Stippvisite bei Fishing Tackle MAX

  • von Markus Howanietz
  • 15. Dezember 2014 um 07:45
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Es ist bereits nachmittags, als ich in den kleinen Ort Hadmersleben in der Magdeburger Börde einbiege.
Die Firma Fishing Tackle Max hat mich eingeladen um euch einen Einblick in die Großgeräte-Händlerwelt zu verschaffen.

Das Firmengebäude, vor dem ich nun stehe, ist eher unscheinbar. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex, der noch aus DDR-Zeiten zu stammen scheint. Nur die Firmenlieferwagen und das leuchtend gelbe Firmenlogo in Form eines lachenden gelben Fisches lassen darauf schließen, dass ich hier richtig bin.

FTMax Lagerhalle

Nachdem ich geklingelt habe, öffnet mir Jens Marek die Tür und heißt mich bei FTM willkommen. Nach einem kurzen Gespräch, weiht er mich auch direkt in die Firmengeschichte ein.

Firmeninhaber Diethard Schmiedecke -von allen nur Didi genannt- hat FTM am 01.10.1991 gegründet um ursprünglich seinem Vater zu helfen. Dieser besaß ein Angelgeschäft und musste wöchentlich über 150km fahren um frische Köder für seinen Laden zu bekommen. Das ging natürlich nicht nur ins Geld, sondern bedeutete auch eine Menge Aufwand für den Selbstständigen. Aus dieser Motivation heraus gründete er also FTM, und bereits nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass der Service auch bei anderen Händlern gut ankam und Didi quasi offene Türen einrannte.

Schon bald erfolgte eine Kooperation mit dem Tauwurmlieferanten National Bait aus Kanada, die besonders erfolgreich verlief. Die Tauwürmer sind heute in fast jedem deutschen Angelladen zu finden. Nach und nach vergrößerten sich das Sortiment und auch die Firma selber. Begann Didi 1991 als ein Ein-Mann-Betrieb, so arbeiten dort heute bereits 22 Mitarbeiter, und eine Vielzahl bekannter Angler sind als Berater tätig.

FTM ist nicht nur als Importeur für die Marken Tubertini, Mondial-F, Euro Baits, Seika und TFT tätig, sondern vertreibt auch eigene Marken wie die FTM Trout, Next Generation und Euro Master Mix, deren Produkte, in Zusammenarbeit mit den hauseigenen Beratern, optimiert werden bis sie letztendlich in den Handel gelangen.

Die Vielzahl an verschiedenen Produkten wird dann auch schnell sichtbar, als wir die Tür zum Lager überschreiten und direkt zwischen den Hochregallagern stehen. Auf 2500m² werden hier unzählige Kleinteile, Ruten, aber auch die immer beliebter werdenden Forellenprodukte wie Teig und Tremarellaposen gelagert. Ein wenig chaotisch sieht es derzeit aus; das Lager scheint aus allen Nähten zu platzen. Es wurden sogar bereits Hochseecontainer gemietet, weil die Lagerfläche kaum noch ausreicht.

Lagerregale volles Lager

Nachdem ich mich hier ein wenig umgesehen habe und sehen konnte, wie groß die Produktbreite bei FTM gefächert ist, begeben wir uns in die nächste Halle. Schon von Weitem sind mir die großen, weißen Säcke aufgefallen.

Mehle über Mehle Großgebinde

Direkt neben den riesigen Futtersäcken, die mehrere hundert Kilo der feinen Mehle beinhalten, steht die Misch-und Verpackungseinheit. Hier fertigt FTM jährlich über 100 Tonnen seines Amino Flash Futters. Das ein oder andere Rezept hängt sogar noch direkt an der Mischeinheit. (Natürlich mache ich auch davon noch schnell ein paar Fotos für unsere Leser. Als stets aktuelle Plattform für Friedfischangler, werden diese in Kürze auch bei www.champions-team.de zu finden sein!)

In die erste Maschine werden jeweils die passenden Mengen des benötigten Mehls eingefüllt. Die Maschine mischt diese dann und leitet sie zu einem Auswurf weiter. Sackware kann hier direkt abgefüllt werden.

Mischmaschine


Soll die Ware in Tüten verpackt werden, so wird die fertige Mischung nun per Transportschnecke zur Verpackungsmaschine befördert, wo eine Endlosrolle Verpackung immer in passende 1kg Tüten verschweißt wird.

Die Tüten werden nun noch in Kartons verpackt und werden anschließend für den Versand zum Kunden vorbereitet.

Tütenabpackung


Nachdem die Futterproduktion erklärt ist (und mein schlechtes Gewissen mich dann doch die Fotos der Futterrezepte löschen lässt), führt Jens mich, vorbei an großen Sieben und Rüttelmaschinen, die für die Köderpflege unerlässlich sind, zum Köderlager.

Dies fällt deutlich größer aus, als ich zuvor dachte. Jede einzelne Ködersorte wird separat in Kühlräumen bei der jeweils optimalen Temperatur gelagert. Jens öffnet den ersten Raum, und ich sehe mich einem großen Stapel Kartons gegenüber. Hier lagern die bereits angesprochenen Tauwürmer, die der Firma zu einem guten Start verhalfen.

