6. Shimano-Cup 2011 am Silokanal

  • von Achim Tomasits
  • 03. November 2011 um 23:57
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Wenn sich die Blätter an den Bäumen anfangen zu verfärben, ist es Zeit sich auf den Weg an den Silokanal nach Brandenburg zu machen. Gewichtige Rotaugen ziehen dann in den Kanal und auch die Brassen scheinen sich in diesem Gewässer zu dieser Jahreszeit pudelwohl zu fühlen. Am 22. und 23. Oktober veranstaltete Shimano Europe zusammen mit dem Team Shimano Brandenburg um Jan Malecki den 6. Shimano-Cup und zahlreiche Topangler aus dem In- und Ausland reihten sich in das 148 Mann starke Starterfeld ein. Sicherlich auch ein Grund hierfür war die Tatsache, dass eine Woche später das IAM an diesem Kanal ausgetragen werden sollte und so nutzen einige Angler diesen Cup als Vorbereitung für das Internationale Angler Meeting.

Sektor A, nur wenige Fische die es zu fangen galt
Sektor A, nur wenige Fische die es zu fangen galt

Das Rotaugeneldorado Silokanal war bereits ab Mittwoch gut besucht und die Angler sammelten erste Eindrücke bzw. versuchten mit den unterschiedlichsten Angeltechniken an den Fisch zu kommen. Dominierte in den Vorjahren eindeutig das Rotauge in den vier Sektoren, war es in diesem Jahr etwas differenzierter. Bedingt durch frostige Nächte machten sich die Rotaugen, besonders in Sektor A, rar und wenn dort überhaupt Fische zu fangen waren, handelte es sich überwiegend um Brassen. Auch in Sektor B eher ein ernüchterndes Bild, die Fische schienen kein Gefallen an den angebotenen Ködern zu haben und so musste tief in die Trickkiste gegriffen werden, um doch das ein oder andere Fischen überlisten zu können. Die Sektoren oberhalb der blauen Brücke zeigten sich nicht ganz so witterungsanfällig und je weiter man in die Sektoren C und vor allem D kam, umso deutlicher stiegen auch die Aussichten auf gewichtige Fänge. Vorweg Brassen zwischen 300 – 800g brachten ein gut gefülltes Netz und ließen doch etwas des allbekannten Siloflairs aufkommen.

Poles, Bolo-, Long-Long- und Matchruten – ein facettenreiches Equipment welches es gezielt einzusetzen galt. Nur wer wusste, in welchem Gewässerabschnitt die erfolgversprechenste Angelmethode anzuwenden ist, konnte sich gute Aussichten für ein erfolgreiches Abschneiden machen.

Alan Scotthorne, ausgefeilte Technik 12,5m long-long!
Alan Scotthorne, ausgefeilte Technik 12,5m long-long!

Am Samstag stand er erste Durchgang an und früh trafen sich die Teilnehmer bei frostigen Temperaturen zur Auslosung der Startplätze. Jeder der Angler hoffte, nicht in den fischarmen Sektor A zugelost zu werden. Die Trainingsergebnisse waren hier sehr bescheiden und versprachen für den ersten Durchgang auch keine besseren Fangaussichten. Die Umstände der Fischarmut in diesem Sektor lagen sicherlich auch mit den Wetterverhältnissen zusammen, bedingt durch die Struktur dieses Abschnittes – speziell der Kanalbreite – herrschte hier ein größerer Strömungsdruck und der Köder konnte mitunter nicht so angeboten werden, wie vielleicht die Nahrungsaufnahme der Fische es notwendig machte. Normale Strömungsposen zwischen 8-12g und Lutscherposen bis 25g mussten verwendet werden, um den Köder einigermaßen adäquat präsentieren zu können. Bei den Bolognesemontagen vertrauten die meisten Teilnehmer auf Posen mit Tragkräften von 12-20g, leicht nachschleifend präsentiert, welches auch die Brassen im Normalfall nicht kalt lassen sollte. Die Sektoren wurden nochmals in Teilsektoren unterteilt, welches die Ungleichheit der Angelplätze ein wenig wettmachen sollte.

Rene Brederek mit der Bologneserute in Sektor A
Rene Brederek mit der Bologneserute in Sektor A

Die Futtermischungen passten die Angler dem doch sehr klaren Wasser des Silokanals an und verwendeten eher dunklere Mischungen. Zu Beginn einige Caster und eventuell einige geschnittene Würmer hinzu sollten die Fische nicht zu schnell sättigen und die Rotaugen und die Brassen an den Platz ziehen. Das Grundfutter wurde von vielen Teilnehmern noch mit schwerem Lehm versetzt, dieses diente nicht nur der Beschwerung, sondern ebenso der langsameren Auflösung der Futterballen. Bei dem stellenweise diffizilen Beißverhalten wurde mit dem Nachfüttern eher etwas länger gewartet, als es sonst der Fall ist. Erst einmal die Reaktion der Fische beobachten und dann den Futterrhythmus anpassen.

