Willy Stumpf zum 11. Tubertini Golden Cup in Cheb

  • von Willy Stumpf / Bilder www.browningteam-bayern.de
  • 16. September 2008 um 09:23
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Cheb 2008 bzw. 11. Tubertini Golden Cup
Im Dezember 2007 meldeten meine Freunde Christian, Kurt, Jo und ich unsere Teilnahme an diesem international besetzten Bewerb, durch Überweisung des nicht geringen Startgeld von € 205,--, an.


Der Autor - Shimano Angler Willy Stumpf aus Österreich

Die Monate vergingen und am Donnerstag den 28. August 2008 war es dann soweit, 7:00 Früh Abfahrt von Wien, ca. 600 km nach Cheb zu diesem, wie ich meine, "Grand Slam" des Matchangelns.
Gleich nach der Ankunft um ca. 13:00 fuhren wir in das örtliche Angelgeschäft um uns für Donnerstag und Freitag den Angelschein zu lösen und unsere Trainingssession für die am Wochenende stattfindende Competition zu beginnen. Nach kurzer Diskussion entschieden wir, das Training im C- Sektor zu starten und vereinbarten an diesem Tag ausschließlich mit der Matchrute zu angeln.


Matchruten à la Italia

Ich baute zwei 4,2 m Matchruten (Montage: Waggler 8+6 u. 10+5) und eine 4,5m Matchrute (Montage: Waggler 10+2) auf. Bei den herrschenden Verhältnissen (Wind, Unterströmung und Wassertiefe ca. 3m) sollten sich diese Montagen an "diesem Tag" als ausreichend erweisen. Beim Futter entschied ich mich für eine Mischung aus CM Super Mix und CM Brassen mit einem größeren Schuss flüssigen "Speck" (Spekulatius), auch diese Wahl war an diesem Tag die Richtige, ich fing jede Menge Fische.


Die Matchrutenspur musste ständig befüttert werden

Trotz dieses Überfalls an Fischen bemerkte ich das die Brassen eher vorsichtig, bzw. nicht wirklich in Beißlaune waren, die Güstern jedoch, waren in absoluter Fresslaune und gingen gierig an den Haken (Köder: Made, Wurm). Nach etwa drei Stunden hatten meine beiden Freunde und ich genug Fisch gefangen. Für den nächsten Tag bzw. für unser Abschlusstraining nahmen wir uns vor nur mit der Pole zu angeln und entschieden uns für die Pegs des Vortages im C-Sektor. Wir erhofften uns einen Berg von Fischen an der Steckrute und wurden bitter enttäuscht (für mich: Gott sei Dank). Trotz keinerlei Änderungen bei Köder und Futter hatte  ich ca. 2 Stunden keinen Fischkontakt mit der Pole, ich baute die unveränderte Matchrutenmontage des Vortages auf und hoffte nun auf einen Anbiss, die gleiche Situation, kein Kontakt. Erst nach einer weiteren Stunde hatte ich den ersten Kontakt= Güster. Die restliche Zeit  angelte ich an diesem Tag mit der Matchrute (10er Vorfach, 18er bzw. 20er Haken, zwei bis drei Pinki’s als Köder) und fing ab und zu eine Güster, allerdings keinen einzigen Brassen, kein Vergleich zum Vortag. Erst ab ca. 17:00 Abends fingen Kurt und Christian an der Pole Fisch auf Fisch, leider haben wir beim Bewerb nicht soviel Zeit um auf das Kommen der Fische zu warten. Das Trainingsergebnis von unserem Abschlusstraining war also sehr "bescheiden", aber trotzdem positiv, ich war gewarnt.


