7. Shimano-Cup am Silokanal in Brandenburg

  • von Achim Tomasits
  • 09. Mai 2012 um 10:32
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Ein Event der Spitzenklasse ist der Shimano-Cup in Brandenburg schon seit Beginn an, in diesem Jahr gab es aber eine grundliegende Änderung: Der Veranstaltungstermin wurde von Oktober in den April gelegt. Und so trafen sich am 28. und 29. April knapp 150 Angler aller Couleurs am fischreichen Silokanal. Auch aus unseren Nachbarländern wie Luxemburg oder Holland zog es wieder einige Topangler zum Eldorado deutscher Stippgewässer.

Roberto Mazzasette mit dem Zielfisch der Veranstaltung
Roberto Mazzasette mit dem Zielfisch der Veranstaltung

Eine gewisse Unsicherheit war bei den Anglern schon vorhanden, zumindest bei denjenigen, welche das Gewässer nur aus den Herbstmonaten kennen. Welche Fische würden zu dieser Jahreszeit den Kanal aufsuchen, sind die Fische mit ihrem Laichgeschäft schon durch, ist Fisch auf der ganzen Strecke anzutreffen oder gibt es wieder Bereiche, in denen es nichts zu erben gibt? Diese und weitere Fragen beschäftigte im Vorfeld viele Teilnehmer und wer einen Ansprechpartner vor Ort hatte, konnte sich zumindest theoretisch grob auf die Gegebenheiten einstellen.

Einige kapitale Rotaugen wurden im Training auch noch überlistet
Einige kapitale Rotaugen wurden im Training auch noch überlistet

Viele Angler reisten bereits einige Tage vor der Veranstaltung an und absolvierten einige Trainingssessions, die gewonnenen Erkenntnisse brachten dem ein oder anderen einen sichtbaren Erfolg. Es kristallisierte sich heraus, dass die Brasse wohl der Hauptfisch werden würde. Zwar waren auch hier und da noch gewichtige Rotaugen zu fangen, aber diese gezielt zu beangeln sollte jedoch nicht der Schlüssel zum Erfolg sein. Eine weitere Fischart, welche zu dieser Jahreszeit in Massen in den Silokanal zieht ist die Güster. Nur an diesem Wochenende hatten sich diese Fische wohl für andere, im Leben wichtigere Dinge entschieden. Die einzeln gefangenen Exemplare wiesen einen deutlichen Laichausschlag auf und so kann sich jeder vorstellen, was sich in den umliegenden Seen abspielte.

Bei den Angelmethoden differenzierte es sich gegenüber dem Herbst eigentlich nicht so viel, dort wo der Untergrund auf der 13m Bahn mitspielte, wurde vornehmlich mit der Pole geangelt. Klassische Brassenmontagen mit langem Vorfach, einer 3-Punkt-Bebleiung und normalen Strömungsposen von 4-10g waren hierfür die richtige Wahl. Befanden sich zu viele Muscheln oder andere störende Gegenstände am Gewässergrund auf der Pole-Bahn, musste zur Bolo gegriffen werden. Entfernungen von 18-30 Metern waren, je nach Gewässerabschnitt, die optimale Wahl und ließen die Option auf hohe Fangewichte zu. Die verwendeten Bolo-Posen hatten eine Tragkraft von 8-12 Gramm, optimal waren hier die karottenförmigen Modelle für das Nachschleifenlassen des Köders. Als Topköder für die Brassen kristallisierte sich der Wurm heraus, eventuell noch eine rote Berkley-Made und eine weiße Made als Konterung des Wurms auf den Haken und dem Brassenfang stand nichts entgegen.

Einige Angler setzten nur auf eine Erde-/Lehmmischung mit einem hohen Köderanteil
Einige Angler setzten nur auf eine Erde-/Lehmmischung mit einem hohen Köderanteil

Bei den verwendeten Futtermischungen sah man alles, was der Markt so hergibt. Hier von "dem" Silofutter zu sprechen, ist unmöglich. Wichtig ist vor allem, dass das Futter eine Beschwerung erhält, ob mit Lehm, schwerer Erde oder ähnlichem. Und der Angler sollte wissen, wie sein Futter reagiert bzw. wie lange die Auflöszeit der Ballen ist. Gerade bei einem hohen Lehmanteil wird bekanntlich die Auflöszeit der Futterballen stark verzögert und das Nachfüttern kann später begonnen werden. Wichtig wenn die Fische auf den Einwurf bzw. auf das Geräusch beim Einwurf von weiterem Futter sensibel reagieren.

Nach einer zügigen Auslosung wurde am Samstag der 1. Durchgang gestartet und nach der Anfangsfütterung ließen sich die Fische erst mal ein wenig Zeit, das Bombardement zu verdauen. Hier setzten dann viele Teilnehmer zuerst auf die Bolo-Rute und konnten hier und da auch gleich den ein oder anderen Standfisch verhaften. Im A-Sektor, welcher bei weitem fischreicher war als im Herbst, wurde am Anfang der Jugendsektor platziert. Der Vorteil der Endplätze ging somit zu Gunsten der Jugendlichen und der Sektor war für die "alten Hasen" ausgeglichener. Wie auch im Vorjahr wurden wieder Halbsektoren installiert, um die Veranstaltung interessanter zu gestalten. Das Höchstgewicht im 1. Teilsektor wurde von Lothar Ernst und im 2. Teilsektor von Harald Windel erzielt. Diese beiden Angler verstanden es, die Brassen zu stellen und auch zu fangen.

