6. Mosella-Feeder-Tandem-Cup in Hockenheim

  • von Achim Tomasits
  • 20. Mai 2010 um 09:31
  • 0
Am 15. Mai war es wieder mal soweit, Feederangler aus weiten Teilen Deutschlands trafen sich zum Mosella-Feeder-Tandem-Cup in Hockenheim. Wie bereits in den Vorjahren war dieser Cup schnell ausgebucht und 186 Angler trafen sich am Samstag Morgen zu einer der größten Veranstaltungen im süddeutschen Raum. Begehrt ist dieser Cup auch wegen der Tickets für das Mosellafinale der besten Feederangler, vier Stück gab es wieder zu gewinnen.

Der Rhein, jeder der diesen Fluss schon mal beangelt hat, weiß um die Tücken dieses Gewässers. Brachiale Strömungsverhältnisse sorgen für den Einsatz von absolutem Heavy Tackle, Feederruten mit Wurfgewichten um die 200-300g sollten es schon sein, um den Fluten des Rheins trotzen zu können. Die Hochwassergefahr nach starkem Regen ist in diesem Fluss besonders ausgeprägt und wie auch bereits in den Vorjahren stieg das Wasser zwei Tage zuvor stark an. So stark, dass ein kompletter Sektor verlegt werden musste, überflutete Zufahrtswege machten eine Zufahrt unmöglich. Als Ausweichstrecke wurde der Flussabschnitt im Bereich des AKW Phillipsburg gewählt, dort findet man ähnliche Bedingungen wie im gestrichenen Sektor.

Sektor B kurz vor dem Starschuss
Sektor B kurz vor dem Starschuss

Die Auswahl der Futterkörbe fiel nicht schwer, es wurden Gewichte von 140-220g benötigt, um ein Wegrollen der Körbe zu verhindern. Einige Teilnehmer setzten auch auf Krallenkörbe und konnten somit - gegenüber dem Angeln mit Standardfutterkörben – einiges an Gewicht einsparen. Hierzu muss natürlich auch der Untergrund entsprechend sein, bei hängerträchtigen Plätzen sollte die Wahl eher nicht auf Krallenkörbe fallen.
Durch den Wasseranstieg und die daraus entstehende Eintrübung des Wassers musste das Futter angepasst werden. Da die Gewässertiefe in den meisten Abschnitten nicht so tief ist, muss ein schweres Futter her, ansonsten bläst einem die Strömung das Futter zu schnell aus den Körben und die Fische werden zu sehr gestreut. Es wurden vornehmlich hellere Futtermischungen mit reichlich Partikeln verwendet, typisches (Groß-)Brassenfutter.
Die Zusammenstellung der verwendeten Montagen der einzelnen Teilnehmer differenzierte sich stellenweise sehr voneinander. Einige setzten auf monofile Hauptschnur und dazu eine geflochtene Schlagschnur in doppelter Rutenlänge, andere wiederum verwendeten durchgehend monofile Schnüre. Das Vorfach darf nicht zu schwach gewählt werden, dazu sind der Strömungsdruck und die zu erwartenden Fische einfach zu groß. Schnurdurchmesser von 0,16-0,20mm sind für die gewichtigen Brassen gerade richtig. Auch bei den Haken sollten keine Kompromisse eingegangen werden, rundschenklige, stabile Brassenhaken in den Größen 12-8 haken die Fische sicher.

Beim Keschern der Fische musste meistens der Tandempartner aushelfen
Beim Keschern der Fische musste meistens der Tandempartner aushelfen

Mit Beginn des Angelns wurde schnell klar, dass das Beißverhalten der Fische an diesem Tag nicht so berauschend sein würde. Vereinzelt wurden Fische, vornehmlich Brassen, zwar gefangen, aber eine Serie von mehreren Fischen konnte kein Tandem landen. Schuld daran war wie bereits erwähnt, der veränderte Wasserstand und die sehr dürftigen Temperaturen. Es musste um jeden einzelnen Fisch hart gekämpft werden. Ein Fehlbiss oder ein Aussteiger bedeutete gleich eine Unterschied von mehreren Platzziffern. In den Sektoren A und C war dies besonders deutlich zu erkennen, die Vielzahl der Nullfänger spricht Bände.

