Praxistest - Browning Xitan Z10 Revolution

  • von ct Redaktion
  • 17. Juli 2014 um 09:15
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Als Browning 2012 das neue Topmodell Z 12 herausbrachte, geschah dies mit einer für eine Rute noch nie dagewesenen Marketingaktion. Kreative Videos und eine eigene Website wurden geschaffen und sorgten für viel Trubel auf dem fast eingeschlafenen Kopfrutenmarkt. In England schaffte es Browning  endgültig einen Fuß in die Runde der besten Kopfrutenhersteller zu bekommen, und heute ist die Z 12 die erfolgreichste Browning-Kopfrute aller Zeiten.

Warum ich dies alles erzähle?

Bereits Ende 2013 haben wir die Möglichkeit bekommen eine auf der Z 12 basierende Rute, die neue Browning Xitan Z10 Revolution, in unseren Langzeittest aufzunehmen. 

Wie sie sich darin geschlagen hat, könnt ihr folgend lesen.

Viel Spaß!

Lieferumfang:

  • 13m Rute
  • 2 vierteilige SL-Kits in 6m Länge
  • Cuppingkit
  • Poleprotector
  • Rutenfutteral

Futteral:

Browning Xitan Z10 Revolution - Futteral

Die Browning Xitan Z10 Revolution wird im Paket mit einem hochwertigen, riesigen Futteral geliefert. Es ist mit 2.05m ungewöhnlich lang und nimmt in einer aufgesetzten Tasche eine Vielzahl an Zubehör wie Kitablage, Banksticks oder Frontablage auf. Das Futteral verfügt außerdem über zwei große Kammern, in denen mit Klettband gesichert jeweils sechs Röhren sicher verstaut werden können.

Das wasserdichte 840D Oxford Nylon macht einen sehr robusten Eindruck  und wurde im Bodenbereich sogar durch noch robusteres Material gegen durchscheuern verstärkt. Alle Nähte und Reißverschlüsse sind großzügig dimensioniert und lassen eine lange Lebenszeit erwarten.

Das Futteral der neuen Xitan-Reihe glänzt in neuem Design. Vorbei sind die Zeiten, in denen Burgund die Hauptfarbe war. Überwiegend schwarz gehalten und mit ein paar Akzenten aufgefrischt, macht es eine attraktive Figur. Insgesamt ein sehr alltagstaugliches Futteral und einer Rute im oberen Preissegment angemessen.

Rute:

Die Z10 entspringt der Xitan Revolution Reihe von Browning. Wie ihre große Schwester Z12 verfügt sie über eine einzigartige Teilung mit kürzeren Mittelbereichen und langen Handteilen. Letztere fallen mit 1,97m sehr lang aus und lassen im ersten Moment Zweifel aufkommen, ob die Rute in jedes Auto passen wird.

Das Design ist eher schlicht gehalten. Die Lackierung scheint auf das Notwendigste reduziert worden zu sein. Nur ein dünner Schriftzug weist auf das Rutenmodell sowie auf die Zugehörigkeit zur Revolution-Reihe hin. Browning hat die einzelnen Teile wieder vorbildlich beschriftet. Ein kleiner Schriftzug sagt aus, um welches Rutenteil es sich handelt, und beinhaltet außerdem sogar die Artikelnummer. Sofern notwendig gelingt die Ersatzteilbestellung kinderleicht.

Browning hat die einzelnen Teile wieder vorbildlich beschriftet

Standardangaben wie die Markierung der Jointline zum Erlangen der optimalen Steifheit oder die Ausweisung von Precision Points fehlen selbstverständlich ebenfalls nicht. So können zuverlässig verschiedene Futterplätze immer wieder präzise befüttert werden.

Ein Wiegen der Rute ohne Extension ergibt ein Gesamtgewicht von 885g. Dies entspricht ziemlich genau der Katalogangabe von 890g und ist für eine Rute der Oberklasse völlig im Rahmen.

Diese Einschätzung muss allerdings sehr schnell revidiert werden, als die Rute zum ersten Mal in der Länge vermessen wird. Erst bei stolzen 12,87m stoppt das Maßband. Ohne Extension! Die hier getestete Rute kann also ohne schlechtes Gewissen als echte 13m Rute bezeichnet werden und ist ca. einen halben Meter länger als ein Gros anderer Ruten. Ein Umstand, der mit keiner Silbe im Katalog erwähnt wird. Wer jetzt noch den mitgelieferten Poleprotector III (passend für das 11 und 13m Handteil) aufsteckt, erreicht 13,80m und schießt zumindest nach Cips über das Ziel hinaus.

