XI. Interpole 2013 am Julianakanal in Holland

  • von Dieter Liebert
  • 11. Oktober 2013 um 07:20
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Europarcs - Landgoed Hommelheide – seit Jahren „2te Heimat“ der Interpole TeilnehmerEuroparcs - Landgoed Hommelheide – seit Jahren „2.Heimat“ der Interpole Teilnehmer

Auch in deutschen Fachkreisen längst ein Begriff, ist die INTERPOLE am Julianakanal in Holland mittlerweile wohl eine der beliebtesten Adressen, wenn es primär in Westeuropa um das anspruchsvolle technische Kanalangeln ausschließlich mit der unberingten Stipprute geht.

Bereits die veranstaltungstypischen Organisationsstrukturen tragen die Handschrift erfahrener Sportangler aus Holland und Deutschland, die hier seit über einem Jahrzehnt Hand in Hand erfolgreich zusammen arbeiten. Damit wurde ein internationales Flair geschaffen, welches eine immer größere Fangemeinde erreicht und mittlerweile Angler aller Altersklassen anspricht. „Alles aus einer Hand und dies zum bezahlbaren Preis“ lautete von je her das Motto des I–pole Orga Teams.

Buchungsservice zur Unterkunft incl.I-pole Gruppentarif – Köderservice – die unbedingt erforderliche NL Wochen-Angellizenz und die nötigen Basisinformationen zum Gewässer stehen jedem Teilnehmer frei zur Verfügung und reduzieren den eigenen Aufwand zum I-pole Angeltrip nach Holland auf einen einzigen Anruf oder eine e-Mail. Wichtige Bausteine in diesem Konstrukt sind insbesondere der Kooperationspartner HSV OG Rolduc, der zuständige „NL-Angler-Landesverband“ Sportvisserij Limburg sowie die Business Partner Europarcs „Landgoed Hommelheide“, Cafe & Saal „Mirage“ und nahezu alle örtlichen Angelgerätehändler.

Dies also waren die organisatorischen Rahmenbedingungen zur INTERPOLE, und so kann es kaum erstaunen, dass sich erneut exakt 100 Teilnehmer aus einem Einzugsgebiet von ca. 600 km Umkreis auf der Meldeliste fanden - unter ihnen erneut zahlreiche Stammgäste, die der Intepole seit Jahren die Treue halten.

10jähriges Interpole Jubiläum für Klaus Nuhn!10jähriges Interpole Jubiläum für Klaus Nuhn!

Neben einigen neu hinzugekommenen Teams erstmals auch eine weibliche Teilnehmerin, denn Michele van den Eynde (Tochter von Marcel van den Eynde  †) hatte es eingerichtet, nach diversen Besuchen als Ehrengast und Förderin der I-pole nunmehr auch erstmals als Aktive am Start zu sein. Aus terminlichen Gründen hingegen diesmal leider nicht dabei sein konnte u.a. das MAVER Team Austria, welches hier ansonsten ebenfalls zu den Stammgästen zählt und den Radius des Einzugsgebietes selbst auf über 1.000 km erweitert.

Michele v.d.Eynde – Förderin der Interpole – diesmal auch aktiv dabeiMichele v.d.Eynde – Förderin der Interpole – diesmal auch aktiv dabei

Typisch für die Szene, nahm „das Treiben“ am Kanal bereits Wochen im Voraus deutliche Formen an. Die „Juliana“ typischen Rotaugen mit Spitzengewichten im 4-stelligen Bereich waren definitiv wieder „auf der Strecke“. Dies machten die im Training reihenweise erzielten 10 – 14 kg Spitzengewichte überdeutlich. Auch Brassen wurden gefangen – doch erfahrungsgemäß gehen diese Fänge mit den kälteren Nachttemperaturen Ende September hier deutlich zurück. Grundeln, „Ukkels“, Barsche oder sonstige Kleinfische waren zwar durch die Bank vertreten, spielten jedoch in den zurückliegenden Jahren kaum eine nennenswerte Rolle.