Durchschnittsbrasse des Kanals
Durchschnittsbrasse des Kanals

Sektor B zeigte sich ein wenig anglerfreundlicher, wenn auch hier es sich sehr schwierig gestaltete, den Fisch zum Anbiss zu verleiten. Vielleicht sind wir Angler aber auch vom Silokanal nur zu verwöhnt und vertrauen zu sehr auf altbekannte Fangmuster. Gerade in den fischärmeren Abschnitten wird mittlerweile ein technisch anspruchsvolles Angeln verlangt – wann wird welche Angelart eingesetzt, wie wird der Köder präsentiert, usw. – nur der Angler, der sich hiermit konsequent auseinandersetzt wird am Ende auch erfolgreich sein. In Sektor B sah man häufiger die Poles im Einsatz als in Sektor A. Je höher die Platznummern waren, umso eher konnte auch mit Fisch gerechnet werden. Einige markante Plätze wird es am Kanal sicherlich immer geben und hier ist die Ausbeute entsprechend besser.

Shimano Marketing Chefin Petra Krichel und der mehrfache Weltmeister Alan Scotthorne
Shimano Marketing Chefin Petra Krichel und der mehrfache Weltmeister Alan Scotthorne

Der Sektor C schien den Fischen besser zuzusagen und so wurden hier auch im Verhältnis bessere Gewichte erzielt als in den Sektoren A und B. Einen Vorteil hatten sicherlich die Angler, welche Startplätze in der Nähe der blauen Brücke, sprich niedrige Platznummern, losten. Die erste Stunde stand im Zeichen der Rotaugenangelei und hier ließen sich auch die für den Silokanal bekannten großen Rotaugen fangen. Stückgewichte bis zu 1000g Gramm lassen das Stipperherz höher schlagen und der Drill solcher Prachtexemplare ist schon was ganz besonderes.

Diese Rotaugen locken zahlreiche Angler an den Silokanal
Diese Rotaugen locken zahlreiche Angler an den Silokanal

In Sektor D zeigte sich ein ähnliches Bild wie in Sektor C nur mit einem großen Unterschied, die Brassen waren hier zahlreicher vertreten und wer es verstand bzw. auch einen entsprechenden Angelplatz hatte, konnte sich die Fische auf die Futterspur stellen und so einiges an Gewicht machen. Es war also nicht verwunderlich, dass in diesem ersten Durchgang das höchste Fanggewicht aus diesem Sektor kam.

Sektorensieger erster Durchgang:
Sektor AA: Axel Feld, FTM NRW, 2.665g
Sektor AB: Peter Schuchhardt, Magdeburg, 4.224g
Sektor BA: Ralf Gericke, Shimano Brandenburg, 3.154g
Sektor BB: Mikael Tono, Guest Team Sweden, 3.901g
Sektor CA: Lutz Weißig, Sensas Falkensee, 16.916g
Sektor CB: Dieter Hoge, Matchteam 49, 8.600g
Sektor DA: Olli Bürger, ASV Suletal e. V., 22.236g
Sektor DB: Enrico Müller, Sensas, 27.686g

Der zweite Durchgang am Sonntag versprach dem fischarmen Sektor A Besserung, bei 29 Nichtfängern war dies natürlich auch nicht so schwer.

Dirk Ochmann von O & W
Dirk Ochmann von O & W

Der zweite Durchgang gestaltete sich annähernd wie der erste Durchgang, nur in Sektor A konnten einige wenige Angler mehr als am Vortag Fisch zur Waage bringen. Trotzdem waren hier noch 10 Angler ohne Fischkontakt. In den anderen Sektoren verteilte sich der Fisch etwas mehr auf der Strecke und so konnte doch mehr Fisch gefangen werden.
Mit einer sehr guten Leistung sicherte sich am Ende Ralf Gericke vom Team Shimano Brandenburg den Gesamtsieg, zwei Sektorensiege waren an diesem Wochenende von keinem anderen Angler zu toppen.

 
Dritter Sieger: Tobias Prast, Stippfreunde Nordhessen
 
Zweiter Sieger: Rainer Wenzel, Team NRW Grebenstein
3. Sieger: Tobias Prast

  2. Sieger: Rainer Wenzel

Sieger des Shimano-Cups 2011: Ralf Gericke
Sieger des Shimano-Cups 2011: Ralf Gericke

Auch dieser Shimano-Cup war wieder bestens organisiert und alle Mithelfer gaben ihr Bestes, um die Veranstaltung reibungslos über die Bühne laufen zu lassen

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