Beim ersten Trockentest fallen weitere Eigenschaften auf, die vom großen Bruder Z12 übernommen wurden. Zum einen wurde jeder Steckzapfen deutlich verstärkt, zum anderen ist der Gegenpart, die Steckhülse, mit einer Wicklung weiteren Carbons umwickelt worden. Dies soll Abnutzung des teuren Materials vorbeugen und in Extremsituationen für Stabilität gegen Verformung sorgen.

Der Steckzapfen wurde deutlich verstärkt... ... und die Steckhülse mit einer Wicklung weiteren Carbons umwickelt

Zusätzlich hat Browning weitere kritische Bereiche der Rute verstärkt. Besonders die Stellen, an denen man beim Auf- und Abstecken Hand anlegt und somit Druck ausübt, sind durch eine extra-Lage Material verstärkt worden.

Das Material wurde an kritische Bereichen verstärkt.

Die mitgelieferten 6m Kits entspringen der sehr guten SLK-Reihe. Es gibt sie als Ultramatch, Match, Medium Carp und Carp XL-Version (3,0mm-3,9mm-4,5mm und 5,5mm). Egal, welche Variante gewählt wird, sie sind immer gleich lang und bereits mit einer internen Teflonbuchse versehen worden. Das mitgelieferte Cuppingkit weist ebenfalls die gleiche Länge wie die SL-Kits auf.

Die Z10 ist weitestgehend mit anderen Ruten der Xitan-Reihe kompatibel. Abweichungen gibt es nur bei den besonders langen Handteilen.

Optionales Zubehör:

Die Liste an möglichem Zubehör ist lang. Browning bietet Poleprotectoren für beinahe jedes Rutenteil an. Diese hochwertigen und stabilen Extensions sind bereits ab Teil 3 (neu seit 2014) verfügbar und bieten somit die Möglichkeit die Rute in jeder gewünschten Länge mit einem stabilen Handteil zu fischen. Sie beugen Beschädigungen durch den Ellenbogen bei einem zu kraftvollen Anhieb vor. Die Protectoren laufen konisch zu und decken in Summe jedes einzelne Rutenteil ab. Abgedichtet sind die jeweiligen Enden mit einem sog. Skitbung, einem Kegel aus EVA-Schaumstoff. Diese schützen vor Absplitterungen und anderen Beschädigungen beim ungewollten Kontakt mit der Umwelt.

Da die Z10 auch für den englischen Markt entwickelt wurde, stehen vollwertige Rutenteile in 14,5 und 16m zu Verfügung. Natürlich passt ansonsten sämtliches Zubehör der Z12. Für Hohlgummimontagen könnten die ebenfalls erhältlichen 2,60m Kits des englischen Packs interessant sein.

Vorbereitungen:

Die Montage von Gummizügen erfolgt bei der Browning Z10 gewohnt einfach. Das Konzept der vormontierten Teflonbuchsen erlaubt es sofort und ohne kürzen Gummizüge fast aller Größen einzubauen. Statt langer Montagearbeiten sind die Kits in Windeseile bestück. Es kann direkt mit dem Angeln begonnen werden.

Ich entscheide mich für 0,8mm Gummizüge fürs Rotaugenangeln, 1,2mm Gummizüge fürs Brassenangeln und mittleren Hydrolastics fürs Angeln auf starke Fische im See und Fluss. Zusätzlich habe ich ein 4,5mm SL Kit mit einem schwarzen Hydro ausgestattet, um voll dagegen halten zu können, falls es wirklich einmal notwendig würde.

Praxis:

Browning hat die Z10 Revolution als besonders leistungsfähige Rute der Oberklasse beschrieben. Eine Formulierung, die im Vorfeld des Tests Erwartungen geweckt hat. Zusätzlich ist die Schwester Z12 besonders in Ländern, in denen auf große Karpfen gefischt wird, zum Erfolg geworden. Karpfenruten sind meistens allerdings nicht besonders steif und weisen einen gewissen Durchhang auf. Attribute, die man bei der typischen deutschen Angelei auf Friedfische eher nicht sehen möchte.

Aus diesem Grund startete die Z10 mit der Angelei auf kleine Rotaugen in den Test.

Das Testgewässer war ein mittelgroßer See, der zwar sehr tief ist, aber einen guten Bestand an kleinen Rotaugen aufweist.