Ein erstes ernsthaftes Kräftemessen vor der Interpole folgte dann zum eigens terminierten Trainingswochenende Mitte September. Nahezu alle Teams hatten zumindest einen Vertreter zu diesem Wochenende entsandt, um diese Trainingsmöglichkeit unter Wettkampfbedingungen zu nutzen und weitere eigene Erfahrungen zu vertiefen. Doch insgesamt wurden auch hier die jüngsten Fangergebnisse bestätigt... ohne Bonusfisch keine vordere Platzierung... zu Überlegungen zum „Sammeln von Kleinfischen“ bestand keinerlei Anlass, denn beide Trainingsdurchgänge wurden mit Gewichten von 10 kg+ gewonnen (H. Jansen + R. Schroll – beide Bream Team Germany) – 3 bis 4 kg waren selbst nötig, um im oberen Mittelfeld der beangelten Sektoren zu landen. Recht optimistisch also blickten Teilnehmer und I-pole Orga Team auf den nur 11 Tage entfernten Start zur XI - I-pole am letzten Septemberwochenende 2013, welche traditionell mit dem WarmUp am Freitag begann, ehe es am Samstag und Sonntag um die Punkte zur Teamwertung ging. Und dann...

Bereits am Montag der I-pole Woche waren die ersten auswärtigen Teams zum Training angereist und erzielten kaum gekannte Spitzengewichte – Rotaugen als auch Brassen schienen bei bestem Herbstwetter also nach wie vor in Beißlaune, als am Freitag Mittag nach der offiziellen Begrüßung das Signal zum „schweren Füttern“ im Warm Up erfolgte. Allenfalls der auffrischende Ostwind bereitete den Kanalinsidern ein wenig Kopfzerbrechen, denn vergangene Jahre hatten gezeigt, dass die Fische im Kanal darauf sensibel reagieren können. Nachdem 100 Angler ca. 10 bis 13 Liter in der Anfangsfütterung „versenkt“ hatten, entsprach es durchaus noch den Erfahrungen, dass die Rotaugen sich für ca. 30 bis 45 Minuten zurückhaltend zeigten. Doch nachdem selbst nach Ablauf von ca. 90 Minuten kein besseres Beißverhalten erkennbar wurde, schienen die Karten vollkommen neu gemischt. 

Blick auf den HandicapsektorBlick auf den Handicapsektor

Erschien das Warten auf die Rotaugen meist im Bereich der Kopfplätze noch erfolgversprechend, ließ sich zur Sektorenmitte oftmals nur mit gezielten Grundeltaktiken punkten. Urplötzlich also galt es, sich auf vielen Plätzen von alt bewährten Julianataktiken frei zu machen und fleißig einen Kleinfisch nach dem anderen einzusammeln. Hervorragend umsetzen konnten dies heute insbesondere die Luxemburger Angler Olinger (1,605 kg) und Quintus (4,380 kg!!!) vom Team „Portes Zens“. Beide  erreichten in ihren Sektoren den 1. Platz und machten ihr Team damit zu einem der Topfavoriten für das Wochenende.

Der „pole doc“ netzt den Sektorensieg einDer „pole doc“ netzt den Sektorensieg ein

Doch auch die Geduld der Rotaugenangler konnte sich auszahlen. So erreichte der Belgier in holländischen Diensten, Marc Raemakers (Team Colmic Kuijpers), zum insgesamt 4ten Male in Folge einen I-pole Sektorensieg (3,274 kg) und auch der frisch gebackene Sieger des EPFC Fischens, Ralf Rosarius (pole doc), wusste im sogenannten Handicapsektor (nahezu ebenerdig erreichbare und anfahrbare Angelstellen) auf der Kanal Ostseite, neben einigen Rotaugen, selbst noch eine der erwartet seltenen Brassen im Gardemaß sicher zu landen und siegte dort souverän mit 2,651 kg.

Die Sektorensieger des Warm Ups v.l. Olinger, Quintus, Raemaker, Rosarius
Die Sektorensieger des Warm Ups v. l. Olinger, Quintus, Raemaker, Rosarius

Bereits unmittelbar nach dem Angeln wurde diese völlig unerwartete Situation unter den Teilnehmern heiß und kontrovers diskutiert, und völlig untypisch fanden sich auf den Kitablagen bereits am Samstag morgen zahlreiche Speedruten oder umgebaute kurze Topsets mit den kleinfischtypischen Grundelmontagen, die man am Julianakanal in dieser Form und Häufigkeit wohl noch nie zu Gesicht bekam.