Sektor A war dieses Mal nicht die schlechteste Wahl
Sektor A war dieses Mal nicht die schlechteste Wahl

Im B-Sektor dagegen sah es nicht so gut aus, war dieser Sektor im Herbst noch dem A-Sektor bei den Fanggewichten klar überlegen, war es dieses Mal verkehrte Welt. Umso weiter es zur blauen Brücke ging, umso weniger Fisch konnte gefangen werden und es gestaltete sich mitunter sehr schwierig, an den Fisch zu kommen. Nico Matschulat konnte im 1. Teilsektor sein anglerisches Können voll ausspielen und gewann diesen dann auch recht deutlich. Im 2. Teilsektor B setzte sich ein weiterer Topangler durch – Thomas Pruchnowski zeigte wieder mal seine Klasse und distanzierte die anderen Angler in diesem Gewässerabschnitt.

Im 1. Teilsektor C setzte sich Heiko Schmidt von den Stipp-Profis durch, auch ein Kenner dieses Kanals. Der 2. Teilsektor wurde von Andreas Esslinger vom Team Geers dominiert, fast das doppelte Fanggewicht wie der Zweitplatzierte sprechen eine deutliche Sprache.

In Sektor DA konnte Sascha Leder vom Team Shimano/ CM Lockstoffe das übrige Teilnehmerfeld distanzieren und in Teilsektor DB war Roland Wittwer der erfolgreichste Angler.

Ein weiterer guter Brassen
Ein weiterer guter Brassen

Am Sonntag wurden die Karten nochmals neu gemischt und bei der Verlosung der Startplätze sah man eine gewisse Anspannung in den Gesichtern der Teilnehmer, vor allem bei denjenigen, welche am Vortag ein gutes Resultat hingelegt hatten und nun hofften, einen fischreichen Bereich zu erwischen.

Axel Feld kam im Teilsektor AA am besten mit den Gegebenheiten zurecht und sicherte sich souverän den Sektorensieg. Im 2. Teilabschnitt des A-Sektors konnte Daniel Wolfsfeld vom Team Shimano/ CM Lockstoffe die Konkurrenz in Schach halten und sicherte sich damit den Platz an der Sonne.

Ein gut gefülltes Netz welches auch gut Gewicht brachte
Ein gut gefülltes Netz welches auch gut Gewicht brachte

Auf die Fangergebnisse in dem am Vortag doch etwas enttäuschenden B-Sektor war man sehr gespannt, sollten die Fische doch noch etwas besser in diesem Gewässerabschnitt sich verteilen? Die Frage kann schnell beantwortet werden: Sie verteilten sich besser! Enrico Pankow zelebrierte Brassenangeln par excellence im 1. Teilsektor und verwies das übrige Teilnehmerfeld auf die Plätze. Teilsektor BB sicherte sich Jan Malecki vom Team Shimano/ CM Brandenburg, sicherlich einer der besten Kenner dieses Kanals und ein ausgezeichneter Angler.

In Teilsektor CA setzte sich ebenfalls ein alt bekannter Silokanalkenner durch: Lutz Weißig sammelte die meisten Fische ein und konnte sein Vortagesergebnis um einiges verbessern. Im 2. Teilsektor war Thomas Vielmeier Herr der Lage und sicherte sich den Sektorensieg.

Rainer Neubert gewann den Teilsektor DA und im 2. Abschnitt des D-Sektors konnte Lothar Ernst vom Geers Team den Sack zumachen.

Bei den Jugendlichen wurde in zwei Altersklassen geangelt und in der Altersklasse 8-13 Jahre setzte sich Florian Wenzel vor Paul Richter und Finn Bendig durch. In der AK 14-18 Jahre war Tom Wenzel vor Julian Höbel und Tobias Stolzmann erfolgreich.

Sieger Jugend AK 8-13: Florian Wenzel
  Sieger Jugend AK 14-18: Tom Wenzel
Sieger Jugend AK 8-13: Florian Wenzel
  Sieger Jugend AK 14-18: Tom Wenzel

v.l.n.r.: Shimano Marketingleiterin Petra Krichel, 3. Platz Jan Malecki, 1. Platz Lothar Ernst, 2. Platz Andreas Esslinger
v.l.n.r.: Shimano Marketingleiterin Petra Krichel, 3. Platz Jan Malecki, 1. Platz Lothar Ernst,
2. Platz Andreas Esslinger

Eine fischreiche Veranstaltung ging zu Ende und sämtliche Angler waren mit dem gewählten Termin sehr zufrieden, die Strecke ist doch wesentlich ausgeglichener als wie es im Herbst der Fall ist. Eine tolle Veranstaltung, welche in professioneller Art und Weise durchgeführt wurde und sicherlich im kommenden Jahr wieder zahlreiche Friedfischcracks an den Silokanal ziehen wird.
 
Der Veranstalter: Team Shimano/CM Lockstoffe Brandenburg
Der Veranstalter: Team Shimano/CM Lockstoffe Brandenburg

Die erfolgreichsten Teilnehmer des Shimano Cups 2012
Die erfolgreichsten Teilnehmer des Shimano Cups 2012

Ergebnisse Einzel

Ergebnisse Jugend
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