Direkt beim Zusammenbau fällt auf, dass die Oberflächenvergütung der Z10 richtig gut ist. Die Handteile fühlen sich regelrecht samtweich an und vermitteln eine sehr angenehme Haptik. Ein Eindruck, der sich bestätigt, als die Kleinfischjagd richtig in Fahrt kommt. Kaum ist der Köder im Wasser, geht die Pose auch schon unter. Der dünne Gummizug signalisiert, dass am Haken ein kleinerer Fisch hängt. Vorsichtig schiebe ich die Rute zurück und lasse das Carbon durch meine Hände gleiten. Schnell wird klar, dass Browning nicht wie üblich nur die Handteile in einer besonderen Güte veredelt hat, sondern gleich alle Rutenteile damit versehen wurden. Ein Ausstattungspunkt, den ich selbst im sehr hochpreisigen Segment bei keiner anderen Rute gesehen habe. Als Resultat gestaltet sich das Herein- und Herausschieben der Rute traumhaft einfach, und ich greife beim letzten Rutenteil beinahe ins Leere. Dies liegt nicht zuletzt auch an der sehr guten Balance und Steifheit der Rute. Von Durchhängen keine Spur. Anhiebe werden schnell und direkt übertragen. Einzig für Neulinge im Umgang mit den SLK-Kits könnte das Fehlen einer dünnen Spitze ungewohnt sein. Ein Punkt, der aber nach wenigen Minuten vollkommen vergessen ist. Gummis arbeiten durch die ungewohnte Steifheit perfekt und Rotauge auf Rotauge kann im ersten Testdurchgang gelandet werden. Grob geschätzte 100 Fische später steht bereits jetzt fest, dass die Z10 uneingeschränkt für die Kleinfischjagd geeignet ist, und dass eine Einschätzung als reine Großfischrute falscher nicht sein könnte. Sie ist leicht, steif und vom Handling her einfach unglaublich gut.

Als nächstes wird die beangelte Fischgröße und damit die Belastung auf die Rute gesteigert. Ein Kanal mit gutem Brassenbestand darf die Z10 so richtig ins schwitzen bringen.

Ich mache es an dieser Stelle kurz. Brassen bis 5 Pfund haben das 8er Gummi gut und gerne 6-8m herausgezerrt, doch die Z10 Revolution machte nur einen umso kräftigeren Eindruck. Die Rutenaktion war im Drill noch unheimlich steif und die Brassen brachten sie nicht im Ansatz ins schwitzen. Egal, was Biss, die Rute zeigte enormes Rückgrat und erlaubte einen absolut souveränen Drill. Selbst nach sechs Tagen fischen mit 5 stündigen Durchgängen, ließ sie sich noch wunderbar leicht händeln. Während sonst mit Zunahme des Windes und voranschreiten des mehrtägigen Wettkampfes die Arme immer schwerer und die Ruten immer kürzer werden, angelte ich diesmal konsequent auf voller Länge. Ein Blick nach links und rechts offenbarte dabei, dass ich tatsächlich mindestens einen halben Meter weiter draußen fischen konnte als meine Nachbarn, die davon ausgingen, dass ich sogar auf 14,5m angeln würde. Fischt man auf voller Länge verschlechtert sich das Leistungsbild derZ10 übrigens nicht besonders. Speziell den Vergleich mit einer Toprute samt Extension (um auf annähernd 13m zu kommen) braucht die Z10 nicht zu scheuen. Während selbst bei teuren Ruten die Extension die Balance erheblich stört, kommt die Z10 ohne aus. Das Resultat ist eine gefühlt 1-2 Klassen bessere Rute. Die Z10 bleibt weiterhin sehr steif und leicht und gleicht in ihrer Leistung viel mehr hochwertigen Kanalruten als der zuerst erwarteten Karpfenstippe. Insgesamt hinterlässt die Z10 auch beim Brassenangeln einen exzellenten Eindruck.

Tolles StehvermögenTolles Stehvermögen

Nachdem also die typischen deutschen Brot- und Butterfische die Z10 nicht ins schwitzen bringen konnten, war guter Rat teuer. Was kann ihr denn noch als Herausforderung vorgesetzt werden?

Mein Lieblingsfluss führte Hochwasser und am Rhein war an Barbenangelei nicht zu denken. Unzählige Grundeln machten das Angeln eher zum Krampf als zum Vergnügen.

Rettung nahte in Form meines Angelkollegen Lars, der seit einigen Monaten immer wieder nach Holland fuhr um dort die Karpfen zu ärgern. Anders als bei uns, entsteht in den Niederlanden eine regelrechte Carpodromkultur im englischen Stil mit unzähligen, traumhaften Teichanlagen. Schnell ist ein gemeinsames Angeln vereinbart. Lars steht mir dankenswerterweise für Fotos zur Verfügung.