Sicher gelandet – ein stattlicher Rheinbrassen
Sicher gelandet – ein stattlicher Rheinbrassen

Mit zunehmender Angelzeit wurde es immer schwieriger die Schuppenträger zum Anbiss zu verleiten. Dipps in verschiedenen Geschmacksrichtungen brachten auch nicht den gewünschten Erfolg und so wurden andere Faktoren genauer unter die Lupe genommen. Liegt es vielleicht an der Distanz? Die meisten der Teilnehmer angelten in Entfernungen von 20-40m, weiter hatte eigentlich wenig Sinn, da die Gegebenheiten es einfach nicht zuließen. In der Regel oder besser gesagt bei normalem Wasserstand kann man sich – ausgestattet mit einer Gewässerkarte – schön an den Buhnen orientieren. Diese ragen zwischen 28 und 45m in den Fluss und man kann mit bloßem Auge erkennen, wo sich die ruhigeren Bereiche befinden. Aber selbst eine Veränderung der Angeldistanz brachte nicht den gewünschten Erfolg und so verzettelten sich doch einige Teams mit dem Wechsel der Entfernungen. Eine andere Option ist das Beangeln einer Angeldistanz, hierbei ist jedoch ein sehr wichtiger Aspekt, dass nur der flussaufwärts sitzende Angler seinen Korb mit Futter befüllt. Der Untermann hingegen verzichtet auf das Befüllen des Korbes bzw. verwendet anstatt des Futterkorbes ein Blei mit Wirbel.

Akrobatische Keschereinlage – Teamwork ist gefragt
Akrobatische Keschereinlage – Teamwork ist gefragt

Bei der Köderwahl vertrauten viele Teilnehmer auf die gewöhnlichen Brassenköder, viele der gefangenen Fische vergriffen sich an einem Kombiköder aus Made-Caster. Der ein oder andere Angler konnte auch mit Würmern seinen Fisch fangen, diese durften jedoch nicht zu groß sein. Die kleinen Dedrobenas oder auch Mistwürmer sind einfach agiler am Haken und gerade bei einer Beißfaulheit, wie sie an diesem Tage herrschte, effizienter. Da sich die Barbe noch in der Schonzeit befindet, ist die Zugabe von zu vielen Manden im Futter sehr riskant. Schnell stellen sich hier die halbwüchsigen Bartelträger auf den Angelplatz und vergrämen die Brassen. Lediglich ein paar Caster oder auch ein paar geschnittene Würmer werden jeden 2-3 Korb mit dem Futter eingebracht, das Wasser des Rheins war für mehr Köder einfach noch zu kalt. Einige der gefangen Brassen zeigten noch deutlich einen Laichausschlag, die Fische hinken ca. 2-4 Wochen dem Laichgeschäft hinterher.

Und so war es am Ende auch nicht verwunderlich, dass das niedrigste Fanggewicht seit Einführung dieser Veranstaltung erzielt wurde. Insgesamt wurden 138,15kg Fisch gefangen, das entspricht einem Schnitt von 740g pro Angler. Nicht gerade üppig wenn man bedenkt, dass im Rhein doch andere Gewichte möglich sind.

Die Mannen vom ASV Hockenheim um Bruno Schotter legten sich mächtig ins Zeug, um der Veranstaltung wieder einen tollen Charakter zu verleihen. Auch wenn das Fangergebnis in diesem Jahr zu wünschen übrig ließ, die Veranstaltung wird im nächsten Jahr bestimmt wieder schnell ausgebucht sein.


Die vier Ticket-Gewinner:
Czerwinski/ Oechsler   Mehmel/ Holz
Czerwinski/ Oechsler   Mehmel/ Holz
Frisch/ Blömer
  Groh/ Kopp
Groh/ Kopp
Frisch/ Blömer
Mit auf den Bildern Michael Schlögl und Bruno Schotter vom ASV Hockenheim

Ausführliche Listen können auf der Homepage des ASV Hockenheim eingesehen werden.

www.asv-hockenheim.net

Werbepartner