Die Fischen in Cheb sind eine Belastung für Gerät und Angler

Samstag - erster Bewerbstag - jetzt war's soweit. 7:00 Uhr Verlosung der Sektoren bzw. Plätze. Ich hatte das "große Glück" den Sektor E, Platzziffer 11 zu losen. "Looser", aus der momentanen Sicht, keine Chance auf eine vordere Sektorplatzierung. Aus den Erfahrungen der Vorjahre "glaubte" ich zu wissen, dass die ersten Drei im Sektor von den Plätzen E1- E5 kommen werden. Na gut, "thats live", ich sagte zu mir selbst: "Stumpfi, mach das beste draus". Nach dem Aufbau lotete ich den Platz sowohl mit der Pole, als auch mit der Matchrute aus. Die Wassertiefe auf Steckrutendistanz betrug ca. 3 m, auf der Matchrute belief sie sich in einer Entfernung von ca. 30m auf ca. 5m. Gewarnt und auf Grund des schlechten Freitagsfanges entschied ich mich, meine Konzentration fast ausschließlich der "Match" zu widmen. Ich baute drei Match-Montagen auf. Alle drei Ruten mit einer Länge von 15 ft (wegen des Anschlags) die Grammatur bewegte sich zwischen 16+2 und 12+8 Vorfachstärke und Hakengröße war bei allen drei Montagen identisch (10er Vorfach, 18er Haken). Meine Taktik mich mit der Matchrute auf den Fang von Güstern zu konzentrieren ging, im Vergleich zu meinen unmittelbaren Nachbarn, auf. Und wie es sich dann am Ende des ersten Tages erwies, hatte ich mit einem Gewicht von 6.870 g, für mich unerwartet, die Zwei im Sektor erangelt. Am Abend beim gemütlichen „Abendessentrinken“ besprachen Kurt, Jo, Christian und ich noch den Ablauf des vergangenen ersten Bewerbstages und mutmaßten über den Verlauf des folgenden Tages. In einem anderen Raum unserer Pension war eine lustige Veranstaltung mit Musik und Tanz im Gange, die die Laune von uns noch einmal hob. Jo und Kurt meinten ich hätte noch gute Chancen das Match zu gewinnen, was ich auf Grund meiner Ergebnisse in den zwei Vorjahren verneinte, "Raunzer" wurde ich wieder einmal genannt.
Sonntag, die Entscheidung am zweiten Bewerbstag. "Tagwache 5:00 Uhr", die Verlosung der Plätze war für 6:00 Uhr terminisiert. Aber es sollte nicht so glatt gehen. Beim Verlassen bzw. bei der Vorbereitung zur Abfahrt in Richtung Auslosung bemerkten wir eine Schnapsleiche, diese lag im Gastraum der Pension, es war der Musiker. Wir gingen hinaus zum Parkplatz,  "super",  unsere Autos waren verstellt. Kurt suchte den Inhaber der Pension um unsere Abfahrt zu ermöglichen. Nach einigem Hin und Her schwankte dieser jener mit einer Schwankungsbreite von ca. 1,5m herbei, jetzt stellte sich eine gewisse Nervosität und Aggressivität bei meinen Freunden und mir ein. Wider Erwarten löste sich die Sache in Wohlgefallen (allerdings ohne Frühstück) auf und wir schafften es pünktlich zur Verlosung. Ich loste den Sektor A, Platzziffer 7 und nach Betrachten der Vortagsergebnisse stellte ich fest, dass von diesem Platz die Zwei gekommen war, dass stimmte mich positiv. Christian mein "Chauffeur" fuhr mich an den Platz. Angekommen und beim Ausladen meines Takle meinte Christian "nau waunst deine zwa Nochban pockst bist vurn (wenn du deine beiden Nachbarn schlägst bist Du vorne)" und stachelte mich so noch zusätzlich an. Ich hatte die Information, dass der Italiener, der Vortags an diesem Platz die Zwei erreichte hauptsächlich mit der Pole angelte. O.k., danke, somit hatte ich meinen Plan.


Willy Stumpf beim Fischen mit der Kopfrute

Ich baute meine "Aspire" mit 13 m und 4 Top's auf, Hauptschnur 0,12 und 0,14 mit einer Grammatur von 1,25 g bis 3 g, Vorfach 0,10 bis 0,14, Haken 18 - 14. Weiters baute ich sicherheitshalber die drei Matchruten vom Vortag auf, mein linker Nachbar übertraf mich in punkto Aufbau um das Doppelte: 6 Matchruten! usw. Die Wassertiefe an der Pole belief sich auf ca. 3 m "ok", die Wassertiefe auf der Matchrutendistanz (ca.35m) belief sich auf 8m! Da unten in dieser Finsternis haben die Fische Leuchttentakel! Mein Vertrauen gehörte der Pole und das sollte sich als goldrichtig erweisen. Beginn der Competition, erster Einsatz mit der Pole, der Schwimmer tauchte ab, ich konnte es  kaum glauben, die Fische waren schon da, und wollten nur eines, nämlich fressen. In dieser Tonart gings weiter und am Ende erreichte ich ein Fanggewicht von 27.400 g, dass war die Eins im Sektor. Nach dem Bewerb gingen wir eine Kleinigkeit essen und fuhren dann zur Siegerehrung, noch immer glaubte ich nicht an meinen Gesamtsieg. Erst als mir Michael Schlögl beim Eintreffen in der Lokation, wo eben die Siegerehrung stattfand, im Vorfeld zu meinen Sieg gratulierte.


Nicht nur die Matchrute brachte Erfolg


Mein Tackle:

Matchrute: Antares 20 g WG und Speedmaster 30 g WG
Rolle: Stradic 4000 FB
Hauptschnur: 0,16 Technium
Vorfach: Ultegra Silk Shock
Schwimmer: MS Waggler Genius 2
Pole: Aspire AX Pro Comp 13 m
Gummi: Daiwa Hydro beige u. Maver Latex 1,2 mm
Hauptschnur: Antares 0,12 u. 0,14
Vorfach: Ultegra Silk Shock
Schwimmer: Profi-fishing u. Sensas Gregory
Futter: Claus Müller: eine Mischung aus Super Mix und Brassen mit flüssigem Spekulatius

Anmerkung der Red: die Bilder für diesen Bericht stellte uns Tobias Klein vom Browningteam-Bayern zur Verfügung. Vielen Dank

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