Am holländischen See angekommen haben wir freie Platzwahl. Die Holländer müssen arbeiten, während wir einen Brückentag genutzt haben. Schnell schnappen wir unser kleines Gepäck und bauen auf den vorbereiteten Holzstegen auf. Nachdem wir unsere Setzkescher desinfiziert haben, kann es direkt losgehen. Ich füttere eine Mischung aus Fischmehlfutter und eingeweichten 2mm Pellets. Als Köder dient ein 6mm Expanderpellet am 16er Haken. Als Montage kommt eine 0,3g Pose an 20er Hauptschnur zum Einsatz. Das Vorfach ist 0,18mm stark. Die Idee hinter dieser eher brachial anmutenden Montage besteht darin, lieber ein-zwei Fische weniger zu haken, dafür aber alle Fische zu landen.

Bereits nach wenigen Minuten zeigt die Pose erste Fische am Platz an. Diese rauben mir allerdings permanent den Köder vom Haken und können nicht gehakt werden. Während ich noch an Schnurschwimmer glaube, zeigt Lars mir, dass die Karpfen offenbar bereits im letzten Jahr abgelaicht haben müssen. Kleine Karpfen um 100g machen das Angeln enorm schwierig.

Nach gut und gerne 30 Minuten ständigen Köderwechsels habe ich genug. Ich füttere 8mm Hardpellets und wechsle vom Expanderpellet auf ein großes Stück Frühstücksfleisch. Gleichzeitig wird die Schnur zwischen Pose und Rutenspitze auf gerade einmal 20 Zentimeter reduziert. Zwar muss nun beim Herausschieben ein wenig sorgsamer gehandelt werden, doch dank Carbonposenkiel und der sehr steifen Aktion der Z10 gelingt dies ohne Verwicklungen. Dann, nach nur zwei Minuten, traue ich meinen Augen nicht. Bevor ich überhaupt reagieren kann, wird die Rute Richtung Wasseroberfläche gerissen. Die ersten 1-2 Meter verschwinden sogar vollkommen im Nass. Ich hebe die Z10 vorsichtig an, und sofort zerschneidet das Hohlgummi die Wasseroberfläche. Der Fisch zieht die Rute zur Seite und ich lehne mich voll dagegen, bis er endlich stoppt.

Es ist einfach unglaublich, wie stark die Z10 unter dieser heftigen Belastung auftritt. Für eine Karpfenrute weist sie eine sehr steife Aktion auf, wirkt aber so stark, dass ich ihr spontan zutraue Gummis jedes Durchmessers zu meistern.

Im Drill extrem steif und dennoch unglaublich starkIm Drill extrem steif und dennoch unglaublich stark

Der Karpfen, den ich gehakt habe, bringt das weiße Hydro bis zur Dehnungsgrenze. Es dauert eine ganze Weile, bis ich die 10-12m Gummizug Stück für Stück wieder zurückgewinnen kann. Der Druck auf dem Matchkit ist dabei gewaltig. Nach 10 Minuten ist es dann soweit. Die Arme schmerzen schon ein wenig, der Fisch gibt aber langsam auf. Mit einem mulmigen Gefühl verkürze ich nun das Gummi dank Pullerbung und erhöhe damit den Druck auf den Fisch. Gleichzeitig steigt die einwirkende Kraft aufs Kit ebenfalls. Dies erweist sich aber als ausgesprochen stabil und trotzdem steif. So kann das Gummi perfekt arbeiten und kurz darauf der erste Fisch des Tages sicher gelandet werden.

Nachdem dieser sicher im Setzkescher verstaut wurde, werden per Polecup noch ein paar Stückchen Frühstücksfleisch nachgefüttert. Hierbei achte ich auf die genaue Position der Rute per Precision Point, um den Futterplatz so klein wie möglich zu halten. Bevor sich die Pose überhaupt setzten kann, ist sie auch schon wieder verschwunden. Die Rutenspitze wird erneut aufs Wasser geschlagen, und der nächste Fisch hat sich selbst gehakt. Der Drill gestaltet sich wie der erste. Es ist einfach unglaublich, wie kräftig die Fische heute sind. Das Gummi wird erneut bis zum Anschlag aus der Spitze gezogen und die Z10 aufs Extreme geprüft. Anders als beim ersten Drill ist das Vertrauen in die Belastbarkeit der Rute bereits gewachsen, und ich beginne den Druck auf den Gummizug direkt zu erhöhen. Die Montage ist für richtig große Fische ausgelegt und die Z10 scheint sowieso alles ohne Murren mitzumachen. Der Drill dauert diesmal nur 5 Minuten und ein weiterer schöner Schuppenkarpfen gleitet in den Setzkescher.

