Futter, denn um dieses ging es ja bei dem Test. Das „GARDON“ ist ein eher feines Futter und grobe Partikel sucht man vergebens.

Gut zu erkennen, die sehr feine Struktur des GARDON
Gut zu erkennen, die sehr feine Struktur des GARDON

Das Futter besteht hauptsächlich aus dunklen Brotmehlen, dazu verleihen Anteile von gerösteten Kokosschrot und Hanfmehl dem Futter eine Aktivität, wie sie beim Rotaugenangeln sein sollte. Angenehm war der Geruch des Futters. Genau wie beim FEEDER, besitzt das GARDON einen prägnanten und doch dezenten Geruch. Da das GARDON in der Tüte eine braune Farbe besitzt, dunkelte Michael das Futter mit etwas schwarzer Farbe ab und feuchtete es dann an. Nach ca. einer Stunde Aufbauzeit feuchtete er nochmal nach, denn es verträgt hierbei eine gute Portion Wasser. Das fertige Futter war weiterhin sehr fein, kein Partikel waren wesentlich aufgequollen, die Bindung ist gering und es ist leicht. Sofort kam Michael der Gedanke, dass er dieses Futter an der Sulinger Aue testen wird. Da die Strömung am Testgewässer an diesem Tag gering und die Tiefe mit knappen 3m noch akzeptabel war, beschloss er das Futter pur zu Fischen. In tieferen oder fließenden Gewässern empfiehlt sich aber die Zugabe von Erden oder schwereren Futtersorten.

Schwierige äussere Bedingungen - präzises Füttern mit dem Polecup war Pflicht
Schwierige äussere Bedingungen - präzises Füttern mit dem Polecup war Pflicht

Die Fangergebnisse verliefen dann sehr unterschiedlich. Jayson konnte einige Fische auf der Feederrute fangen, die Fische nahmen das Futter gut an wobei Jayson die Futtermenge klein hielt um die Fische nicht zu übersättigen. Bei den stürmischen Winden war die Bisserkennung das größte Problem! Die Fische waren jedenfalls auf dem Futterplatz versammelt und Jayson konnte diverse Bisse verbuchen. Auf Michaels Kopfrutenplatz war ein Angeln fast unmöglich, denn der Sturm verriss die Kopfrutenspitze permanent. In den wenigen ruhigeren Momenten konnte er aber einige Fische fangen, besonders wenn er leicht gedrückte Bällchen auf den Futterplatz ausbrachte, konnte er mit ziemlicher Sicherheit kurz danach ein Rotauge überlisten.

Selbst angefeuchtet noch sehr fein - das GARDON ist unter anderem ein perfektes Winterfutter
Selbst angefeuchtet noch sehr fein - das GARDON ist unter anderem ein perfektes Winterfutter

Zum Ende des Fischens ließen die Bisse nach und es war an der Zeit den letzten Beutel zu öffnen, das „MATCH“! Dieses Futter ist Geruch pur, sofort nach dem Öffnen der Tüte hatten wir das Gefühl in einen X21 Eimer gefallen zu sein. Der Geruch des MATCH ist stark und entspricht dem, welches wir aus frischen, neuen X21 Tüten kannten. Das B22 Match besteht zum Großteil aus sehr leichten Mehlen die das B22 Aroma (X21) besonders gut aufnehmen und binden. Die verwendeten Mehle verfälschen den Geruch nicht, so das dass Aroma des B22 fast zu 100% frei gegeben wird. Desweitern enthält die Mischung besondere Wolkenbilder die den Geruch des unwiderstehlichen Aromas perfekt im Wasser verbreiten und die Fische von weiten Entfernungen an den Angelplatz locken. Das MATCH ist unserer Meinung nach zu stark, um es pur zu fischen. Schon die Zugabe von geringen Mengen gibt jedem Futter einen starken neuen Geruch. Bei unserem Test lockten wir durch die Zugabe vom MATCH einzelne Fische auf den Platz und konnten somit dem Wetter, welches sich zunehmend verschlechtert hatte, trotzen. Am Ende kapitulierten wir jedoch und flüchteten Richtung heimischen Herd.

Das Fangergebnis der Sturmsession mit der B22-Serie
Das Fangergebnis der Sturmsession mit der Browning B22 Serie

Die Browning B22 Serie wird ein Erfolg werden. Der Geruch dieser Futterserie ist so beeindruckend, dass sehr, sehr viele X21-Angler auf dieses Futter zurückgreifen werden. Die beiden Futtersorten FEEDER und GARDON lassen sich an vielen unserer heimischen Gewässer einsetzen und verfügen dazu über diesen unverwechselbaren Geruch, sozusagen ein „X21 light ready aus der Tüte“ von Browning. Das B22 MATCH ist unserer Meinung nach ein Lockstoff und kein Futter. Das Einsatzgebiet dieser Sorte liegt im Aufwerten einer bestehenden Futtermischung, pur sollte man es nicht fischen. Die B22 Sorten werden in 850 Gramm Tüten ausgeliefert, es ist für ca. 4€ in den Angelgeschäften  zu erwerben und damit deutlich günstiger als das „alte“ X.21.

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