Kartonweise Tauwürmer


In diesem Zusammenhang berichtet Jens mir stolz, dass FTM mittlerweile Europas größter Importeur für Tauwürmer ist und jährlich über 18 Millionen Stück an den Fachhandel versendet werden.

Er führt mich anschließend noch durch diverse weitere Kühlräume, in denen Dendros, Rotwümer oder auch Bienenmaden bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert werden. Letztere sind nach wie vor besonders bei Forellenanglern beliebt und pro Jahr wandern über 100.000 gefüllte Dosen über den Ladentisch.

Als wir dann beim letzten Kühlraum angelangt sind und die Tür geöffnet wird, bleibt mir beinahe die Luft weg.
Hunderte Liter Maden erzeugen einen Ammoniakgeruch, den ich kaum beschreiben kann.
Das Atmen fällt mir tatsächlich erheblich schwerer. Kurz darauf springt die starke Lüftung an und sorgt kurzzeitig für ein wenig bessere Luft.

Der Madenkühlraum


Schnell verlassen wir den Kühlraum und widmen uns einer angenehmeren Aufgabe. In einem der oberen Räume befindet sich der Showroom. Hier werden alle aktuellen Produkte präsentiert und den jeweiligen Einzelhändlern vorgestellt. Neben Kleinteilen wie Haken, Posen und Schnüren werden hier auch Ruten, Rollen und Futter ausgestellt. FTM ist Vollsortimentler und hat für jeden Angler das passende da.

Showroom


„Hier“, betont Jens, „kann man auch die Arbeit unserer Topleute wie Lars Lindemann, Matthias Weigang, Tobias Klein, Günther Horler, Dirk Glinka und Michael Kahlstadt sehen“.

Die Berater von FTM stehen nicht nur als Namenspate parat, sondern sind aktiv beim Produkteinkauf und Entwicklung einbezogen. Produkte werden auf Herz und Nieren getestet bevor sie ins Sortiment aufgenommen werden. Gleiches gilt für die Produkte der Eigenmarken. Eine Rute wandert so z.B. beinahe ein Jahr zwischen Hersteller und Berater hin und her, bis sie den Anforderungen genügt und herausgebracht werden kann. Auch beim Futter sind die Topleute stets beteiligt. Die Mischung erfolgt nach ihren Rezepten, und wird eine neue Charge Futter abgepackt, werden gleichzeitig ein paar Tüten zur Qualitätssicherung zum Berater geschickt. So ist hohe Qualität gewährleistet.

Neben den Beratern arbeiten aber auch täglich namhafte Angler wie Jörg Iversen (Forelle und Feedern), Johannes Böhm, Ivo Vince und Jens Marek (PL) (Stippangeln), Torsten Orlowski ( Forelle) und Mayk Krutzikowsky (Allround) mit, um diesen Qualitätsanspruch in den einzelnen Angelsparten zu verwirklichen und das Hausmotto „Von Anglern für Angler“ umzusetzen.

Nachdem ich mich noch ein wenig im Showroom umgesehen habe, begeben wir uns wieder Richtung Ausgang. Hier liegen die Büroräume. Aufträge werden vergeben und entgegengenommen sowie Waren disponiert. Hier treffe ich dann auch wieder auf Didi Schmiedecke, der gerade eine Großbestellung Futter in den Betriebsablauf einplant.

Didi Schmiedecke bei der Arbeit.


Ich nutze die Gelegenheit und frage Didi ein wenig darüber aus, wo aktuell der Schwerpunkt bei FTM gesetzt ist.

Didi berichtet, dass besonders die Forellenangelei sehr stark im Kommen ist und deshalb im Herbst neue Forellenruten erschienen sind. Außerdem wird natürlich auch an Friedfischprodukten intensiv gearbeitet. So sind bereits im September zwei neue Futtersorten von Günther Horler in den Handel gekommen. Von Matthias Weigang wurde die Method Range mit dem Namen Next Generation Method Virus entwickelt und konnte auf der Stippermesse bereits begutachtet werden.

Passend dazu ist seit kurzem noch eine, 8 Sorten starke, neue Boilie Range mit dem Namen Amino Flash Virus erhältlich. Natürlich ist dies noch lange nicht alles und neue Produkte sind bereits in Planung. Didi möchte aber noch nicht mehr verraten.

Nach der Verabschiedung begleiten mich Didi und Jens noch nach draußen. Auf einer umgegrabenen Fläche bleibt Didi stehen und erzählt, dass hier ein modernes, großes Lager entstehen wird. FTM ist in den letzten Jahren stets gewachsen und ein weiterer Schritt zur Vergrößerung und Modernisierung wird fällig. Auf 600m² werden 350 Palettenstellplätze entstehen und somit für eine noch bessere Verfügbarkeit der Produkte sorgen.

Anmerkung: Das neue Freilager wurde bereits kurz nach unserem Besuch im Eiltempo errichtet, ein weiteres wird gerade gebaut.

Lagerfläche dringend benötigt


Ein wirklich interessanter Besuch für mich, vielen Dank!

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