Leider geht es nicht so weiter und die Karpfen reagieren auf den jetzt einsetzenden Regen mit einer Beißpause. Ein Umstand, den ich schon häufiger beobachten konnte. 1-2 Grad Temperatursturz und manchmal geht nichts mehr. Gott sei Dank dauert die Regenphase nur kurz und nach 40-50 Minuten ohne Biss heitert es deutlich auf. Die Karpfen kommen sichtbar wieder in Fresslaune.

Das Wasser unter der Rutenspitze brodelt beinahe, und die Karpfen saugen die nun geschossenen Pellets direkt nach Auftreffen auf die Oberfläche ein. Leider erhöht dies auch direkt die Quote an Fehlbissen bzw. Schnurschwimmern. Ich versuche dem gegen zu wirken, indem nur noch selten Pellets geschossen werden und größere Mengen davon gecuppt werden. So kommen genügend Köder am Grund an und locken die Fische hoffentlich dort hin.

Eine Idee, die heute funktioniert. Ich habe mittlerweile aufs Mediumkit samt schwarzem Hydro gewechselt, welches direkt gleich Meterweise aus der Rutenspitze schießt.

Mediumkit samt schwarzem Hydro, welches Meterweise aus der Rutenspitze schießt 

Ein wilder Drill beginnt, und anfangs bleibt nichts anderes übrig als mit ganzer Kraft der Z10 dagegen zu halten. Nach ein paar Minuten wird der Karpfen dann aber doch müde. Der schwarze Hydro erzeugt deutlich mehr Gegenwehr des Fisches, aber gleichzeitig wird der Drill auch deutlich verkürzt. Nach ein paar Minuten kann bereits abgesteckt werden.

Ein wilder Drill beginnt 

Dies gestaltet sich bei der Z10 besonders einfach. Die besonders verstärkten Zapfen halten dem Druck stand und die Rutenwandungen verformen sich, trotz der stark einwirkenden Kräfte, kein bisschen.

Im Drill zeigt sich dann, dass das Mediumkit bestens auch für dicke Hydros geeignet ist. Nach kurzer Zeit kann sogar zum Pullerbung gegriffen werden und der Druck nochmal erhöht werden. Ein weiterer Schuppenkarpfen kann gelandet werden.

Schuppenkarpfen 

Am Ende des Tages haben Lars und ich ein paar schöne Fische fangen können, und die Z10 hat restlos begeistert.

Lars präsentiert den Fang des Tages.
Lars präsentiert den Fang des Tages

Fazit:

Browning ist mit der Xitan Z10 Revolution eine exzellente Erweiterung des Kopfrutensegments gelungen. Sie vereint eine Vielzahl technischer Entwicklungen. Diese mögen zwar alleine nicht gänzlich neu sein und mittlerweile durch andere Anbieter kopiert werden, doch die Konzentration dieser Errungenschaften in eine Rute macht aus der Z10 eine herausragende Option für jeden Friedfischangler. Sie bietet einen realen praktischen Mehrwert. Der Einsatz von Poleprotectoren erlaubt sicheres Angeln, egal wie dünn das gerade gehaltene Rutenteil ist; Single Length Kits ersparen das lästige Rückschneiden der Spitzen und bieten enorm viel Platz für jeden Gummizug; die verstärkten Rutenbereiche bieten effektiven Schutz beim Abstecken, egal wie groß die Fische sind, und die besonders verstärkten Steckverbindungen sorgen für eine lange Lebensdauer der selbigen.

Außerdem legt die Z10 ein hervorragendes Leistungsbild in allen Disziplinen an den Tag. Browning zeigt, dass eine stabile Rute nicht zwangsweise weich sein muss. In punkto Steifheit sowie Balance kommt sie an die besten Weißfischkopfruten am Markt erstaunlich nah heran und wird trotzdem souverän mit Fischen jeder Größe fertig. Dabei ist sie sogar noch echte 13m lang. Die Z10 Revolution bietet die beste Oberflächenverarbeitung, und das sogar auf sämtlichen Rutenteilen, die ich jemals im Test hatte. Das Handling ist bei jedem Wetter perfekt.

In Summe machen diese Eigenschaften die Z10 Revolution zur vielseitigsten und deshalb für mich aktuell auch besten Rute für den deutschen Markt. Sie leistete sich im langen Test keine einzige Schwäche.

Der Paketpreis liegt im Einzelhandel bei ungefähr 2200€. Das ist nicht gerade wenig Geld, aber der stolze Käufer erhält dafür Höchstleistung in jeder Disziplin.

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