Ca. 700 bis 1000 g Grundeln, die am Julianakanal nur ein Durchschnittsgewicht von ca. 15 g zur Waage bringen (Stückgewicht i.M. ca. 1 – 30 g), waren dabei nötig, um 3 bis 4 durchschnittliche Rotaugen zu kompensieren… und unterschiedlicher denn heute hätte das Herangehen der 100 Teilnehmer somit wohl kaum sein können.

Das aus Tag 1 zu ziehende Fazit lautete also zweifelsfrei – Flexibilität ist Trumpf! Ein wirklich gutes Mannschaftsergebnis ließ sich nur erzielen, wenn alle 4 Angler einer Mannschaft das absolute Optimum aus ihrem jeweiligen Platz machten. Die nötigen Grundeln waren –fast- auf jedem Platz zu fangen – doch liefen die Rotaugen auf der langen Bahn ein, wurde man mit einem Grundelfang schnell durchgereicht und fand sich meist bestenfalls im Mittelfeld wieder. Als wahrer Lottogewinn hingegen war es selbstredend zu werten, wenn sich neben den zahlreichen Grundeln zusätzlich ein schwergewichtiges Rotauge an der Kleinfischmontage vergriff und sicher gelandet wurde.

Die Sektorensieger vom Samstag hießen: D. Lovric (Team Angelsport Sittig) 1,758 kg,  M. Kinne (Team Kanalratten) 3,077 kg, Brondeel (Team Penneke Dop – Belgien) 4,966 kg und I-pole Urgestein „Ka-De.“ Klasen (Team Browning Rh.Pf.) 1,356 kg.

Seit 2010 dabei und längst mit „Juliana“ per Du – Martin KinneSeit 2010 dabei und längst mit „Juliana“ per Du – Martin Kinne

Sonntag dann der Finaltag...

Schnell wurde klar, dass zahlreiche Teams auf die Grundeln setzten. Dies schien bei entsprechender Geschwindigkeit und „Schlagzahl“ der sicherste Weg zu einer Platzierung im erweiterten  Vorderfeld – doch auch dieser Schuss konnte böse nach hinten losgehen… so wurden heute vom Start weg auf einigen Plätzen auch Rotaugen gefangen und längst nicht überall standen die Grundeln „gestapelt“. Es konnte also heute auch wichtige Zeit beim Kleinfischfang verloren gehen, denn die Latte zu den TOP 3 in den 12 bis 13 Mann starken Halbsektoren lag am Ende bis auf wenige Ausnahmen bei min. 1,5 kg – teils gar bei 3,5 kg … Für ihre jeweiligen Sektorensiege brachten A. Achterath (Team van den Eynde - Germany) mit dem ihm eigenen Endspurt 1,969 kg, R. Schroll (Bream Team Germany) 4,160 kg, erneut Brondeel (Team Penneke Dop – Belgien) 4,007 kg und auch Orga Teamchef D. Liebert (Team van den Eynde - Germany) 4,325 kg durchweg und vorwiegend Rotaugenfänge zur Waage.

„Chef de parcours“ A. Achterath setzte mal wieder zum Schlusspurt an„Chef de parcours“ A. Achterath setzte mal wieder zum Schlusspurt an

Doch auch abseits der Siegergewichte gab es hochbrisante Duelle. Besonders im Fokus stand ganz sicher das Head to Head Duell zwischen H. Drescher sen. (Team HJG) und Jack Dohmen (Team Colmic Kuijpers) in einem fischarmen Bereich der Gruppe „Handicap“. Diese beiden Teams trennte nur ein einziger Punkt nach Tag 1 und hier hatte heute der „graue Wolf“ vom HJG Team beim Grundeln die Nase vorn… an die Rotaugen kamen beide nicht, und am Ende trennte sie ca. 300 Gramm, die jedoch 2 letztlich entscheidende Punkte ausmachen sollten.

Die abschließende Siegerehrung im Saal Mirage fand im gewohnt feierlichen Rahmen statt. Nahezu alle Teilnehmer waren erschienen und gaben der Ehrung mit den I-pole typischen hochwertigen Sachpreisen einen würdigen Rahmen. Nachdem die Sieger des Warm Ups und die jeweiligen Sieger in den Gruppen A bis D ihre Sonderpreise in Empfang genommen hatten, standen die jüngsten I-pole Teilnehmer im Fokus der Kameras. Erstmals hatte man, mit großzügiger Unterstützung von champions-team.de, Sonderpreise für die Altersklasse U 21 ausgelobt, und auf Anhieb waren Angler dieser Altersklasse, vorwiegend aus NRW und Niedersachsen, der Einladung nach Holland gefolgt. Als erster Sieger dieser Sonderwertung bestieg dann unter großem Beifall Christian Schröder die oberste Stufe des Siegerpodestes. Ihm folgten auf den Plätzen 2 und 3 Maurice Ahring und Kai Fuchs.

U21 Sonderwertung – powered by champions.teamU21 Sonderwertung – powered by champions.team

Dann der krönende Höhepunkt einer jeden I-pole Siegerehrung – die Team-Wertung.

Bereits vor der TOP 3 Ehrung wusste Moderator D. Liebert bekannt zu geben, dass sich keines der 25 Teams wirklich gänzlich schadlos halten konnte und unter diesen Voraussetzungen die engen Ergebnisse der Vorjahre noch einmal eine Steigerung erfahren hatten. Letztlich dann trennte die jeweils 4 Angler starken Mannschaften der TOP 3 nach insgesamt 2 Tagen zu je 5 Stunden Angelzeit exakt die Winzigkeit von nur einem HALBEN PUNKT!!!

Mit jeweils 35 Punkten belegten die Teams von Colmic Kuijpers NL (Titelverteidiger aus 2012) und „Portes Zens“ aus Luxemburg, getrennt durch lediglich ca. 4 kg Fanggewicht, die Plätze 2 und 3. Der strahlende Sieger der I-pole 2013 aber hieß HJG Drescher. In der Besetzung H. Drescher, G. Drescher, M. Drescher und A. Tuk erreichte man mit 34,5 Punkten und 11,504 kg Gesamtfanggewicht das an diesem Wochenende beste Resultat aller 25 Mannschaften.

Team Siegerehrung @ INTERPOLE 2013Team Siegerehrung @ INTERPOLE 2013

Die Interpole 2013 war Geschichte, doch auch ein echtes Vorweihnachtsgeschenk für die Anglerschaft hielt das Orga Team noch bereit. Mit der dankenswerten Unterstützung der Firma NV Marcel van den Eynde wird es ab 2014 im Rahmen des INTERPOLE fishing festivals zusätzlich eine weitere Marcel van den Eynde Memorialveranstaltung in Europa geben. Prestigeträchtige Veranstaltungen mit gleicher Namensgebung sind bereits in Belgien, Italien und Osteuropa etabliert. Nun also auch ein vdE Memorial dort, wo „Marcel“ selbst in 1970 Doppelweltmeister wurde (Einzel und Team am Julianakanal bei Berg a.d. Maas). Bereits heute sollte man sich diesen Pflichttermin am „letzten Septemberwochenende 2014“ rot im Kalender anstreichen – denn es wird ganz sicher wieder ein spannendes Angelwochenende mit Anglern aus nahezu allen westeuropäischen Ländern. Die interaktive Einladung erfolgt Anfang des Jahres u.a. über champions-team.de sowie über alle bekannten web Plattformen des Angelsports und wir freuen uns auch dann wieder Angler aus allen Teilen Deutschlands und Europas begrüssen zu dürfen!

Weitere Informationen zur Interpole unter interpole@gmx.de oder unter http://matchangler.blogspot.de/ verfügbar.

Der besondere Dank des I-pole Orga Teams 2013 geht an alle Kooperationspartner sowie an die Sponsoren NV Marcel van den Eynde, Maver Austria, Superwurm, Angelsport Sittig und Hengelsport Kuijpers!

Fazit:

Die I-pole 2013 konnte aus Sicht der Fangergebnisse sicherlich nicht an die Vorjahresergebnisse anknüpfen. Die Grundeln sorgten hier und da noch für ein versöhnliches Ende. Dennoch gilt es in Sachen Grundelangeln einige Stellschrauben im Reglement neu zu justieren um auch weiterhin Fairness und ein an CIPS angelehntes Angeln für alle Teilnehmer zu gewährleisten. Zahlreiche Teilnehmer fanden lobende Worte für das „Gesamtprojekt“ I-pole und sagten bereits bei Abreise eine erneute Teilnahme für 2014 zu. Gerne begrüssen wir dazu auch die Leser von champions-team.de zur dann XII. Interpole und I. Marcel van den Eynde Memorial!

Ergebnisse: Warm Up Gruppen A – D Gesamt Einzel & Team
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